{"id":428,"date":"2015-10-07T20:55:09","date_gmt":"2015-10-07T18:55:09","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=428"},"modified":"2026-01-24T03:20:02","modified_gmt":"2026-01-24T02:20:02","slug":"das-froschmaedchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/das-froschmaedchen\/","title":{"rendered":"Das Froschm\u00e4dchen"},"content":{"rendered":"<p>M\u00e4rchen aus Albanien<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Es waren einmal ein Mann und eine Frau, die waren schon alt und hatten kein Kind. Sie beteten immer zu Gott, er m\u00f6ge ihnen doch ein Kind schenken. Schlie\u00dflich gingen sie auf eine Wallfahrt und wieder baten sie um ein Kind, selbst wenn es ein Frosch sei.<br \/>\nSie kehrten nach Hause zur\u00fcck, und nach neun Monaten wurde ihnen ein Kind geboren &#8211; aber was f\u00fcr eins? Ein Frosch!<br \/>\nAber sie waren zufriedener damit, als wenn sie gar keins gehabt h\u00e4tten.<br \/>\nDer Frosch hielt sich immer im Weinberg auf und kam nur selten nach Hause. Der Vater arbeitete im Weinberg, und seine Frau brachte ihm jeden Tag sein Mittagessen dorthin.<br \/>\nAber da sie schon alt war, fing sie eines Tages an zu klagen: &#8222;Ach, meine F\u00fc\u00dfe wolle nicht mehr! Ich kann dir das Essen nicht mehr bringen!&#8220;<br \/>\nDa kam das Froschm\u00e4dchen von drau\u00dfen herein &#8211; es war nun schon vierzehn Jahre alt &#8211; und sagte:<br \/>\n&#8222;Liebste Mutter, ich sehe wohl, ihr k\u00f6nnt dem Vater das Essen nicht mehr bringen. Gebt es mir, ich gehe damit.&#8220;<br \/>\n&#8222;Ach, meine liebe Tochter, das wird dir schwer ankommen. Wie k\u00f6nntest du das Essen bringen? Du hast ja keine H\u00e4nde, den Topf zu tragen!&#8220;<br \/>\n&#8222;Ich kann ihn tragen&#8220;, antwortete der Frosch. &#8222;Setz mir nur den Topf auf den R\u00fccken und binde ihn mir an den Beinen fest. Und dann sei unbesorgt!&#8220;<br \/>\n&#8222;Nun, so versuche, ob du es kannst. &#8220;<br \/>\nUnd die Mutter tat, wie es ihr die Tochter gesagt hatte.<br \/>\nDas Froschm\u00e4dchen trug ihre Last den staubigen Weg entlang. Als sie aber an das Gitter des Weinbergs kam, wo der Vater arbeitete, konnte sie es nicht \u00f6ffnen und auch nicht hin\u00fcbersteigen. Da rief das Froschm\u00e4dchen seinen Vater, der kam, nahm ihr den Topf ab und a\u00df.<br \/>\nDa sagte das Froschm\u00e4dchen: &#8222;Vater, setz mich doch auf den Kirschbaum!&#8220;<br \/>\nDer Vater hob sie auf den Baum, und der Frosch fing an zu singen, so sch\u00f6n &#8211; nein, so sch\u00f6n -, dass man meinen k\u00f6nnte, die Elfen s\u00e4ngen dort.<br \/>\nDa kam ein K\u00f6nigssohn vor\u00fcber, der war auf die Jagd geritten. Er lauschte lange dem Gesang, und als nichts mehr zu h\u00f6ren war, ging er zu dem Alten und fragte: &#8222;Alter, wer singt so sch\u00f6n?&#8220;<br \/>\nDer Alte antwortete: &#8222;Ich wei\u00df es nicht. Ich habe nichts gesehen und geh\u00f6rt. Nur die Kr\u00e4hen flogen vor\u00fcber.&#8220;<br \/>\n&#8222;Aber sagt mir doch, wer es ist! Wenn es ein Mann ist, soll er mein Kamerad sein. Ist es ein M\u00e4dchen, so soll es mein Liebchen werden.&#8220;<br \/>\nDoch der Alte sch\u00e4mte und scheute sich und wollte nichts sagen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Am anderen Tage brachte das Froschm\u00e4dchen wieder dem Vater das Mittagessen. Er setzte es auch wieder auf den Kirschbaum, und der Frosch fing wieder an zu singen, dass das ganze Tal widerhallte.<br \/>\nDer K\u00f6nigssohn war auch wieder auf die Jagd geritten, vor allem aber war er gekommen, um zu h\u00f6ren, wer da sang. Wie nun der K\u00f6nigssohn den Gesang h\u00f6rte, lauschte er, und als das Froschm\u00e4dchen aufgeh\u00f6rt hatte zu singen, ging er wiederum zu dem Alten und fragte:<br \/>\n&#8222;Sagt mir doch, wer da singt!&#8220;<br \/>\nDer Alte antwortete: &#8222;Ich wei\u00df es nicht. Ich habe nichts gesehen noch geh\u00f6rt. Die Kr\u00e4hen flogen vor\u00fcber.&#8220;<br \/>\n&#8222;Aber der Gesang ergreift mir das Herz! Ihr wisst es sicherlich, Alter, wer da singt. Wenn es ein Mann ist, soll er mein Kamerad sein. Ist es ein M\u00e4dchen, so soll es mein Liebchen werden!&#8220;<br \/>\nDa antwortete der Alte: &#8222;Ich m\u00f6chte es wohl sagen, aber ich sch\u00e4me mich &#8211; und Euch wird es auch verdrie\u00dfen.&#8220;<br \/>\n&#8222;Habt nur keine Angst, erz\u00e4hlt es mir&#8220;, bat der K\u00f6nigssohn.<br \/>\nDa erz\u00e4hlte der Alte ihm: &#8222;Der da singt, ist ein Frosch! Und es ist meine Tochter!&#8220;<br \/>\n&#8222;Nun, so sag ihr, dass sie herabkommen soll.&#8220;<br \/>\nDa kam das Froschm\u00e4dchen herab und hub noch einmal zu singen an.<br \/>\nDem K\u00f6nigssohn h\u00fcpfte das Herz vor Vergn\u00fcgen und er bat:<br \/>\n&#8222;So sei du mein Liebchen! Morgen kommen die Br\u00e4ute meiner Br\u00fcder in den Palast. Und demjenigen, dessen Braut die sch\u00f6nste Rose mitbringt, will der K\u00f6nig sein ganzes Reich geben. Geh du als mein Liebchen dorthin und bringe dem K\u00f6nig eine Rose, wie du sie ausgesucht hast!&#8220;<br \/>\nDas Froschm\u00e4dchen antwortete: &#8222;Ich werde kommen, wie du es w\u00fcnscht. Du musst mir aber vom Hofe den wei\u00dfen Hahn schicken, auf dem will ich reiten.&#8220;<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Da ritt der K\u00f6nigssohn zur\u00fcck und schickte vom Hofe den wei\u00dfen Hahn.<br \/>\nDas M\u00e4dchen aber ging zur Sonne und bat um Sonnenkleider.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Am n\u00e4chsten Morgen bestieg das Froschm\u00e4dchen den wei\u00dfen Hahn und nahm die Sonnenkleider mit. So ritt sie zur K\u00f6nigsstadt. Als aber ein Frosch auf einem Hahn an die Stadtwache kam, wollte diese sie nicht hereinlassen. Das Froschm\u00e4dchen aber sagte, es wolle sich beim K\u00f6nigssohn beklagen! Da \u00f6ffnete man das Tor.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Sowie sie die Stadt betreten hatten, verwandelte sich der Hahn in eine wei\u00dfe Elfe. Aus dem Frosch aber wurde das sch\u00f6nste M\u00e4dchen von der Welt. Es zog seine Sonnenkleider an und trug in der Hand als Bl\u00fcte eine Weizen\u00e4hre. So schritt es zum K\u00f6nigspalast<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Da kam der K\u00f6nig zu der Braut seines \u00e4ltesten Sohnes. Sie zeigte ihm eine wundersch\u00f6ne Rose. Darauf ging er zu der Braut des anderen Sohnes, sie zeigte ihm eine Nelke. Dann wandte er sich zu der Braut des j\u00fcngsten Sohnes, sah die Weizen\u00e4hre und sagte:<br \/>\n&#8220; Du hast uns die sch\u00f6nste und zugleich die n\u00fctzlichste Rose gebracht. Ich sehe, du wei\u00dft, dass man ohne Weizen nicht leben kann &#8211; und dass du zu wirtschaften verstehst. Was sollen uns andere Rosen und Gepr\u00e4nge? Werde du die Frau meines j\u00fcngsten Sohnes, dessen Liebchen du warst. Ihm will ich mein K\u00f6nigreich hinterlassen.&#8220;<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Und so wurde das Froschm\u00e4dchen eine K\u00f6nigin.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00e4rchen aus Albanien<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[85,190,133],"tags":[],"class_list":["post-428","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-maerchen","category-maerchen-aus-albanien","category-maerchen-weltweit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/428","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=428"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/428\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":429,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/428\/revisions\/429"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=428"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=428"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=428"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}