{"id":5077,"date":"2026-01-27T01:41:41","date_gmt":"2026-01-27T00:41:41","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5077"},"modified":"2026-01-27T01:41:41","modified_gmt":"2026-01-27T00:41:41","slug":"das-seltsamste-ding-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/das-seltsamste-ding-der-welt\/","title":{"rendered":"Das seltsamste Ding der Welt"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Das seltsamste Ding der Welt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein K\u00f6nig. Der war Witwer und hatte drei S\u00f6hne. Und in einem andern Reich lebte eine K\u00f6nigin, die war Witwe und hatte eine sehr sch\u00f6ne Tochter. Und der K\u00f6nig und die K\u00f6nigin lernten einander kennen und heirateten sich. Und da die Tochter der K\u00f6nigin fast ebenso alt war wie die drei S\u00f6hne des K\u00f6nigs, verliebten sich alle drei in sie und wollten sie heiraten. Da gingen die drei zu ihrem Vater, und der \u00e4lteste sagte zu ihm: &#8222;H\u00f6rt, lieber Vater, wir m\u00f6chten alle drei unsere Stiefschwester heiraten, und da es doch nicht angeht, dass sie sich mit dreien verheiratet, so bitten wir euch, Ihr m\u00f6chtet entscheiden, wer von uns sie heiraten soll. Mit dem, was Ihr sagt, werden wir uns zufrieden geben.&#8220; Und der Vater sagte zu ihnen: &#8222;Meine S\u00f6hne, es ist eure Stiefschwester, und da scheint mir, keiner sollte sich mit ihr verheiraten, aber da ihr es trotzdem wollt, so macht euch auf den Weg und seht zu, dass Ihr mir das seltsamste Ding der Welt bringt, und wer von euch damit zur\u00fcckkommt, der mag sie haben.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Nun gut: die drei Br\u00fcder zogen in die Welt hinaus und machten sich auf die Suche nach dem seltsamsten Ding. Und als sie an eine Wegkreuzung kamen, schlug jeder eine andere Richtung ein. Und der \u00c4lteste kam in eine gro\u00dfe Stadt und begann sogleich, \u00fcberall herumzusuchen. Als er schon den ganzen Markt und alle Pl\u00e4tze nach dem seltsamsten Ding abgesucht hatte, fand er pl\u00f6tzlich einen Teppich, der hatte eine Sprungfeder. Wenn man darauf stieg, ging die Feder los, und man konnte so hoch fliegen, wie man wollte. Und er sagte zu dem, der ihn verkaufte: &#8222;Wie viel wollt Ihr f\u00fcr diesen Teppich haben?&#8220; Der antwortete ihm, dass er tausend Taler koste. Da gab er ihm die tausend Taler und ging mit dem Teppich fort.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun gut; indessen war der zweite in ein Dorf gekommen, wo ein Mann war, der verkaufte ein Fernrohr von einer halben Ellenl\u00e4nge. Und er geht zu ihm hin und sagt: &#8222;Lieber Mann, ich suche \u00fcberall ein sehr seltsames Ding. Sagt mir, was verkauft Ihr?&#8220; Und er antwortete ihm: &#8222;Nehmt dieses Fernrohr und schaut hindurch. Was wollt Ihr sehen?&#8220; &#8222;Meinen Bruder.&#8220; Und der J\u00fcngling blickte durch das Fernrohr<\/p>\n\n\n\n<p>und sah seinen Bruder mit dem Teppich dahin wandern. Nun gut. Da sagte er zu dem H\u00e4ndler: .&#8220;Wie viel wollt Ihr f\u00fcr das Fernrohr haben?&#8220; &#8222;Nun ja. Mit tausend Talern geb&#8216; ich mich zufrieden.&#8220; &#8211; Da gab er ihm die tausend Taler und zog mit dem Fernrohr ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen hatte der dritte auch eine Stadt erreicht und suchte ebenfalls auf dem Markt und allen Pl\u00e4tzen nach einem sehr seltsamen Ding. Und da sah er auf einem Platz einen alten Mann, der \u00c4pfel feilbot und dabei sagte: &#8222;\u00c4pfel, gute \u00c4pfel, die Kranke heilen !&#8220; Der J\u00fcngling ging zu ihm hin und fragte: &#8222;Was ist denn Besonderes an diesen \u00c4pfeln?&#8220; &#8222;Diese \u00c4pfel k\u00f6nnen Kranke wieder gesund machen, wenn man ihnen damit \u00fcber das Gesicht streicht, so dass sie den Apfel riechen. &#8211; Darauf sagt der J\u00fcngling: &#8222;Gut, so einen Apfel will ich kaufen und ihn nach Hause bringen. Wie viel wollt Ihr f\u00fcr den Apfel haben?&#8220; &#8222;Tausend Taler&#8220;, antwortete ihm der andere. Da gibt er ihm die tausend Taler und geht mit dem Apfel fort.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Reise nach Hause bekam der Bruder mit dem Fernrohr pl\u00f6tzlich Lust, seine Br\u00fcder zu sehen. Er blickte hindurch und fand den \u00c4ltesten. Und er wanderte zu ihm hin und sagte: &#8222;Wei\u00dft du, wo unser j\u00fcngster Bruder ist?&#8220; &#8222;Da nimm das Fernrohr und guck hindurch.&#8220; Der andere tat es und erkannte den j\u00fcngsten Bruder, der allein seines Weges zog. Und da sagte der \u00c4lteste: &#8222;Dies Fernrohr willst du wohl dem Vater bringen?&#8220; Und der zweite sagt: &#8222;Ja, das will ich.&#8220; &#8222;Nun sieh her, ich bringe ihm ein sehr viel seltsameres Ding mit. Sieh diesen Teppich hier. Sowie man ihn betritt, steigt er hoch und fliegt so hoch, wie man will und wohin man will. &#8222;Der zweite sagt darauf zu ihm: &#8222;Gut, das wollen wir gleich einmal sehen.&#8220; Und sie stellten sich darauf, und sofort stieg der Teppich mit den beiden in die H\u00f6he. Und sie flogen in den Ort, wo sie den j\u00fcngsten Bruder im Fernrohr entdeckt hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun waren alle beisammen. Und sie fragten den J\u00fcngsten, was er gekauft habe. Und der erz\u00e4hlte: &#8222;Ich habe hier einen Apfel gekauft; wenn man damit \u00fcber das Gesicht eines Kranken streicht, so dass er ihn riecht, wird er auf der Stelle wieder gesund.&#8220; Nun gut! Dann traten sie alle drei auf den Teppich, und die Feder ging los, und die drei flogen ganz, ganz hoch. Und nachdem sie so einige Zeit geflogen waren, nahm der J\u00fcngste das Fernrohr seines Bruders und sah hindurch und sagte: &#8222;O weh, was sehe ich? Die Stiefschwester liegt sterbenskrank im Bett.&#8220; Da sagt der J\u00fcngste: &#8222;Lass uns schnell machen.&#8220; Und so schnell sie k\u00f6nnen, fliegen sie mit dem Teppich nach Haus. Sie traten ein, als das M\u00e4dchen<\/p>\n\n\n\n<p>schon in den letzten Z\u00fcgen lag. Der J\u00fcngste geht mit seinem Apfel zu ihr hin und l\u00e4sst sie daran riechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Augenblick wird ihr wohler, und nach einigen Tagen ist sie ganz gesund.<\/p>\n\n\n\n<p>Da gehen die drei zu ihrem Vater und zeigen ihm, was jeder mitgebracht hat. Und der J\u00fcngste sagt: &#8222;Vater, ich werde sie bekommen; denn der Apfel, den ich mitgebracht habe, hat sie gesund gemacht.&#8220; Und der zweite sagt: &#8222;Nein, ich werde sie bekommen, denn ohne das Fernrohr h\u00e4tten wir nicht gewusst, dass sie krank war.&#8220; Der \u00c4lteste sagt: &#8222;Aber nein, ohne den Teppich waren wir niemals rechtzeitig gekommen, darum muss ich sie haben.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Und der Vater denkt eine Weile nach und sagt dann: ,&#8220;Meine S\u00f6hne, mir scheint, der mit dem Fernrohr hat das gr\u00f6\u00dfte Verdienst.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Darauf schweigen die beiden andern, und der Vater geht zur Stieftochter und sagt ihr dasselbe. Und das M\u00e4dchen meint:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Mir aber scheint, dem mit dem Apfel geb\u00fchrt das gr\u00f6\u00dfte Verdienst. Ihn habe ich von jeher am liebsten gehabt, und mit ihm m\u00f6chte ich mich verheiraten.&#8220; Und so verheiratete sie sich mit dem j\u00fcngsten Bruder. Nun gut! H\u00e4tte sie das gleich von vornherein gesagt, w\u00e4re die ganze Geschichte nicht n\u00f6tig gewesen, und ich h\u00e4tte das M\u00e4rchen nicht erz\u00e4hlen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war einmal ein K\u00f6nig. Der war Witwer und hatte drei S\u00f6hne. Und in einem andern Reich lebte eine K\u00f6nigin, die war Witwe und hatte eine sehr sch\u00f6ne Tochter.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3653,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[85,204,133],"tags":[],"class_list":["post-5077","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-maerchen","category-unbekannt","category-maerchen-weltweit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5077","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5077"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5077\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5078,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5077\/revisions\/5078"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3653"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5077"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5077"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5077"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}