{"id":5010,"date":"2026-01-26T16:48:26","date_gmt":"2026-01-26T15:48:26","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5010"},"modified":"2026-01-26T16:48:26","modified_gmt":"2026-01-26T15:48:26","slug":"die-ungluecksbringerin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-ungluecksbringerin\/","title":{"rendered":"Die Ungl\u00fccksbringerin"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Die Ungl\u00fccksbringerin<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>En s gab einmal einen K\u00f6nig, der drei T\u00f6chter hatte. Eine von den dreien war aber eine Ungl\u00fccksbringerin und br\u00e4chte, lie\u00dfe man sie gew\u00e4hren, dem K\u00f6nigreich Verderben. Der K\u00f6nig wusste das, doch welche von den dreien es war, wusste er nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Er ging daher zu den Zauberern, und. die Zauberer sagten ihm, \u00bbDeine eine Tochter ist einmal eine Ungl\u00fccksbringerin und sie k\u00f6nnte dich verderben. Was musst du da tun? Geh drei gro\u00df Wachskerzen kaufen, stell sie gerade hin, z\u00fcnde sie an den Kopfkissen deiner T\u00f6chter an, und die, deren Kerze zuerst erlischt, ist die Ungl\u00fccksbringerin.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Nun erlosch aber zuerst die Kerze der j\u00fcngsten, die der K\u00f6nig am liebsten hatte. Da sagt er zu ihr: \u00bbKomm morgen fr\u00fch mit, mein Kind! Wir wollen irgendwohin gehen, wo man uns zur Taufe eingeladen hat.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Er hatte jedoch mit seinem Diener, dem Mohren, abgemacht, dass der mit der K\u00f6nigstochter weit fortlaufen sollte, sie abschlachten und sein Taschentuch in ihr Blut tauchen und das Tuch ihm \u00fcberbringen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen ging auch der Vater erst ein St\u00fcck mit und sagt auf einmal unterwegs zu der j\u00fcngsten: \u00bbIch habe meine Uhr vergessen, Tochter, und will sie holen gehen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Diener ging mit der Tochter weit fort, und sie kamen an eine Quelle. Dort setzten sie sich und das M\u00e4dchen sagt: \u00bbMein Vater versp\u00e4tet sich mit seinem Kommen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDein Vater? Der kommt \u00fcberhaupt nicht. Er ist n\u00e4mlich bei den Zauberern gewesen, und die haben ihm gesagt, dass du eine Ungl\u00fccksbringerin w\u00e4rest. Da hat er mir aufgetragen, ich sollte dich schlachten. Aber du tust mir leid, und ich schlachte dich nicht. Ich will dich nur etwas in den Finger schneiden, damit ich mein Taschentuch blutig machen und ihm bringen kann.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Diener schnitt sie also in den Finger, ging fort und brachte ihrem Vater das Tuch.<\/p>\n\n\n\n<p>Das M\u00e4dchen blieb an der Quelle. Was sollte so ganz allein aus ihm werden? In der Nacht sah es von weitem ein Licht. Es lief darauf zu, und dort befand sich ein G\u00e4rtner in seinem Haus. Es sagt zu ihm: \u00bbOnkel hast du Platz, dass ich hier schlafen kann?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der G\u00e4rtner antwortet ihm: \u00bbIch habe Platz, mein Kind, schlaf nur hier!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Es schlief also dort. In der Nacht aber machte sich seine b\u00f6se Schicksalsfrau &#8211; da es ja eine Ungl\u00fccksbringerin war &#8211; daran, den Garten niederzum\u00e4hen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der G\u00e4rtner wurde wieder wach und spricht dann: \u00bb0 was hast du mir angetan! &#8211; Du hast mir ja den Garten zerst\u00f6rt!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Ach bin nicht von dort aufgestanden, wo ich mich hingelegt hatte, Onkel!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Danach ging das ungl\u00fcckliche kleine M\u00e4dchen von dem G\u00e4rtnerfort, und am n\u00e4chsten Abend sah es wieder von weitem ein Licht. Es lief darauf zu und kam zu einem Schafhirten, und zu dem sagt es jetzt: \u00bbHast du Platz, Onkel, dass auch ich hier schlafen kann?\u00ab &#8211; \u00bbja, ich habe Platz, mein Kind, schlaf nur hier!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>In der Nacht ging wieder seine b\u00f6se Schicksalsg\u00f6ttin ans Werk. Sie schlachtete alle Schafe des Hirten ab. Ganz erschrocken war der Hirt am Morgen aufgestanden. \u00bbOh! Was hast du mir angetan! Du hast ja alle meine Schafe abgeschlachtet!\u00ab &#8211; Ach bin nicht von dort aufgestanden, wo ich mich hingelegt hatte, Onkel!\u00ab &#8211; \u00bbja, mein Kind, da magst du recht haben! Aber du bist nun einmal eine Ungl\u00fccksbringerin, und dein Vater hat dich fortgejagt. Da &#8211; dort weiter hinten wohnt eine alte Frau. Zu der gehe, die soll dich mit deinem Schicksal vers\u00f6hnen. Sie ist eine Zauberin. Sie wird zwar auf dich schelten, sie wird dich hinauswerfen, aber du sollst nicht etwa von dort weggehen. &gt;Ich gehe nicht fort, wenn du mir nicht mein Schicksal in gute Ordnung bringst!&lt; sollst du sagen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Das M\u00e4dchen ging also von dem Hirten fort. Die Frau brachte es mit seinem Schicksal in gutes Einvernehmen, und sie erkl\u00e4rte ihm: \u00bbH\u00f6r zu, mein Kind! Du bist sch\u00f6n, bist auch jung, es geht nicht an, dass du so allein heruml\u00e4ufst. Du musst eine alte Frau finden, mein Kind, die musst du schlachten, deren Haut nehmen und dir \u00fcberziehen, damit du wie eine Alte aussiehst. Da &#8211; nimm das Messerchen da! Wenn dir irgendeine alte Frau begegnet, so schlachte sie ab!\u00ab \u00bbja, Tante\u00ab, sagt da das M\u00e4dchen zu der Alten, \u00bbaber warum soll ich erst irgendeine alte Frau finden? Dich selber werde ich schlachten! \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Es schlachtete also die Alte und zog weiter. Es gelangte an einen Palast und wurde Magd darin.<\/p>\n\n\n\n<p>Es zog die Haut aus, da wurde es eine sch\u00f6ne Jungfrau, und der K\u00f6nigssohn bekam sie zu sehen. Sie gefiel ihm, und er heiratete sie.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages sa\u00df nun die junge Frau am Fenster. Ihr Vater war an jenem Morgen mit dem Mohren auf die Jagd gegangen. Und so erblickte sie ihr Vater am Fenster. Da schilt er auf den Mohren: \u00bbDu Kerl, du Hund! Hattest du mir nicht gesagt, du h\u00e4ttest sie geschlachtet?\u00ab \u00ad \u00bbja, mein K\u00f6nig, aber sie dauerte mich, und so schlachtete ich sie eben nicht.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Die Tochter sieht die beiden und begr\u00fc\u00dft sie. Der Vater fragt sie: \u00bbWillst du wieder zu uns nach Hause kommen, mein Kind?\u00ab \u00bbNein, zu dir will ich nicht! Du hattest doch gesagt, man solle mich schlachten, und jetzt bin ich &gt;dein Kind&lt;?\u00ab \u00ad \u00bbWillst du aber, dass ich dir deine Schwestern schicke, damit du die wiedersiehst?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Die Tochter sagt: \u00bbSo schick sie mir!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Und jetzt erz\u00e4hlt die junge Frau ihrem Mann ihre ganze Lebensgeschichte, und sie sagt auch: \u00bbMorgen kommen meine Schwestern. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbAlso gut! Wenn deine Schwestern kommen, sollst du den ganzen Palast f\u00fcr sie auftun. Nur das Bad, in dem ich mich zu baden pflege, darfst du nicht \u00f6ffnen. Solltest du das Bad doch \u00f6ffnen, verlierst du mich und siehst mich nicht mehr wieder.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Hin \u00ad ihre Schwestern kamen also. Sie waren jedoch nicht davon abzubringen, dass die junge Frau auch das Bad aufmachen sollte, damit sie es sehen k\u00f6nnten. Da \u00f6ffnete die junge Frau ein Fensterchen, damit sie sehen k\u00f6nnten, was drinnen ist. Die Schwestern hatten aber zersto\u00dfenes Glas in ihren Taschen, und das warfen sie ins Bad, denn der Neid auf die junge Frau hatte sie gepackt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Mann kommt. Er fragt: \u00bbWaren deine Schwestern da?\u00ab \u00ad \u00bbSie waren da.\u00ab \u00ad \u00bbHast du etwa das Bad aufgemacht? Wenn du es aufgemacht hast, so sag es mir! Ginge ich n\u00e4mlich trotzdem hinein, w\u00fcrdest du mich verlieren!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Die junge Frau sagt es ihm aber nicht. Und der Mann geht am n\u00e4chsten Tage ins Bad. Er l\u00e4sst sich auf die eine Seite fallen und wird voller Glassplitterchen, er l\u00e4sst sich auf die andere fallen und wird voller Glasst\u00e4ubchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann lief er weg, und sie verlor ihn. Was sollte nun aus ihr werden? Man jagte sie aus dem Palast und auch sie ging also fort.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie ging, ging weiter, kam in einen Wald und setzte sich unter eine Eiche. Als sie dort \u00fcber Nacht lagerte, kamen Katzen \u00ad dreiundvierzig Katzen kletterten auf den Baum.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ungl\u00fcckliche junge Frau h\u00f6rte vom Baum her \u00bbmiau, miau &#8230; \u00ab Da sagt sie zu sich: \u00bbOh, jetzt werden die auch runterkommen und mich auffressen!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>In der Nacht aber sprechen die Katzen oben auf der Eiche miteinander: \u00bbWas sollen wir denn mit dem K\u00f6nigssohn machen, um ihn zu heilen?\u00ab sagen die einen. Darauf antworten andere: \u00bbAch, mit unserem Fett m\u00fcsste man den einreiben, da w\u00fcrden die Glasst\u00e4ubchen schon hinauseitern. Doch das d\u00fcrfen wir gar nicht sagen, sonst schlachten sie noch eine von uns!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Die junge Frau h\u00f6rt von unten her sehr genau zu. \u00bbAh, die sprechen von meinem Mann!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Als es in der Fr\u00fche wieder hell wurde, sprangen die Katzen von der Eiche herab, sagen nun zu dem alten Kater, den sie bei sich hatten: \u00bbDu musst oben bleiben und auf unsere Sachen aufpassen!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Dann schlief aber der alte Kater ein, obwohl sie ihn dort gelassen hatten, damit er auf ihre Sachen aufpasste.<\/p>\n\n\n\n<p>Und die junge Frau holt das Messerchen hervor, mit dem sie die Alte geschlachtet hatte, und geht ganz, ganz leise an ihn heran, packt ihn am Genick, schlachtet ihn, zieht ihm das Fell ab und nimmt das Fett Mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann fragt und fragt sie, wo wohl der Kranke w\u00e4re, der die Glasscherben in sich hat. Und dann findet sie ihn auch und sagt: \u00bb Liebe Leute, lasst auch mich eine Arznei f\u00fcr den Kranken machen, vielleicht kann ich ihm Linderung schaffen! \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Sie rieb ihn dann ein, und die Glasst\u00e4ubchen eiterten aus, und der Mann wurde gesund.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann nahm sie den K\u00f6nigssohn mit, und sie a\u00dfen und tranken und verlebten eine gute Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ungl\u00fccksbringerin En s gab einmal einen K\u00f6nig, der drei T\u00f6chter hatte. Eine von den dreien war aber eine Ungl\u00fccksbringerin und br\u00e4chte, lie\u00dfe man sie gew\u00e4hren, dem K\u00f6nigreich Verderben. Der K\u00f6nig wusste das, doch welche von den dreien es war, wusste er nicht. 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