{"id":5020,"date":"2026-01-26T16:58:46","date_gmt":"2026-01-26T15:58:46","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5020"},"modified":"2026-01-26T16:58:46","modified_gmt":"2026-01-26T15:58:46","slug":"wie-die-verpflegung-so-die-bewegung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wie-die-verpflegung-so-die-bewegung\/","title":{"rendered":"Wie die Verpflegung, so die Bewegung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Wie die Verpflegung, so die Bewegung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein Bauer, der war \u00fcberaus geizig, und seine Frau \u00fcbertraf ihn an Geiz wom\u00f6glich noch. Sie hatten nur einen einzigen Knecht, der sollte alle Arbeit ganz allein tun, und dazu erhielt er nur sehr schmale Kost.<\/p>\n\n\n\n<p>Als die Zeit der Ernte kam, schickte der Bauer seinen Knecht hinaus aufs Feld, er solle das Korn schneiden und die Oliven ernten. Er gab ihm einen Schnappsack mit, der war gar leicht zu tragen. Dem Knecht aber knurrte der Magen vor Hunger, denn er hatte am Morgen noch nichts zu essen bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum auf dem Feld angekommen, \u00f6ffnete der Knecht als erstes seinen Sack, aber er fand nur ein kleines St\u00fcck schwarzes Brot und ein winziges Fischlein darin, die Flasche aber enthielt nichts anderes als Brunnenwasser. Da wurde der Knecht zornig, und er schwur, &gt;wie das Essen, so die Arbeit&lt;. Dann a\u00df er das wenige, das er vorgefunden hatte, legte sich unter einen Feigenbaum zur Ruhe und verschlief den ganzen Tag.<\/p>\n\n\n\n<p>So trieb er es von nun an immer, denn er fand nie etwas anderes in seinem Sack als ein St\u00fccklein schwarzes Brot, ein kleines Fischlein und pures Wasser. &#8211; Nun kam eines Tages ein Nachbar zu dem geizigen Bauern und fragte ihn: \u00bbH\u00f6r mal, warum erntest du nicht dein Feld ab? Der Weizen ist doch schon l\u00e4ngst reif.\u00ab Da antwortete dieser &#8211; \u00bbMein Knecht geht ja jeden Tag hinaus aufs Feld und schneidet das Getreide und sammelt die Fr\u00fcchte.\u00ab &#8211; \u00bbNein\u00ab, sagte der Nachbar, \u00bbdein Knecht liegt unter dem gro\u00dfen Feigenbaum und schl\u00e4ft. \u00ab Da wollte es der Bauer nicht glauben, denn der Knecht hatte sonst immer p\u00fcnktlich alle Arbeiten verrichtet, die ihm aufgetragen waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen ging der Bauer in aller Fr\u00fche heimlich selbst aufs Feld und versteckte sich. Bald danach kam auch sein Knecht dort an, \u00f6ffnete den Sack, holte das kleine St\u00fcck schwarzen Brotes und das Fischlein heraus, nahm einen Schluck aus der Flasche und sagte -. \u00bbWie die Verpflegung, so die Bewegung.\u00ab Und damit legte er sich in den Schatten des Feigenbaumes und schlief sogleich ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Da schlich sich der Bauer von dort weg und ging zu seinem Nachbarn. \u00bbDu hast recht\u00ab, sprach er, \u00bbder Taugenichts liegt auf meinem Feld und Schl\u00e4ft, statt zu arbeiten. Meinst du, ich sollte ihm eine t\u00fcchtige Tracht Pr\u00fcgel verabreichen?\u00ab &#8211; \u00bbNein, tu das nicht\u00ab, riet ihm dieser, \u00bbsonst l\u00e4uft dein Knecht davon. Ich glaube fast, dass deine Frau diesem Knecht nicht genug zu essen gibt.\u00ab Da wartete der Bauer, bis abends sein Knecht nach Hause kam; dann sprach er zu ihm: \u00bbAlle unsere Nachbarn sind schon fertig mit der Ernte, nur du hast sie noch nicht eingebracht.\u00ab &#8211; \u00bbWie das Essen, so die Arbeit\u00ab, sagte der Knecht. \u00bb Gebt mir mehr zu essen, dann will ich den Vorsprung der Nachbarn gleich einholen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Da ging der Bauer zu seiner Frau und sagte: \u00bbFrau, unser Knecht arbeitet nicht richtig, weil er zu wenig zu essen bekommt.\u00ab &#8211; \u00bbDer Galgenstrick bekommt mehr als genug\u00ab, antwortete sie. Da wurde der Bauer w\u00fctend und rief: \u00bbEntweder du tust, was ich dir sage, oder der du machst die Ernte selbst! Glaubst du denn, der Mensch braucht weniger als der Ochs und der Esel?\u00ab Und er schimpfte fort und en schilderte der Frau, wie durch ihre Schuld die ganze Ernte zugrunde gehen k\u00f6nnte. \u00bbNun, wenn du schon Hab und Gut an alle Welt verschleudern willst, dann soll der Knecht es meinethalben verprassen!\u00ab schrie schlie\u00dflich die Frau. Sie heizte den Backofen an, buk einen gro\u00dfen Honigkuchen, schlachtete einen Hahn und gab alles in den Sack, wobei sie nicht verga\u00df, die Flasche mit dem besten Wein zu f\u00fcllen. Am n\u00e4chsten Tag kam der Knecht auf das Feld und \u00f6ffnete seinen Sack. Als er die herrlichen Dinge sah, die darin lagen, sprach er: \u00bbHeute ist&#8217;s nichts mit dem Faulenzen! Wie die Verpflegung, so die Bewegung!\u00ab Und er machte sich an die Arbeit und hatte bis zum Abend fast die ganze Ernte eingebracht. Da staunten der Bauer und seine Frau \u00fcber den Flei\u00df des Knechtes, und da ihr Geiz nun schon einmal einen Riss hatte, scherten sie sich nicht mehr um die Aufwendungen, sondern lie\u00dfen den Knecht hinfort so viel essen, wie er wollte. Und das wiederum hatte zur Folge, dass sie sich nie mehr \u00fcber die Faulheit des Knechtes zu \u00e4rgern brauchten.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie die Verpflegung, so die Bewegung Es war einmal ein Bauer, der war \u00fcberaus geizig, und seine Frau \u00fcbertraf ihn an Geiz wom\u00f6glich noch. Sie hatten nur einen einzigen Knecht, der sollte alle Arbeit ganz allein tun, und dazu erhielt er nur sehr schmale Kost. 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