{"id":437,"date":"2015-10-07T21:01:14","date_gmt":"2015-10-07T19:01:14","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=437"},"modified":"2026-01-24T03:22:37","modified_gmt":"2026-01-24T02:22:37","slug":"fundevogel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/fundevogel\/","title":{"rendered":"Fundevogel"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Es war einmal ein F\u00f6rster, der ging in den Wald auf die Jagd, und wie er in den Wald kam, h\u00f6rte er schreien, als ob&#8217;s ein kleines Kind w\u00e4re. Er ging dem Schreien nach und kam endlich zu einem hohen Baum, und oben darauf sa\u00df ein kleines Kind. Es war aber die Mutter mit dem Kinde unter dem Baum eingeschlafen, und ein Raubvogel hatte das Kind in ihrem Scho\u00dfe gesehen, da war er hinzugeflogen, hatte es mit seinem Schnabel weggenommen und auf den hohen Baum gesetzt.<\/span><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Grimms M\u00e4rchen: Fundevogel - die sch\u00f6nsten M\u00e4rchen der Br\u00fcder Grimm als H\u00f6rbuch zum Einschlafen\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/zLUG6yqhM-w?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Der F\u00f6rster stieg hinauf, holte das Kind herunter und dachte: &#8222;Du willst das Kind mit nach Hause nehmen und mit deinem Lenchen zusammen aufziehn.&#8220; Er brachte es also heim, und die zwei Kinder wuchsen miteinander auf. Das aber, das auf dem Baum gefunden worden war, und weil es ein Vogel weggetragen hatte, wurde Fundevogel gehei\u00dfen. Fundevogel und Lenchen hatten sich so lieb, nein so lieb, dass, wenn eins das andere nicht sah, ward es traurig.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Der F\u00f6rster hatte aber eine alte K\u00f6chin, die nahm eines Abends zwei Eimer und fing an, Wasser zu schleppen, und ging nicht einmal, sondern vielemal hinaus an den Brunnen. Lenchen sah es und sprach: &#8222;H\u00f6r einmal, alte Sanne, was tr\u00e4gst du denn so viel Wasser zu?&#8220;- &#8222;Wenn du&#8217;s keinem Menschen wieder sagen willst, so will ich dir&#8217;s wohl sagen.&#8220; Da sagte Lenchen, nein, sie wollte es keinem Menschen wieder sagen; so sprach die K\u00f6chin: &#8222;Morgen fr\u00fch, wenn der F\u00f6rster auf der Jagd ist, da koche ich das Wasser, und wenn&#8217;s im Kessel siedet, werfe ich den Fundevogel ,nein und will ihn darin kochen.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Des andern Morgens in aller Fr\u00fche stand der F\u00f6rster auf und ging auf die Jagd, und als er weg war, lagen die Kinder noch im Bett. Da sprach Lenchen zum Fundevogel: &#8222;Verl\u00e4sst du mich nicht, so verlass&#8216; ich dich auch nicht!&#8220;, so sprach der Fundevogel: &#8222;Nun und nimmermehr.&#8220; &#8211; Da sprach Lenchen: &#8222;Ich will es dir nur sagen, die alte Sanne schleppte gestern abend soviel Eimer Wasser ins Haus, da fragte ich sie, warum sie das t\u00e4te, so sagte sie, wenn ich&#8217;s keinem Menschen sagen wollte, so wollte sie es mir wohl sagen: sprach ich, ich wollte es gewiss keinem Menschen sagen, da sagte sie, morgen fr\u00fch, wenn der Vater auf die Jagd w\u00e4re, wollte sie den Kessel voll Wasser sieden, dich hineinwerfen und kochen. Wir wollen aber geschwind aufstehen, uns anziehen und zusammen fortgehen.&#8220;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Also standen die beiden Kinder auf, zogen sich geschwind an und gingen fort. Wie nun das Wasser im Kessel kochte, ging die K\u00f6chin in die Schlafkammer, wollte den Fundevogel holen und ihn hineinwerfen. Aber als sie hineinkam und zu den Betten trat, waren die Kinder alle beide fort, da wurde ihr grausam angst, und sie sprach vor sich: &#8222;Was will ich nun sagen, wenn der F\u00f6rster heimkommt und sieht, dass die Kinder weg sind? Geschwind hinten nach, dass wir sie wieder kriegen!&#8220;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Da schickte die K\u00f6chin drei Knechte nach, die sollten laufen und die Kinder einfangen. Die Kinder aber sa\u00dfen vor dem Wald, und als sie die drei Knechte von weitem laufen sahen, sprach Lenchen zum Fundevogel: &#8222;Verl\u00e4sst du mich nicht, so verlass&#8216; ich dich auch nicht.&#8220; &#8211; So sprach Fundevogel: &#8222;Nun und nimmermehr.&#8220; &#8211; Da sprach Lenchen: &#8222;Werde du zum Rosenst\u00f6ckchen und ich zum R\u00f6schen darauf.&#8220;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Wie nun die drei Knechte vor den Wald kamen, so war nichts da als ein Rosenstrauch und ein R\u00f6schen oben darauf, die Kinder aber nirgend. Da sprachen sie: &#8222;Hier ist nichts zu machen,&#8220; und gingen heim und sagten der K\u00f6chin, sie h\u00e4tten nichts in der Welt gesehen als nur ein Rosenst\u00f6ckchen und ein R\u00f6schen oben darauf. Da schalt die alte K\u00f6chin: &#8222;Ihr Einfaltspinsel, ihr h\u00e4ttet das Rosenst\u00f6ckchen sollen entzweischneiden und das R\u00f6schen abbrechen und mit nach Haus bringen, geschwind und tut&#8217;s.&#8220; Sie mussten also zum zweitenmal hinaus und suchen. Die Kinder sahen sie aber von weitem kommen, da sprach Lenchen:<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">&#8222;Fundevogel, verl\u00e4sst du mich nicht, so verlass&#8216; ich dich auch nicht.&#8220; &#8211; Fundevogel sagte: &#8222;Nun und nimmermehr.&#8220; &#8211; Sprach Lenchen: &#8222;So werde du eine Kirche und ich die Krone darin.&#8220; Wie nun die drei Knechte dahin kamen, war nichts da als eine Kirche und eine Krone darin. Sie sprachen also zueinander: &#8222;Was sollen wir hier machen? Lasst uns nach Hause gehen.&#8220; Wie sie nach Hause kamen, fragte die K\u00f6chin, ob sie nichts gefunden h\u00e4tten, so sagten sie, nein sie h\u00e4tten nichts gefunden als eine Kirche, da w\u00e4re eine Krone darin gewesen. &#8222;Ihr Narren,&#8220; schalt die K\u00f6chin, &#8222;warum habt ihr nicht die Kirche zerbrochen und die Krone mit heimgebracht?&#8220; Nun machte sich die alte K\u00f6chin selbst auf die Beine und ging mit den drei Knechten den Kindern nach. Die Kinder sahen aber die drei Knechte von weitem kommen, und die K\u00f6chin wackelte hinten nach. Da sprach Lenchen: &#8222;Fundevogel, verl\u00e4sst du mich nicht, so verlass&#8216; ich dich auch nicht.&#8220; -Da sprach Fundevogel: &#8222;Nun und nimmermehr.&#8220; &#8211; Sprach Lenchen: &#8222;Werde zum Teich und ich die Ente drauf.&#8220; Die K\u00f6chin aber kam herzu, und als sie den Teich sah, legte sie sich dr\u00fcber hin und wollte ihn aussaufen. Aber die Ente kam schnell geschwommen, fasste sie mit ihrem Schnabel beim Kopf und zog sie ins Wasser hinein, da musste die alte Hexe ertrinken. Da gingen die Kinder zusammen nach Hause und waren herzlich froh; und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie heute noch.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[87,85],"tags":[],"class_list":["post-437","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gebr-grimm","category-maerchen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/437","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=437"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/437\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1344,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/437\/revisions\/1344"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=437"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=437"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=437"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}