{"id":4994,"date":"2026-01-26T16:38:18","date_gmt":"2026-01-26T15:38:18","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=4994"},"modified":"2026-01-26T16:38:34","modified_gmt":"2026-01-26T15:38:34","slug":"von-einigen-ungeheuern-in-der-elbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/von-einigen-ungeheuern-in-der-elbe\/","title":{"rendered":"Von einigen Ungeheuern in der Elbe"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Von einigen Ungeheuern in der Elbe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>M\u00e4rchen aus Hamburg \u2013 Otto Beneke<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Die alten Chronisten erz\u00e4hlen uns von vielen wunderbaren Ungeheuern, welche in der Elbe bei Hamburg vorgekommen sein sollen. Von den Schlangenkn\u00e4ueln im Jahre 1010 ist schon oben die Rede gewesen. Fernere Naturwunder sind folgende.<\/p>\n\n\n\n<p>Ao. 1549 fing man in der Elbe beim Grevenhof, dem Eichholze in Hamburg gegen\u00fcber, einen ganz unerh\u00f6rten Fisch, 6 Ellen lang und dicker als eine Hamburger Biertonne. Da sein Maul absonderlich stumpf war, so gaben die vaterst\u00e4dtischen Gelehrten dem entdeckten Fisch sofort den Namen Stuvmuhl, was im Hochdeutschen so viel hei\u00df als Stumpfmaul, wovon \u00fcbrigens, wie es scheint, die wissenschaftliche Naturkunde weiter keine Notiz genommen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein anderes Monstrum lie\u00df sich im Jahre 1615 in der Elbe sehen, am meisten bei Teufelsbr\u00fcck, wo es von jeher nicht geheuer gewesen ist, wie schon der Name sagt. Der Teufel muss in dem dortigen d\u00fcstern Walde eine seiner vielen Herbergen gehabt haben, denn die Stelle des heutigen sch\u00f6nen Flottbecker Parks wird in alten Urkunden &#8222;des D\u00fcvels Boomgarden&#8220; benannt; vielleicht auch war er dort vom Ritter Bertram in die Enge getrieben, welcher deshalb den h\u00fcbschen Namen M\u00f6t-den-D\u00fcvel (Montemeduvele) f\u00fchrte. Genug, dort bei Teufelsbr\u00fcck tauchte oftmals ein Monstrum aus den Fluten oder sonnte sich nach Art der Robben auf den Sandb\u00e4nken zur Ebbezeit. Es war gestaltet wie ein ungeheures Pferd mit einem riesigen Schweinskopf. Aus dem Rachen dr\u00e4ngten vier lange scharfe Z\u00e4hne hervor. Alle Kugeln, die man auf das Untier schoss, prallten wirkungslos ab von seiner hornharten Haut. Nach einiger Zeit aber, so melden die Chronisten, verlor sich solch Spektrum oder Gespenst g\u00e4nzlich aus diesen Gew\u00e4ssern.<\/p>\n\n\n\n<p>Ao.1638 schwamm in der Unterelbe bei Freiburg im Lande Kedingen ein gr\u00e4uliches Ungeheuer umher, fast gestaltet wie ein riesiger Hirsch, mit spie\u00dfigem Geweih auf dem Kopfe.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Hamburgische Schiffer Peter Bartels, ein fester n\u00fcchterner Mann, welcher mit seinem Schiffe und Schiffsvolk just dort lag, machte Jagd auf das Getier und vermeinte, es zu fangen. Aber als er grade mit Harpunen und Haken danach langte, verschwand es pl\u00f6tzlich vor seinen sehenden Augen, und zwar in so ganz erschrecklicher Weise, dass den guten Mann, der doch sicher nicht nervenschwach war, vor Entsetzen auf der Stelle der Schlag r\u00fchrte. Sprachlos wurde er heimgebracht und verschied bald darauf. Naturkundige aber wollten wissen, besagtes Monstrum habe wohl eine elektrische Kraft in seinem Schwanze gehabt, und mit demselben, vermittelst der in seinen H\u00e4nden gehaltenen Harpunen, ihm einen so derben elektrischen Schlag kommuniziert, dass er dar\u00fcber Todes verfahren m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>1658, am 1. September, wurde bei Blankenese von den Fischern ein merkw\u00fcrdiger Fisch erhaschet, den die Seefahrer &#8222;Butzkopf&#8220; genannt. Es war nur ein Weiblein, aber dennoch in der Runde 3 Ellen dick und 28 Fu\u00df lang ohne den Steert. Er wurde bei Hamburg an den Strand gebracht, und gegen eine geringe Erg\u00f6tzlichkeit f\u00fcr die Fischer an Jedermann gezeigt, woselbst ihn auch Herr Mag. Petrus Hesselius, der Pesthof-Prediger auf dem Hamburger Berge, gesehen hat. Der selbige vermeldet, man habe f\u00fcr gro\u00dfen Gestank nicht lange bei dem Besehen ausdauern k\u00f6nnen, dannenhero Viele ihn auch den Stinkfisch gehei\u00dfen; als es damit zu arg geworden, seien aus ihm viele Tonnen Tran gebrannt, und schlie\u00dflich meint Mag. Hesselius, der ihn auch hat zeichnen und in Kupfer stechen lassen, dass die Bedeutung dieses an solchem Orte so ganz ungew\u00f6hnlichen Fischfanges allein Gott bekannt sei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von einigen Ungeheuern in der Elbe M\u00e4rchen aus Hamburg \u2013 Otto Beneke Die alten Chronisten erz\u00e4hlen uns von vielen wunderbaren Ungeheuern, welche in der Elbe bei Hamburg vorgekommen sein sollen. Von den Schlangenkn\u00e4ueln im Jahre 1010 ist schon oben die Rede gewesen. Fernere Naturwunder sind folgende. 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