{"id":4932,"date":"2026-01-26T15:17:43","date_gmt":"2026-01-26T14:17:43","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=4932"},"modified":"2026-01-26T15:17:44","modified_gmt":"2026-01-26T14:17:44","slug":"des-teufels-hilfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/des-teufels-hilfe\/","title":{"rendered":"Des Teufels Hilfe"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Des Teufels Hilfe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Josef Haltrich<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Ein armer Bauer brachte einmal Holz aus dem Walde und blieb in einer Pf\u00fctze stecken, so dass er nicht von der Stelle fortkommen konnte; da trat ein unbekannter Mann zu ihm hin und sprach: \u201eIch m\u00f6chte dir auf einmal aus der Not helfen, wenn du mir das Neueste, das jetzt in deinem Hause sich findet, zu geben versprichst; nach zwanzig Jahren erst sollst du mir&#8217;s ausliefern!&#8220; Der Bauer dachte an die neuen h\u00f6lzernen L\u00f6ffel, die er vor kurzem gekauft hatte, und versprach ohne weiteres das Verlangte, und sogleich wurde auch ein schriftlicher Vertrag aufgesetzt. Darauf zog der Fremde den Wagen samt den K\u00fchen heraus und ging fort. Als der Bauer zu Hause ankam, erfuhr er zu seinem Schrecken, es sei zu der und der Zeit ihm ein Sohn geboren. Er erkannte jetzt gleich, dass er dem B\u00f6sen sein Kind verschrieben habe; sogleich ging er zu seinem Herrn Pfarrer und gestand ihm die S\u00fcnde. Der tr\u00f6stete ihn und sprach:<\/p>\n\n\n\n<p>Erzieht nur Euern Sohn in aller Tugend und Fr\u00f6mmigkeit, so wird ihm der B\u00f6se nichts anhaben k\u00f6nnen!&#8220; Das versprach der Bauer und tat es auch gewissenhaft; aber seine Trauer konnte er vor dem Kleinen nicht lange verbergen. Der bat und fragte immer: \u201eVater, warum seid Ihr so traurig&#8220; und da sagte ihm eines Tages der Alte alles. \u201eK\u00fcmmert Euch nicht, Vater!&#8220; sprach der Knabe, \u201eder Teufel wird mir nichts tun k\u00f6nnen; der Herr Pfarrer wird mir schon sagen, wie ich mich bewahren soll!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Als der Junge zwanzig Jahre alt war, ging er zum Pfarrer und fragte ihn um Rat, wie er es mit dem Teufel anfangen solle. Der Pfarrer sagte, er m\u00f6ge nur immer beten, denn das k\u00f6nne der Teufel nicht ausstehen. Dann machte sich der Junge auf den Weg zur H\u00f6lle, denn er wollte nicht warten, bis ihn der Teufel abhole. Als er weit gegangen war, sah er nur einmal einen gro\u00dfen Baum mit goldnen Fr\u00fcchten und darunter einen geharnischten und stark bewaffneten Mann. Anfangs erschrak er; als er aber sah, dass dieser sich nicht r\u00fchrte, wagte er es n\u00e4her zu gehen. Da erz\u00e4hlte ihm der Mann seine Lebensgeschichte : Er sei ein gro\u00dfer R\u00e4uber gewesen; daf\u00fcr nun sei er unter diesen Baum gebannt; jede der goldnen Fr\u00fcchte sei eine von seinen Tods\u00fcnden; unter dem Baume aber seien die gro\u00dfen Sch\u00e4tze, die er durch Raub und Mord sich erworben habe;<\/p>\n\n\n\n<p>nun m\u00fcsse er da so lange Wache stehen und k\u00f6nne so lange nicht sterben, bis ein reiner und unschuldiger J\u00fcngling von zwanzig Jahren f\u00fcr seine Seele gebetet habe. \u201eBist du der, so bete f\u00fcr mich, und wenn ich nicht mehr bin, so hebe von dieser Stelle die gro\u00dfen Sch\u00e4tze, die dann vom Fluche frei sind!&#8220; Der Bauernjunge versprach das alles zu tun mit willigem Herzen und wanderte weiter und gelangte endlich in die H\u00f6lle. Da fing er an zu beten und ging so betend in die Teufelswerkst\u00e4tte. Als die Teufel das Gebet h\u00f6rten, flohen alle davon, und wie der Junge ihnen n\u00e4her kam, zogen sie sich in den hintersten Winkel der H\u00f6lle zur\u00fcck, aber auch hier f\u00fchlten sie sich nicht mehr sicher. Da hielten sie einen Rat und fragten untereinander: wer der gef\u00e4hrliche Fromme wohl sein k\u00f6nne und was sie weiter tun sollten. Indem fiel einem alten Teufel der Kontrakt ein, den er vor zwanzig Jahren mit dem Bauer[n] geschlossen, und er sprach: \u201eDer Fremde ist kein anderer als ein dummer Bauernjunge, den ich seinem Vater vor zwanzig Jahren betrogen hatte; leider habe ich seitdem nicht mehr daran gedacht, und so ist derselbe in der Kraft Gottes aufgewachsen; allein wartet, ich werde ihn uns gleich vom Halse schaffen!&#8220; Damit nahm sich der alte Teufel ein Herz und ging dem Jungen entgegen, warf ihm den Kontrakt zu und sprach: \u201eDu kannst damit gleich nach Hause gehen; ich schenke dich deinem Vater!&#8220; Das lie\u00df sich der Junge nicht zweimal sagen, denn ihn hatte ein Graus \u00fcberkommen, als er die vielen Marterwerkzeuge, die Zangen und Kessel voll siedenden \u00d6les und das h\u00f6llische Feuer gesehen und das \u00c4chzen und Z\u00e4hneklappern der Verdammten geh\u00f6rt hatte. Er nahm schnell den Kontrakt und kehrte zur\u00fcck; die Teufel aber freuten sich, als sie seiner los waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Als der Junge betend an den gro\u00dfen Baum zur\u00fcckkam, sank der nur einmal zusammen, und der geharnischte Mann fiel zu Boden, und er sah an ihrer Stelle zwei Aschenhaufen! Er grub nun nach, wie ihm der Mann gesagt hatte, und fand die gro\u00dfen Sch\u00e4tze. Damit zog er heim; seine Eltern freuten sich sehr, wie sie ihn wiedersahen. Von den Sch\u00e4tzen gab er einen Teil dem Herrn Pfarrer zum Danke f\u00fcr die guten Lehren und einen andern schenkte er der Kirche; nur den dritten Teil behielt er f\u00fcr sich und seine Eltern. Aber er war doch ein steinreicher Mann, und das Verm\u00f6gen vergr\u00f6\u00dferte sich immer mehr und vererbte sich fort auf Kinder und Kindeskinder, denn die waren auch alle redliche und gottesf\u00fcrchtige Menschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Des Teufels Hilfe Josef Haltrich Ein armer Bauer brachte einmal Holz aus dem Walde und blieb in einer Pf\u00fctze stecken, so dass er nicht von der Stelle fortkommen konnte; da trat ein unbekannter Mann zu ihm hin und sprach: \u201eIch m\u00f6chte dir auf einmal aus der Not helfen, wenn du mir das Neueste, das jetzt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[107,85],"tags":[],"class_list":["post-4932","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-josef-haltrich","category-maerchen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4932","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4932"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4932\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4933,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4932\/revisions\/4933"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4932"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4932"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4932"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}