{"id":4272,"date":"2026-01-24T00:57:08","date_gmt":"2026-01-23T23:57:08","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=4272"},"modified":"2026-01-24T00:57:09","modified_gmt":"2026-01-23T23:57:09","slug":"von-der-baerin-dem-bauer-und-der-fuechsin-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/von-der-baerin-dem-bauer-und-der-fuechsin-2\/","title":{"rendered":"Von der B\u00e4rin, dem Bauer und der F\u00fcchsin"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Von der B\u00e4rin, dem Bauer und der F\u00fcchsin<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Johann Georg von Hahn &#8211; Griechisches Tierm\u00e4rchen<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein Bauer, der ackerte, und bei dem kam eine B\u00e4rin und ein Hase vorbei. Und der Hase k\u00fcsste die B\u00e4rin; dann aber sch\u00e4mte sich die B\u00e4rin und sprach: \u00bbWie konnte mich so ein Hase k\u00fcssen, den ich ja sonst nicht ansehe? \u00ab und bat den Bauer: \u00bbSage ja Niemandem, dass mich der Hase gek\u00fcsst hat, ich gebe dir auch einen Korb voll Honig. Sagst du aber etwas, dann fre\u00df&#8216; ich dich.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bauer versprach, Niemand etwas zu sagen, und nahm den Honig an.<\/p>\n\n\n\n<p>Als am Abend der Bauer nach Hause fuhr, schlich ihm die B\u00e4rin heimlich nach, stieg leise, leise auf das Dach und lauerte.<\/p>\n\n\n\n<p>Da kam der Bauer, trat ins Haus, setzte sich, a\u00df, holte dann den Honig herbei und gab davon dem ganzen Hause zu essen. Da fragten ihn seine Leute, wo er den Honig gefunden habe. Er sagte: \u00bbirgendwo\u00ab, und wollte es nicht gestehen. Aber sie qu\u00e4lten ihn so lange, bis er es ihnen endlich doch erz\u00e4hlte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die B\u00e4rin, welche oben auf dem Hause sa\u00df, h\u00f6rte alles mit an, stieg dann herunter und ging auf den Acker. Wie nun des andern Morgens der Bauer auf den Acker kam, da sagte ihm die B\u00e4rin: \u00bbjetzt fre\u00df&#8216; ich dich, denn du hast es erz\u00e4hlt. \u00ab Der Bauer verschwur sich hoch und teuer, dass er nichts gesagt habe. Die B\u00e4rin aber sprach: \u00bbIch habe oben auf dem Dache gesessen und Alles geh\u00f6rt, und drum will ich dich jetzt fressen. \u00ab Da bat sie der Bauer: \u00bbLass mich den Acker noch fertig s\u00e4en, und dann friss mich. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbMeinetwegen, aber mach&#8216; schnell, denn wenn ich zur\u00fcckkomme, werd&#8216; ich dich fressen. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer Weile kam eine F\u00fcchsin des Weges, die sah den Bauer bek\u00fcmmert da stehen und fragte ihn: \u00bbwarum bist du so traurig? \u00ab Da erz\u00e4hlte ihr dieser: so und so.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbBah\u00ab, sagte die F\u00fcchsin, \u00bbund das bek\u00fcmmert dich so sehr? &#8211; Was gibst du mir, wenn ich dir aus der Klemme helfe? \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbEinen Sack voll H\u00fchner und noch ein paar in der Hand.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbGut\u00ab, sagte die F\u00fcchsin. \u00bbWenn die B\u00e4rin zur\u00fcckkehrt, so werde ich oben auf dem Berge hervorkommen und dir zurufen: He, Bauer, gibt&#8217;s hier was f\u00fcr den K\u00f6nig zu jagen? Und dann musst du antworten: nein, es gibt nichts. Und wenn ich dich dann frage: was ist das dort? dann musst du antworten, was dir die B\u00e4rin sagt. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Darauf kam die B\u00e4rin und wollte ihn fressen. Da kam die F\u00fcchsin auf dem Berg hervor und rief: \u00bbHe, Bauer! Gibt\u2019s hier etwas f\u00fcr den K\u00f6nig zum Jagen? \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbSage: nein, es gebe nichts\u00ab, sagte die B\u00e4rin zum Bauer.<br>\u00bbNein, es gibt nichts! \u00ab rief der Bauer zur\u00fcck.<br>\u00bbWas ist denn das, was dort steht? \u00ab<br>\u00bbSage, es sei ein Holzklotz\u00ab, sagte die B\u00e4rin zum Bauer.<br>\u00bbEs ist ein Holzklotz! \u00ab rief der Bauer.<br>Drauf rief die F\u00fcchsin herunter: \u00bbSteck es &#8217;nmal in den Sack.\u00ab<br>\u00bbSteck mich hinein, steck mich hinein\u00ab, bat ihn die B\u00e4rin.<br>\u00bbHast du es hineingesteckt? \u00ab fragte die F\u00fcchsin von oben.<br>\u00bbJawohl! \u00ab rief der Bauer zur\u00fcck.<br>\u00bbNun, dann bind&#8216; ihn fest zu. \u00ab<br>\u00bbBinde, binde! \u00ab rief die B\u00e4rin aus dem Sack.<br>\u00bbHast du ihn zugebunden? \u00ab fragte die F\u00fcchsin von oben.<br>\u00bbJa wohl! \u00ab schrie der Bauer hinauf.<br>\u00bbSo walke, was dir in die H\u00e4nde gefallen. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Da l\u00f6ste der Bauer das Pflugjoch ab, und schlug damit auf die B\u00e4rin, bis sie tot war.<\/p>\n\n\n\n<p>Drauf sprach der Bauer zur F\u00fcchsin: \u00bbF\u00fcr das Gute, das du an mir getan hast, werde ich dir einen Sack voll H\u00fchner und ein paar in der Hand bringen. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWarum so viele, mein Guter? Ein Paar w\u00fcrde hinreichen. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbNein, nein, ein Mann ein Wort! \u00ab erwiderte der Bauer. \u00bbWo kann ich dich finden?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbAn dem und dem Ort ist meine H\u00f6hle\u00ab, sagte die F\u00fcchsin; \u00bbda komm&#8216; hin und ruf&#8216; mich heraus. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bauer aber tat zwei Hasenhunde in den Sack, nahm ein paar H\u00fchner in die Hand, ging damit zur H\u00f6hle der F\u00fcchsin und rief ihr zu, \u00bbsie solle ihre H\u00fchner nehmen. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbLass sie los\u00ab, sagte die F\u00fcchsin, \u00bbda fang ich sie schon. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbKomm n\u00e4her\u00ab, meinte der Bauer, \u00bbdamit du sie sicher f\u00e4ngst. Zuerst will ich dir die im Sack geben, und dann die, welche ich in der Hand trage. \u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Die F\u00fcchsin stellte sich also auf und passte, bis der Sack gel\u00f6st w\u00e4re und sie die H\u00fchner fressen k\u00f6nnte. Da geht der Sack auf, die Hunde werden los und st\u00fcrzen auf die F\u00fcchsin. Sie nehmen sie bald von rechts, bald von links, k\u00f6nnen sie aber doch nicht fassen. Und wie sich die F\u00fcchsin von ihnen losgemacht, sprang sie auf einen Marmorfelsen um sich auszuruhen, und sagte zu sich: \u00bbmeine Mutter war kein Richter und mein Vater war auch kein Richter; was kam mir alten Esel an, den Richter zu spielen? Da wollt&#8216; ich doch gleich, dass einer da w\u00e4re, und mich totschl\u00fcge, dass er mich am Schweife fasste, und mich so lange walkte, bis ich drauf ginge.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Felsen war aber ein Mann versteckt, der hatte zugeh\u00f6rt, und packte die F\u00fcchsin beim Schweife, und schlug sie so lange, bis sie hin war.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war einmal ein Bauer, der ackerte, und bei dem kam eine B\u00e4rin und ein Hase vorbei. 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