{"id":398,"date":"2015-10-07T20:29:27","date_gmt":"2015-10-07T18:29:27","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=398"},"modified":"2025-12-28T01:56:26","modified_gmt":"2025-12-28T00:56:26","slug":"der-fliegende-koffer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/der-fliegende-koffer\/","title":{"rendered":"Der fliegende Koffer"},"content":{"rendered":"<p>Hans Christian Andersen<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Es war einmal ein Kaufmann, der war so reich, dass er die ganze Stra\u00dfe und fast noch eine kleine Gasse dazu mit Silbergeld pflastern konnte; aber das tat er nicht, er wusste sein Geld anders anzuwenden. Gab er einen Schilling aus, so bekam er einen Taler wieder; so ein guter Kaufmann war er \u2013 und dann starb er.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Der Sohn bekam nun alles Geld, und er lebte lustig, ging jede Nacht zur Maskerade, machte Papierdrachen aus Talerscheinen und lie\u00df Goldst\u00fccke wie flache Steine \u00fcber das Wasser h\u00fcpfen. So konnte das Geld schon alle werden, und das tat es auch. Zuletzt besa\u00df er nicht mehr als vier Schillinge und hatte keine andern Kleider als ein Paar Pantoffeln und einen alten Schlafrock. Nun k\u00fcmmerten sich seine Freunde nicht l\u00e4nger um ihn, da sie ja nicht zusammen auf die Stra\u00dfe gehen konnten; aber einer von ihnen, der gutm\u00fctig war, sandte ihm einen alten Koffer und sagte: \u00bbPack ein! \u00ab Ja, das war nun gut gesagt, aber er hatte nichts einzupacken; darum setzte er sich selbst in den Koffer.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Es war ein merkw\u00fcrdiger Koffer. Sobald man auf das Schloss dr\u00fcckte, konnte der Koffer fliegen. Er dr\u00fcckte, und husch! flog er mit ihm durch den Schornstein hoch \u00fcber die Wolken, weiter und weiter fort; knackte es aber im Boden, war er sehr in Angst, dass der Koffer in St\u00fccke gehen k\u00f6nnte, denn dann h\u00e4tte er einen t\u00fcchtigen Purzelbaum gemacht! Gott bewahre uns! Und so kam er in das Land der T\u00fcrken. Den Koffer verbarg er im Wald unter d\u00fcrren Bl\u00e4ttern und ging dann in die Stadt. Das konnte er auch gut, denn bei den T\u00fcrken gingen ja alle so wie er in Schlafrock und Pantoffeln. Da begegnete er einer Amme mit einem kleinen Kind. \u00bbH\u00f6re, du T\u00fcrkenamme\u00ab, sagte er, \u00bbwas ist das f\u00fcr ein gro\u00dfes Schloss hier dicht bei der Stadt, wo die Fenster so hoch sitzen? \u00ab<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u00bbDa wohnt die Tochter des K\u00f6nigs! \u00ab sagte sie. \u00bbEs ist ihr prophezeit, dass sie \u00fcber einen Geliebten sehr ungl\u00fccklich werden w\u00fcrde, und deshalb darf niemand zu ihr kommen, wenn nicht der K\u00f6nig und die K\u00f6nigin dabei sind! \u00ab<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u00bbDanke sch\u00f6n! \u00ab sagte der Kaufmannssohn und ging hinaus in den Wald, setzte sich in seinen Koffer, flog auf das Dach und kroch durch das Fenster zur Prinzessin.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Sie lag auf dem Sofa und schlief; sie war so sch\u00f6n, dass der Kaufmannssohn sie k\u00fcssen musste. Da erwachte sie und erschrak sehr, er aber sagte, er sei der T\u00fcrkengott, der durch die Luft zu ihr gekommen sei, und das gefiel ihr gut.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Dann sa\u00dfen sie nebeneinander, und er erz\u00e4hlte ihr Geschichten von ihren Augen: sie seien die herrlichsten dunklen Seen, und die Gedanken tummelten sich darin wie Nixen; und er erz\u00e4hlte von ihrer Stirn: sie sei ein Schneeberg mit den pr\u00e4chtigsten S\u00e4len und Bildern, und er erz\u00e4hlte vom Storch, der die s\u00fc\u00dfen kleinen Kinder bringt.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Ja, das waren herrliche Geschichten! Dann freite er um die Prinzessin, und sie sagte sogleich ja.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u00bbAber Ihr m\u00fcsst am Sonnabend herkommen! \u00ab sagte sie. \u00bbDa sind der K\u00f6nig und die K\u00f6nigin bei mir zum Tee! Sie werden sehr stolz darauf sein, dass ich den T\u00fcrkengott bekomme. Aber seht zu, dass Ihr ein recht h\u00fcbsches M\u00e4rchen wisst, denn das lieben meine Eltern au\u00dferordentlich. Meine Mutter will es moralisch und vornehm haben und mein Vater lustig, so dass man lachen kann! \u00ab<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u00bbJa, ich bringe kein anderes Hochzeitsgeschenk als ein M\u00e4rchen! \u00ab sagte er, und so trennten sie sich. Aber die Prinzessin gab ihm einen S\u00e4bel, der war mit Goldst\u00fccken besetzt, und die konnte er gut gebrauchen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Nun flog er fort, kaufte sich einen neuen Schlafrock und sa\u00df dann drau\u00dfen im Wald und dichtete an einem M\u00e4rchen; das sollte bis zum Sonnabend fertig sein, und das ist gar nicht so leicht.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Als er es fertig hatte, war es Sonnabend.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Der K\u00f6nig, die K\u00f6nigin und der ganze Hof waren zum Tee bei der Prinzessin. Er wurde sehr gn\u00e4dig empfangen!<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u00bbBitte erz\u00e4hlen Sie uns ein M\u00e4rchen\u00ab, sagte die K\u00f6nigin, \u00bbeins, das tiefsinnig und belehrend ist. \u00ab<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u00bbAber wor\u00fcber man doch lachen kann! \u00ab sagte der K\u00f6nig.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u00bbJawohl! \u00ab sagte er und erz\u00e4hlte. Und nun gut aufgepasst!<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u00bbEs war einmal ein Bund Schwefelh\u00f6lzchen, die waren so \u00fcberaus stolz auf ihre hohe Herkunft! Ihr Stammbaum, das hei\u00dft die gro\u00dfe Fichte, von der jedes ein kleines H\u00f6lzchen war, hatte als gro\u00dfer, alter Baum im Wald gestanden. Die Schwefelh\u00f6lzchen lagen nun im Regal zwischen einem Feuerzeug und einem alten Eisentopf, und sie erz\u00e4hlten ihnen von ihrer Jugend. \u203aJa, als wir auf dem gr\u00fcnen Zweig waren\u2039, sagten sie, \u203ada waren wir wirklich auf dem gr\u00fcnen Zweig! Jeden Morgen und Abend gab es Diamanttee, das war der Tau; den ganzen Tag hatten wir Sonnenschein, wenn die Sonne schien, und die kleinen V\u00f6gel mussten uns Geschichten erz\u00e4hlen. Wir konnten wohl merken, dass wir auch reich waren, denn die Laubb\u00e4ume waren nur im Sommer bekleidet, aber unsere Familie konnte sich gr\u00fcne Kleider im Sommer wie im Winter leisten. Doch da kamen die Holzhauer, das war die gro\u00dfe Revolution, und unsere Familie wurde zersplittert. Der Stammherr bekam seinen Platz als Gro\u00dfmast auf einem pr\u00e4chtigen Schiff, das die Welt umsegeln konnte, wenn es wollte; die anderen Zweige kamen nach anderen Orten, und wir haben nun das Amt, der niedrigen Menge das Licht anzuz\u00fcnden. Deshalb sind wir vornehmen Leute hierher in die K\u00fcche gekommen.\u2039<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u203aMir ist es ganz anders ergangen! \u2039 sagte der Eisentopf, neben dem die Schwefelh\u00f6lzchen lagen. \u203aSeit ich auf die Welt gekommen bin, bin ich viele Male gescheuert und in mir ist gekocht worden! Ich sorge f\u00fcr das Solide und bin eigentlich der Erste hier im Hause. Meine einzige Freude ist, nach Tisch rein und fein auf dem Regal zu stehen und ein vern\u00fcnftiges Gespr\u00e4ch mit meinen Kameraden zu f\u00fchren. Doch wenn ich vom Wassereimer absehe, der hin und wieder einmal in den Hof kommt, so leben wir immer innerhalb unserer vier W\u00e4nde. Unser einziger Neuigkeitsbote ist der Marktkorb, aber was der von Regierung und Volk erz\u00e4hlt, das ist so beunruhigend; ja, neulich war da ein alter Topf, der vor Schreck dar\u00fcber herunterfiel und in St\u00fccke zersprang. Der traut sich was, kann ich euch sagen! \u2039 \u2013 \u203aNun schwatzt du zuviel! \u2039 sagte das Feuerzeug, und der Stahl schlug gegen den Feuerstein, dass er Funken spr\u00fchte. \u203aWollen wir uns nicht einen lustigen Abend machen? \u2039<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u203aJa, lasst uns davon sprechen, wer der Vornehmste ist! \u2039 sagten die Schwefelh\u00f6lzchen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u203aNein, ich rede nicht gern von mir selbst\u2039, sagte die Tonkruke. \u203aLass uns eine Abendunterhaltung veranstalten! Ich will anfangen, ich werde etwas erz\u00e4hlen, was jeder erlebt hat; da kann man sich leicht hineinversetzen, und das ist sehr vergn\u00fcglich. An der Ostsee, bei den d\u00e4nischen Buchen \u2013\u2039<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u203aDas ist ein h\u00fcbscher Anfang! \u2039 sagten alle Teller. \u203aDas wird bestimmt eine Geschichte, die uns gef\u00e4llt.\u2039<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u203aJa, da verlebte ich meine Jugend bei einer stillen Familie; die M\u00f6bel wurden poliert, der Fu\u00dfboden gescheuert, und alle vierzehn Tage wurden reine Gardinen auf geh\u00e4ngt! \u2039<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u203aWie interessant Sie doch erz\u00e4hlen! \u2039 sagte der Kehrbesen. \u203aMan kann gleich h\u00f6ren, dass ein Frauenzimmer erz\u00e4hlt, es ist so etwas Reinliches darin! \u2039<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u203aJa, das f\u00fchlt man! \u2039 sagte der Wassereimer und machte vor Freude einen kleinen Sprung, dass es auf den Fu\u00dfboden platschte.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Und die Tonkruke fuhr fort zu erz\u00e4hlen, und das Ende war ebenso gut wie der Anfang.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Alle Teller klapperten vor Freude, und der Kehrbesen zog gr\u00fcne Petersilie aus dem Sandloch und bekr\u00e4nzte die Tonkruke, denn er wusste, dass es die andern \u00e4rgern w\u00fcrde. \u203aBekr\u00e4nze ich sie heute\u2039, dachte er, \u203aso bekr\u00e4nzt sie mich morgen.\u2039<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u203aNun will ich tanzen! \u2039 sagte die Feuerzange und tanzte. Gott bewahre uns, wie konnte sie das eine Bein in die H\u00f6he strecken! Der alte Stuhl\u00fcberzug im Winkel platzte, als er es sah! \u203aWerde ich nun auch bekr\u00e4nzt? \u2039 fragte die Feuerzange, und sie wurde es.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u203aDas ist doch nur P\u00f6bel! \u2039 dachten die Schwefelh\u00f6lzchen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Nun sollte die Teemaschine singen; sie sagte aber, sie sei erk\u00e4ltet, sie k\u00f6nne nicht singen, wenn es nicht in ihr koche, aber das war nur Vornehmtuerei, sie wollte nicht singen, wenn sie nicht bei der Herrschaft auf dem Tisch stand.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Im Fenster sa\u00df eine alte G\u00e4nsefeder, mit der das M\u00e4dchen zu schreiben pflegte. Es war nichts Bemerkenswertes an ihr, au\u00dfer dass sie gar zu tief in das Tintenfass getaucht worden war, und darauf war sie nun stolz. \u203aWill die Teemaschine nicht singen\u2039, sagte sie, \u203aso soll sie es bleibenlassen! Drau\u00dfen h\u00e4ngt eine Nachtigall in einem Bauer, die kann singen. Sie hat freilich nichts gelernt, aber dar\u00fcber wollen wir heute abend hinwegsehen! \u2039<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u203aIch finde es h\u00f6chst unpassend\u2039, sagte der Teekessel \u2013 er war K\u00fcchens\u00e4nger und Halbbruder der Teemaschine \u2013, \u203adass man einen solchen fremden Vogel h\u00f6ren soll! Ist das patriotisch? Man soll den Marktkorb dar\u00fcber urteilen lassen!\u2039<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u203aIch \u00e4rgere mich nur!\u2039 sagte der Marktkorb, \u203aich \u00e4rgere mich innerlich so sehr, wie sich das niemand vorstellen kann! Ist das eine passende Art, den Abend zu begehen? W\u00fcrde es nicht richtiger sein, das Haus in Ordnung zu bringen? Ein jeder m\u00fcsste an seinen Platz kommen, und ich w\u00fcrde die ganze Sache leiten. Das w\u00fcrde etwas anderes werden!\u2039<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u203aJa, lasst uns Spektakel machen!\u2039 sagten alle.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">In diesem Augenblick ging die T\u00fcr auf. Es war das Dienstm\u00e4dchen, und da standen sie still. Keiner muckste sich! Aber jeder einzelne Topf, der wusste wohl, was er tun konnte und wie vornehm er war.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u203aJa, wenn ich gewollt h\u00e4tte\u2039, dachte jeder, \u203aso w\u00e4re es freilich ein lustiger Abend geworden!\u2039<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Das Dienstm\u00e4dchen nahm die Schwefelh\u00f6lzchen und machte Feuer damit an. \u2013 Gott bewahre uns, wie die spr\u00fchten und aufloderten!<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u203aNun kann doch jeder sehen\u2039, dachten sie, \u203adass wir die Ersten sind! Welchen Glanz haben wir! Welches Licht!\u2039<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Und damit waren sie verbrannt.\u00ab<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u00bbDas war ein herrliches M\u00e4rchen!\u00ab sagte die K\u00f6nigin. \u00bbIch f\u00fchle mich ganz in die K\u00fcche zu den Schwefelh\u00f6lzchen versetzt; ja, nun sollst du unsere Tochter haben.\u00ab<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u00bbJawohl!\u00ab sagte der K\u00f6nig; \u00bbdu sollst unsere Tochter am Montag haben!\u00ab Denn jetzt sagten sie \u203adu\u2039 zu ihm, da er zur Familie geh\u00f6ren sollte.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Die Hochzeit war nun bestimmt, und am Abend vorher wurde die ganze Stadt illuminiert. Kringel und Brezeln wurden unter das Volk geworfen; die Gassenjungen standen auf den Zehen, riefen Hurra und pfiffen durch die Finger; es war au\u00dferordentlich prachtvoll.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u203aJa, ich werde wohl auch etwas zum besten geben m\u00fcssen!\u2039 dachte der Kaufmannssohn. Und so kaufte er Raketen, Knallerbsen und alles Feuerwerk, was man sich nur denken kann, legte es in seinen Koffer und flog damit in die Luft.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Hui, wie das ging und wie das puffte!<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Alle T\u00fcrken h\u00fcpften dabei in die H\u00f6he, dass ihnen die Pantoffeln um die Ohren flogen; so eine Lufterscheinung hatten sie noch nie gesehen. Nun konnten sie begreifen, dass es der T\u00fcrkengott selbst war, der die Prinzessin haben sollte.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Sobald der Kaufmannssohn mit seinem Koffer wieder in den Wald kam, dachte er: \u203aIch will doch in die Stadt gehen, um zu erfahren, wie es sich ausgenommen hat!\u2039 Und es war ja ganz nat\u00fcrlich, dass er Lust dazu hatte.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Nein, was die Leute erz\u00e4hlten! Jeder, den er danach fragte, hatte es auf seine Weise gesehen, aber herrlich war es f\u00fcr alle gewesen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u00bbIch habe den T\u00fcrkengott selbst gesehen\u00ab, sagte der eine. \u00bbEr hatte Augen wie gl\u00e4nzende Sterne und einen Bart wie sch\u00e4umende Wasser!\u00ab<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u00bbEr flog in einem Feuermantel!\u00ab sagte ein anderer. \u00bbDie lieblichsten Engelskinder blickten aus den Falten hervor!\u00ab<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Ja, das waren herrliche Sachen, die er h\u00f6rte, und am n\u00e4chsten Tag sollte er Hochzeit machen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Nun ging er in den Wald zur\u00fcck, um sich in seinen Koffer zu setzen \u2013 aber wo war der geblieben? Der Koffer war verbrannt. Ein Funken des Feuerwerks war zur\u00fcckgeblieben, der hatte das Feuer entfacht, und der Koffer lag in Asche. Er konnte nicht mehr fliegen, nicht mehr zu seiner Braut gelangen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Sie stand den ganzen Tag auf dem Dach und wartete; sie wartet noch, er aber geht in der Welt umher und erz\u00e4hlt M\u00e4rchen, doch sind sie nicht mehr so lustig wie das von den Schwefelh\u00f6lzchen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hans Christian Andersen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[88,85],"tags":[],"class_list":["post-398","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hans-chr-andersen","category-maerchen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/398","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=398"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/398\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":399,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/398\/revisions\/399"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=398"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=398"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=398"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}