{"id":4369,"date":"2026-01-24T23:52:06","date_gmt":"2026-01-24T22:52:06","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=4369"},"modified":"2026-01-24T23:52:07","modified_gmt":"2026-01-24T22:52:07","slug":"hondidldo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/hondidldo\/","title":{"rendered":"Hondidldo"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Hondidldo<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein Bauer, der hatte drei S\u00f6hne, von denen der eine d\u00fcmmer als der andere war. Der erste hie\u00df Didldei, der zweite Didldob und der dritte, welcher der d\u00fcmmste war, Hondidldo. Der Bauer hatte in seinem Garten einen wundersch\u00f6nen neuen Apfelbaum, und da bemerkte er eines Tages. dass ihm eine Menge \u00c4pfel gestohlen waren. Darum beschloss er, heute genau achtzugeben, wer denn eigentlich der Dieb sei, und befahl dem Didldei, Nachtwache beim Baum zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p>Anfangs tat dies Didldei auch, als aber der Schlaf immer mehr und mehr seine Augen zudr\u00fcckte, da legte er sich ins Gra\u00df, und fing bald recht laut zu schnarchen an. Auf einmal h\u00f6rte er ein Ger\u00e4usch, er blickte um sich und sah von weitem einen kleinen wei\u00dfen Mann, wie er eben in dem nahegelegenen Bach verschwand. Zu seinem Staunen aber bemerkte er, dass abermals eine Menge \u00c4pfel fehlten. Traurig ging er nach Hause und erz\u00e4hlte dies seinem Vater.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Du Siebenschl\u00e4fer&#8220;, sagte dieser, &#8222;ich will dir die Augen aufmachen&#8220;, und er gab dem Didldei eine Ohrfeige. Darauf befahl er dem Didldob, die n\u00e4chste Nacht den Apfelbaum zu h\u00fcten. Das tat der, aber auch er schlief neben dem Baum ein, und es begegnete ihm dasselbe wie seinem Bruder, auch er sah den kleinen wei\u00dfen Mann. Er rieb sich die Augen und glaubte nicht recht gesehen zu haben; als er aber den Apfelbaum beinahe leer sah, ging er missvergn\u00fcgt zu seinem Vater und erz\u00e4hlte es ihm.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ja&#8220;, sagte dieser, &#8222;du hast gewiss die ganze Nacht hindurch kein Auge aufgemacht; denn h\u00e4ttest du nicht geschlafen, so w\u00fcrdest du den Dieb schon erwischt haben. Deine Nachl\u00e4ssigkeit aber soll nicht ungestraft bleiben&#8220;, sagte er, nahm einen Haslinger hervor und zog ihm t\u00fcchtig das Lederzeug an.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;H\u00f6rt, Voda, dera Hocka will i a no an Stiel finden&#8220;, rief Hondidldo, dessen gr\u00f6\u00dftes Gl\u00fcck seine Fiedel war. &#8220; Heint geh i au\u00dfi und wart, bis da Diab kimmt.&#8220; Richtig, unser Hondidldo geht hinaus, setzt sich auf den Apfelbaum, nimmt seine Fiedel und f\u00e4ngt ganz gem\u00fctlich zu spielen an.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf einmal sah er unter dem Baum ein kleines wei\u00dfes M\u00e4nnchen herumspringen. Des is ja da leibhaftige Dodamon, denkt sich der Hondidldo. Wart, wannst du da Diab bist, di wer ma a no kriagn. Er h\u00f6rt auf zu fiedeln und will den Baum hinuntersteigen. Er erschrak aber nicht wenig, als er sah, dass das M\u00e4nnchen immer gr\u00f6\u00dfer und gr\u00f6\u00dfer wurde. Unser Hondidldo aber hatte sich bald von seinem Schreck erholt, nahm seine Fiedel lustig wieder zur Hand und fing abermals zu spielen an.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wie er so fiedelte, wurde der wei\u00dfe Mann immer kleiner und kleiner und begann voll Freude zu tanzen. Endlich wurde Hondidldo m\u00fcde, er h\u00f6rte auf zu spielen und legte seine Fiedel beiseite. Sogleich wurde auch das M\u00e4nnchen wieder gr\u00f6\u00dfer, bis es beinahe schon \u00fcber den Baum hinausragte. &#8222;Siehst &#8222;,sagte er zum Hondidldo, &#8222;wenn du willst, so kannst dir mit deiner Fiedel viel Geld verdienen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Bei so was&#8220;, sagte dieser, &#8222;bin ich alleweil dabei.&#8220; &#8222;Nun, dann geh mit mir&#8220;, sagte der Mann.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Recht gern&#8220;, antwortete Hondidldo, &#8222;aber gleich kann es nicht sein, weil ich auf den Apfeldieb warten muss.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Mach dir keine Sorgen&#8220;, erwiderte der Mann, &#8222;die \u00c4pfel sollen dir alle bleiben, und auch die gestohlenen sollst du wieder erhalten.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Auch recht&#8220;, sagte Hondidldo und ging mit. Er stieg den Baum herab, nahm seine Fiedel und wollte dem Mann folgen. Das war diesem eine gem\u00e4hte Wiese, denn kaum hatte Hondidldo den Baum verlassen, so waren auch alle \u00c4pfel verschwunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Hondidldo stand ganz verwundert neben dem Baum und \u00e4rgerte sich, dass trotz seiner Wachsamkeit doch die \u00c4pfel weggekommen waren. Der Morgen brach an, der Hahn hatte bereits zum ersten Mal gekr\u00e4ht, und Hondidldo wusste nicht, was er beginnen sollte, denn der wei\u00dfe Mann war verschwunden und hatte Hondidldo in der gr\u00f6\u00dften Not zur\u00fcckgelassen. Nach Hause getraute er sich nicht, da er wusste, es w\u00fcrde ihm schlimm ergehen, wenn der Vater s\u00e4he, dass nun die \u00c4pfel g\u00e4nzlich gestohlen seien.<\/p>\n\n\n\n<p>Mir follt&#8217;s ein, denkt er sich, mei Fiedl is ja a no was wert, gehst in d&#8216; weiti Welt, und w\u00fcllst dein Glick probiern, und wann da da \u00c4pfeldiab amol untakimmt, soll a gwi\u00df mehr als Hor la\u00dfn mia\u00dfn.<\/p>\n\n\n\n<p>Gesagt, getan. Hondidldo macht sich auf den Weg. Seine Fiedel unter dem Arm ging er lange Zeit fort, bis er in einen gro\u00dfen Wald kam. Es wurde schon Nacht, und Hondidldo wusste nicht ein noch aus, denn er hatte sich im Wald verirrt. Als er so ging, fiel ihm ein, dass er ja seine Fiedel noch habe. Schnell nahm er sie hervor und fing zu spielen an. Da bemerkte er von weitem ein Lichtlein, das immer n\u00e4her kam, und auf einmal stand ein goldenes R\u00f6\u00dfchen vor ihm.<\/p>\n\n\n\n<p>Du kimmst ma grod z&#8217;recht, denkt sich da der Hondidldo, und schnell schwingt er sich auf das Pferd, das nun im Galopp davoneilte. Vor einem kleinen H\u00e4uschen mitten im Wald hielt es still. Hondidldo stieg ab und ging mit seiner Fiedel in das H\u00e4uschen. Da gewahrte er zu seinem Erstaunen eine Menge kleiner M\u00e4nnlein, welche lustig im Kreis herumtanzten, w\u00e4hrend einige dazu spielten und wieder andere an einer gro\u00dfen Tafel mit Speise und Trank sich labten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die M\u00e4nnchen schienen auf ihn gewartet zu haben, denn kaum war er eingetreten, als alles ruhig wurde. Die kleinen M\u00e4nnchen n\u00f6tigten ihn, sich zu setzen und an ihren Lustbarkeiten teilzunehmen. Hondidldo hatte gro\u00dfen Hunger, er setzte sich daher gleich zur vollen Sch\u00fcssel und fing an, t\u00fcchtig einzuhauen.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrenddessen hatten einige der M\u00e4nnchen seine Fiedel ergriffen, und da sie ihnen gar so gut gefiel, wollten sie mit unserem Hondidldo einen Tausch machen und versprachen ihm eine andere Fiedel ganz aus Gold. Hondidldo war&#8217;s zufrieden, nahm die eingetauschte Fiedel und begann gleich darauf zu spielen. Gleichzeitig bewegten sich auch die M\u00e4nnchen wieder. und fingen lustig zu tanzen und zu springen an.<\/p>\n\n\n\n<p>So ging dies lange Zeit, bis endlich Hondidldo m\u00fcde geworden war und wieder fortgehen wollte, denn er sagte, er m\u00fcsse den Apfeldieb suchen. Man wollte ihn aber nicht gehen lassen, und die kleinen M\u00e4nnchen versprachen ihm eine Menge anderer \u00c4pfel, die er alsdann nach Hause tragen k\u00f6nne. Hondidldo war damit einverstanden und fiedelte noch eine Weile fort.<\/p>\n\n\n\n<p>Als er fertig war, gaben ihm die M\u00e4nnchen einen Sack voll \u00c4pfel, Schinken und Backwerk und dergleichen mit auf den Weg. Vor dem Haus fand er wieder das goldene R\u00f6\u00dfchen. Hondidldo schwang sieh darauf, und fort ging es bis zum Apfelbaum. Hier angelangt, stieg er ab, das R\u00f6\u00dfchen verschwand, und Hondidldo ging mit seiner Fiedel und mit seinem Sack schnell in das Haus zu seinen Br\u00fcdern.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese sahen ihn ganz verwundert an, denn sie kannten ihn nicht mehr. Erst als Hondidldo ihnen alles erz\u00e4hlte, erinnerten sie sich seiner. Er sagte ihnen auch, dass er die \u00c4pfel alle im Sack habe und noch obendrein eine goldene Fiedel mitbringe, die sie am n\u00e4chsten Morgen sehen sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tag stand Hondidldo schon sehr fr\u00fch auf und wollte seine Fiedel nehmen, die er tags zuvor an die Wand geh\u00e4ngt hatte. Erstaunte aber nicht wenig, als statt derselben eine Ro\u00dfhaxen an dem Nagel hing.<\/p>\n\n\n\n<p>Als nun auch der Vater und die Br\u00fcder herzukamen, wurde der Sack ge\u00f6ffnet; zum Schreck aller aber fielen aus diesem keine \u00c4pfel, viel weniger Schinken und Backwerk, sondern lauter Kr\u00f6ten und Eidechsen kamen aus dem Sack. Hondidldo sah nun ein, dass er nicht nur um die \u00c4pfel, sondern auch um seine Fiedel auf eine sch\u00e4ndliche Weise war betrogen worden. Aus Gram \u00fcber diesen Verlust starb er bald, denn er wollte ohne Fiedel nicht leben.<\/p>\n\n\n\n<p>De G&#8217;schicht is aus<\/p>\n\n\n\n<p>Dort lauft a Maus,<\/p>\n\n\n\n<p>Hot a rots Rockerl an,<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt fongt a andrer zum erz\u00e4hln an.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hondidldo Es war einmal ein Bauer, der hatte drei S\u00f6hne, von denen der eine d\u00fcmmer als der andere war. Der erste hie\u00df Didldei, der zweite Didldob und der dritte, welcher der d\u00fcmmste war, Hondidldo. 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