{"id":4375,"date":"2026-01-24T23:59:18","date_gmt":"2026-01-24T22:59:18","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=4375"},"modified":"2026-01-24T23:59:18","modified_gmt":"2026-01-24T22:59:18","slug":"wie-der-hund-dem-wolf-schuhe-besorgte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wie-der-hund-dem-wolf-schuhe-besorgte\/","title":{"rendered":"Wie der Hund dem Wolf Schuhe besorgte"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Wie der Hund dem Wolf Schuhe besorgte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>M\u00e4rchen aus Frankreich<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es waren einmal ein Wolf und ein sehr gro\u00dfer, kr\u00e4ftiger Hund.<br>Der Wolf besuchte ihn \u00f6fters, und sie unterhielten sich gut miteinander.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages jedoch kam der Wolf und sagte zu dem Hunde: \u00bbIch muss dir mitteilen, dass ich beschlossen habe, dich aufzufressen, denn du bist genau der Braten, auf den ich heute Appetit habe!\u00ab \u00bbAber warum muss gerade ich es sein, mein Lieber?\u00ab meinte der Hund. \u00bbWenn du mich nicht frisst, werde ich dir daf\u00fcr sch\u00f6ne Schuhe beschaffen.\u00ab \u00bbGut, abgemacht. Beschaffe sie mir und ich lasse dich daf\u00fcr am Leben!\u00ab Als nun der Wolf nach einiger Zeit zu dem Hund kam, um die Schuhe abzuholen, sagte dieser: \u00abEs wird nicht mehr lange dauern, und du bekommst deine Schuhe. Merke dir aber, dass du mit diesen Schuhen ja nicht durch betaute Wiesen gehen darfst, denn das vertragen sie nicht.\u00ab Daraufhin nahm er den Wolf mit und lie\u00df ihn in eine ziemlich tiefe Senkgrube hineinsteigern.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Jauche war recht dick und reichte dem Wolf bis zu den Knien hinauf. Dann hie\u00df ihn der Hund wieder heraussteigen und sagte: \u00bbSiehst du, was du nun f\u00fcr feine Stiefel hast; sie sind genau so sch\u00f6n und hoch wie die des Bauern, in denen er so stolz herumgeht! \u00ab Dann f\u00fcgte er noch hinzu: \u00bbJetzt sind die Stiefel fertig, vergiss aber nicht, was ich dir gesagt habe, n\u00e4mlich, dass du Wasser und Tau meiden musst, denn ein zweites Mal mache ich dir auf keinen Fall neue Schuhe. Falls du aber ins Wasser gehst, nimmt dir das Wasser die Schuhe bestimmt weg.\u00ab Der Wolf befolgte diesen Rat, legte sich nieder und blieb vorsichtshalber zu Hause. So vergingen ein, zwei, drei Tage, doch dann qu\u00e4lte ihn der Hunger schon so sehr, dass er sich auf die Suche nach Nahrung machte, um sich wieder zu st\u00e4rken. Er ging durch den Wald, trank etwas Wasser aus dem Bache, ging dann durch diesen hindurch auf die andere Seite. Dr\u00fcben am anderen Ufer angelangt, sah er wieder mal wohlgef\u00e4llig auf seine geliebten Schuhe herab, doch wie erschrak er, sie waren spurlos verschwunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt erst erkannte er, dass der Hund ihn betrogen hatte, denn er hatte nur beschmierte F\u00fc\u00dfe bekommen, nicht aber wirkliche Schuhe.<\/p>\n\n\n\n<p>Sogleich lief er zu dem Hund zur\u00fcck und rief ihm w\u00fctend zu: \u00bbWas f\u00fcr Stiefel waren das, die du mir beschafft hast, du Betr\u00fcger! Nun sind sie fort und ich bin gekommen, um dich sofort zu fressen.\u00ab Darauf sagte der Hund: \u00bbIch habe dich gewarnt und dich darauf aufmerksam gemacht, nicht mit Wasser oder Tau in Ber\u00fchrung zu kommen! H\u00e4ttest du meinen Rat befolgt, so h\u00e4ttest du deine Schuhe lange behalten k\u00f6nnen. Du hast wohl geh\u00f6rt, was ich dir sagte, dass ich dir ein zweites Mal keine Schuhe mehr verschaffen werde, du kannst machen was du willst, aber neue bekommst du von mir nicht! jetzt bleibt uns nichts anderes \u00fcbrig als wegen dieser Sache vor Gericht zu gehen.\u00ab \u00bbGut, einverstanden! Dann gehen wir\u00ab, antwortete der Wolf, und sie machten sich auf den Weg. Sie hatten ausgemacht, sich Zeugen zu suchen und mit diesen zusammen sich an einem bestimmten Tag im Walde einzufinden, um von dort aus gemeinsam zum Gericht weiterzuwandern.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wolf nahm sich den B\u00e4ren und das Wildschwein, der Hund die Katze und den Hahn als Zeugen mit, und so gingen sie in den Wald.<\/p>\n\n\n\n<p>Voran ging der Wolf, ihm folgte der B\u00e4r und am Ende kam das Wildschwein. Der Wolf sagte zu dem B\u00e4ren: \u00bbDu kletterst jetzt auf diesen Tannenbaum hinauf\u00ab, \u2013 zu dem Wildschwein gewendet, meinte er: \u00bbDu aber gr\u00e4bst dich in dieses Laub ein und sitzt dort ganz stille.<\/p>\n\n\n\n<p>Sobald wir aber alle vier versammelt sind, machen wir uns das Recht selbst. Wenn ihr seht, dass ich den Hund angreife, passt gut auf; zuerst bleibt ganz still und lasst euch nicht blicken, falls ich aber allein mit dem Hund nicht fertig werden sollte, kommt mir rasch zu Hilfe. Dann fassen wir ihn und zerrei\u00dfen ihn.\u00ab Der Hund, der sich nun auch langsam n\u00e4herte, ahnte nichts von den b\u00f6sen, hinterlistigen Pl\u00e4nen des Wolfes. Er ging voran, ihm folgten der Hahn und die Katze. So gingen sie zusammen dem Treffpunkt zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Hahn trippelte und sagte zu sich: \u00bbTak, tak, tak, tak!\u00ab Der B\u00e4r, der auf der Tanne sa\u00df, h\u00f6rte das, nahm das \u201etak, tak\u201c als \u201eja, ja\u201c und dachte, sie wollten den Wolf umbringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Katze, die am Schluss folgte, hatte ihren Schwanz spitz und steif in die H\u00f6he gerichtet. Der B\u00e4r sah das und sagte zu dem Wolf: \u00bbSchau mal hin! Es sieht recht gef\u00e4hrlich aus, die will uns sicher mit diesem spitzen Spie\u00df erstechen!\u00ab Der Wolf wollte den B\u00e4ren beruhigen und sprach: \u00bbWas faselst du da f\u00fcr einen Unsinn! Wir sind kr\u00e4ftig genug, um mit diesen da fertig zu werden. Es gibt keine st\u00e4rkeren, als wir drei es sind, schon ich allein k\u00f6nnte alle drei zusammen verschlucken! \u00ab Darauf der B\u00e4r: \u00bbStimmt genau. Sie werden nicht einmal mehr piepsen k\u00f6nnen, wenn ich sie erst mit meiner Tatze fasse und mit meinen Klauen zerfleische!\u00ab Das Wildschwein aber sagte nichts, sondern bewegte nur zustimmend seinen Schwanz unter dem Laube. Als die Katze das sah, dachte sie, es h\u00e4tte sich eine Maus unter den Bl\u00e4ttern versteckt; mit einem Satz war sie dort und biss in den Schwanz. Das Wildschwein sprang erschrocken auf, die Katze erschrak auch dabei und sprang auf den Baum, auf dem der B\u00e4r versteckt sa\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser, \u00fcberzeugt, dass die Katze das Wildschwein mit ihrem Spie\u00df bereits erstochen hatte und jetzt auf ihn losgehen wolle, floh voll Angst h\u00f6her auf die Tanne hinauf, die Katze hinter ihm her. Weiter konnte der B\u00e4r nicht mehr, denn er hatte das Ende des Astes erreicht; dieser brach durch die schwere Last ab, und der B\u00e4r fiel auf die Erde hinunter, brach sich das Genick und verendete. Die Katze aber blieb auf dem Gipfel der Tanne ruhig sitzen. Das Wildschwein war indessen, so schnell es konnte, in den Wald davongelaufen, und so blieben auf dem Platz nur der Wolf und der Hund allein zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wolf griff den Hund sofort an, da er noch nicht wusste, was mit seinen Gehilfen geschehen war. Er hatte seit drei Tagen nichts gegessen und war deshalb vor Hunger ganz schwach. Der Hund aber war gro\u00df und kr\u00e4ftig wie immer. Da der Wolf mit der kr\u00e4ftigen Hilfe seiner beiden Freunde rechnete, st\u00fcrzte er sich gleich auf den Hund. Sie fassten einander, der Hund wehrte sich unerwartet tapfer, der Wolf aber, dem niemand zu Hilfe kam, wurde immer schw\u00e4cher und der Hund biss ihn schlie\u00dflich tot.<\/p>\n\n\n\n<p>So hatte der b\u00f6se Wolf sein Spiel verloren. Der Hund, der als Sieger am Platz geblieben war, erhielt nun auch vom Gericht sein Recht zugesprochen. Dieses Dokument versteckte er unter seinem Strohdach, wo es leider sp\u00e4ter von M\u00e4usen aufgefressen wurde. Seit jener Zeit ist der Hund auf die Katze b\u00f6se, weil diese die M\u00e4use nicht gefressen hatte. Die Katze aber f\u00e4ngt seitdem M\u00e4use, wo sie sie nur erwischen kann. Seit dieser Zeit datiert auch der ewige Hass des Hundes gegen die Katze, der Katze gegen die M\u00e4use und des Wolfes gegen den Hund.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie der Hund dem Wolf Schuhe besorgte M\u00e4rchen aus Frankreich Es waren einmal ein Wolf und ein sehr gro\u00dfer, kr\u00e4ftiger Hund.Der Wolf besuchte ihn \u00f6fters, und sie unterhielten sich gut miteinander. 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