{"id":5024,"date":"2026-01-26T17:03:51","date_gmt":"2026-01-26T16:03:51","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5024"},"modified":"2026-01-26T17:03:51","modified_gmt":"2026-01-26T16:03:51","slug":"die-schwanenkoenigin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-schwanenkoenigin\/","title":{"rendered":"Die Schwanenk\u00f6nigin"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Die Schwanenk\u00f6nigin<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>von Christian Tobias Krug<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Vor langer Zeit lebte einmal ein m\u00e4chtiger K\u00f6nig, der einen einzigen Sohn hatte. Dieser war wohl stark und klug, gleichzeitig aber auch stolz und hochm\u00fctig. Er besa\u00df die kostbarsten Kleider, an seinen Fingern funkelten wertvolle Ringe und an seinem G\u00fcrtel gl\u00e4nzte ein goldener S\u00e4bel.<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00f6nig war Herr \u00fcber ein gro\u00dfes Land, lebte in einem pr\u00e4chtigen Palast und besa\u00df alles nur erdenkliche, was man f\u00fcr Geld kaufen konnte. Dennoch aber konnte der K\u00f6nig sich seines Lebens nicht recht freuen, denn sein K\u00f6rper war befallen von einer seltenen Krankheit. Jeden Tag schluckte er bittere Medizin, aber nichts schien ihm zu helfen, und selbst die weisesten \u00c4rzte des Reiches waren verzweifelt und wussten sich keinen Rat mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages, zu sp\u00e4ter Stunde, kam eine alte Frau zum Schloss, die behauptete, sie w\u00fcsste, wie dem K\u00f6nig zu helfen sei. Sie wurde auch sogleich an das Bett des kranken K\u00f6nigs gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMajest\u00e4t\u201c, sprach die Alte, \u201eim Norden des Landes, am Fu\u00df eines hohen Berges, liegt ein heiliger See. Wer von seinem Wasser trinkt, der wird von allem Leid und jeder Krankheit befreit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wie der K\u00f6nig dies h\u00f6rte, sch\u00f6pfte er wieder neuen Mut und rief seinen Sohn zu sich, er solle ihm von dem Wasser holen. Da nahm der K\u00f6nigssohn einen goldenen Kelch, sattelte sein Pferd und machte sich auf den Weg, den See zu suchen. Lange Zeit ritt er \u00fcber Wiesen und Felder, durch D\u00f6rfer und W\u00e4lder und erreichte letztendlich, nachdem er sieben Tage und N\u00e4chte geritten war, den Berg, an dessen Fu\u00dfe der See mit dem Wunderwasser lag. Da stieg er vom Pferd, trat an das Ufer heran und packte den goldenen Kelch aus, um ihn mit dem Wasser zu f\u00fcllen. Als er aber aus dem See sch\u00f6pfte und den Kelch gegen die Sonne hielt, bemerkte er, dass das Wasser darin tr\u00fcb geworden war. Rasch leerte er den Kelch und sch\u00f6pfte nach, doch als er den Kelch abermals gegen die Sonne hielt, tr\u00fcbte sich sein Wasser zum zweiten Mal. Da goss er das tr\u00fcbe Wasser fort und versuchte es ein drittes Mal, doch es erging ihm nicht besser wie zuvor. Der K\u00f6nigssohn wusste sich keinen Rat, lie\u00df sich am Ufer nieder und begann, zu weinen. Und wie er bek\u00fcmmert an dem See sa\u00df und weinte, erblickte er pl\u00f6tzlich einen Schwan auf dem Wasser schwimmen. Der Schwan bemerkte den K\u00f6nigssohn, kam an das Ufer geschwommen und sprach: \u201eWas bedr\u00fcckt dich, K\u00f6nigssohn? Du weinst, als sei dir ein gro\u00dfes Ungl\u00fcck geschehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAch\u201c, antwortete er, \u201emein Vater ist schwer krank und nichts will ihm helfen, au\u00dfer das Wasser aus diesem See. Doch f\u00fclle ich meinen Kelch damit, so tr\u00fcbt es mir augenblicklich darin.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWeine nicht\u201c, erwiderte der Schwan. \u201eDas rechte Wasser will ich dir schon besorgen. Sag, was gibst du mir, wenn ich dir helfe?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas immer du willst, lieber Schwan\u201c, antwortete der K\u00f6nigssohn. \u201eMit Gold und Silber k\u00f6nnt ich dich \u00fcberh\u00e4ufen und allen Kostbarkeiten des Reiches.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAch was!\u201c, spottete der Schwan und winkte ab. \u201eDeine Sch\u00e4tze behalte ruhig. Aber wenn du mich mit auf deines Vaters Schloss nehmen willst und mir versprichst, dass ich von deinem Teller essen, aus deinem Becher trinken und zusammen mit dir in deinem Bett schlafen darf, dann werde ich f\u00fcr dich den Kelch mit dem Wasser f\u00fcllen und dein Vater wird bald wieder gesund werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAch ja\u201c, sagte er rasch. \u201eIch verspreche dir alles, was du verlangst, wenn du mir nur weiterhilfst.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Doch bei sich dachte der stolze K\u00f6nigssohn: Was dieser l\u00e4cherliche Wasservogel schw\u00e4tzt! Was h\u00e4tte er an meines Vaters Hof verloren? Wenn ich das Wasser habe, so reite ich ihm einfach davon.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schwan nahm den goldenen Kelch zwischen den Schnabel, schwamm hinaus in die Mitte des Sees und brachte ihn randgef\u00fcllt zum Ufer zur\u00fcck. Der K\u00f6nigssohn besah sich das Wasser darin und merkte, dass es frisch und klar und kein bisschen tr\u00fcbe war. Da nahm er den vollen Kelch an sich, schwang sich ruckartig auf sein Pferd und galoppierte wie der Wind davon, ohne sich auch nur noch ein einziges Mal nach dem Schwan umzublicken.<\/p>\n\n\n\n<p>Als der K\u00f6nigssohn zum Schloss zur\u00fcckgekehrt war, gab er seinem Vater von dem Wasser zu trinken, der bald darauf wieder zu Kr\u00e4ften kam und sich von seiner Krankheit erholte. Vor Freude lie\u00df er ein riesiges Fest veranstalten und lud das halbe K\u00f6nigreich dazu ein. Die G\u00e4ste kamen in Scharen und der gro\u00dfe Festsaal des Schlosses war geschm\u00fcckt wie nie zuvor. Der K\u00f6nig lie\u00df seine K\u00f6che f\u00fcr die k\u00f6stlichsten Speisen und seinen Mundschenk f\u00fcr den besten Wein sorgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als nun das Fest in vollem Gange war und sie zur Abendstunde alle an der Tafel sa\u00dfen und von goldenen Tellern a\u00dfen, klopfte es pl\u00f6tzlich an der Saalt\u00fcr und eine Stimme rief: \u201eK\u00f6nigssohn, \u00f6ffne mir!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Da stand der K\u00f6nigssohn von seinem Stuhl auf, als er jedoch die T\u00fcr \u00f6ffnete, sa\u00df drau\u00dfen der Schwan auf der Schwelle. Da schlug er die T\u00fcr hastig zu und setzte sich wieder an den Tisch. Der K\u00f6nig, der auf dem Platz neben ihm sa\u00df, merkte wohl, dass ihm bange war, und sagte: \u201eMein Sohn, ich sehe, du f\u00fcrchtest dich. Steht etwa ein Drache vor der T\u00fcr?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAch nein, es ist kein Drache\u201c, antwortete er, \u201esondern ein boshafter Schwan.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Im selben Moment klopfte es ein zweites Mal und die Stimme rief: \u201eK\u00f6nigssohn, \u00f6ffne mir!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas will der Schwan von dir?\u201c, fragte der K\u00f6nig erstaunt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAls ich zu dem See ritt, um von dem Wunderwasser zu holen, tr\u00fcbte es mir, sobald ich meinen Kelch damit f\u00fcllte. Da half mir der Schwan. Und weil er es durchaus verlangte, versprach ich ihm, er solle mein Kamerad werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNun, was du versprochen hast, das musst du auch halten\u201c, erwiderte der K\u00f6nig. \u201eGeh und hole ihn herein!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Da musste der K\u00f6nigssohn die T\u00fcr \u00f6ffnen und der Schwan kann mit seinen Schwimmf\u00fc\u00dfen in den Saal gewatschelt. Ein Stuhl wurde geholt und er gesellte sich neben den K\u00f6nigssohn an den Tisch.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNun lass mich von deinem Teller essen\u201c, sagte der Schwan zum K\u00f6nigssohn. \u201eGehe in die K\u00fcche und hole einen guten Bissen f\u00fcr mich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00f6nigssohn tat nichts, bis sein Vater es ihm befahl. Da nahm er seinen Teller und ging in die K\u00fcche. In der K\u00fcche aber tauschte er seinen eigenen Teller gegen einen anderen aus \u2013 diesen f\u00fcllte er mit Essen und kehrte in den Festsaal zur\u00fcck, wo der Schwan die Speisen mit seinem Schnabel davon herunterpickte.<\/p>\n\n\n\n<p>Als er satt war, sprach er: \u201eNun lass mich aus deinem Becher trinken. Geh in den Keller und hole Wein f\u00fcr mich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Widerwillig machte sich der K\u00f6nigssohn auf den Weg in den Weinkeller. Dort jedoch vertauschte er seinen eigenen Becher mit einem anderen und der Schwan trank den Wein daraus, als er in den Festsaal zur\u00fcckkehrte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNun habe ich genug gegessen und getrunken und bin m\u00fcde\u201c, sagte der Schwan. \u201eTrage mich hinauf in deine Kammer und mache dein Bett zurecht, da wollen wir und schlafen legen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Da packte der K\u00f6nigssohn grob den Schwan, trug ihn hinauf in seine Kammer und setzte ihn dort auf den Boden. Als er sich jedoch schlafen legte, wollte der Schwan zu ihm ins Bett kriechen. Er aber stie\u00df ihn gewaltsam in eine Ecke und rief zornig: \u201eBleib mir ja vom Leib, boshafter Schwan!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Da verwandelte sich der Schwan mit einem Male in eine wundersch\u00f6ne Prinzessin. Sie war \u00fcber alle Ma\u00dfen sch\u00f6n, doch ihre Augen waren traurig. Der K\u00f6nigssohn blickte sie an und verliebte sich sogleich in sie.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBist du der Schwan?\u201c, fragte er erstaunt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch war der Schwan\u201c, antwortete sie.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu warst verw\u00fcnscht\u201c, erwiderte der K\u00f6nigssohn stolz. \u201eUnd ich habe dich erl\u00f6st.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu hast mich aus dem See befreit. Nicht weniger. Aber auch nicht mehr.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er ging zu ihr und wollte sie k\u00fcssen, doch sie entzog sich ihm. Verwirrt blickte er sie an und fragte, warum sie nicht mit ihm zusammensein wolle.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eH\u00e4ttest du dein Versprechen gehalten, nichts auf der Welt k\u00f6nnte uns jetzt nun trennen\u201c, antwortete sie traurig. \u201eDoch du hast dich von deinem Hochmut leiten lassen. Nun muss ich fort.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und damit verlie\u00df sie das Schlafgemach und ging fort, ohne dass jemand wusste, wohin sie verschwunden war. Da wurde der K\u00f6nigssohn ganz ungl\u00fccklich, rannte zu seinem Vater und klagte ihm sein Leid. Daraufhin schickte der K\u00f6nig hinaus, die \u00fcberall nach der Prinzessin suchen sollten. Nicht lange, da kam ein Mann auf einem braunen Pferd geritten, der sprach: \u201eIn den L\u00e4ndern des Westens wei\u00df niemand etwas von dieser Schwanenk\u00f6nigin.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Zeit sp\u00e4ter kam ein weiterer Bote auf einem B\u00e4ren geritten, doch auch in den L\u00e4ndern des Nordens hatte niemand die Schwanenk\u00f6nigin gesehen. Wenige Tage darauf kam ein Mann zum Schloss, der ritt auf einem Esel, und sagte: \u201eIn den L\u00e4ndern des Ostens wei\u00df niemand etwas von dieser Schwanenk\u00f6nigin.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entt\u00e4uschung war nicht geringer, als daraufhin ein Mann kam, der auf einem Kamel ritt, denn auch dieser sagte: \u201eIn den L\u00e4ndern des S\u00fcdens wei\u00df niemand etwas von dieser Schwanenk\u00f6nigin.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich aber kam zu Fu\u00df ein ganz unheimlicher Mann zum Schloss, v\u00f6llig in ein schwarzes Gewand geh\u00fcllt. \u201eIch habe sie gesehen\u201c, sagte er. \u201eIhre Spur verliert sich am Ende der Welt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00f6nigssohn freute sich \u00fcber den Boten, fasste sich ein Herz und beschloss, sich selbst auf die Suche nach der Prinzessin zu machen. Von seinen Kostbarkeiten packte er nur drei Dinge zusammen: Ein goldenes Amulett, seinen goldenen S\u00e4bel und den goldenen Kelch, mit dem er das Wasser f\u00fcr deinen kranken Vater gesch\u00f6pft hatte. Dann sattelte er sein Pferd und ritt in die Welt hinaus. In allen St\u00e4dten und D\u00f6rfern, die er durchquerte, fragte er nach der Schwanenk\u00f6nigin, doch niemand schien jemals von ihr geh\u00f6rt zu haben. Als er ein Gebirge durchritt, war der weg zu steil f\u00fcr das Pferd, so dass er absteigen und zu Fu\u00df weitergehen musste. Als er die Berge hinter sich gelassen hatte, begegnete ihm auf einem Acker ein Bauer mit einem Esel, der hielt einen Kn\u00fcppel in der Hand und wollte das Tier totschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWarum wollt Ihr den Esel umbringen?\u201c, fragte der K\u00f6nigssohn.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAch\u201c, klagte der Bauer, \u201eder Esel ist zu alt und zu schwach, um noch l\u00e4nger den Acker zu pfl\u00fcgen. Er kann mir nicht mehr dienen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eF\u00fcr zwei Goldst\u00fccke kaufe ich Euch den Esel ab\u201c, erwiderte der K\u00f6nigssohn. Damit war der Bauer zufrieden und der K\u00f6nigssohn setzte auf den Esel, der ihn treu und dankbar weitertrug.<\/p>\n\n\n\n<p>Er ritt ein St\u00fcck des Weges, da begegnete ihm die Sonne.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch suche die Schwanenk\u00f6nigin\u201c, sprach der K\u00f6nigssohn zur Sonne. \u201eHast du sie gesehen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas willst du von ihr?\u201c, fragte die Sonne.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMein Versprechen einl\u00f6sen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMein Sohn, ich habe sie nicht gesehen. Doch m\u00f6chte ich dir etwas geben, was dir noch von Nutzen sein kann, hast du die Schwanenk\u00f6nigin erst gefunden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Damit \u00fcberreichte sie ihm ein schwarzes St\u00fcck Kohle. Der K\u00f6nigssohn wusste nicht, wie ihm ein Kohlest\u00fcck von Nutzen sein k\u00f6nnte, doch nahm er das Geschenk dankbar an.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn du diesen Weg weiterreitest, kommst du zum Mond\u201c, sagte die Sonne. \u201eVielleicht wei\u00df er einen Rat f\u00fcr dich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Da ritt der K\u00f6nigssohn den Weg weiter und nicht lange, da kam ihm der Mond eilenden Schrittes geradewegs entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch suche die Schwanenk\u00f6nigin\u201c, sagte er zum Mond. \u201eHast du sie gesehen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas willst du von ihr?\u201c, fragte der Mond.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMein Versprechen einl\u00f6sen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMein Sohn, ich habe sie nicht gesehen. Doch m\u00f6chte ich dir etwas geben, was dir noch von Nutzen sein kann, hast du die Schwanenk\u00f6nigin erst gefunden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesen Worten gab ihm der Mond einen Sack alter W\u00e4sche. Der K\u00f6nigssohn war verwirrt dar\u00fcber, jedoch steckte er den Sack ein und dankte dem Mond.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn du diesen Weg weiterreitest, kommst du zum Wind\u201c, sagte der Mond. \u201eVielleicht wei\u00df er einen Rat f\u00fcr dich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00f6nigssohn verabschiedete sich vom Mond und ritt mit dem Esel weiter und bald schon brauste der Wind st\u00fcrmend heran.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch suche die Schwanenk\u00f6nigin\u201c, sprach er zum Wind. \u201eHast du sie gesehen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSie ist verbannt\u201c, erwiderte der Wind. \u201eSie lebt am Weltende in einem furchterregenden, dunklen Schloss. Doch sage mir, was willst du von ihr?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMein Versprechen einl\u00f6sen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch verstehe\u201c, antwortete der Wind. \u201eDa ich sehe, dass du aufrichtig bist, will ich dir helfen. Ich werde dich zu dem Schlosse tragen. Doch mehr kann ich nicht tun.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch danke dir, Wind!\u201c, rief der K\u00f6nigssohn freudig und der Wind ergriff ihn und seinen Esel und trug beide hoch in die L\u00fcfte, immer weiter \u00fcber Wiesen und W\u00e4lder. Schlie\u00dflich, als es Abend werden wollte, erblickte der K\u00f6nigssohn aus der Ferne das dunkle Schloss, welches alt und verfallen auf einem kahlen H\u00fcgel thronte. Der Wind setzte sie auf der Erde ab und der K\u00f6nigssohn stieg von seinem Esel und klopfte beherzt an das riesige morsche Schlosstor, worauf ihm ein gr\u00e4sslicher Rittersmann \u00f6ffnete. Er war beinahe doppelt so hoch wie der K\u00f6nigssohn und ganz in einer gl\u00e4nzenden R\u00fcstung mit scharfem Schwert bekleidet, w\u00e4hrend in seinem Gesicht ein wilder Bart wuchs.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas willst du?\u201c, fragte der Ritter grob.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch m\u00f6chte zu der Schwanenk\u00f6nigin\u201c, erwiderte er.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas willst du von ihr?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch bin ihr Geliebter\u201c, antwortete der K\u00f6nigssohn.<\/p>\n\n\n\n<p>Da brach der riesenhafte Ritter in schallendes Gel\u00e4chter aus. \u201eDie K\u00f6nigin liebt niemanden und kann daher kaum einen Geliebten haben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und darauf schlug er das Tor wieder zu und lie\u00df den K\u00f6nigssohn alleine drau\u00dfen zur\u00fcck. Da nahm er den Sack alter W\u00e4sche, den ihm der Mond gegeben hatte, legte seine kostbaren Gew\u00e4nder ab und zog stattdessen die schlichten Kleider an. Dann nahm er das Kohlest\u00fcck, welches ihm die Sonne geschenkt hatte, und f\u00e4rbte sich Gesicht und H\u00e4nde schwarz. So verkleidet klopfte er erneut an das Schlosstor und zum zweiten Mal \u00f6ffnete ihm der Rittersmann.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas willst du?\u201c, fragte er wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch bin der neue Knecht\u201c, antwortete der verkleidete K\u00f6nigssohn. \u201eLasst mich herein, die K\u00f6nigin befahl mich hierher.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ritter wollte ihm zun\u00e4chst nicht glauben, wagte jedoch nicht, sich gegen den Befehl seiner Herrin zu stellen, und lie\u00df ihn herein. Zusammen mit dem Esel schritt der K\u00f6nigssohn durch das Tor und betrat das unheimlich, alte Schloss. Alle Gem\u00e4uer bestanden aus dunklem Stein und zeichneten sich einsam und trostlos gegen den Himmel ab. Der K\u00f6nigssohn brachte zuerst den Esel zu einem Stall auf dem Hof, um ihn dort mit Wasser und Heu zu versorgen, und machte sich dann \u00fcber eine steile Turmtreppe auf den Weg in die Schlossk\u00fcche. Der Koch war ein h\u00e4sslicher, fetter Mann und bereitete auf dem dampfenden Herd einen Braten zu.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWer bist du?\u201c, fuhr ihn der Koch an.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer neue Knecht bin ich\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd was willst du in der K\u00fcche?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Da nahm der K\u00f6nigssohn das goldene Amulett, das er von Zuhause mitgenommen hatte, und sprach: \u201eWenn Ihr erlaubt, dass ich den Braten zur K\u00f6nigin bringe, schenke ich es Euch.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Damit war der Koch durchaus einverstanden und griff gierig nach dem Amulett. Der K\u00f6nigssohn nahm den Braten zusammen mit Geschirr und Besteck und der Koch zeigte ihm den Weg zum Saal der K\u00f6nigin, welcher ebenso zerfallen und dunkel war wie der Rest des Schlosses. Dort sa\u00df die Prinzessin an einem gro\u00dfen Tisch aus kaltem Stein und war ganz in ein schwarzes Gewand geh\u00fcllt. Ihr Gesicht glich einer starren Maske.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWer bist du?\u201c, fragte sie, denn in seinen schlechten Flickenkleidern und dem kohlegef\u00e4rbten Gesicht erkannte sie ihn nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer neue Knecht\u201c, entgegnete er.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie nickte und gebot ihm, das Essen aufzutragen. Da schnitt er ein gro\u00dfes St\u00fcck Braten ab und reichte es ihr auf einem Teller zusammen mit dem Besteck. Als sie jedoch ein wenig davon gegessen hatte, griff er nach dem Teller und biss selbst ein St\u00fcck von dem Braten ab.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu isst von einem Teller mit mir!\u201c, rief die Prinzessin zornig, sprang vom Tisch auf und lief wutentbrannt in die K\u00fcche.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWeshalb l\u00e4sst du den Knecht auftragen?\u201c, fuhr sie den Koch an. Er zeigte ihr das goldene Amulett, das er im Gegenzug erhalten hatte. Da war sie hocherstaunt, nahm das Amulett und sprach verwundert: \u201eWie kommt ein armer Knecht nur an ein so kostbares Amulett?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eVielleicht ist er kein Knecht\u201c, riet ihr der Koch. \u201eStellt ihn einmal auf die Probe und gebt ihm morgen zwei kaputte Stiefel, die jeweils ein Loch in der Sohle haben, die soll er flicken. Ein Knecht wird dazu gewiss in der Lage sein. Schafft er\u2019s jedoch nicht, so k\u00f6nnt Ihr sicher sein, dass er ein Schwindler ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Rat des Kochs gefiel der Prinzessin sehr. Am n\u00e4chsten Morgen lief der K\u00f6nigssohn in aller Fr\u00fche zu seinem Esel im Stall auf dem Hof. Und als er ihn mit klaren Wasser und frischen heu versorgen wollte, fing das Tier auf einmal an, zu sprechen: \u201eDu hast nicht zugelassen, dass der Bauer mich t\u00f6tet, so kann ich dir nun helfen. Die Prinzessin will, dass du die Sohlen zwei kaputter Stiefel flickst. Flicke die L\u00f6cher, so gut du es kannst, und sage der Prinzessin anschlei\u00dfend, sie soll die Stiefel zur Probe mit Wasser f\u00fcllen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00f6nigssohn wunderte sich \u00fcber den eigenartigen Rat, dankte aber dem Esel und streichelte ihm sanft \u00fcbers Fell.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur wenige zeit sp\u00e4ter lie\u00df die Prinzessin nach ihm rufen und \u00fcberreichte ihm zwei kaputte Stiefel, deren Sohlen er flicken sollte. Da nahm er Nadel und Faden und versuchte, die L\u00f6cher zu stopfen, so gut er es konnte. Doch die Arbeit fiel ihm schwer und so sehr er sich auch bem\u00fchte, die L\u00f6cher wollten sich einfach nicht vollst\u00e4ndig schlie\u00dfen lassen. Als seine Finger bereits wund vom N\u00e4hen waren und er glaubte, die Stiefel nach seinem K\u00f6nnen einigerma\u00dfen ausreichend geflickt zu haben, gab er sie der Prinzessin und sagte ihr, sie solle zur Probe Wasser hineinlaufen lassen, ganz wie der Esel ihm geraten hatte. Da h\u00e4ngte sie die Stiefel an einen Nagel an der Wand und f\u00fcllte sie beide bis obenhin mit Wasser. Das Wasser aber zog die L\u00f6cher zusammen und so bleiben die Stiefel voll mit Wasser und kein einziger Tropfen rann heraus. Die Prinzessin erz\u00e4hlte dem Koch, wie alles ausgefallen war, und beide waren sich nun sicher, einen Knecht im Hause zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrenddessen machte sich der K\u00f6nigssohn auf den Weg in den Weinkeller, der tief und d\u00fcster unter dem Schloss lag. Dort traf er geradewegs auf den Mundschenk, ein wilder Mann mit grauer Haut und langem, sch\u00fctterndem Haar.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWer bist du?\u201c, fragte der Mundschenk nicht weniger unfreundlich als zuvor der Koch.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer Knecht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd was willst du ihm Weinkeller?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Da \u00fcberreichte ihm der K\u00f6nigssohn den goldenen S\u00e4bel.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eErlaubt, dass ich den Wein zur K\u00f6nigin bringe, und Ihr k\u00f6nnt ihn behalten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mundschenk war erfreut \u00fcber das wertvolle Geschenk und lie\u00df den K\u00f6nigssohn gew\u00e4hren. Dieser nahm einen Becher, f\u00fcllte ihn mit Wein, den er aus einem Fass zapfte, und brachte ihn zum Saal der Prinzessin, wo sie wieder an dem gro\u00dfen Steintisch sa\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas bist du ja wieder\u201c, sprach die Prinzessin, als sie ihn erkannte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa\u201c, erwiderte er und \u00fcberreichte ihr den Becher mit Wein. Kaum hatte sie jedoch ein paar Schl\u00fccke daraus getrunken, nahm er den Becher und trank selber auch daraus.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu trinkst aus einem Becher mit mir!\u201c Die Prinzessin wurde noch w\u00fctender als beim ersten Mal und begab sich geradewegs in den Keller.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWeshalb blo\u00df erlaubst du dem Knecht, mir den Wein zu bringen?\u201c, fragte sie den Mundschenk voller Zorn. Da zeigte er ihr den goldenen S\u00e4bel, den ihm der K\u00f6nigssohn geschenkt hatte. Die Verwunderung der Prinzessin kannte keine Grenzen. \u201eWie kommt ein Knecht blo\u00df an einen so wertvollen S\u00e4bel?\u201c, rief sie erstaunt aus.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eVielleicht ist\u2019s kein Knecht\u201c, erwiderte der Mundschenk. \u201eWenn Ihr wollt, streue ich morgen in der Fr\u00fche Erbsen auf die Schlosstreppe, so dass er ausrutscht und hinunterst\u00fcrzt. Sicher wird er glauben, jemand habe ihm absichtlich schaden wollen, und sofort zu Euch gelaufen kommen. Wenn er laut flucht, ist er ein Knecht. Wenn er aber weint, dann ist er ganz gewiss einer jener verweichlichten Knaben aus gutem Hause.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Damit war die Prinzessin zufrieden und noch bevor am n\u00e4chsten Tag die Sonne aufging, streute der Mundschenk Erbsen auf die Schlosstreppe. Und als der K\u00f6nigssohn die Treppe hinunterrennen und zu seinem Esel auf den Hof wollte, rutschte er aus und st\u00fcrzte krachend und polternd hinunter. Laut schrie er auf vor Schmerz und die Tr\u00e4nen stiegen ihm in die Augen und liefen die Wangen hinunter.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJemand hat Erbsen auf die Treppe gestreut\u201c, heulte er laut, als er in den Stall zu seinem Esel gehumpelt war.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer Mundschenk war es\u201c, erwiderte der Esel. \u201eMit dieser Hinterlist m\u00f6chte er deine Verkleidung enth\u00fcllen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Da stieg Wut in ihm auf, er verga\u00df alle Tr\u00e4nen, lief zur Prinzessin, fluchte und schimpfte lauthals \u00fcber den niedertr\u00e4chtigen Mundschenk, dem er die Arbeit abgenommen und der es ihm auf so dreckige Weise gedankt hatte. Die Prinzessin l\u00e4chelte milde und versprach, sich der Sache anzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEr flucht wie ein Knecht\u201c, sagte sie, als der K\u00f6nigssohn die T\u00fcr hinter sich ins Schloss hatte krachen lassen, und sie zum Mundschenk lief, um ihm zu erz\u00e4hlen, wie alles gekommen war.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Abend darauf aber betrat der K\u00f6nigssohn das Schlafgemacht der Prinzessin, wo der Kammerherr das Bett richtete. Genau wie der Koch und der Mundschenk fragte ihn der Kammerherr, der bereits alt und vergreist war, wer er sei und was er im Schlafgemach der K\u00f6nigin wolle. Da nahm er den goldenen Kelch heraus und sagte: \u201eWenn Ihr mich der K\u00f6nigin das Bett richten lasst, geh\u00f6rt er Euch.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kammerherr z\u00f6gerte erst, doch das goldenen Glitzern des Kelches verzauberte ihn gar, dass er schlie\u00dflich doch einwilligte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00f6nigssohn zog aber nur Schuhe und Weste aus, legte sich in das Bett und zog sich die Decke tief \u00fcber das Gesicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu sp\u00e4ter Stunde kam die Prinzessin und wollte sich schlafen legen. Als sie jedoch in ihr Bett stieg und die Augen schlie\u00dfen wollte, merkte sie, dass sie nicht alleine dort lag.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu schl\u00e4fst in einem Bett mit mir!\u201c Der Zorn der Prinzessin kannte keine Ma\u00dfe mehr. Rasch sprang der K\u00f6nigssohn aus dem Bett, zog Weste und Schuh wieder an und verschwand aus der Kammer.<\/p>\n\n\n\n<p>Kochen vor Wut rief die Prinzessin nach dem Kammerherrn. \u201eWomit hat er dich bestochen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNicht bestochen\u201c, antwortete der Kammerherr. \u201eEr war so sehr darauf aus, Euch selbst das Bett zu richten, das schenkte er mir im Austausch einen goldenen Kelch.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Da holte er das Geschenk des K\u00f6nigssohns hervor und zeigte es der K\u00f6nigin. Die Prinzessin nahm den Kelch und erkannte ihn wohl.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAch\u201c, rief sie freudig. \u201eDann ist er am Ende doch kein Knecht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen wurde eine pr\u00e4chtige, wei\u00dfe Kutsche auf den Hof des Schlosses gebracht. Die Prinzessin rief nach dem K\u00f6nigssohn und sprach: \u201eBereite die Kutsche vor und kutschiere mich zum Schloss des Mannes, der mich zu seiner Gemahlin nehmen wird.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Herz drohte dem K\u00f6nigssohn stillzustehen, als er diese Worte h\u00f6rte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch soll Euch zu Eurem Gemahl bringen?\u201c, fragte er traurig. \u201eVerlangt dies bitte nicht von mir.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Doch die Prinzessin bestand darauf, ob er wollte oder nicht. Da musste er die Kutsche vorbereiten und spannte zwei wei\u00dfe Pferde davor und zwischen ihnen seinen Esel. Die Prinzessin stieg ein und er setzte sich auf den Kutschbock. Sie fuhren zum Schlosstor hinaus, \u00fcber Stock und Stein, immer weiter, und die Pferde und der Esel zogen die Kutsche und die Tr\u00e4nen rannen dem K\u00f6nigssohn leise \u00fcber die Wangen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas bedr\u00fcckt dich, K\u00f6nigssohn?\u201c, sprach die Prinzessin. \u201eDu weinst, als sei dir ein gro\u00dfes Ungl\u00fcck geschehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch weine um meine Geliebte\u201c, erwiderte er.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWeine nicht\u201c, sagte sie sanft. \u201eNiemand anderen als dich will ich zum Mann nehmen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>L\u00e4chelnd blickte er ihr ins Gesicht. \u201eSo habe ich dich erl\u00f6st?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa\u201c; antwortete sie. \u201eDenn schlie\u00dflich hast du am Ende doch gehalten, was du mir einst versprochen hast.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Da weinten sie beide, umarmten sich und k\u00fcssten einander. Die Kutsche brachte sie heim in das Schloss seines Vaters, wo sie Hochzeit hielten und noch lange Jahre lebten.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Dieses M\u00e4rchen wurde mir von Christian Krug ( <a href=\"mailto:christian-krug@arcor.de\">christian-krug@arcor.de<\/a> ) zur Verf\u00fcgung gestellt.<br><strong>Das Copyright dieses M\u00e4rchens liegt ausschlie\u00dflich bei Christian Krug.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schwanenk\u00f6nigin von Christian Tobias Krug Vor langer Zeit lebte einmal ein m\u00e4chtiger K\u00f6nig, der einen einzigen Sohn hatte. Dieser war wohl stark und klug, gleichzeitig aber auch stolz und hochm\u00fctig. Er besa\u00df die kostbarsten Kleider, an seinen Fingern funkelten wertvolle Ringe und an seinem G\u00fcrtel gl\u00e4nzte ein goldener S\u00e4bel. 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