{"id":343,"date":"2015-10-07T00:19:21","date_gmt":"2015-10-06T22:19:21","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=343"},"modified":"2025-12-27T22:58:54","modified_gmt":"2025-12-27T21:58:54","slug":"dat-erdmaenneken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/dat-erdmaenneken\/","title":{"rendered":"Dat Erdm\u00e4nneken"},"content":{"rendered":"<p>Gebr. Grimm<br \/>\n<!--more--><br \/>\nEt was mal en rik K\u00fcnig west, de hadde drei D\u00f6chter had, de w\u00f6ren alle Dage in den Schlottgoren spazeren gaen, un de K\u00fcnig, dat was so en Leivhawer von allerhand wackeren B\u00f6men west; un einen, den hadde he so leiv had, dat he denjenigen, de \u00fcmme en Appel dervon pl\u00fcckede, hunnerd Klafter unner de Eere verw\u00fcnschede.<\/p>\n<p>Als et nu Hervest was, da worden de Appel an den einen Baume so raut ase Blaud. De drei D\u00f6chter gungen alle Dage unner den Baum un seihen to, ov nig de Wind&#8217;n Appel herunnerschlagen h\u00e4dde, awerst se fannen ir Levedage kienen, un de Baum, de satt so vull, dat he breken wull, un de Telgen hungen bis up de Eere.<\/p>\n<p>Da gelustede den jungesten K\u00fcnigskinne gewaldig, un et segde to sinen S\u00fcstern: \u201eUse Teite, de hett us viel to leiv, ase dat he us verw\u00fcnschen deihe: ik gl\u00f6ve, dat he dat nur wegen de fr\u00fcmden Lude dahen hat.\u201c Un indes pl\u00fccked dat Kind en gans dicken Appel af un sprunk fur sinen S\u00fcstern un segde: \u201eAh, nu schmecket mal, mine lewen S\u00fcsterkes, nu hew ik doch min Levedage so wat Schones no nig schrnecket.\u201c Da beeten de beiden annern K\u00fcnigsd\u00f6chter auch mal in den Appel, un da vers\u00fcnken se alle drei deip unner de Eere, dat kien Haan mer danach kr\u00e4hete.<\/p>\n<p>As et da Middag is, da wull se de K\u00fcnig do Diske roopen, do sind se nirgends to finnen; he s\u00f6ket se so viel im Schlott un in Goren, awerst he kun se nig finnen. Da werd he so bedr\u00f6wet un let dat ganse Land upbeien, un wer \u00fcnne sine D\u00f6chter wierbrechte, de sull ene davon tor Fruen hewen.<\/p>\n<p>Da gaet so viele junge Lude uwer Feld un s\u00f6ket, dat is gans ut der Wiese, denn jeder hadde de drei Kinner geren had, wiil se w\u00f6ren gegen jedermann so fr\u00fcndlig un so sch\u00f6n von Angesichte west. Un et togen auk drei J\u00e4gerburschen ut, un ase da wol en acht Dage rieset hadden, da kummet se up en grot Schlot, da woren so h\u00fcbsche Stoben inne west, un in einen Zimmer is en Disch decket, darup w\u00f6ren so s\u00f6te Spisen, de sied noch so warme, dat se dampet, awerst in den ganzen Schlott is kien Minsk to h\u00f6ren noch to seihen.<\/p>\n<p>Do wartet se noch en halwen Dag, un de Spisen bliewet immer warme un dampet, bis up et lest, da weret se so hungerig, dat se sik derbie settet un ettet, un maket mit en anner ut, se w\u00fcllen up den Schlotte wuhnen bliewen un w\u00fcllen dar\u00fcmme loosen, dat eine in Huse blev un de beiden annern de D\u00f6chter s\u00f6keten; dat doet se auck, un dat Loos dreppet den \u00f6lesten.<\/p>\n<p>Den annern Dag, da gaet de twei j\u00fcngesten s\u00f6ken, un de \u00f6leste mot to Huse bliewen. Am Middage k\u00fcmmt der so en klein, klein M\u00e4nneken un h\u00f6lt um&#8217;n St\u00fcksken Braud ane, da n\u00fcmmt he von dem Braude, wat he da funnen h\u00e4dde, un schnitt en St\u00fccke rund umme den Braud weg un will \u00fcnne dat giewen, indes dat he et \u00fcnne reiket, lett et dat kleine M\u00e4nneken fallen un segd, he sulle dok so gut sin un giewen \u00fcn dat St\u00fccke wier. Da will he dat auk doen un bucket sik, mit des n\u00fcmmt dat M\u00e4nneken en Stock un p\u00e4ckt \u00fcnne bie den Haaren un giwt \u00fcnne d\u00fcete Schl\u00e4ge.<\/p>\n<p>Den anneren Dag, da is de tweide to Hus bliewen, den geit et nicks better. Ase de beiden annern da den Avend nah Hus k\u00fcmmet, da segd de \u00f6leste: \u201eNo, wie h\u00e4tt et die dann gaen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eO et geit mie gans schlechte.\u201c Da klaget se sik enanner ere Naud, awerst den jungesten hadden se nicks davonne sagd, den hadden se gar nig lien mogt un hadden \u00fcnne jummer den dummen Hans heiten, weil he nig recht van de Weld was.<\/p>\n<p>Den dritten Dag, da blivt de jungeste to Hus, da k\u00fcmmet dat kleine M\u00e4nneken wier un h\u00f6lt um en St\u00fccksken Braud an; da he \u00fcnne dat giewen h\u00e4tt, let he et wier fallen un segd, he m\u00fcgte dock so gut sien un reiken \u00fcnne dat St\u00fccksken wier. Da segd he to den kleinen M\u00e4nneken: \u201eWat! kannst du dat St\u00fccke nig sulwens wier upn\u00fcmmen, wenn du die de M\u00f6he nig mal um dine d\u00e4gliche Narunge giewen wust, so bist du auk nig wert, dat du et etest.\u201c<\/p>\n<p>Da word dat M\u00e4nneken so b\u00f6s un sehde, he m\u00f6st et doen; he awerst nig fuhl, nam min lewe M\u00e4nneken un drosch et duet d\u00f6r. Da schrie ge dat M\u00e4nneken so viel un rep: \u201eH\u00f6r up, h\u00f6r up un lat mie geweren, dann will ik die auck seggen, wo de K\u00fcnigsd\u00f6chter sied.\u201c Wie he dat h\u00f6rde, h\u00e4ll he up to slaen, un dat M\u00e4nneken vertelde, he w\u00f6r en Erdm\u00e4nneken, un sulke w\u00e4ren mehr ase dusend, he m\u00f6gte man mit \u00fcnne gaen, dann wulle he \u00fcnne wiesen, wo de K\u00fcnigsd\u00f6chter weren.<\/p>\n<p>Da wist he \u00fcnne en deipen Born, da is awerst kien Water inne west. Da segd dat M\u00e4nneken, he wuste wohl, dat et sine Gesellen nig ehrlich mit \u00fcnne meinten, wenn he de K\u00fcnigskinner erl\u00f6sen wulle, dann m\u00f6ste he et alleine doen. De beiden annern Broer wullen wohl auck geren de K\u00fcnigsd\u00f6chter wierhewen, awerst se wullen der kiene M\u00f6ge un Gefahr umme doen, he m\u00f6ste so en grauten Korv n\u00fcmmen un m\u00f6ste sik mit sinen Hirschf\u00e4nger un en Schelle darinne setten un sik herunterwinnen laten; unnen da w\u00f6ren drei Zimmer, in jeden sette ein K\u00fcnigskind un h\u00e4dde en Drachen mit villen K\u00f6ppen to lusen, den m\u00f6ste he de K\u00f6ppe afschlagen. Ase dat Erdm\u00e4nneken nu dat alle sagd hadde, verschwand et.<\/p>\n<p>Ase\u2018t Awend is, da k\u00fcmmet de beiden annern un fraget, wie et \u00fcn gaen h\u00e4dde, da segd he: \u201eOh, so wit gud\u201c, un h\u00e4dde keinen Minsken sehen, ase des Middags, da wer so ein klein M\u00e4nneken kummen, de h\u00e4dde \u00fcn umme en St\u00fccksken Braud biddit, do he et \u00fcnne giewen h\u00e4dde, h\u00e4dde dat M\u00e4nneken et fallen laten un h\u00e4dde segd, he m\u00f6gtet \u00fcnne doch wier upn\u00fcmmen, wie he dar nig h\u00e4dde doen wullt, da h\u00e4dde et anfangen to puchen, dat h\u00e4dde he awerst unrecht verstan un h\u00e4dde dat M\u00e4nneken pr\u00fcgelt, un da h\u00e4dde et \u00fcnne vertellt, wo de K\u00fcnigsd\u00f6chter w\u00e4ren. Da \u00e4rgerten sik de beiden so viel, dat se gehl un gr\u00f6n w\u00f6ren.<\/p>\n<p>Den annern Morgen, da gungen se to haupe an den Born un mackten Loose, wer sik dat erste in den Korv setten sulle, da feel dat Loos wier den \u00f6llesten to, he mot sik darin setten un de Klingel mitn\u00fcmmen.<\/p>\n<p>Da segd he: \u201eWenn ik klingele, so mutt gi mik nur geschwinne wier herupwinnen.\u201c Ase he en bitken herunner is, da klingelte wat, da winnen se \u00fcnne wier heruper; da sett sik de tweide herinne, de maket ewensau; nu k\u00fcmmet dann auck de Riege an den jungesten, da l\u00e4t sik awerst gans drinne runnerwinnen.<\/p>\n<p>Ase he ut den Korve stiegen is, da n\u00fcmmet he sinen Hirschf\u00e4nger un geit vor der ersten Doer staen un lustert, da hort he den Drachen gans lute schnarchen. He maket langsam de D\u00f6re oppen, da sitt da de eine K\u00fcnigsdochter un h\u00e4d op eren Schot niegene Drachenk\u00f6ppe ligen un luset de. Da n\u00fcmmet he sinen Hirschf\u00e4nger un hogget to, da siet de niegne Koppe awe. De K\u00fcnigsdochter sprank up un f\u00e4l \u00fcnne um den Hals un drucket un piepete \u00fcnn so viel un n\u00fcmmet ihr Brustst\u00fccke, dat wor von rauen Golle west, un henget \u00fcnne dat umme. Da geit he auck nach der tweiden K\u00fcnigsdochter, de h\u00e4d en Drachen mit sieven K\u00f6ppe to lusen un erl\u00f6set de auck, so de jungeste, de hadde en Drachen mit vier K\u00f6ppen to lusen had, da geit he auck hinne. Do froget se sik alle so viel un drucketen un piepeten ohne Uph\u00f6ren.<\/p>\n<p>Da klingelte he sau harde, bis dat se owen h\u00f6rt. Da set he de K\u00fcnigsd\u00f6chter ein nach der annern in den Korv un let se alle drei heruptrecken, wie nu an \u00fcnne de Riege k\u00fcmmt, da fallet \u00fcn de Woore von den Erdm\u00e4nneken wier bie, dat et sine Gesellen mit \u00fcnne nig gut meinden.<\/p>\n<p>Da n\u00fcmmet he en groten Stein, de da ligt, un legt \u00fcn in den Korv, ase de Korv da ungef\u00e4hr bis in de Midde herup is, schnien de falsken Broer owen dat Strick af, dat de Korv mit den Stein up den Grund f\u00fcll, un meinten, he w\u00f6re nu daude, un laupet mit de drei K\u00fcnigsd\u00f6chter wege un latet sik dervan verspreken, dat se an ehren Vater seggen willt, dat se beiden se erl\u00f6set h\u00e4dden; da k\u00fcmmet se tom K\u00fcnig un begert se tor Frugen.<\/p>\n<p>Unnerdies geit de jungeste J\u00e4gerbursche gans bedr\u00f6wet in den drei Kammern herummer un denket, dat he nu wull sterwen m\u00f6ste, da s\u00fcht he an der Wand&#8217;n Fleutenpipe hangen, da segd. he: \u201eWor\u00fcmme hengest du da wull, hier kann ja doch keiner lustig sin?\u201c<\/p>\n<p>He bekucket auck de Drachenk\u00f6ppe un segd: \u201eJu k\u00fcnnt mie nu auck nig helpen.\u201cHe geit so mannigmal up un af spatzeren, dat de Erdboden davon glat werd. Up et lest, da kriegt he annere Gedanken, da n\u00fcmmete he de Fleutenpipen van der Wand un blest en St\u00fccksken, up eenmahl kummet da so viele Erdm\u00e4nnekens, bie jeden Don, den he d\u00e4ht, kummt eint mehr; da blest he so lange dat St\u00fccksken, bis det Zimmer stapte vull is.<\/p>\n<p>De fraget alle, wat sin Begeren w\u00f6re, da segd he, he wull geren wier up de Ere an Dages Licht, da fatten sie \u00fcnne alle an, an jeden Spir \u00a0Haar, wat he up sinen Koppe hadde, un sau fleiget se mit \u00fcnne herupper his up de Ere.<\/p>\n<p>Wie he owen is, geit he glick nach den K\u00fcnigsschlott, wo grade de Hochtit mit der einen K\u00fcnigsdochter sin sulle, un geit up den Zimmer, wo de K\u00fcnig mit sinen drei D\u00f6chtern is. Wie \u00fcnne da de Kinner seihet, da wered se gans beschw\u00e4mt. Da werd de K\u00fcnig so b\u00f6se un let \u00fcnne glick in een Gef\u00e4ngnisse setten, weil he meint, he h\u00e4dde den Kinnern en Leid anne daen. Ase awer de K\u00fcnigsd\u00f6chter wier to sik kummt, da biddet se so viel, he mogte \u00fcnne doch wier lose laten. De K\u00fcnig fraget se wor\u00fcmme, da segd se, dat se dat nig vertellen dorften, awerst de Vaer, de segd, se sullen et en Owen vertellen. Da geit he herut un lustert an de D\u00f6re un h\u00f6rt alles. Da let he de beiden an en Galgen h\u00e4ngen, un den einen givt he de jungeste Dochter; un da trok ik en Paar gl\u00e4serne Schohe an, un da stott ik an en Stein, da segd et: \u201eKlink!\u201cDa w\u00f6ren se kaput.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gebr. 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