{"id":5034,"date":"2026-01-26T17:12:46","date_gmt":"2026-01-26T16:12:46","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5034"},"modified":"2026-01-26T17:12:47","modified_gmt":"2026-01-26T16:12:47","slug":"die-schwarze-katze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-schwarze-katze\/","title":{"rendered":"Die schwarze Katze"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Die schwarze Katze<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>M\u00e4rchen aus Hannover<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein M\u00fcller, der hatte das sonderbare Schicksal, dass, sooft er einen Gesellen annahm, diesem in der ersten Nacht der Hals umgedreht wurde. Er wusste gar nicht, was das zu bedeuten habe, und weil er ein braver Mann war, beschloss er, gar keinen Gesellen mehr zu halten, und versah die M\u00fchle eine lange Zeit selber.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Abends klopfte es drau\u00dfen, und als der M\u00fcller \u00f6ffnete, siehe, da war es ein wandernder M\u00fcllergeselle, welcher Arbeit suchte.<\/p>\n\n\n\n<p>jener h\u00f6rte sein Anliegen an, sch\u00fcttelte mit dem Kopfe und sagte: \u00bbWei\u00df Gott, ich h\u00e4tte gern einen Gehilfen wieder, denn die Treppen werden immer steiler; ich kann dich aber nicht ins Verderben f\u00fchren! Denn h\u00f6re nur, noch jedes Mal, wenn ich einen Gesellen genommen habe, ist ihm in der ersten Nacht der Hals umgedreht.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Da sprach der Wanderbursch: \u00bbEi, da m\u00fcsste ich doch dabei sein! Ich will&#8217;s immerhin darauf wagen!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der M\u00fcller mochte ihm vorstellen was er wollte; der Geselle bestand darauf, und so f\u00fchrte jener ihn in die Mahlstube und von hier in die M\u00fchle und zeigte ihm alle Hausgelegenheit und die Einrichtung seiner M\u00fchle. Als er ihm alles \u00fcbergeben hatte und nun zu Bette wollte, bat der Fremde noch um ein Beil, um einen Topf voll Mehl aus der gro\u00dfen Kiste und um ein wenig Feuer, und der M\u00fcller holte ihm alles herbei, denn er war ein guter Mann; hierauf legte er sich ins Bett, und der Geselle besorgte die M\u00fchle. Als alles im Hause zu schlafen schien, ging er in die K\u00fcche, und machte aus dem Mehl einen Brei, kochte diesen und wartete, bis es zw\u00f6lf schlug. Die Stunde kam, und eine gef\u00e4hrliche, schwarze Katze sprang herein und sah grimmig auf den Gesellen; dieser blieb ganz ruhig, und als das Untier sich zu einem Sprung anschickte, spritzte er von dem Brei \u00fcber sie, und heulend lief sie davon. Gleich darauf erschien eine zweite schwarze Katze, dieser folgte eine dritte und so fort, bis es elfe waren, und alle verjagte er mit dem kochenden Brei. Nun aber griff er flink zu seinem Beil; denn, so sparsam er auch damit umgegangen war, mit dem Brei war&#8217;s zu Ende, und wo es von derlei Katzen elf gibt, da fehlt auch die zw\u00f6lfte nicht. Und sie ist schon da, die zw\u00f6lfte, und waren die anderen schon gr\u00e4ulich, diese ist&#8217;s erst recht: w\u00fctend springt sie auf den Gesellen los; der aber haut ihr die ausgestreckte Pfote ab. Da eben schl\u00e4gt es eins; die Katze ist verschwunden, und zur\u00fcck bleibt die abgehauene Pfote, und die ist pl\u00f6tzlich eine Menschenhand.<\/p>\n\n\n\n<p>Am anderen Morgen trat der M\u00fcller besorgt in die M\u00fchle, und als er den Gesellen munter und guter Dinge sah, da freute er sich herzlich. Dieser erz\u00e4hlte ihm sein Abenteuer, und als er ihm auch die Hand zeigte, erschrak der M\u00fcller; denn die kam ihm nur allzu bekannt vor.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbLiegst du deshalb noch im Bette und weinst?\u00ab dachte der M\u00fcller und meinte seine Frau; er richtete sie mit Gewalt auf, und ach, sie hatte nur eine Hand.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte ward bald bekannt, die Obrigkeit untersuchte es, und die Frau musste bekennen, dass sie eine b\u00f6se Hexe sei, die anderen elf Katzen aber alte Frauen aus dem Dorfe und ihre Gehilfinnen seien; hierauf wurde die M\u00fcllerin verbrannt, und die \u00fcbrigen wurden enthauptet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das war dem armen M\u00fcller allzu viel: er vermachte dem Gesellen seine M\u00fchle, denn Kinder hatte er nicht; alsdann legte er sich hin und starb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die schwarze Katze M\u00e4rchen aus Hannover Es war einmal ein M\u00fcller, der hatte das sonderbare Schicksal, dass, sooft er einen Gesellen annahm, diesem in der ersten Nacht der Hals umgedreht wurde. 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