{"id":426,"date":"2015-10-07T20:53:56","date_gmt":"2015-10-07T18:53:56","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=426"},"modified":"2026-01-29T01:55:44","modified_gmt":"2026-01-29T00:55:44","slug":"der-froschkoenig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/der-froschkoenig\/","title":{"rendered":"Der Froschk\u00f6nig"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Der Froschk\u00f6nig<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gebr. Grimm<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">In den alten Zeiten, lebte ein K\u00f6nig, dessen T\u00f6chter waren alle sch\u00f6n; aber die j\u00fcngste war so sch\u00f6n, dass sich die Sonne selber, die doch schon so vieles gesehen hat, verwunderte, sooft sie ihr ins Gesicht schien. Nahe bei dem Schlosse des K\u00f6nigs lag ein gro\u00dfer, dunkler Wald, und in dem Walde unter einer alten Linde war ein Brunnen. Wenn nun der Tag sehr hei\u00df war, ging das K\u00f6nigskind hinaus in den Wald und setzte sich an den Rand des k\u00fchlen Brunnens, und wenn sie Langeweile hatte, nahm sie eine goldene Kugel, warf sie in die H\u00f6he und fing sie wieder; und das war ihr liebstes Spielwerk.<\/span><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Der Froschk\u00f6nig oder der eiserne Heinrich von den Br\u00fcdern Grimm (deutsches H\u00f6rbuch zum Einschlafen)\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/oOLPFdih9F0?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Nun trug es sich einmal zu, dass die goldene Kugel der K\u00f6nigstochter nicht in ihr H\u00e4ndchen fiel, das sie in die H\u00f6he gehalten hatte, sondern vorbei auf die Erde schlug und geradezu ins Wasser hineinrollte. Die K\u00f6nigstochter folgte ihr mit den Augen nach, aber die Kugel verschwand, und der Brunnen war tief, so tief, dass man keinen Grund sah. Da fing sie an zu weinen und weinte immer lauter und konnte sich gar nicht tr\u00f6sten. Und wie sie so klagte, rief ihr jemand zu: &#8222;Was hast du vor, K\u00f6nigstochter? Du schreist ja, dass sich ein Stein erbarmen m\u00f6chte.&#8220; Sie sah sich um, woher die Stimme kam, da erblickte sie einen Frosch, der seinen dicken, h\u00e4sslichen Kopf aus dem Wasser streckte. &#8222;Ach, du bist&#8217;s, alter Wasser-patscher?&#8220; sagte sie. &#8222;Ich weine \u00fcber meine goldene Kugel, die mir in den Brunnen hinabgefallen ist.&#8220; &#8211; &#8222;Sei still und Weine nicht&#8220;, antwortete der Frosch, &#8222;ich kann wohl Rat schaffen; aber was gibst du mir, wenn ich dein Spielwerk wieder heraufhole?&#8220; &#8211; &#8222;Was du haben willst, lieber Frosch&#8220;, sagte sie, &#8222;meine Kleider, meine Perlen und Edelsteine, auch noch die goldene Krone, die ich trage.&#8220; Der Frosch antwortete: &#8222;Deine Kleider, deine Perlen und Edelsteine und deine goldene Krone, die mag ich nicht; aber wenn du mich lieb haben willst, und ich soll dein Geselle und Spielkamerad sein, an deinem Tischlein neben dir sitzen, von deinem goldenen Tellerlein essen, aus deinem Becherlein trinken, in deinem Bettlein schlafen -wenn du mir das versprichst, so will ich hinunterspringen und dir die goldene Kugel wieder heraufholen.&#8220; -&#8222;Ach ja&#8220;, sagte sie, &#8222;ich verspreche dir alles, was du willst, wenn du mir nur die Kugel wiederbringst.&#8220; Sie dachte aber: &#8222;Was der einf\u00e4ltige Frosch schw\u00e4tzt! Der sitzt im Wasser bei seinesgleichen und quakt und kann keines Menschen Geselle sein.&#8220;<\/span><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/FroschkoenigKI.jpg\" rel=\"lightbox[426]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"940\" height=\"940\" src=\"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/FroschkoenigKI-940x940.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2139\" srcset=\"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/FroschkoenigKI-940x940.jpg 940w, https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/FroschkoenigKI-620x620.jpg 620w, https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/FroschkoenigKI-300x300.jpg 300w, https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/FroschkoenigKI-768x768.jpg 768w, https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/FroschkoenigKI.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 940px) 100vw, 940px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\"> Der Frosch, als er die Zusage erhalten hatte, tauchte seinen Kopf unter, sank hinab, und \u00fcber ein Weilchen er wieder heraufgerudert, hatte die Kugel im Maul und warf sie ins Gras. Die K\u00f6nigstochter war voll Freude, als sie ihr sch\u00f6nes Spielwerk wieder erblickte, hob es auf und sprang damit fort. &#8222;Warte, warte&#8220;, rief der Frosch, &#8222;nimm mich mit, ich kann nicht so laufen wie du!&#8220; Aber was half es ihm, dass er ihr sein &#8222;Quak Quak&#8220; so laut nachschrie, als er konnte! Sie h\u00f6rte nicht darauf, eilte nach Hause und hatte den armen Frosch vergessen, der wieder in seinen Brunnen hinabsteigen musste. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Am andern Tage, als sie sich mit dem K\u00f6nig und allen Hofleuten zur Tafel gesetzt hatte und von ihrem goldenen Tellerlein a\u00df, da kam, plitsch platsch, plitsch platsch, etwas die Marmortreppe heraufgekrochen, und als es oben angelangt war, klopfte es an die T\u00fcr und rief: &#8222;K\u00f6nigstochter, j\u00fcngste, mach&#8216; mir auf&#8220;&#8218; Sie lief und wollte sehen, wer drau\u00dfen w\u00e4re; als sie aber aufmachte, sa\u00df der Frosch davor. Da warf sie die T\u00fcr hastig zu, setzte sich wieder an den Tisch, und war ihr ganz angst. Der K\u00f6nig sah wohl, dass ihr das Herz gewaltig klopfte, und sprach: &#8222;Mein Kind, was f\u00fcrchtest du dich? Steht etwa ein Riese vor der T\u00fcr und will dich holen?&#8220; &#8211; &#8222;Ach nein&#8220;, antwortete sie, &#8222;es ist kein Riese, sondern ein garstiger Frosch.&#8220; &#8211; &#8222;Was will der Frosch von dir?&#8220; &#8211; &#8222;Ach lieber Vater, als ich gestern im Wald bei dem Brunnen sa\u00df und spielte, da fiel meine goldene Kugel ins Wasser. Und weil ich so weinte, hat sie der Frosch wieder heraufgeholt, und weil er es durchaus verlangte, so versprach ich ihm, er solle mein Geselle werden; ich dachte aber nimrnermehr&#8216; dass er aus seinem Wasser herausk\u00f6nnte. Nun ist er drau\u00dfen und will zu mir herein.&#8220; Indem klopfte es zum zweitenmal und rief::<br><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;<\/span><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">K\u00f6nigstochter, j\u00fcngste, <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Mach&#8216; mir auf! <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Wei\u00dft du nicht, was gestern <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Du zu mir gesagt <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Bei dem k\u00fchlen Brunnenwasser? <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">K\u00f6nigstochter, j\u00fcngste, <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Mach&#8216; mir auf!&#8220;<br><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Da sagte der K\u00f6nig: &#8222;Was du versprochen hast, das musst du auch halten; geh&#8216; nur und mach&#8216; ihm auf.&#8220; Sie ging und \u00f6ffnete die T\u00fcr; da h\u00fcpfte der Frosch herein, ihr immer auf dem Fu\u00dfe nach, bis zu ihrem Stuhl. Da sa\u00df er und rief: &#8222;Heb&#8216; mich hinauf zu dir!&#8220; Sie zauderte, bis es endlich der K\u00f6nig befahl. Als der Frosch erst auf dem Stuhle war, wollte er auf den Tisch, und als er da sa\u00df, sprach er: &#8222;Nun schieb mir dein goldenes Tellerlein n\u00e4her, damit wir zusammen essen.&#8220; Das tat sie zwar, aber man sah wohl, dass sie&#8217;s nicht gern tat. Der Frosch lie\u00df sich&#8217;s gut schmecken, aber ihr blieb fast jedes Bi\u00dflein im Halse. Endlich sprach er: &#8222;Ich habe mich satt gegessen und bin m\u00fcde, nun trag mich in dein K\u00e4mmerlein und mach&#8216; dein seiden Bettlein zurecht, da wollen wir uns schlafen legen.&#8220; Die K\u00f6nigstochter fing an zu weinen und f\u00fcrchtete sich vor dem kalten Frosch, den sie sich nicht anzur\u00fchren getraute, und der nun in ihrem sch\u00f6nen, reinen Bettlein schlafen sollte. Der K\u00f6nig aber ward zornig und sprach: &#8222;Wer dir geholfen hat, als du in der Not warst, den sollst du hernach nicht verachten.&#8220; Da packte sie ihn mit zwei Fingern, trug ihn hinauf und setzte ihn in eine Ecke. Als sie aber im Bette lag, kam er gekrochen und sprach: &#8222;Ich bin m\u00fcde, ich will schlafen so gut wie du; heb&#8216; mich hinauf, oder ich sag&#8217;s deinem Vater.&#8220; Da ward sie erst bitterb\u00f6se, holte ihn herauf, warf ihn aus allen Kr\u00e4ften wider die Wand und sagte: &#8222;Nun wirst du Ruhe haben, du garstiger Frosch!&#8220; Als er aber herabfiel, war er kein Frosch, sondern ein K\u00f6nigssohn mit sch\u00f6nen, freundlichen Augen. Der war nun nach ihres Vaters Willen ihr lieber Geselle und Gemahl. Da erz\u00e4hlte er ihr, er w\u00e4re von einer b\u00f6sen Hexe verw\u00fcnscht worden, und niemand h\u00e4tte ihn aus dem Brunnen erl\u00f6sen k\u00f6nnen als sie allein, und morgen wollten sie zusammen in sein Reich gehen. Dann schliefen sie ein, und am andern Morgen, als die Sonne sie aufweckte, kam ein Wagen herangefahren mit acht wei\u00dfen Pferden bespannt, die hatten wei\u00dfe Strau\u00dfenfedern auf dem Kopfe und gingen in goldenen Ketten, und hinten stand der Diener des jungen K\u00f6nigs, das war der treue Heinrich. Der treue Heinrich hatte sich so betr\u00fcbt, als sein Herr in einen Frosch verwandelt worden war, dass er drei eiserne Bande hatte um sein Herz legen lassen, damit es ihm nicht vor Weh und Traurigkeit zerspr\u00e4nge. Der Wagen aber sollte den jungen K\u00f6nig in sein Reich abholen; der treue Heinrich hob beide hinein, stellte sich wieder hinten auf und war voller Freude \u00fcber die Erl\u00f6sung. Und als sie ein St\u00fcck Wegs gefahren waren, h\u00f6rte der K\u00f6nigssohn, dass es hinter ihm krachte, als w\u00e4re etwas zerbrochen. Da drehte er sich um und rief: &#8222;Heinrich, der Wagen bricht!&#8220;<br><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;<\/span><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Nein, Herr, der Wagen nicht, <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Es ist ein Band von meinem Herzen, <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Das da lag in gro\u00dfen Schmerzen, <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Als Ihr in dem Brunnen sa\u00dft, <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Als Ihr ein Frosch wart.&#8220;<br><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Noch einmal und noch einmal krachte es auf dem Wege, und der K\u00f6nigssohn meinte immer, der Wagen br\u00e4che, und es waren doch nur die Bande, die vom Herzen des treuen Heinrich absprangen, weil sein Herr erl\u00f6st und gl\u00fccklich war. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nahe bei dem Schlosse des K\u00f6nigs lag ein gro\u00dfer, dunkler Wald, und in dem Walde unter einer alten Linde war ein Brunnen. 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