{"id":4978,"date":"2026-01-26T16:22:28","date_gmt":"2026-01-26T15:22:28","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=4978"},"modified":"2026-01-26T16:22:29","modified_gmt":"2026-01-26T15:22:29","slug":"traeume-vergehen-nicht-so-schnell-wie-die-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/traeume-vergehen-nicht-so-schnell-wie-die-zeit\/","title":{"rendered":"Tr\u00e4ume vergehen nicht so schnell wie die Zeit"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Tr\u00e4ume vergehen nicht so schnell wie die Zeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Die Verwandlung &#8211; Es lebte einmal ein Junge mit seinen Eltern auf einer sch\u00f6nen Burg. Sie wohnten in einem gro\u00dfen Schloss. Er war anscheinend gl\u00fccklich. Er hie\u00df Josef. Seine Spielzeuge lagen in den G\u00e4rten herum. Seine Weltanschauung war aber mir fremd. Der Junge sprach viel und war munter. Er hatte viele sch\u00f6ne Spielzeuge. In der Nacht sang er f\u00fcr die ganze Familie und spielte Klavier. Nicht nur w\u00e4hrend er sang, wurde er bewundert. Alle beneideten ihn sehr. Wir waren miteinander befreundet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Knabe war ein kleiner Prinz, wie ich ihn nannte. Ich hie\u00df n\u00e4mlich Ferdinand. Sein Vater, der Schlossherr, war ein ber\u00fchmter Arzt in der kleinen Stadt. Da der Vater aber leider ein sehr besch\u00e4ftigter Mann war, ging der Sohn meistens alleine durch den Wald spazieren. Seine Mutter hatte leider auch kaum Zeit f\u00fcr ihn. Auf dem Weg zum Wald traf er die sch\u00f6nsten Tierchen aus aller Welt, um sich mit ihnen zu unterhalten. Die Tiere waren au\u00dfer mir seine besten Freunde. Der Junge las sch\u00f6ne B\u00fccher \u00fcber Religion, Politik und Reisen. Er war sehr klug. Er war ganz der Vater. Er freute sich sehr mit seinen B\u00fcchern voller Bildern. Die B\u00fccher machten ihm Vergn\u00fcgen. Obwohl viele B\u00fccher von kirchlichen Dingen oder Kreuzz\u00fcgen berichteten, bef\u00fcrwortete seine Familie diese Lekt\u00fcre. Er verstand nicht, warum V\u00f6lker sich miteinander \u00fcber Religion stritten. Er konnte nicht verstehen, warum der Meister Eckhart f\u00fcr viele eine unangenehme Person war, da er nur von Gott sprach, w\u00e4hrend ihre Eltern \u00fcber das eigene Gl\u00fcck klagten.<\/p>\n\n\n\n<p>Er tat nun alles daf\u00fcr, dass wir uns miteinander h\u00e4ufiger trafen. Die Bauernd\u00f6rfer erschienen ihm viel freundlicher, als die Burgen der Reichen, die in sch\u00f6nen Schl\u00f6ssern lebten. Sein Vater, der immer verreist war, hatte ohnehin keine Zeit f\u00fcr ihn. So zogen die Tage vor\u00fcber. Er fragte mich verbl\u00fcfft, warum die katholische Kirche Meister Eckhart f\u00fcr ein H\u00e4retiker hielt? Ihm gab ich keine Antwort. Trotzdem blickt er auf mich nicht arrogant herab. Er wusste, dass ich nichts davon verstand, weil ich nicht einmal Geld hatte, um mich ausreichend anzuziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich h\u00f6rte ihn einfach so, als ob ich alles verstand. &#8218;Ob die Priester bei sich dachten, dass Meister Eckhart einen Bund mit dem Teufel geschlossen hat?&#8216; fragte er mich. Er fing an, sich selbst schwierige Fragen zu stellen. Er hat enorme Lust versp\u00fcrt, genau wie sein Vater zu sein. Drau\u00dfen war aber ihm alles fremd, weil er nur Parzival und die Helden las. Drau\u00dfen war alles so durcheinander. Er fing an, sich um Dinge zu k\u00fcmmern, die einem eigentlich aus seiner Klasse gar nichts angingen. Seine Familie empfing h\u00f6fische Dichter sowie S\u00e4nger im Schloss.<\/p>\n\n\n\n<p>Er stellte mir schwierige Fragen, die ich nicht beantworten konnte. Ich sagte ihm: &#8222;H\u00f6r mir zu. Du hast Augen, um zu sehen, wie die Welt sch\u00f6n ist! H\u00f6r mal zu, Du hast Ohren, um den Gesang der V\u00f6gel zu h\u00f6ren. Alles steht noch vor Dir. Das Leben steht vor Dir. Leb dein Leben ohne Sorgen. Die Erde ist sicherlich sch\u00f6n. Was n\u00fctzt es uns, zu wissen, wer Thor oder Odin war? Was n\u00fctzt es mir, Dir \u00fcber die Legende vom H\u00fcnerwunde und das Leben von dem Heiligen Jakob zu erz\u00e4hlen? Was n\u00fctzt es uns, reich zu sein, wenn wir innerlich ungl\u00fccklich sind? Sei l\u00e4ssig und entspannt. Sei nicht traurig. Deine Augen sind so traurig! Versuche, gl\u00fccklicher zu leben. Was n\u00fctzt uns, in einem sch\u00f6nen Schloss zu leben, wenn wir immer traurig sind? Die Hoffnung darfst Du nie verlieren! Lies weiter deine B\u00fccher, aber Du sollst die Welt und die Menschen besser kennen lernen. Lege deine B\u00fccher nicht weg, aber sei offen f\u00fcr die Welt!&#8220; Versuche nicht, Gott aufzurufen, um deine eigene Probleme nur zu l\u00f6sen!! Auf dem Land wirst Du mit deinen eigenen Augen selbst sp\u00fcren wie die \u00e4rmsten Leute leiden\u2026W\u00e4hrend ich ihm das sagte, gingen ihm solche Gedanken \u00fcber Macht, Geld und Armut durch den Kopf. Er verstand nicht, warum ich so arm war. Er verlor nach und nach den Bezug zu der harten Realit\u00e4t, je mehr er mir die Sagen und M\u00e4rchen erz\u00e4hlte. Beim Spazieren gehen sah er die armen Leute, die herum hingen. Einige fanden keine Arbeit. Andere mussten auf der Strasse hart handwerken, andere verhungerten. Sie tranken viel Bier. Sie spielten viel mit den Kindern. F\u00fcr ihn sollte es mehr Freude in der Welt geben\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>In der Umgebung war nichts als Armut au\u00dferhalb seines Schlosses zu sehen! Er dachte an die reichen Familienfeste, die seine Familie gab, w\u00e4hrend ich selten eine Scheibe Brot am Tag bekam. Ich sagte ihm weiter, dass es nicht schwer ist, ein gl\u00fcckliches Leben zu f\u00fchren. Es ist sch\u00f6n, zu leben. Es ist ein wahres Gl\u00fcck, dass wir leben! Zum Gl\u00fcck, sagte ich ihm, hatte er eine sch\u00f6ne Familie. Zu deinem Gl\u00fcck kennst du nur die Armut aus B\u00fcchern. Ich behauptete, dass das Gl\u00fcck nichts mit Geld zu tun hatte. F\u00fcr mich hatte das Gl\u00fcck eine andere Bedeutung. Ich nahm ihn bei der Hand und diskutierte weiter \u00fcber das Gl\u00fcck. Mir gen\u00fcgte es, wenn ich bei guten Freunden war. F\u00fcr mich selbst darf man nie das Gl\u00fcck verscherzen. Ich erkl\u00e4rte ihm, dass es f\u00fcr mich ein Gl\u00fcck war, dass er mir ab und zu Gesellschaft leistete, obwohl ich sehr arm war. Obwohl seine Eltern unsere Freundschaft nicht mit guten Augen sahen, war es dem reichen Burschen gleichg\u00fcltig. Mir reichte es, wenn er mein Freund bleiben wollte. Mir fehlt nichts, obwohl ich ein armer Junge bin. Meine Eltern haben ein Haus aus Holz erbaut, aber trotzdem leben wir gl\u00fccklich miteinander. Zu Haus waren alle froh. Wir glauben an Gott. Wir dachten jeden Tag an Gott und daraufhin kam er zu uns, um uns Gl\u00fcck zu bringen oder besser gesagt, um uns zu helfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zeit verging und Jahre sp\u00e4ter hatte er mich eingeladen, ihn zu besuchen. Er w\u00fcnschte sich, mich im Schloss als G\u00e4rtner einzustellen. Unsere Bindung zueinander ist enger geworden. Mit der Zeit ist unsere Freundschaft st\u00e4rker geworden. Ich war sein enger Freund. Wenn es innerhalb des Schlosses zum Spielen zu hei\u00df war, spielten wir auf den Strassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann hatte er sich doch wie jedermann verheiratet. Josef hat eine Familie gegr\u00fcndet. Ich versp\u00fcrte, dass er ein gl\u00fcckliches und bewusstes Leben f\u00fchrte. Er spielte viel mit seinen Kindern. Unsere Kinder haben sich miteinander befreundet. Ich erinnere mich gut daran, dass er am Wochenende die T\u00fcre seines Schlosses \u00f6ffnete, um die \u00e4rmsten Leute zu empfangen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr ihn hatte Reichtum, Macht, Geld, sch\u00f6ne Pferde keine besondere Bedeutung mehr. Ihm war die Liebe am wichtigsten, der Respekt vor den Mitmenschen, das Gl\u00fcck und die Demut hatten eine besondere Bedeutung. Er hat mit der Zeit gelernt, dass er mit reichen und armen Leute gleichsam zu genie\u00dfen mag. Ihm war die Welt und die Menschen nicht mehr l\u00e4stig. Er versp\u00fcrte enorme Lust, den \u00c4rmsten der Umgebung zu helfen. Rund um das Schloss gab es keine bewaffnete Bewacher. Die T\u00fcr seines Schlosses stand f\u00fcr die Kranken und Greise ge\u00f6ffnet. Beide k\u00f6nnten sich nicht vorstellen, wie die \u00e4rmsten und die reichsten Menschen in zwei verschiedenen Welten nebeneinander leben k\u00f6nnten. Die Tr\u00e4ume vergehen nicht so schnell wie die Zeit. Das Wunder ist geschehen. Die Wunder, die Dinge vorkommen, wenn man daran glaubt. Die Stadt hat sich merkw\u00fcrdig ver\u00e4ndert. Im Schloss fanden jetzt alle guten Wein und gebratenes auf dem Tisch. Alle f\u00fchlten sich von nun an im Herzen wohl. Ein Wunder kommt seltsamerweise vor. Es war eine andere Zeit und eine Gelegenheit, die vergangenen Jahre zu bewerten. Der Schl\u00fcssel zum zufriedenen Leben ist noch durch die Jahre nicht verlorengegangen. Gl\u00fcck, Liebe, Z\u00e4rtlichkeit und Verst\u00e4ndnis darf nirgends fehlen. So verbrachten wir gemeinsam unvergessliche Zeiten in Gesellschaft. Nun hat er wieder seinen Ehrgeiz, seinen Glauben und seine Liebe erobert.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Dieses M\u00e4rchen wurde mir von Carlos Soares [r-bechtinger@ig.com.br] zur Verf\u00fcgung gestellt.<br>Das Copyright dieses M\u00e4rchens liegt ausschlie\u00dflich bei Carlos Soares.<br>\u00a9 2003 by Carlos Soares<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tr\u00e4ume vergehen nicht so schnell wie die Zeit Die Verwandlung &#8211; Es lebte einmal ein Junge mit seinen Eltern auf einer sch\u00f6nen Burg. Sie wohnten in einem gro\u00dfen Schloss. Er war anscheinend gl\u00fccklich. Er hie\u00df Josef. Seine Spielzeuge lagen in den G\u00e4rten herum. Seine Weltanschauung war aber mir fremd. 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