{"id":4349,"date":"2026-01-24T23:24:47","date_gmt":"2026-01-24T22:24:47","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=4349"},"modified":"2026-01-24T23:24:48","modified_gmt":"2026-01-24T22:24:48","slug":"der-alte-hildebrand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/der-alte-hildebrand\/","title":{"rendered":"Der alte Hildebrand"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Der alte Hildebrand<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gebr\u00fcder Grimm<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es war amahl a Baur und a B\u00e4urin, und d\u00f6 B\u00e4urin, d\u00f6 hat der Pfarra im Dorf gern gesegn, und da hat er alleweil gwunschen, wann er nur amahl an ganzen Tag mit der B\u00e4urin allan recht vergn\u00fcgt zubringa kunnt, und der B\u00e4urin, der wars halt a recht gwesn. No, da hat er amahl zu der B\u00e4urin gsagt &#8218;hanz, mei liebi B\u00e4urin, hietzt hab i was ausstudiert, wie wir halt amahl an ganzen Tag recht vergn\u00fcgt mitanander zubringa kunnten. Wi\u00dfts was, \u00f6s legts eng aufm Mittwoch ins Bett und sagts engern Mon, \u00f6s seits krang, und lamatierts und \u00fcbelts nur recht, und das treibts fort bis aufm Sunta, wann i die Predi halt, und da wir (werde) i predigen, dass wer z&#8216; Haus a krangs Kind, an krangen Mon, a krangs Weib, an krangen Vader, a krange Muader, a krange Schwester, Bruader, oda wers sunst nacha is, hat, und der tut a Wollfart aufm G\u00f6cherliberg in W\u00e4lischland, wo ma um an Kreuzer an Metzen Lorberbladen kriegt, dem wirds krange Kind, der krange Mon, &#8217;s krange Weib, der krange Vader, d&#8216; krange Muader, d&#8216; krange Schwester, oda wers sunst nacha is, auf der Stell gsund.&#8216;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8218;D\u00f6s wir i schon machen,&#8216; hat die B\u00e4urm drauf gsagt. No, drauf, aufm Mittwoch hat sie halt d&#8216; B\u00e4urin ins Bett glegt und hat g,lamatiert und g&#8217;\u00fcbelt als wie, und ihr Mon hat ihr alles braucht, was er nur gwisst hat, &#8217;s hat aber halt nix gholfn. Wie denn der Sunta kuma is, hat d&#8216; B\u00e4urin gsagt &#8218;mir is zwar so miserabel, als ob i glei verschaden sollt, aber ans m\u00f6cht i do no vor mei End, i m\u00f6cht halt in Herrn Pfarra sei Predi h\u00f6rn, d\u00f6 er heund halten wird.&#8216; &#8218;A, mei Kind,&#8216; sagt der Baur drauf, &#8218;tu du d\u00f6s nit, du kunntst schlechter wern, wann aufstundst. Schau, es wir i in d&#8216; Predi gehn und wir recht acht gebe und wir dir alles wieder derz\u00f6hln, was der Herr Pfarra gsagt hat.&#8216; &#8218;No,&#8216; hat d&#8216; B\u00e4urin gsagt, &#8217;so geh halt und gibt recht acht und derz\u00f6hl mir alles, was d&#8216; geh\u00f6rt hast.&#8216; No, und da is der Baur halt in d&#8216; Predi ganga, und da hat der Herr Pfarra also angfangt zun predigen und hat halt gsagt, wann ans a krangs Kind, an krangen Mon, a krangs Weib, an krangen Vader, a krange Muader, a krange Schwester, Bruader, oda wers sunst nacha war, z&#8216; Haus h\u00e4t, und der wollt a Wollfart machen aufm G\u00f6ckerliberg in W\u00e4lischland, wo der Metzen Lorberbladen an Kreuzer kost, dem wird &#8217;s krange Kind, der krange Mon, &#8217;s krange Weib, der krange Vater, d&#8216; krange Muader, d&#8216; krange Schwester, Bruader, oda wers sunst nacha war, auf der Stell gsund wern, und wer also d\u00f6 Ras unternehma wollt, der soll nach der MeB zu ihm kuma, da wird er ihm den Lorbersack gebn und den Kreuzer. Da war niembd fr\u00f6her als der Bauer, und nach der Mess is er gleich zum Pfarra ganga, und der hat ihm also den Lorbersack gebn und den Kreuzer. Drauf is er nach Haus kuma und hat schon bei der Haust\u00fcr eini gschrien &#8218;juchesha, liebes Weib, hietzt is so viel, als obs gsund warst. Der Herr Pfarra hat heunt predigt, dass, wer a krangs Kind, an krangen Mon, a kranges Weib, an krangen Vader, a krange Muader, a krange Schwester, Bruader, oda wers sunst nacha war, z&#8216; Haus hat, und der macht a Wollfart aufm G\u00f6ckerliberg in W\u00e4lischland, wo der Metzen Lorberbladen an Kreuzer kost, dem wird &#8217;s krange Kind, der krange Mon, &#8217;s krange Weib, der krange Vader, d&#8216; krange Muader, d&#8216; krange Schwester, Bruader, oda wers sunst nacha war, auf der Stell gsund; und hietzt hab i mir schon den Lorbersack gholt vom Herrn Pfarra und den Kreuzer, und wir glei mein Wanderschaft antreten, dass d&#8216; desto ehender gsund wirst, und drauf is er fort ganga. Er war aber kam fort, so is die B\u00e4urin schon auf gwesn, und der Pfarra war a glei do. Hietzt lassen wir aber d\u00f6 zwa indessen auf der Seiten und g\u00e4nga mir mit,n Baur. Der is halt alleweil drauf los ganga, damit er desto ehender aufm G\u00f6ckerliberg kummt, und wie halt so geht, begegnt ihm sein Gvatter. Sein Gvatter, d\u00f6s war an Armon (Eiermann), und der is just von Mark kuma, wo er seine Ar verkauft hat. &#8218;Globt seist,&#8216; sagt sein Gvatter, &#8218;wo gehst denn so trabi hin, Gvatter?&#8216; &#8218;In Ewigkeit, Gvatter,&#8216; sagt der Baur, &#8218;mein Weib is krang worn, und da hab i heund in Herrn Pfarra sein Predi gh\u00f6rt, und da hat er predigt, dass, wann aner z&#8216; Haus an krangs Kind, an krangen Mon, a krangs Weib, an krangen Vader, a krange Muader, a krange Schwester, Bruader, oda wers sunst nacha war, hat, und er macht a Wollfart aufm G\u00f6ckerliberg in W\u00e4lischland, wo der Metzen Lorberbladen an Kreuzer kost, dem wird&#8217;s krange Kind, der krange Mon, &#8217;s krange Weib, der krange Vader, d&#8216; krange Muader, d&#8216; krange Schwester, Bruader, oda wers sunst nacha war, auf der Stell gsund, und da hab i mir von Herrn Pfarra den Lorbersack und den Kreuzer gholt, und hietzt trit i halt mein Wanderschaft an.&#8216; &#8218;Aber hanz, Gvatter,&#8216; hat der Gvatter zum Baur gsagt, &#8217;seits denn gar so dacket (einf\u00e4ltig), dass so was glauben k\u00f6nts? Wissts, was is? der Pfarra m\u00f6cht gern mit engern Weib an ganzen Tag allan recht vergn\u00fcgt zubringa, drum habn&#8217;s eng den B\u00e4rn anbunden, dass ihr,en aus,n F\u00fcssen kumts.&#8216; &#8218;Mein ,&#8216; hat der Baur gsagt, &#8217;so m\u00f6cht i do wissen, ob das wahr is.&#8216; &#8218;No,&#8216; hat der Gvatter gsagt, &#8218;wast was, setz di in mein Arkorb eini, so will i di nach Haus tragn, und da wirst es selber segn.&#8216; No, das is also geschegn, und den Baur hat sein Gvatter in sein Arkorb eini gsetzt, und der hat,n nach Haus tragn. Wie&#8217;s nach Haus kuma san, holla, da is schon lusti zuganga. Da hat die B\u00e4urin schon fast alles, was nur in ihren Hof war, abgstochen ghabt, und Krapfen hats bachen, und der Pfarra war a schon da und hat a sein Geige mitbracht ghabt. Und da hat halt der Gvatter anklopft, und d&#8216; B\u00e4urin hat gfragt, wer drau\u00dfen war. &#8218;I bins, Gvatterin,&#8216; hat der Gvatter gsagt, &#8218;mei, gebts mir heund nacht a Herberg, i hab meini Ar aufm Mark nit verkauft, und hietzt mu\u00df i&#8217;s wieder nach Haus trage, und s\u00f6 san gar z&#8216; schwar, i bring&#8217;s nit fort, es is a schon finster.&#8216; &#8218;Ja, mein Gvatter,&#8216; sagt d&#8216; B\u00e4urin drauf, &#8218;\u00f6s kumts mir recht zur unglegna Zeit. No, weils halt her nit anders is, so k\u00f6mts eina und setzts eng dort auf d&#8216; Ofenbank.&#8216; No hat sie der Gvatter also mit sein Buckelkorb auf d&#8216; Ofenbank gsetzt. Der Pfarra aber und d&#8216; B\u00e4urin, d\u00f6 warn halt recht lusti. Endli fangt der Pfarra an und sagt &#8218;hanz, mein liebi B\u00e4urin, \u00f6s k\u00f6nnts ja so sch\u00f6n singa, singts mir do ans.&#8216; &#8218;A,&#8216; sagt die B\u00e4urin, &#8218;hietzt kann i nix mehr singa, ja, in mein junge Jahren, da hab i&#8217;s wohl k\u00f6nna, aber hietzt is schon vorbei.&#8216; &#8218;Ei,&#8216; sagt wie der der Pfarra, &#8217;singts do nur a bissl.&#8216; No, da fangt die B\u00e4urin an und singt<\/p>\n\n\n\n<p>&#8218;i hab mein Mon wohl ausgesandt<\/p>\n\n\n\n<p>aufm G\u00f6ckerliberg in W\u00e4lischland&#8216;<\/p>\n\n\n\n<p>Drauf singt der Pfarra<\/p>\n\n\n\n<p>&#8218;i wollt, er blieb da a ganzes Jahr,<\/p>\n\n\n\n<p>was fragt i nach dem Lorbersack.<\/p>\n\n\n\n<p>Halleluja!&#8216;<\/p>\n\n\n\n<p>Hietzt fangt der Gvatter hinten an und singt (da muss i aber derz\u00f6hln, dass der Baur Hildebrand ghassen hat), singt also der Gvatter<\/p>\n\n\n\n<p>&#8218;ei du, mein lieber Hildebrand,<\/p>\n\n\n\n<p>was machst du auf der Ofenbank?<\/p>\n\n\n\n<p>Halleluja!&#8216;<\/p>\n\n\n\n<p>Und hietzt singt der Baur in Korb drinna<\/p>\n\n\n\n<p>&#8218;hietzt kann i das Singa nimmermehr leiden,<\/p>\n\n\n\n<p>hietzt muss i aus mein Buckelkorb steigen.&#8216;<\/p>\n\n\n\n<p>Und steigt aus&#8217;n Korb und pr\u00fcgelt den Pfaffen beim Haus hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der alte Hildebrand Gebr\u00fcder Grimm Es war amahl a Baur und a B\u00e4urin, und d\u00f6 B\u00e4urin, d\u00f6 hat der Pfarra im Dorf gern gesegn, und da hat er alleweil gwunschen, wann er nur amahl an ganzen Tag mit der B\u00e4urin allan recht vergn\u00fcgt zubringa kunnt, und der B\u00e4urin, der wars halt a recht gwesn. 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