{"id":388,"date":"2015-10-07T20:16:09","date_gmt":"2015-10-07T18:16:09","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=388"},"modified":"2025-12-28T02:03:59","modified_gmt":"2025-12-28T01:03:59","slug":"herr-fix-und-fertig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/herr-fix-und-fertig\/","title":{"rendered":"Herr Fix und Fertig"},"content":{"rendered":"<p>Gebr. Grimm<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p align=\"justify\">Fix und Fertig war lange Zeit Soldat gewesen, weil aber der Krieg ein Ende hatte und nichts mehr zu tun war, als einen und alle Tage dasselbe, nahm er seinen Abschied und wollte Lakai bei einem gro\u00dfen Herrn werden. Da gab\u2018s Kleider mit Gold besetzt, viel zu schaffen und immer was Neues. Also machte er sich auf den Weg und kam an einen fremden Hof, da sah er einen Herrn, der in dem Garten spazieren ging. Fix und Fertig besann sich nicht lang, trat frisch auf ihn zu sagte: &#8222;mein Herr, ich suche Dienste bei einem gro\u00dfen Herrn, sind\u2018s Ew. Majest\u00e4t selbst, so ist mir\u2018s am liebsten, ich kann und wei\u00df alles, was dazu geh\u00f6rt, kurz und lang, wies befohlen wird.&#8220; Der Herr sagte: &#8222;recht, mein Sohn, das w\u00e4re mir lieb, sag an, was ist anjetzt mein Verlangen?&#8220; Fix und Fertig ohne zu antworten drehte sich um, lief eilend und brachte eine Pfeife und Tabak. &#8222;Recht, mein Sohn, du bist mein Bedienter, aber nun gebe ich dir auf, mir die Prinzessin Nomini zu schaffen, die sch\u00f6nste auf der Welt, die will ich zu meiner Gemahlin haben.&#8220; &#8211; &#8222;Wohlan, sagte Fix und Fertig, das ist mir ein kleines, die sollen Ew. Maj. bald haben, geben Sie mir nur eine Chaise bespannt mit Sechsen, einen Leibkutscher, Haiducken, Laufer, Lakaien, Koch und einen v\u00f6lligen Staat, mir selbst aber f\u00fcrstliche Kleider, und jedermann muss meinen Befehlen gehorchen.&#8220; Nun, fuhren sie ab, der Herr Bedienter sa\u00df in der Kutsche und es ging immer dem k\u00f6niglichen Hof zu, wo die sch\u00f6ne Prinzessin war. Als die Chaussee zu Ende war, fuhren sie ins Feld hinein und kamen bald vor einen gro\u00dfen Wald, der war voll von vielen tausend V\u00f6geln, da war ein grausamer Gesang, pr\u00e4chtig in die blaue Luft hinein. &#8222;Halt! halt! rief der Fix und Fertig, die V\u00f6gel nicht gest\u00f6rt! die preisen ihren Sch\u00f6pfer und wollen mir wieder einmal dienen, links um!&#8220; der Kutscher musste also umdrehen und um den Wald herumfahren. Danach w\u00e4hrte es nicht lang, so kamen sie an ein gro\u00dfes Feld, da sa\u00dfen an die tausend Millionen Raben, die schrien nach Speise \u00fcberlaut. &#8222;Halt! halt! rief der Herr Fix und Fertig: bind eins von den vordersten Pferden los, f\u00fchr es aufs Feld und stichs tot, dass die Raben gespeist werden, die sollen meinetwegen keinen Hunger leiden.&#8220; Nachdem die Raben ges\u00e4ttigt waren, ging die Reise weiter und sie kamen an ein Wasser, darin war ein Fisch, der klagte erb\u00e4rmlich: &#8222;um Gotteswillen! ich habe keine Nahrung in diesem schlechten Sumpf, setzt mich in ein flie\u00dfendes Wasser, daf\u00fcr will ich euch einmal gegendienen.&#8220; Eh er noch ausgeredet, hatte Fix und Fertig halt! halt! gerufen; &#8222;Koch nimm ihn in die Sch\u00fcrze, Kutscher fahr zu nach einem flie\u00dfenden Wasser.&#8220; Fix und Fertig stieg selber aus und setzte ihn hinein, dass der Fisch vor Freude mit dem Schwanz schlug. Herr Fix und Fertig sprach: &#8222;lasst nun die Pferde rasch laufen, dass wir zu Abend noch an Ort und Stelle sind.&#8220; Als er in der k\u00f6niglichen Residenz anlangte fuhr er gerade nach dem besten Gasthof, der Wirt und alle seine Leute kamen heraus, empfingen ihn aufs Beste und meinten, ein fremder K\u00f6nig sei angekommen, und es war doch nur ein Herr Bedienter. Fix und Fertig aber lie\u00df sich gleich bei dem k\u00f6niglichen Hof anmelden, suchte sich beliebt zu machen und hielt um die Prinzessin an. &#8222;Mein Sohn, sagte der K\u00f6nig, dergleichen Freier sind schon viele abgewiesen worden, weil keiner hat ausrichten k\u00f6nnen, was ich ihnen auferlegt hatte, um meine Tochter zu gewinnen.&#8220; &#8222;Wohlan, sprach Fix und Fertig, geben Ew. Majest\u00e4t mir nur was rechtes auf.&#8220; Der K\u00f6nig sagte: &#8222;ich habe ein Viertel Mohnsamen s\u00e4en lassen, kannst du mir denselben wieder herbei schaffen, dass kein Korn fehlt, so sollst du die Prinzessin f\u00fcr deinen Herrn haben.&#8220; Hoho! dachte Fix und Fertig, das ist ein geringes f\u00fcr mich. Nahm darauf ein Maa\u00df, Sack und schneewei\u00dfe T\u00fccher, ging hinaus, und die letzteren breitete er neben das bes\u00e4te Feld hin. Gar nicht lange, da kamen die V\u00f6gel, die im Walde bei ihrem Singen nicht waren verst\u00f6rt worden, und lasen den Samen, K\u00f6rnchen f\u00fcr K\u00f6rnchen auf und trugen ihn auf die wei\u00dfen T\u00fccher. Als sie alles aufgelesen hatten, sch\u00fcttete es Fix und Fertig zusammen in den Sack, nahm das Maa\u00df unter den Arm, ging zu dem K\u00f6nig und maa\u00df ihm seinen ausges\u00e4ten Samen wieder zu, gedachte nun die Prinzessin w\u00e4re schon sein &#8211; aber gefehlt: &#8222;noch eins, mein Sohn, sagte der K\u00f6nig, meine Tochter hat einstmals ihren goldnen Ring verloren, denselben musst du mir erst wiederschaffen, eh du sie bekommen kannst.&#8220; Fix und Fertig machte sich keine Sorgen: &#8222;lassen Ew. Majest\u00e4t mir nur das Wasser und die Br\u00fccke zeigen, wo der Ring verloren worden, so soll er bald herbeigeschafft sein.&#8220; Als er hingebracht war, sah er hinab, da schwamm der Fisch herzu, den er auf seiner Reise in den Fluss gesetzt hatte, streckte den Kopf in die H\u00f6he und sagte: &#8222;wart einige Augenblicke, ich fahre hinunter, ein Wallfisch hat den Ring unter der Flo\u00dffeder, da will ich ihn holen;&#8220; kam auch bald wieder und warf ihn ans Land. Fix und Fertig bracht ihn zum K\u00f6nig, dieser aber antwortete: &#8222;nun noch eins, in jenem Walde ist ein Einhorn, das hat schon vielen Schaden getan, wenn du das T\u00f6ten kannst, dann ist nichts mehr \u00fcbrig.&#8220; Fix und Fertig bek\u00fcmmerte sich auch hier nicht gro\u00df, sondern ging geradezu in den Wald. Da waren die Raben, die er einmal gefuttert und sprachen: &#8222;noch eine kleine Weile Geduld, jetzt liegt das Einhorn und schl\u00e4ft, aber nicht auf der scheelen Seite, wenn es sich herumdreht, dann wollen wir ihm das eine gute Auge, das er hat, auspicken, dann ist es blind und wird in seiner Wut gegen die B\u00e4ume rennen und mit seinem Horn sich festspie\u00dfen; dann kannst du es leicht t\u00f6ten.&#8220; Bald w\u00e4lzte sich das Tier ein paar Mal im Schlaf herum und legte sich auf die andere Seite, da flogen die Raben herunter und hackten ihm sein gesundes Auge aus. Wie es die Schmerzen empfand, sprang es auf und rannte unsinnig im Wald herum, bald auch hatte es sich in eine dicke Eiche festgerennt. Da sprang Fix und Fertig herbei, hieb ihm den Kopf ab, und brachte ihn dem K\u00f6nig. Dieser konnte nun seine Tochter nicht l\u00e4nger versagen, sie ward dem Fix und Fertig \u00fcbergeben, der sich gleich in vollem Staat, wie er gekommen war, mit ihr in die Kutsche setzte, zu seinem Herrn fuhr und ihm die liebevolle Prinzessin brachte. Da ward er wohl empfangen, und in aller Pracht Hochzeit gehalten; Fix und Fertig aber wurde erster Minister.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gebr. 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