{"id":513,"date":"2015-10-08T15:40:43","date_gmt":"2015-10-08T13:40:43","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=513"},"modified":"2025-12-15T13:27:51","modified_gmt":"2025-12-15T12:27:51","slug":"der-wolf-und-die-sieben-geisslein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/der-wolf-und-die-sieben-geisslein\/","title":{"rendered":"Der Wolf und die sieben Gei\u00dflein"},"content":{"rendered":"\n<p>Gebr. Grimm<br><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Es war einmal eine alte Gei\u00df, die hatte sieben junge Gei\u00dflein, und hatte sie lieb, wie eine Mutter ihre Kinder lieb hat. Eines Tages wollte sie in den Wald gehen und Futter holen, da rief sie alle sieben herbei und sprach: &#8222;Liebe Kinder, ich will hinaus in den Wald, seid auf der Hut vor dem Wolf! Wenn er hereinkommt, frisst er euch alle mit Haut und Haar. Der B\u00f6sewicht verstellt sich oft, aber an der rauen Stimme und an seinen schwarzen F\u00fc\u00dfen werdet ihr ihn schon erkennen.&#8220; Die Gei\u00dflein sagten: &#8220; Liebe Mutter, wir wollen uns schon in acht nehmen, du kannst ohne Sorge fortgehen.&#8220; Da meckerte die Alte und machte sich getrost auf den Weg.<\/span><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Der Wolf und die sieben jungen Gei\u00dflein - ein M\u00e4rchen der Gebr\u00fcder Grimm (H\u00f6rbuch zum Einschlafen)\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/YBLVNYMa-n0?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Es dauerte nicht lange, so klopfte jemand an die Haust\u00fcr und rief: &#8222;Macht auf, ihr lieben Kinder, eure Mutter ist da und hat jedem von euch etwas mitgebracht!&#8220; Aber die Gei\u00dflein h\u00f6rten an der rauen Stimme, dass es der Wolf war. &#8222;Wir machen nicht auf&#8220;, riefen sie, &#8222;du bist unsere Mutter nicht, die hat eine feine und liebliche Stimme; aber deine Stimme ist rau, du bist der Wolf!&#8220; Da ging der Wolf fort zu einem Kr\u00e4mer und kaufte ein gro\u00dfes St\u00fcck Kreide, die a\u00df er und machte damit seine Stimme fein. Dann kam er zur\u00fcck, klopfte an die Haust\u00fcr und rief: &#8222;Macht auf, ihr lieben Kinder, eure Mutter ist da und hat jedem von euch etwas mitgebracht.&#8220; Aber der Wolf hatte seine schwarze Pfote in das Fenster gelegt, das sahen die Kinder und riefen: &#8222;Wir machen nicht auf, unsere Mutter hat keinen schwarzen Fu\u00df wie du; du bist der Wolf.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Da lief der Wolf zu einem B\u00e4cker und sprach: &#8222;Ich habe mich an Fu\u00df gesto\u00dfen, streich mir Teig dar\u00fcber!&#8220; Und als ihm der B\u00e4cker die Pfote bestrichen hatte, lief er zum M\u00fcller und sprach: &#8222;Streu&#8216; mir wei\u00dfes Mehl auf meine Pfote!&#8220; Der M\u00fcller dachte: &#8222;Der Wolf will einen betr\u00fcgen&#8220;, und weigerte sich, aber der Wolf sprach: &#8222;Wenn du es nicht tust, so fresse ich dich!&#8220; Da f\u00fcrchtete sich der M\u00fcller und machte ihm die Pfote wei\u00df . Ja so sind die Menschen. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Nun ging der B\u00f6sewicht zum dritten Mal zu der Haust\u00fcr, klopfte an und sprach: &#8222;Macht mir auf, Kinder, euer liebes M\u00fctterchen ist heimgekommen und hat jedem von euch etwas aus dem Walde mitgebracht.&#8220; Die Gei\u00dferchen riefen: &#8222;Zeig&#8216; uns erst deine Pfote, damit wir wissen, dass du unser liebes M\u00fctterchen bist.&#8220; Da legte er die Pfote ins Fenster, und als sie sahen, dass sie wei\u00df war, glaubten sie, es w\u00e4re alles wahr, was er sagte und machten die T\u00fcr auf. Wer aber hereinkam, das war der Wolf. Sie erschraken und wollten sich verstecken. Das eine sprang unter den Tisch, das zweite ins Bett, das dritte in den Ofen, das vierte in die K\u00fcche, das f\u00fcnfte in den Schrank, das sechste unter die Waschsch\u00fcssel, das siebente in den Kasten der Wanduhr. Aber der Wolf fand sie alle und machte nicht langes Federlesen; eins nach dem anderen schluckte er in seinen Rachen; nur das j\u00fcngste in dem Uhrenkasten, das fand er nicht. Als der Wolf seine Lust geb\u00fc\u00dft hatte, trollte er sich fort, legte sich drau\u00dfen auf der gr\u00fcnen Wiese unter einen Baum und fing an zu schlafen. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Nicht lange danach kam die alte Gei\u00df aus dem Walde wieder heim. Ach, was musste sie da erblicken! Die Haust\u00fcr stand sperrweit auf: Tisch, St\u00fchle und B\u00e4nke waren umgeworfen, die Waschsch\u00fcssel lag in Scherben, Decke und Kissen waren aus dem Bette gezogen. Sie suchte ihre Kinder, aber nirgends waren sie zu finden. Sie rief sie nacheinander bei Namen, aber niemand antwortete. Endlich als sie an das j\u00fcngste kam, da rief eine feine Stimme: &#8222;Liebe Mutter, ich stecke im Uhrenkasten!&#8220; Sie holte es heraus, und es erz\u00e4hlte ihr, dass der Wolf gekommen w\u00e4re und die anderen gefressen h\u00e4tte. Da k\u00f6nnt ihr denken, wie sie \u00fcber ihre armen Kinder geweint hat. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Endlich ging sie in ihrem Jammer hinaus, und das j\u00fcngste Gei\u00dflein lief mit. Als sie auf die Wiese kam, so lag da der Wolf an dem Baume und schnarchte, dass die \u00c4ste zitterten. Sie betrachtete ihn von allen Seiten und sah, dass sich in seinem angef\u00fcllten Bauch etwas regte und zappelte. &#8222;Ach Gott&#8220;, dachte sie, &#8222;sollten meine armen Kinder, die er zum Abendbrot hinuntergew\u00fcrgt hat, noch am Leben sein?&#8220; Da musste das Gei\u00dflein nach Hause laufen und Schere, Nadel und Zwirn holen. Dann schnitt sie dem Unget\u00fcm den Wanst auf, und kaum hatte sie einen Schnitt getan, so streckte schon ein Gei\u00dflein den Kopf heraus, und als sie weiter schnitt, sprangen alle sechse heraus und waren noch alle am Leben und hatten nicht einmal Schaden gelitten, denn das Unget\u00fcm hatte sie in der Gier ganz hinuntergeschluckt. Das war eine Freude! Da herzten Sie ihre liebe Mutter und h\u00fcpften wie ein Schneider der Hochzeit h\u00e4lt. Die Alte aber sagte: &#8222;Jetzt geht und sucht Wackersteine (Feldsteine), damit wollen wir dem gottlosen Tier den Bauch f\u00fcllen, solange es noch im Schlafe liegt.&#8220; Da schleppten die sieben Gei\u00dflein in aller Eile die Steine herbei und steckten sie ihm in den Bauch, soviel sie hineinbringen konnten. Dann n\u00e4hte ihn die Alte in aller Geschwindigkeit wieder zu, dass er nichts merkte und sich nicht einmal regte. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Als der Wolf endlich ausgeschlafen hatte, machte er sich auf die Beine, und weil ihm die Steine im Magen so gro\u00dfen Durst erregten, wollte er zu einem Brunnen und trinken. Als er anfing zu gehen und sich hin und her zu bewegen, stie\u00dfen die Steine in seinem Bauch aneinander und rappelten. Da rief er: <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">&#8222;Was rumpelt und pumpelt <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">In meinem Bauch herum? <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Ich meinte, es w\u00e4ren sechs Gei\u00dflein, <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">So sind&#8217;s lauter Wackerstein&#8216;!&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Und als er an den Brunnen kam und sich \u00fcber das Wasser b\u00fcckte und trinken wollte, da zogen ihn die schweren Steine hinein, und er musste j\u00e4mmerlich ersaufen. Als die sieben Gei\u00dflein das sahen, kamen sie herbeigelaufen, riefen laut: &#8222;Der Wolf ist tot! Der Wolf ist tot!&#8220; und tanzten mit ihrer Mutter vor Freude um den Brunnen herum. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gebr. 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