{"id":5071,"date":"2026-01-26T18:59:11","date_gmt":"2026-01-26T17:59:11","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5071"},"modified":"2026-01-26T18:59:12","modified_gmt":"2026-01-26T17:59:12","slug":"die-sechs-diener-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-sechs-diener-2\/","title":{"rendered":"Die sechs Diener"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Die sechs Diener<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gebr\u00fcder Grimm<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Vorzeiten lebte eine alte K\u00f6nigin, die war eine Zauberin, und ihre Tochter war das sch\u00f6nste M\u00e4dchen unter der Sonne. Die Alte dachte aber auf nichts, als wie sie die Menschen ins Verderben locken k\u00f6nnte, und wenn ein Freier kam, so sprach sie, wer ihre Tochter haben wollte, m\u00fcsste zuvor einen Bund (eine Aufgabe) l\u00f6sen, oder er m\u00fcsste sterben. Viele waren von der Sch\u00f6nheit der Jungfrau verblendet und wagten es wohl, aber sie konnten nicht vollbringen, was die Alte ihnen auflegte, und dann war keine Gnade, sie mussten niederknien, und das Haupt ward ihnen abgeschlagen. Ein K\u00f6nigssohn, der hatte auch von der gro\u00dfen Sch\u00f6nheit der Jungfrau geh\u00f6rt und sprach zu seinem Vater: \u00bbLasst mich hinziehen, ich will um sie werben. \u00ab \u00bbNimmermehr, \u00ab antwortete der K\u00f6nig, \u00bbgehst du fort, so gehst du in deinen Tod. \u00ab Da legte der Sohn sich nieder und ward sterbenskrank, und lag sieben Jahre lang, und kein Arzt konnte ihm helfen. Als der Vater sah, dass keine Hoffnung mehr war, sprach er voll Herzenstraurigkeit zu ihm: \u00bbZieh hin und versuche dein Gl\u00fcck, ich wei\u00df dir sonst nicht zu helfen. \u00ab Wie der Sohn das h\u00f6rte, stand er auf von seinem Lager, ward gesund und machte sich fr\u00f6hlich auf den Weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Es trug sich zu, als er \u00fcber eine Heide zu reiten kam, dass er von weitem auf der Erde etwas liegen sah wie einen gro\u00dfen Heuhaufen, und wie er sich n\u00e4herte, konnte er unterscheiden, dass es der Bauch eines Menschen war, der sich dahin gestreckt hatte; der Bauch aber sah aus wie ein kleiner Berg. Der Dicke, wie er den Reisenden erblickte, richtete sich in die H\u00f6he und sprach: \u00bbWenn Ihr jemand braucht, so nehmt mich in Eure Dienste. \u00ab Der K\u00f6nigssohn antwortete: \u00bbWas soll ich mit einem so ungef\u00fcgen Mann anfangen? \u00ab \u00bbO, \u00ab sprach der Dicke, \u00bbdas will nichts sagen, wenn ich mich recht auseinander tue, bin ich noch dreitausendmal so dick. \u00ab \u00bbWenn das ist, \u00ab sagte der K\u00f6nigssohn, \u00bbso kann ich dich brauchen, komm mit mir. \u00ab Da ging der Dicke hinter dem K\u00f6nigssohn her, und \u00fcber eine Weile fanden sie einen andern, der lag da auf der Erde und hatte das Ohr auf den Rasen gelegt. Fragte der K\u00f6nigssohn: \u00bbWas machst du da? \u00bbIch horche, \u00ab antwortete der Mann. \u00bbWonach horchst du so aufmerksam? \u00ab \u00bbIch horche nach dem, was eben in der Welt sich zutr\u00e4gt, denn meinen Ohren entgeht nichts, das Gras sogar h\u00f6r ich wachsen. \u00ab Fragte der K\u00f6nigssohn: \u00bbSage mir, was h\u00f6rst du am Hofe der alten K\u00f6nigin, welche die sch\u00f6ne Tochter hat? \u00ab Da antwortete er: \u00bbIch h\u00f6re das Schwert sausen, das einem Freier den Kopf abschl\u00e4gt. \u00ab Der K\u00f6nigssohn sprach: \u00bbIch kann dich brauchen, komm mit mir. \u00ab Da zogen sie weiter und sahen einmal ein paar F\u00fc\u00dfe da liegen und auch etwas von den Beinen, aber das Ende konnten sie nicht sehen. Als sie eine gute Strecke fortgegangen waren, kamen sie zu dem Leib und endlich auch zu dem Kopf. \u00bbEi, \u00ab sprach der K\u00f6nigssohn, \u00bbwas bist du f\u00fcr ein langer Strick! \u00ab \u00bbO, \u00ab antwortete der Lange, \u00bbdas ist noch gar nichts, wenn ich meine Gliedma\u00dfen erst recht ausstrecke, bin ich noch dreitausendmal so lang, und bin gr\u00f6\u00dfer als der h\u00f6chste Berg auf Erden. Ich will Euch gerne dienen, wenn Ihr mich annehmen wollt. \u00ab \u00bbKomm mit, \u00ab sprach der K\u00f6nigssohn, \u00bbich kann dich brauchen. \u00ab Sie zogen weiter und fanden einen am Weg sitzen, der hatte die Augen zugebunden. Sprach der K\u00f6nigssohn zu ihm: \u00bbHast du bIinde Augen, dass du nicht in das Licht sehen kannst? \u00ab \u00bbNein, \u00ab antwortete der Mann, \u00bbich darf die Binde nicht abnehmen, denn was ich mit meinen Augen ansehe, das springt auseinander, so gewaltig ist mein Blick. Kann Euch das n\u00fctzen, so will ich Euch gern dienen. \u00ab \u00bbKomm mit, \u00ab antwortete der K\u00f6nigssohn, \u00bbich kann dich brauchen. \u00ab Sie zogen weiter und fanden einen Mann, der lag mitten im hei\u00dfen Sonnenschein und zitterte und fror am ganzen Leibe, so dass ihm kein Glied stillstand. \u00bbWie kannst du frieren? \u00ab sprach der K\u00f6nigssohn, \u00bbund die Sonne scheint so warm. \u00ab \u00bbAch, \u00ab antwortete der Mann, \u00bbmeine Natur ist ganz anderer Art, je hei\u00dfer es ist, desto mehr frier ich, und der Frost dringt mir durch alle Knochen: und je k\u00e4lter es ist, desto hei\u00dfer wird mir. Mitten im Eis kann ich es vor Hitze und mitten im Feuer vor K\u00e4lte nicht aushalten. \u00ab \u00bbDu bist ein wunderlicher Kerl, \u00ab sprach der K\u00f6nigssohn, \u00bbaber wenn du mir dienen willst, so komm mit. \u00ab Nun zogen sie weiter und sahen einen Mann stehen, der machte einen langen Hals, schaute sich um und schaute \u00fcber alle Berge hinaus. Sprach der K\u00f6nigssohn: \u00bbWonach siehst du so eifrig? \u00ab Der Mann antwortete: \u00bbIch habe so helle Augen, dass ich \u00fcber alle W\u00e4lder und Felder, T\u00e4ler und Berge hinaus und durch die ganze Welt sehen kann. \u00ab Der K\u00f6nigssohn sprach: \u00bbWillst du, so komm mit mir, denn so einer fehlte mir noch. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Nun zog der K\u00f6nigssohn mit seinen sechs Dienern in die Stadt ein, wo die alte K\u00f6nigin lebte. Er sagte nicht, wer er w\u00e4re, aber er sprach: \u00bbWollt Ihr mir Eure sch\u00f6ne Tochter geben, so will ich vollbringen, was Ihr mir auferlegt. \u00ab Die Zauberin freute sich, dass ein so sch\u00f6ner J\u00fcngling wieder in ihre Netze fiel, und sprach: \u00bbDreimal will ich dir einen Bund aufgeben, I\u00f6sest du ihn jedes Mal, so sollst du der Herr und Gemahl meiner Tochter werden. \u00ab \u00bbWas soll das erste sein? \u00ab fragte er. \u00bbDass du mir einen Ring herbeibringst, den ich ins Rote Meer habe fallen lassen. \u00ab Da ging der K\u00f6nigssohn heim zu seinen Dienern und sprach: \u00bbDer erste Bund ist nicht leicht, ein Ring soll aus dem Roten Meer geholt werden, nun schafft Rat. \u00ab Da sprach der mit den hellen Augen: \u00bbIch will sehen, wo er liegt, \u00ab schaute in das Meer hinab und sagte: \u00bbDort h\u00e4ngt er an einem spitzen Stein. \u00ab Der Lange trug sie hin und sprach: \u00bbIch wollte ihn wohl herausholen, wenn ich ihn nur sehen k\u00f6nnte. \u00ab \u00bbWenn es weiter nichts ist, \u00ab rief der Dicke, legte sich nieder und hielt seinen Mund ans Wasser: da fielen die Wellen hinein wie in einen Abgrund, und er trank das ganze Meer aus, dass es trocken ward wie eine Wiese. Der Lange b\u00fcckte sich ein wenig und holte den Ring mit der Hand heraus. Da ward der K\u00f6nigssohn froh, als er den Ring hatte, und brachte ihn der Alten. Sie erstaunte und sprach: \u00bbJa, es ist der rechte Ring: den ersten Bund hast du gl\u00fccklich gel\u00f6st, aber nun kommt der zweite. Siehst du, dort auf der Wiese vor meinem Schlosse, da weiden dreihundert fette Ochsen, die musst du mit Haut und Haar, Knochen und H\u00f6rnern verzehren: und unten im Keller liegen dreihundert F\u00e4sser Wein, die musst du dazu austrinken; und bleibt von den Ochsen ein Haar und von dem Wein ein Tr\u00f6pfchen \u00fcbrig, so ist mir dein Leben verfallen.\u00ab Sprach der K\u00f6nigssohn: \u00bbDarf ich mir keine G\u00e4ste dazu laden? Ohne Gesellschaft schmeckt keine Mahlzeit. \u00ab Die Alte lachte boshaft und antwortete: \u00bbEinen darfst du dir dazu laden, damit du Gesellschaft hast, aber weiter keinen. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Da ging der K\u00f6nigssohn zu seinen Dienern und sprach zu dem Dicken: \u00bbDu sollst heute mein Gast sein und dich einmal satt essen. \u00ab Da tat sich der Dicke voneinander und a\u00df die dreihundert Ochsen, dass kein Haar \u00fcbrig blieb, und fragte, ob weiter nichts als das Fr\u00fchst\u00fcck da w\u00e4re, den Wein aber trank er gleich aus den F\u00e4ssern, ohne dass er ein Glas n\u00f6tig hatte, und trank den letzten Tropfen vom Nagel herunter. Als die Mahlzeit zu Ende war, ging der K\u00f6nigssohn zur Alten und sagte ihr, der zweite Bund w\u00e4re gel\u00f6st. Sie verwunderte sich und sprach: \u00bbSo weit hat es noch keiner gebracht, aber es ist noch ein Bund \u00fcbrig, \u00ab und dachte, \u00bbdu sollst mir nicht entgehen und wirst deinen Kopf nicht oben behalten. \u00ab \u00bbHeut Abend,\u00ab sprach sie, \u00bbbring ich meine Tochter zu dir in deine Kammer, und du sollst sie mit deinem Arm umschlingen, und wenn ihr da beisammen sitzt, so h\u00fcte dich, dass du nicht einschl\u00e4fst: ich komme Schlag zw\u00f6lf Uhr, und ist sie dann nicht mehr in deinen Armen, so hast du verloren.\u00ab Der K\u00f6nigssohn dachte: \u00bbDer Bund ist leicht, ich will wohl meine Augen offen behalten,\u00ab doch rief er seine Diener, erz\u00e4hlte ihnen, wie die Alte gesagt hatte, und sprach: \u00bbWer wei\u00df, was f\u00fcr eine List dahinter steckt, Vorsicht ist gut, haltet Wache und sorgt, dass die Jungfrau nicht wieder aus meiner Kammer kommt.\u00ab Als die Nacht einbrach, kam die Alte mit ihrer Tochter und f\u00fchrte sie in die Arme des K\u00f6nigssohns, und dann schlang sich der Lange um sie beide in einen Kreis, und der Dicke stellte sich vor die T\u00fcre, also dass keine lebendige Seele herein konnte. Da sa\u00dfen sie beide, und die Jungfrau sprach kein Wort, aber der Mond schien durchs Fenster auf ihr Angesicht, dass er ihre wunderbare Sch\u00f6nheit sehen konnte. Er tat nichts als sie anschauen, war voll Freude und Liebe, und es kam keine M\u00fcdigkeit in seine Augen. Das dauerte bis elf Uhr, da warf die Alte einen Zauber \u00fcber alle, dass sie einschliefen, und in dem Augenblick war auch die Jungfrau entr\u00fcckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun schliefen sie hart bis ein Viertel vor zw\u00f6lf, da war der Zauber kraftlos, und sie erwachten alle wieder. \u00bbO Jammer und Ungl\u00fcck, \u00ab rief der K\u00f6nigssohn, \u00bbnun bin ich verloren! \u00ab Die treuen Diener fingen auch an zu klagen, aber der Horcher sprach: \u00bbSeid still, ich will horchen, \u00ab da horchte er einen Augenblick und dann sprach er: \u00bbSie sitzt in einem Felsen dreihundert Stunden von hier, und bejammert ihr Schicksal. Du allein kannst helfen, Langer, wenn du dich aufrichtest, so bist du mit ein paar Schritten dort. \u00ab \u00bbJa, \u00ab antwortete der Lange, \u00bbaber der mit den scharfen Augen muss mitgehen, damit wir den Felsen wegschaffen. \u00ab Da huckte der Lange den mit verbundenen Augen auf, und im Augenblick, wie man eine Hand umwendet, waren sie vor dem verw\u00fcnschten Felsen. Alsbald nahm der Lange dem andern die Binde von den Augen, der sich nur umschaute, so zersprang der Felsen in tausend St\u00fccke. Da nahm der Lange die Jungfrau auf den Arm, trug sie in einem Nu zur\u00fcck, holte ebenso schnell auch noch seinen Kameraden, und eh es zw\u00f6lfe schlug, sa\u00dfen sie alle wieder wie vorher und waren munter und guter Dinge. Als es zw\u00f6lf schlug, kam die alte Zauberin herbei geschlichen, machte ein h\u00f6hnisches Gesicht, als wollte sie sagen \u00bbnun ist er mein\u00ab und glaubte, ihre Tochter s\u00e4\u00dfe dreihundert Stunden weit im Felsen. Als sie aber ihre Tochter in den Armen des K\u00f6nigssohns erblickte, erschrak sie und sprach: \u00bbDa ist einer, der kann mehr als ich. \u00ab Aber sie durfte nichts einwenden und musste ihm die Jungfrau zusagen. Da sprach sie ihr ins Ohr \u00bbSchande f\u00fcr dich, dass du gemeinem Volk gehorchen sollst und dir einen Gemahl nicht nach deinem Gefallen w\u00e4hlen darfst. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Da ward das stolze Herz der Jungfrau mit Zorn erf\u00fcllt und sann auf Rache. Sie lie\u00df am andern Morgen dreihundert Malter Holz zusammenfahren und sprach zu dem K\u00f6nigssohn, die drei B\u00fcnde w\u00e4ren gel\u00f6st, sie w\u00fcrde aber nicht eher seine Gemahlin werden, bis einer bereit w\u00e4re, sich mitten in das Holz zu setzen und das Feuer auszuhalten. Sie dachte, keiner seiner Diener w\u00fcrde sich f\u00fcr ihn verbrennen, und aus Liebe zu ihr w\u00fcrde er selber sich hineinsetzen, und dann w\u00e4re sie frei. Die Diener aber sprachen: \u00bbWir haben alle etwas getan, nur der Frostige noch nicht, der muss auch daran, \u00ab setzten ihn mitten auf den Holzsto\u00df und steckten ihn an. Da begann das Feuer zu brennen und brannte drei Tage, bis alles Holz verzehrt war, und als die Flammen sich legten, stand der Frostige mitten in der Asche, zitterte wie ein Espenlaub und sprach: \u00bbEinen solchen Frost habe ich mein Lebtage nicht ausgehalten, und wenn er l\u00e4nger gedauert h\u00e4tte, so w\u00e4re ich erstarrt.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Nun war keine Aussicht mehr zu finden, die sch\u00f6ne Jungfrau musste den unbekannten J\u00fcngling zum Gemahl nehmen. Als sie aber nach der Kirche fuhren, sprach die Alte: \u00bbIch kann die Schande nicht ertragen, \u00ab und schickte ihr Kriegsvolk nach, das sollte alles niedermachen, was ihm vork\u00e4me, und ihr die Tochter zur\u00fcckbringen. Der Horcher aber hatte die Ohren gespitzt und die heimlichen Reden der Alten vernommen. \u00bbWas fangen wir an?\u00ab sprach er zu dem Dicken, aber der wusste Rat, spie einmal oder zweimal hinter dem Wagen einen Teil von dem Meereswasser aus, das er getrunken hatte, da entstand ein gro\u00dfer See, worin die Kriegsv\u00f6lker stecken blieben und ertranken. Als die Zauberin das vernahm, schickte sie ihre geharnischten Reiter, aber der Horcher h\u00f6rte das Rasseln ihrer R\u00fcstung und band dem einen die Augen auf, der guckte die Feinde ein bisschen scharf an, da sprangen sie auseinander wie Glas. Nun fuhren sie ungest\u00f6rt weiter, und als die beiden in der Kirche eingesegnet waren, nahmen die sechs Diener ihren Abschied und sprachen zu ihrem Herrn \u00bbEure W\u00fcnsche sind erf\u00fcllt, Ihr habt uns nicht mehr n\u00f6tig, wir wollen weiter ziehen und unser Gl\u00fcck versuchen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Eine halbe Stunde vor dem Schloss war ein Dorf, vor dem h\u00fctete ein Schweinehirt seine Herde: wie sie dahin kamen, sprach er zu seiner Frau: \u00bbWei\u00dft du auch recht, wer ich bin? Ich bin kein K\u00f6nigssohn, sondern ein Schweinehirt, und der mit der Herde dort, das ist mein Vater: wir zwei m\u00fcssen auch daran und ihm helfen h\u00fcten. \u00ab Dann stieg er mit ihr in das Wirtshaus ab, und sagte heimlich zu den Wirtsleuten, in der Nacht sollten sie ihr die k\u00f6niglichen Kleider wegnehmen. Wie sie nun am Morgen aufwachte, hatte sie nichts anzutun, und die Wirtin gab ihr einen alten Rock und ein paar alte wollene Str\u00fcmpfe, dabei tat sie noch, als w\u00e4re es ein gro\u00dfes Geschenk, und sprach: \u00bbWenn nicht Euer Mann w\u00e4re, h\u00e4tte ich es Euch gar nicht gegeben.\u00ab Da glaubte sie, er w\u00e4re wirklich ein Schweinehirt, und h\u00fctete mit ihm die Herde und dachte: \u00bbIch habe es verdient mit meinem \u00dcbermut und Stolz. \u00ab Das dauerte acht Tage, da konnte sie es nicht mehr aushalten, denn die F\u00fc\u00dfe waren ihr wund geworden. Da kamen ein paar Leute und fragten, ob sie w\u00fcsste, wer ihr Mann w\u00e4re. \u00bbJa, \u00ab antwortete sie, \u00bber ist ein Schweinehirt, und ist eben ausgegangen, mit B\u00e4ndern und Schn\u00fcren einen kleinen Handel zu treiben. \u00ab Sie sprachen aber: \u00bbKommt einmal mit, wir wollen Euch zu ihm hinf\u00fchren, \u00ab und brachten sie ins Schloss hinauf; und wie sie in den Saal kam, stand da ihr Mann in k\u00f6niglichen Kleidern. Sie erkannte ihn aber nicht, bis er ihr um den Hals fiel, sie k\u00fcsste und sprach: \u00bbIch habe so viel f\u00fcr dich gelitten, da hast du auch f\u00fcr mich leiden sollen. \u00ab Nun ward erst die Hochzeit gefeiert, und der es erz\u00e4hlt hat, wollte, er w\u00e4re auch dabei gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die sechs Diener Gebr\u00fcder Grimm Vorzeiten lebte eine alte K\u00f6nigin, die war eine Zauberin, und ihre Tochter war das sch\u00f6nste M\u00e4dchen unter der Sonne. Die Alte dachte aber auf nichts, als wie sie die Menschen ins Verderben locken k\u00f6nnte, und wenn ein Freier kam, so sprach sie, wer ihre Tochter haben wollte, m\u00fcsste zuvor einen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[87,85],"tags":[],"class_list":["post-5071","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gebr-grimm","category-maerchen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5071","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5071"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5071\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5072,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5071\/revisions\/5072"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5071"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5071"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5071"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}