{"id":5012,"date":"2026-01-26T16:50:13","date_gmt":"2026-01-26T15:50:13","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5012"},"modified":"2026-01-26T16:50:13","modified_gmt":"2026-01-26T15:50:13","slug":"maerchen-von-der-unke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/maerchen-von-der-unke\/","title":{"rendered":"M\u00e4rchen von der Unke"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>M\u00e4rchen von der Unke<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Br\u00fcder Grimm<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>I.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein kleines Kind, dem gab seine Mutter jeden Nachmittag ein Sch\u00fcsselchen mit Milch und Weckbrocken, und das Kind setzte sich damit hinaus in den Hof. Wenn es aber anfing zu essen, so kam die Hausunke aus einer Mauerritze hervorgekrochen, senkte ihr K\u00f6pfchen in die Milch und a\u00df mit. Das Kind hatte seine Freude daran, und wenn es mit seinem Sch\u00fcsselchen dasa\u00df und die Unke kam nicht gleich herbei, so rief es ihr zu:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&#8222;Unke, Unke, komm geschwind,<br>komm herbei, du kleines Ding,<br>sollst dein Br\u00f6ckchen haben,<br>an der Milch dich laben.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Da kam die Unke gelaufen und lie\u00df es sich gut schmecken. Sie zeigte sich auch dankbar, denn sie brachte dem Kind aus ihrem heimlichen Schatz allerlei sch\u00f6ne Dinge, gl\u00e4nzende Steine, Perlen und goldene Spielsachen. Die Unke trank aber nur Milch und lie\u00df die Brocken liegen. Da nahm das Kind einmal sein L\u00f6ffelchen, schlug ihr damit sanft auf den Kopf und sagte: &#8222;Ding, iss auch Brocken.&#8220; Die Mutter, die in der K\u00fcche stand, h\u00f6rte, dass das Kind mit jemand sprach, und als sie sah, dass es mit seinem L\u00f6ffelchen nach einer Unke schlug, so lief sie mit einem Scheit Holz heraus und t\u00f6tete das gute Tier.<\/p>\n\n\n\n<p>Von der Zeit an ging eine Ver\u00e4nderung mit dem Kinde vor. Es war, solange die Unke mit ihm gegessen hatte, gro\u00df und stark geworden, jetzt aber verlor es seine sch\u00f6nen roten Backen und magerte ab. Nicht lange, so fing in der Nacht der Totenvogel an zu schreien, und das Rotkehlchen sammelte Zweiglein und Bl\u00e4tter zu einem Totenkranz, und bald hernach lag das Kind auf der Bahre.<\/p>\n\n\n\n<p>II.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Waisenkind sa\u00df an der Stadtmauer und spann, da sah es eine Unke aus der \u00d6ffnung unten an der Mauer hervorkommen. Geschwind breitete es sein blauseidenes Halstuch neben sich aus, das die Unken gewaltig lieben und auf das sie allein gehen. Also bald die Unke das erblickte, kehrte sie um, kam wieder und brachte ein kleines goldenes Kr\u00f6nchen getragen, legte es darauf und ging dann wieder fort. Das M\u00e4dchen nahm die Krone auf, sie glitzerte und war von zartem Goldgespinst. Nicht lange, so kam die Unke zum zweiten Mal wieder; wie sie aber die Krone nicht mehr sah, kroch sie an die Wand und schlug vor Leid ihr K\u00f6pfchen so lange dawider, als sie nur noch Kr\u00e4fte hatte, bis sie endlich tot dalag. H\u00e4tte das M\u00e4dchen die Krone liegen lassen, die Unke h\u00e4tte wohl noch mehr von ihren Sch\u00e4tzen aus der H\u00f6hle herbeigetragen.<\/p>\n\n\n\n<p>III.<\/p>\n\n\n\n<p>Unke ruft: &#8222;Huhu, huhu&#8220;, Kind spricht: &#8222;Komm herut.&#8220; Die Unke kommt hervor, da fragt das Kind nach seinem Schwesterchen: &#8222;Hast du Rotstr\u00fcmpfchen nicht gesehen?&#8220; Unke sagt: &#8222;Ne, ik og nit: wie du denn? Huhu, huhu, huhu.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00e4rchen von der Unke Br\u00fcder Grimm I. Es war einmal ein kleines Kind, dem gab seine Mutter jeden Nachmittag ein Sch\u00fcsselchen mit Milch und Weckbrocken, und das Kind setzte sich damit hinaus in den Hof. 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