{"id":5006,"date":"2026-01-26T16:45:59","date_gmt":"2026-01-26T15:45:59","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=5006"},"modified":"2026-01-26T16:45:59","modified_gmt":"2026-01-26T15:45:59","slug":"der-unglueckliche-koenig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/der-unglueckliche-koenig\/","title":{"rendered":"Der ungl\u00fcckliche K\u00f6nig"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Der ungl\u00fcckliche K\u00f6nig<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der alten Zeit gab es einen K\u00f6nig, einen m\u00e4chtigen K\u00f6nig, der hatte unz\u00e4hlige Sch\u00e4tze und unberechenbaren Reichtum, aber er war kinderlos und zeugte keinen Sohn. Und er hatte unertr\u00e4glichen Kummer darum, und wer ein Arzt war oder ein Arzneikundiger oder ein erfahrener Mann, dem sagte er es, und der machte ihm Arzneien, Zaubermittel und Medizinen, damit die K\u00f6nigin schwanger w\u00fcrde, aber alles blieb nutzlos; umsonst und vergeblich vertan waren alle Ausgaben. Und er hatte keine Ruhe im Serail, Tag und Nacht, Winter und Sommer nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Morgens steht der K\u00f6nig mit Tagesanbruch auf, bek\u00fcmmert, nachdenklich, nimmt seinen Weg einsam und allein, geht heraus aus der Stadt, wandert durch die Gegend hierhin und dorthin in den Bergen, den Schluchten, wurde m\u00fcde und setzte sich nieder unter einem gro\u00dfen Baum in den Tau, um sich auszuruhen. Da kommt unversehens, pl\u00f6tzlich ein Drache hervor, riesig gro\u00df, dessen Augen wie Eier waren und leuchteten wie Spiegel; seine Nase war wie eine Mohrr\u00fcbe, seine Augenlider wie Verschl\u00e4ge, sein Schnurrbart wie Werg, sein Kopf wie ein Kessel, seine Stirn wie ein Teller, seine Lippen wie die eines Mohren, seine Fratze plumpgeformt und pockennarbig, seine Handfl\u00e4chen wie Mangeln, seine Beine wie Balken, sein Bauch wie eine grobe Sackdecke. Er n\u00e4herte sich und gr\u00fc\u00dfte mit zweifacher Verbeugung und sagte zu ihm:<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbHeil Euch, Herr K\u00f6nig!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Gleichfalls, Drache, setze dich und ruhe dich aus!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Drache setzte sich und schnaufte, und aus seinen Nasenl\u00f6chern kam schwarzer Rauch.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWie kommen wir zu diesem Gl\u00fcck, Herr K\u00f6nig, dass du dich in diese \u00f6den Gegenden verirrtest?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Lass dir erz\u00e4hlen, Drache! Aber erst sage mir, warum du mich K\u00f6nig nennst?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWeil ich an deiner Hoheit erkenne, dass du K\u00f6nig bist.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Da seufzte der K\u00f6nig tief auf, und es kam aus seinem Mund und seiner Nase Rauch; und der Drache merkte, dass er gro\u00dfen Kummer habe, und fragte ihn: \u00bbWas hast du, Herr K\u00f6nig, dass du schwer seufzest?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWas soll ich dir sagen, lieber Drache, ich habe unertr\u00e4glichen Kummer, und was ich auch mache, ich fand kein Gegenmittel.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbSag mir, Herr K\u00f6nig, deinen Schmerz, wenn m\u00f6glich, an! Und ich werde irgendein Mittel f\u00fcr dich wissen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbGott will mir keinen Erben f\u00fcr meine G\u00fcter und meine Habe geben, und ich bin dem Sterben nahe vor Kummer, ich und die K\u00f6nigin. Und alle Heilkuren, die uns die \u00c4rzte und die Arzneikundigen und erfahrene Leute angaben, waren umsonst und erfolglos.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbGr\u00e4me dich nicht, Herr K\u00f6nig, trauere nicht: ich wei\u00df eine erstaunliche Arznei dir zu geben, dass sofort die K\u00f6nigin schwanger wird und einen Knaben gebiert, aber ich will mit dir einen Vertrag schlie\u00dfen: wenn der Knabe gro\u00df wird und achtzehn Jahre alt wird, dann werde ich eines Tages kommen, und du sollst ihn mir geben und ich werde ihn nehmen und als mein eigen behalten.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00f6nig sann nach, sann nach und sagte: \u00bbLass mich gehen und es der K\u00f6nigin sagen, dass wir uns miteinander beraten; und wenn auch sie zustimmt, so will ich wiederkommen und dich hier wieder treffen und es dir sagen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesen Worten und Verabredungen verabschiedeten und trennten sie sich; und der K\u00f6nig kam in sein Serail und sprach mit der K\u00f6nigin. Aber diese ging nicht darauf ein, stimmte nicht bei. Abends, als sie sich zu Bett gelegt hatten, wiederholte der K\u00f6nig dasselbe: \u00bbWir haben so lange, so lange gewartet, und Gott hat uns kein Kind geschenkt, und da wir ohne Erben und ohne Kinder verzweifelt sind, so m\u00fcssen wir auf den Handel mit dem Drachen eingehen. M\u00f6ge Gott es dann geben, dass du schwanger wirst und ein Kind gebierst, dass wir es aufziehen, dass der Drache ganz vergisst, es zu verlangen; m\u00f6glich, dass der Drache bis dahin gestorben ist, und am Ende, am Ende, wenn er schlie\u00dflich kommt und das Kind unverz\u00fcglich fordert, so wollen wir ihn auf jede Weise gut stimmen, dass wir seinen Willen tun, damit er es uns schenke.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Sie einigten sich, und als es Tag war, ganz fr\u00fchmorgens, stand der K\u00f6nig auf und schlug die Landstra\u00dfe ein und kam an dieselbe Stelle und fand den Drachen. Und sie begr\u00fc\u00dften sich und einigten sich dann und machten einen ordentlichen Vertrag nach dem Vorherbesprochenen und gaben sich die H\u00e4nde und nahmen und gaben das Versprechen, nicht einer den andern zu hindern. Dann holte der Drache drei \u00c4pfel und drei Birnen hervor und gab sie dem K\u00f6nig und trug ihm auf, diese \u00c4pfel und Birnen zu nehmen und nach dem Palast zu bringen und wenn es Abend w\u00e4re, zu essen und zu trinken mit der K\u00f6nigin; jeder aber von ihnen solle je einen Apfel und eine Birne essen und zu Bett gehen; und das sollten sie auch morgen Abend machen, und \u00fcbermorgen Abend dasselbe.<\/p>\n\n\n\n<p>So besprachen sie sich also, verabschiedeten und trennten sich. Und der K\u00f6nig kam und tat, was ihm der Drache vorgeschrieben hatte. Und nach einigen Tagen f\u00fchlte sich die K\u00f6nigin schwanger, und als ihre Zeit gekommen war, krei\u00dfte sie und gebar einen allerliebsten Pallikaren, der gleich der Sonne gl\u00e4nzte. Und es wurde im Lande verk\u00fcndigt und es herrscht gro\u00dfe Freude und Jubel. Und das Kind hatte zehn Ammen, sie h\u00e4tschelten es und warteten es und n\u00e4hrten es mit H\u00fchnermilch; dass nur nicht Gott regne und es beregne oder die Sonne es verbrenne, sondern sie sch\u00fctzten es mit F\u00e4chern und passten auf, mochte es nun schlafen oder wachen, abwechselnd Tag und Nacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Einjahr kam &#8211; ein Jahr ging: es kamen und verflossen siebzehn Jahre und es lief das achtzehnte. Der K\u00f6nigssohn wurde gro\u00df und war bekannt in der Welt, ber\u00fchmt im ganzen Lande, auf der bewohnten Erde. Und die Eltern schauten auf ihn und verg\u00f6tterten ihn und wussten nicht, wie sie ihre Freude auslassen sollten. Eines Tages, mitten in ihrem Gl\u00fcck, in ihrer Sorglosigkeit &#8211; siehe da! &#8211; erschien der Drache, jener riesenhafte, an der Pforte des Serails, und mit einer Wendung, die er zu den T\u00fcrstehern machte, lie\u00df er sie wie der Wind verschwinden, trat in den Palast ein und erschien vor dem K\u00f6nig und der K\u00f6nigin und verlangte das Kind, das er ihnen gemacht hatte. Der K\u00f6nig und die K\u00f6nigin, verzweifelt und mit weinendem Herzen, fielen unter bitteren Tr\u00e4nen dem Drachen zu F\u00fc\u00dfen und baten ihn, ihnen das Kind zu schenken; sie wollten ihm schenken, was er von ihnen fordere, ob er nun Gold wolle oder Perlen &#8211; was er wolle. Aber der Drache ging nicht darauf ein, sondern stampfte mit seinem Fu\u00df auf und ersch\u00fctterte den Palast wie eine Rohrh\u00fctte, dass er einst\u00fcrzen wollte, und seine Augen leuchteten und blitzten wie Blitze, und alle im Palast zitterten und erbebten vor Furcht wie Rohr, und wie viel Bitten sie auch an ihn richteten, wie viel Worte sie sagten, wie viel Dinge sie ihm versprachen, dass sie ihn als ihren Wesir einsetzen, dass sie ihm eine Belohnung bewilligen wollten, dass er Tag und Nacht beim K\u00f6nig bleiben solle, damit sie auch das Kind h\u00e4tten und sich an ihm freuten &#8211; nein! nein! Dergleichen solle nicht stattfinden! Dann nahm der Drache, mochten sie wollen oder nicht wollen, den Knaben an der Hand und schleppte ihn fort; und niemand wagte, ihm entgegenzutreten. Und er ging heraus und nahm ihn mit in den Wald hinaus, in die Ferne.<\/p>\n\n\n\n<p>Weit weg, an einer Schlucht, hielt der Drache an, damit er und der K\u00f6nigssohn sich ausruhen. Dort selbst gab es einen tiefen trockenen Brunnen; nur in der Tiefe schien es, als wenn Wasser gl\u00e4nzte. Der Drache macht sich daran, bindet seine wollenen G\u00fcrtel zusammen und bindet dann den Knaben daran und l\u00e4sst ihn in die Tiefe des Brunnens hinab, setzt ihn ab und geht weg. Der K\u00f6nigssohn, der Ungl\u00fcckliche, weinte, st\u00f6hnte und \u00fcberlegte, wie sein Los werden wurde, und f\u00fcrchtete, dass er sterben m\u00fcsste. Da pl\u00f6tzlich kam aus einem gro\u00dfen Loch ein Mensch hervor und nimmt den Knaben und schleppt Ihn an einen dunklen Ort, wo es vielerlei Ger\u00e4tschaften gab und auch einen ehernen Kessel, ein Kas\u00e1n, voll bis oben hin, gef\u00fcllt mit Menschenfleisch, das auf dem Herde langsam schmorte und lieblich duftete. Und er sagt zu ihm, dass der Drache jeden Tag einen Menschen bringe und ihn in den Brunnen werfe und den Vorg\u00e4nger schlachte und ihn dem neuen \u00fcbergebe, dass er ihn koche, zurecht mache, damit er f\u00fcr den Kessel bereit sei; abends komme er dann und fresse ihn, und den andern Morgen ebenso, und jeden Tag desgleichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen Abend kommt der Drache, setzt sich, isst und isst, fra\u00df den ganzen Kessel Fleisch auf, schlachtete den armen Teufel, der gekocht hatte, den Vorg\u00e4nger, und \u00fcbergab ihn dem K\u00f6nigssohn und ging auf und davon. Da nahm der K\u00f6nigssohn &#8211; was sollte er machen? &#8211; den geschlachteten und gevierteilten Menschen und kochte ihn und bereitete ihn zu und richtete ihn an mit sch\u00f6n duftenden Kr\u00e4utern. Gegen Abend kam der Drache, setzte sich, a\u00df, bis er satt war, und drehte sich darauf um und sagte zu dem K\u00f6nigssohn, er sei befriedigt von dem Essen, das er ihm gemacht habe, und mache ihn zu seinem st\u00e4ndigen Koch, damit er jeden Tag die Menschen koche, die er ihm bringe, und sie ihm schlachte.<\/p>\n\n\n\n<p>So sprach der Drache und so tat er auch. jeden Tag kam er und ging befriedigt weg. Aber der K\u00f6nigssohn weinte und st\u00f6hnte Tag und Nacht; er schloss kein Auge, er hatte keine Ruhe, sondern \u00fcberlegte, wie er aus den H\u00e4nden des Drachen entkommen k\u00f6nne, aber er fand kein Mittel. Als er eines Tages sa\u00df, h\u00f6rte er ein Gebr\u00fcll aus den Winkeln der H\u00f6hle, wo es Gr\u00e4ben gab. Er suchte und sieht einen Menschen, der leuchtete wie die Sonne, wie ein Engel; und er f\u00fchrte ein riesenhaftes Pferd am Z\u00fcgel, welches wieherte, dass die H\u00f6hle erbebte. Und der Reiter ruft ihm zu, und er springt auf das Pferd, und dieses r\u00fchrte sich und kr\u00fcmmte sich und sch\u00fcttelte seine Fl\u00fcgel und sprang aus dem Brunnen und lief im Trab, bis es in einem gro\u00dfen dichten Wald anlangte. Dort hielt es an, und der K\u00f6nigssohn stieg ab; und es gab ihm f\u00fcnf seiner Haare, dass er sie aufhebe, und wenn er es bed\u00fcrfe, so solle er das eine verbrennen, damit das Pferd erscheine.<\/p>\n\n\n\n<p>Er nahm jene Haare, tat sie in seine B\u00f6rse und ging weiter und wanderte und wanderte drei Tage und N\u00e4chte. Da sah er eine gro\u00dfe Stadt mit Mauern und ging und trat ein und lief hierhin und dorthin einen Tag lang, ohne gegessen zu haben. Dann gegen Abend trat er in den k\u00f6niglichen Garten ein und ging umher und setzte sich neben den G\u00e4rtner, und dieser fragte ihn aus, von wo er w\u00e4re und wie er herk\u00e4me. Der K\u00f6nigssohn sagte ihm, er sei aus fremdem Lande und seit langem ein armer Schlucker und verwaist.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbIch hab nichts zu essen und hungere vor Not.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kenne kein Handwerk und bettle um Brot.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der G\u00e4rtner war ein mitleidiger Mensch und gab dem Knaben einen Bissen Brot und Essen, und er a\u00df und trank und erholte sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Darauf gab er ihm eine Hacke, um Furchen zu ziehen und das Unkraut auszuj\u00e4ten. Der Betteljunge macht sich sehr geschickt und flink daran und harkte und j\u00e4tete. Und der G\u00e4rtner sah es und blinzelte den Betteljungen an und sagte zu ihm, er solle bei ihm bleiben, um zu arbeiten. Und er behielt ihn da, und der arbeitete Tag und Nacht und lernte die G\u00e4rtnerkunst besser als der G\u00e4rtner und machte den Garten so wundersch\u00f6n, dass die Leute ihn anzuschauen begehrten. Und der K\u00f6nig kam herunter mit der K\u00f6nigin und den drei T\u00f6chtern, die er hatte, und ihre Sch\u00f6nheit leuchtete wie die Sonne und wie Diamanten. Und sie sahen sich den Garten an und lobten ihn und gaben auch dem G\u00e4rtnerjungen ab und zu ein kleines Trinkgeld.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Abends sandte Gott ein Unwetter, einen Regen, einen Wolkenbruch, als wenn die Welt unterginge, mit solch einem Wirbelwind, mit solch einem Sturm, mit solch einem Gekrache: er entwurzelte alle B\u00e4ume, alle Str\u00e4ucher, die Blumen und zerst\u00f6rte den ganzen Garten, dass die Leute, die es sahen, weinten. Auch der K\u00f6nig kam mit seinen K\u00f6nigst\u00f6chtern herunter, und sie sahen es und betr\u00fcbten sich und waren au\u00dfer sich vor Schmerz. Und der G\u00e4rtnerjunge trat vor sie und sagte zu ihnen, sie sollten sich nicht gr\u00e4men; er sei f\u00e4hig und imstande, in nur einem Abend den Garten so zu pflegen und herzurichten, dass er ihn wieder herstelle, besser als er gewesen sei. Er nimmt ein Haar, verbrennt es in der Nacht; es kommt das Pferd, geht in den Garten, f\u00e4ngt an und wird in nur einer Nacht fertig und pflegt den Garten und stellt ihn so her, wie er vordem gewesen war, und besser noch. Und fr\u00fchmorgens, als es hell geworden war, kam der K\u00f6nig mit seinen teuren T\u00f6chtern und sahen den Garten und bewunderten ihn und waren erfreut und gaben dem G\u00e4rtnerjungen Trinkgelder, und jedes M\u00e4dchen gab ihm auch je eine Rose, und sein Name wurde r\u00fchmlich bekannt in der Stadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Lassen wir dies! \u00ad Als der K\u00f6nig zwei seiner T\u00f6chter verheiratet hatte und auch die j\u00fcngste verheiraten wollte und ihre Heirat betrieb, gehorchte diese durchaus nicht, weil sie verliebt war und sich versprochen hatte mit dem G\u00e4rtnerjungen. Und der K\u00f6nig sandte Heiratsvermittlerinnen hin, dass sie mit ihr redeten und sein Wille geschehe und sie sich verheirate. Und jene mochte nicht, wollte durchaus nicht. Nach vielen \u00dcberredungsversuchen schickte Gott dem M\u00e4dchen den Gedanken, dass sie ihr Wort gab, sich zu verheiraten, aber ihr Vater solle eine Versammlung des ganzen Landes in der Umgebung des Serails veranstalten und alle Ank\u00f6mmlinge der Reihe nach vor\u00fcbergehen, und wen ihr Auge begehre, auf den werde sie einen Apfel werfen und ihn heiraten. Der K\u00f6nig schickte Ausruf er und Herolde aus im ganzen Land, und es kamen alle Leute zusammen, und alle J\u00fcnglinge gingen der Reihe nach vor dem Serail vor\u00fcber; und unter sie mischte sich auch der G\u00e4rtnerbursche, um einen Spaziergang zu machen. Und unsere gute K\u00f6nigstochter stand auf dem Balkon, beobachtete ihn und nimmt den Apfel und wirft ihn auf ihn. Sie bringen die Nachricht dem K\u00f6nig; er gab nicht zu, dass jemals in der Welt von dergleichen die Rede sei und geschehe.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Tag kommt \u00ad ein Tag geht. Das M\u00e4dchen \u00ad ihr Entschluss bleibt ihr Entschluss, wie sie sich&#8217;s \u00fcberlegt hat: sie h\u00f6rt auf niemanden. Die Vermittlerinnen schlagen ihr den einen und den anderen Vornehmen vor \u00ad umsonst und vergebens; sie willigt nicht ein, ihr Jawort einem andern zu geben, sondern sie will den G\u00e4rtnerburschen heiraten. Was willst du, was verlangst du? \u00adEines Abends geht sie ohne Einwilligung ihres Vaters und nimmt den G\u00e4rtnerburschen und begibt sich in die Einsamkeit mit ihm; und sie wanderten Tag f\u00fcr Tag wie Bettler, und der K\u00f6nig verw\u00fcnschte sein Kind und wollte ihren Namen nicht mehr h\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach langer Zeit erkrankte der K\u00f6nig an den Augen und konnte Tag und Nacht nicht schlafen vor Schmerzen. \u00c4rzte kommen, \u00c4rzte gehen \u00ad sie finden keine Heilung f\u00fcr ihn. Man versammelte alle \u00c4rzte und Arzneienkenner des Landes und veranstaltete eine Konferenz, und diese riet zu der Milch der wilden Hirschkuh \u00ad sie sei das einzige Heilmittel. Man sendet Ausrufer und Schreier aus in der Stadt und in den D\u00f6rfern, wer f\u00e4hig und imstande w\u00e4re, eine milchende wilde Hirschkuh zu fangen, sie zu melken und die Milch dem K\u00f6nig zu bringen, er w\u00fcrde ihm schenken, was er verlange. Es ziehen viele Vogelf\u00e4nger und J\u00e4ger mit ihren Jagdhunden aus \u00ad erfolglos kommen sie wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Das h\u00f6rt der G\u00e4rtnerbursche, nimmt ein Haar, verbrennt es. Das Pferd kommt; er besteigt es, reitet in den Wald, sucht und sucht ringsum, packt wie der Blitz eine milchende Hirschkuh, fesselt ihre F\u00fc\u00dfe, ladet sie auf das Pferd, entf\u00fchrt sie in seine H\u00fctte, melkt sie, f\u00fcllt eine Kanne und versiegelt sie. Seine Frau nimmt sie und geht n die Stadt ins Serail ihres Vaters und \u00fcberreicht die Kanne, mit der Milch der wilden Hirschkuh gef\u00fcllt. Man nimmt Sie, w\u00e4scht die Augen des K\u00f6nigs mit der Milch: die Schmerzen h\u00f6ren mit einmal auf. Man w\u00e4scht sie wieder mit derselben Milch, zwei-, dreimal; seine Augen wurden unaufh\u00f6rlich gepflegt: der Schmerz lie\u00df nach, er bekam sein Augenlicht \u00ad Preis Dir, Gott! \u00ad der K\u00f6nig wurde kerngesund. Er ruft seine Tochter zu sich, er schenkt ihr ein Haus in der Stadt mit allem Zubeh\u00f6r, damit sie komme und sich mit ihrem Mann dort niederlasse, von dem sie ihm sagte, dass er die Milch gebracht habe, und mit ihren Kindern, welche sie erzeugt hatten, drei K\u00f6pfen. Und er schenkt ihr auch einiges Geld f\u00fcr den Notfall. Und sie geht und verst\u00e4ndigte sich mit ihrem Mann, und sie kamen und lie\u00dfen sich n dem geschenkten Haus nieder. Und zuweilen ging sie in den Palast ihres Vaters, und er gab ihr allerlei und half ihr aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen kam eine Zeit, wo ihr Vater, der K\u00f6nig, Krieg f\u00fchrte mit einem andern K\u00f6nig. Und sie k\u00e4mpften jeden Tag und schlugen furchtbare Schlachten, und die Truppen wurden bald auf der einen, bald auf der andern Seite geschlagen und get\u00f6tet; die Sache ging hin und her. Die Heere fielen in die Ortschaften unseres K\u00f6nigs ein und nahmen viele Ortschaften ein, und alle Leute gerieten in Bewegung; und sie hatten gro\u00dfe Drangsale und Schwierigkeiten, wie sie es anstellen und einrichten sollten, dass sie nicht auch die Stadt bedr\u00e4ngten und angriffen. Zu dieser Zeit \u00ad als Gott nach der Nacht Tag werden lie\u00df und alle Truppen sich auf dem Felde au\u00dferhalb der Stadt versammelten und den Kampf begannen \u00ad da nimmt unser guter G\u00e4rtnerbursche ein Haar, verbrennt es: das Pferd erscheint. Er verkleidet und bewaffnet sich, setzt sich zu Pferde, reitet in die Schlacht, f\u00e4hrt wie der Blitz hinein, schlug auf der einen Seite nieder und m\u00e4hte auf der anderen. Und das Schlachtfeld bedeckte sich mit Leichen von den Truppen des tapferen Feindes, und sie gerieten in Furcht und zogen sich in ihr Land zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen schickten die beiden K\u00f6nige Unterh\u00e4ndler, um Waffenstillstand zu schlie\u00dfen und nicht alle Truppen zu verlieren, und zu vereinbaren, der eine K\u00f6nig solle einen Mann stellen und der andere einen, dazu auserlesen, miteinander zu k\u00e4mpfen; und wer den andern t\u00f6te, dessen K\u00f6nig solle den Sieg davontragen. Unser K\u00f6nig versammelte alle Ratgeber und alle Gro\u00dfen, und alle waren einig darin, ihre Stimme jenem Mann zu geben, der auf das Schlachtfeld kam und die gro\u00dfe Niederlage anrichtete und die Truppen des Feindes zur\u00fcckdr\u00e4ngte. Und sie riefen den G\u00e4rtnerburschen, der mit den Offizieren die ganze Nacht zusammen gewesen war und gegessen und getrunken hatte, ohne dass jemand ihn erkannte. Und man stellt ihn dem K\u00f6nig vor; der gibt ihm sein Schwert, und er zieht aus und begibt sich auf das Schlachtfeld.<\/p>\n\n\n\n<p>Und es kommt auch der andere Mann des andern K\u00f6nigs. Und sie beginnen jenen Kampf, von dem wir gesprochen haben, und st\u00fcrzten wie H\u00e4hne los und k\u00e4mpften wie L\u00f6wen mit den Schwertern, die wie der Blitz hin und her fuhren. Und alle Leute hielten den Atem an und schauten nur, wer den andern t\u00f6ten und den Sieg erringen w\u00fcrde. Mittlerweile f\u00fchrte unser Freund, der G\u00e4rtnerbursche,:: seine Sache immer besser und t\u00f6tete nach Gottes Ratschluss den andern. Und er nahm sein Schwert und legte es dem K\u00f6nig zu F\u00fc\u00dfen; so rettete er die Stadt und den K\u00f6nig, der alle G\u00fcter und Habe des andern K\u00f6nigs nahm. Und alles Volk jubelte unter gro\u00dfen Freuden und Dankesbezeugungen. Und man stellte ihn dem K\u00f6nig vor und fragte ihn, von welcher Herkunft er sei. Er erz\u00e4hlte alles Vorgefallene. Und es zeigte sich, dass er ein K\u00f6nigssohn war, dass der Drache ihn in den Brunnen mitgenommen hatte und aus seinen Klauen ihn jener Mann mit dem riesenhaften gefl\u00fcgelten Pferd rettete, von welchem er ihm f\u00fcnf Haare gab, damit er eines verbrenne, wenn es n\u00f6tig sei, dass das Pferd erscheine, um zu tun, was es in dem Garten tat, den es allein in Ordnung brachte, ferner bei der Milch der wilden Hirschkuh, die er brachte, um den K\u00f6nig zu heilen, und in der Schlacht auf dem Felde, wo er die Heerscharen des feindlichen K\u00f6nigs vernichtete. Da wurden der K\u00f6nig und seine Ratgeber einig, ihn zum K\u00f6nig zu machen im Serail, und sie setzten ihm die Krone auf und g\u00fcrteten ihm das Schwert um. Und er f\u00fchrte mit seiner K\u00f6nigin und seinem Schwiegervater, dem K\u00f6nig, ein vergn\u00fcgtes Leben, und alles Volk war mit ihm vergn\u00fcgt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der ungl\u00fcckliche K\u00f6nig In der alten Zeit gab es einen K\u00f6nig, einen m\u00e4chtigen K\u00f6nig, der hatte unz\u00e4hlige Sch\u00e4tze und unberechenbaren Reichtum, aber er war kinderlos und zeugte keinen Sohn. 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