{"id":309,"date":"2015-10-06T23:55:28","date_gmt":"2015-10-06T21:55:28","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=309"},"modified":"2026-01-16T15:52:05","modified_gmt":"2026-01-16T14:52:05","slug":"eginhard-und-emma","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/eginhard-und-emma\/","title":{"rendered":"Eginhard und Emma"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Eginhard und Emma<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Heinrich Pr\u00f6hle<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kaiser Karl der Gro\u00dfe war nicht nur ein gewaltiger Kriegsheld, der alle seine Feinde unterwarf, sondern auch ein Freund und F\u00f6rderer der Kunst und Wissenschaft. Darum beg\u00fcnstigte er die Pflegest\u00e4tten der Bildung, die zumeist mit den Kl\u00f6stern verbundenen Schulen, ungemein und lie\u00df solche \u00fcberall in den St\u00e4dten seines Reiches errichten, auf dass schon die Herzen der Jugend f\u00fcr die Errungenschaften des Geistes angeregt und empf\u00e4nglich gemacht w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Insbesondere zu Aachen an seinem Hofe bestand eine mit vorz\u00fcglichen Lehrern versehene Schule, in der nicht nur die S\u00f6hne seiner F\u00fcrsten und Ritter, sondern auch die seines Hofgesindes und ebenso die Aachener B\u00fcrgerss\u00f6hne Aufnahme fanden. Der Kaiser selbst wohnte oftmals mit seinem Gefolge dem Unterricht bei und \u00fcberzeugte sich so pers\u00f6nlich von dem Flei\u00df und Wohlverhalten der Knaben. Er erkannte hierbei keinerlei Unterschied oder Bevorzugung an und achtete aufs strengste darauf, dass die Sch\u00fcler nicht nach dem Rang und Stand der Eltern, sondern einzig nach ihren F\u00e4higkeiten beurteilt wurden, wobei er mit gutem Beispiel voranging und immer selbst Lob oder Tadel ohne jegliches Ansehen der Person spendete.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter den Sch\u00fclern waren es haupts\u00e4chlich zwei S\u00f6hne einer armen Witwe, die sich seines besondern Wohlwollens zu erfreuen hatten. Der j\u00fcngere zeichnete sich im Lesen und in der Kenntnis der Schriften, der \u00e4ltere aber nicht nur in diesem, sondern auch im Schreiben und in den Sprachen aus, so dass Karl diese beiden \u00f6fter der ganzen Knabenschaft als Beispiel vorstellte, wor\u00fcber sich die S\u00f6hne der Vornehmen nicht wenig \u00e4rgerten.<\/p>\n\n\n\n<p>Als die Knaben erwachsen waren, wurde der j\u00fcngere Prior und Lehrer in einer Klosterschule, den \u00e4ltern namens Eginhard aber, der zu einem bildsch\u00f6nen J\u00fcngling herangewachsen war, machte Karl zu seinem Geheimschreiber, da Eginhard nicht nur die deutsche und lateinische Sprache mit gleicher Gewandtheit bemeisterte, sondern auch in den alten Heldenliedern, f\u00fcr die Karl eine besondere Vorliebe hatte, ausnehmend gut bewandert war. Eginhard schrieb sie in seinen Freistunden nieder und musste dem Kaiser oftmals abends aus seinen Pergamenten, auf denen er diese Denkm\u00e4ler der Vergangenheit aufgezeichnet hatte, vorlesen, und zuweilen nahm die ganze Familie des Kaisers daran teil.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter den Kindern Karls war besonders hervorragend, an h\u00e4uslichen Tugenden sowohl wie an Anmut und Verstand, Emma, die j\u00fcngste Tochter der verstorbenen ersten Gemahlin des Kaisers. Sie war um etwa sechs Jahre j\u00fcnger als Eginhard und lauschte stets mit besonderer Aufmerksamkeit den Liedern, in denen viel Wunders gek\u00fcndet war von den Taten k\u00fchner Recken und von der getreuen Verehrung der Heldenj\u00fcnglinge f\u00fcr hehre K\u00f6niginnen. Es konnte nicht ausbleiben, dass der dunkellockige J\u00fcngling mit seinem begeisterten Vortrag auf ihr jugendliches Herz einen tiefen Eindruck machte, und gar bald hatte der Geheimschreiber ihres Vaters sich ihrem Herzen unausl\u00f6schlich eingeschrieben, ohne dass sie es selbst nur recht wusste.<\/p>\n\n\n\n<p>Eginhard merkte wohl die f\u00fcr ihn emporkeimende Neigung der hohen Jungfrau, aber er schwieg und bewahrte das Geheimnis, von dem ja niemand eine Ahnung haben durfte, im tiefsten Herzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da kam mit Beginn des Lenzes pl\u00f6tzlich eine f\u00fcr Emma bedeutungsvolle Botschaft an den Hof ihres Vaters. Der Sohn des Kaisers von Byzanz hatte von ihrer Tugend und Sch\u00f6nheit geh\u00f6rt und Boten abgesandt, die um ihre Hand werben sollten. Der Kaiser war erfreut \u00fcber diese Ehre, die seiner j\u00fcngsten Tochter widerfahren sollte, er nahm die Boten in entgegenkommendster Weise auf und versicherte sie, dass sie auf seine Zustimmung rechnen d\u00fcrften. Als er jedoch Emma von der Werbung sagte, war diese wenig erbaut hiervon und beschwor ihren Vater, den Freier zur\u00fcckzuweisen, da sie nicht von der trauten Heimat scheiden m\u00f6ge. Sie warf sich ihm, da er ihre Weigerung t\u00f6richt nannte, zu F\u00fc\u00dfen, aber es half ihr zu nichts, Karl wollte sich die Ehre, mit dem m\u00e4chtigen Kaiser von Byzanz in Verwandtschaft verbunden zu sein, nicht entgehen lassen und sprach: &#8222;Drei Tage Zeit will ich dir zugestehen, in denen magst du dich entscheiden, ob du Kaiserin werden oder ins Kloster wandern willst.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Weinend wankte die Jungfrau zu ihrer Kemenate und flehte zu Gott im Gebet um Rat und Hilfe. Da kam ihr pl\u00f6tzlich in ihrer Ratlosigkeit der Gedanke, Eginhard, den vielgewandten Gehilfen und Diener ihres Vaters, zu dem ihr jugendliches Herz sich ja so sehr hinneigte, um guten Rat und getreulichen Beistand anzugehen. Er wusste sicherlich einen Ausweg, und sie entschloss sich deshalb, ihm um eine Zusammenkunft in ihrem Gadem zu bitten.<\/p>\n\n\n\n<p>Da niemand von der Sache wissen durfte, so konnte dies nur im Schutz der Nacht und Dunkelheit ausgef\u00fchrt werden, und so wandelte denn Eginhard, von einer vertrauten Dienerin Emmas geleitet, im Dunkel der Mitternacht zu der f\u00fcr ihn ge\u00f6ffneten Kemenate der Kaisertochter.<\/p>\n\n\n\n<p>Lange dauerte die Beratung zwischen den beiden, da auch Eginhard, der Karls entschiedenes und unersch\u00fctterliches Festhalten an dem einmal Beschlossenen wohl kannte, wenig Ersprie\u00dfliches zu raten wusste. Eines jedoch wurde den jugendlichen Herzen w\u00e4hrend dieses Zusammenseins vollst\u00e4ndig klar, das n\u00e4mlich, das sie beide am gl\u00fccklichsten sein w\u00fcrden, wenn sie f\u00fcr immer und ewig einander angeh\u00f6ren d\u00fcrften. Emma kam demzufolge nur noch fester zu dem Entschluss, bei ihrer Weigerung zu beharren und das \u00fcbrige Gott anheimzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen war es fast Morgen geworden und Eginhard wollte nun wieder eilends von dannen schleichen, aber als er vor die T\u00fcre kam, entdeckte er zu seinem Schrecken, dass in der wetterwendischen Aprilnacht, w\u00e4hrend er sich bei des Kaisers T\u00f6chterlein verweilt hatte, ein dichter Schnee herniedergefallen war. Schreckensbleich kehrte er zur\u00fcck und k\u00fcndete der Geliebten das unliebsame Ereignis, das ihnen sehr zum Unheil ausfallen konnte, da am Morgen die Spur der Fu\u00dftritte verraten musste, dass ein Mann das Gadem der Kaisertochter besucht hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Angst und Not erdachte sich die Jungfrau eine k\u00fchne Tat, die sie, stark und entschlossen wie sie war, auch zur Ausf\u00fchrung brachte. &#8222;Ich wei\u00df Rat,&#8220; rief sie, &#8222;Herr Eginhard, ich trag euch auf meinem R\u00fccken durch den Schnee im Hof bis zum Tor Eurer Wohnung.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Sie war von \u00e4hnlichem Wuchs, wie ihr gewaltiger Vater und kr\u00e4ftig genug, die Tat nicht nur zu wollen, sondern auch zu vollf\u00fchren. Eginhard musste nachgeben, und Emma schritt ohne wanken mit ihrer Last durch den breiten Hof bis zu dem Haus der Hofbeamten, in dem Eginhard wohnte. Vorsichtig kehrte sie in ihren eigenen Fu\u00dfspuren wieder zur\u00fcck und dankte, als sie wieder in ihrem Gemach war, auf den Knien, der hehren Himmelsk\u00f6nigin, die ihr die Kraft geschenkt hatte, die Sache so gl\u00fccklich und unbehelligt zu Ende zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht ganz so gl\u00fccklich aber, wie Emma gemeint, war es gegangen. In dieser Nacht hatte der Kaiser Karl, dem die Verlobungs Angelegenheit sehr zu Herzen ging, nur sp\u00e4rlichen Schlaf gefunden. Unmutig w\u00e4lzte er sich auf den Polstern hin und her und erhob sich, als der Morgen zu d\u00e4mmern begann, von seiner Lagerst\u00e4tte, um die zwiesp\u00e4ltigen Gedanken, die sein Inneres durchkreuzten, los zu werden. Als nun ans Fenster trat und den stillen, schneebedeckten Burghof \u00fcberschaute, gew\u00e4hrte er pl\u00f6tzlich eine sonderbare Erscheinung, die in dem Schnee sich langsam vorw\u00e4rts bewegte. Kopfsch\u00fcttelnd schaute er hinab, aber als jetzt das Ding nahe bei dem Palast vorbeikam, entdeckte er zu seinem Erstaunen dass es ein M\u00e4gdlein war, das einen vermummten Mann auf dem R\u00fccken schleppte, und da\u00df das M\u00e4gdlein die Z\u00fcge seiner Tochter Emma trug. Er rieb sich die Augen, denn er meinte zu tr\u00e4umen, aber es war kein Spuk oder Traumgebild, die sonderbare Tr\u00e4gerin setzte an dem Hofdienerhaus ihre Last ab und sprang mit leisen Schritten durch den Schnee zur\u00fcck zu den Gaden, in dem sie rasch verschwand .\u2014<\/p>\n\n\n\n<p>Voll Trauer furchte der alte Kaiser seinen langen, wei\u00dfen Bart, da sich ihm hier ein Geheimnis enth\u00fcllte, durch das ihm die Weigerung seiner Tochter Emma urpl\u00f6tzlich in unliebsamer Weise klar gemacht wurde. Nur eines hatte er nicht entdecken k\u00f6nnen, das Angesicht des verr\u00e4terischen Mannes, der die Ehre und das Gl\u00fcck seines Kaisers in solcher Weise herabsetzte; er gedachte, dem Schurken schon noch nachtr\u00e4glich die Larve herabzurei\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als der Tag angebrochen war, befahl er sogleich alle seine R\u00e4te zur Versammlung in den Gerichtssaal und sprach zu ihnen mit hochernsten Angesicht: &#8222;Ich habe euch heute zusammengerufen, um euer Urteil in einer Sache zu vernehmen, die mir pers\u00f6nlich nahe geht. Meine Ehre und mein f\u00fcrstliches Ansehen ist durch einen meiner Beamten, der mit meiner Tochter n\u00e4chtliche Zusammenk\u00fcnfte h\u00e4lt, schwer verletzt worden. Urteilt ihr nun, was dem Verbrecher f\u00fcr Strafe geb\u00fchrt.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Alle die R\u00e4te erstaunten die Kunde des unerh\u00f6rten Vorkommnisses, aber sie wagte nicht, ein Urteil abzugeben, da sie der Meinung waren, dass in dieser Sache der Kaiser selbst entscheiden m\u00fcsse. Als Karl jedoch mit dieser Rede nicht zufrieden war und ernstlicher in sie drang, rieten sie verschieden, die einen waren f\u00fcr die allerstrengste Bestrafung, den Tod, die andern meinten, in Sachen der Minne w\u00e4re das Beste Verzeihung.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur einer der Anwesenden lie\u00df kein Wort vernehmen \u2014 Eginhard; mit gesenkten Augen und hochrotem Antlitz sa\u00df er da, als Karls Auge auf ihm weilte, und schwieg stille. Da ward dem Kaiser pl\u00f6tzlich klar, dass dies der Misset\u00e4ter sei, und mit tiefem Schmerz wendete er sich von dem J\u00fcnglinge ab, der sein Vertrauen so schwer missbraucht hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer Weile stiller \u00dcberlegung begann er darauf: &#8222;Zwiesp\u00e4ltig ist euer Spruch ausgefallen, ihr Herren, und es scheint mir wahrhaft das Richtige zu sein, wenn ich selbst das Urteil f\u00e4lle, und das geht dahin, dass ich dem Schuldigen das Leben schenken will, wenn er offen und unumwunden seine Fehler eingesteht.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Er schaute seinen Geheimschreiber wiederum mit durchdringenden Augen an, und Eginhard widerstand diesem forschenden Blick nicht l\u00e4nger. Voll Schames erhob er sich und warf sich schweigend in Tr\u00e4nen zu des Kaisers F\u00fc\u00dfen. Da ging ein scharfes Fl\u00fcstern und Raunen durch den ganzen Saal, denn dann Erstaunen der kaiserlichen R\u00e4te war gro\u00df, sie konnten es kaum glauben, dass der tugendliche Eginhard der Verbrecher sein solle, aber es musste wohl so sein, da er es ja selbst zugestanden hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit ernster Stimme hub nun der Kaiser an: &#8222;Wohl dir, Eginhard, dass du der Wahrheit die Ehre gibst und deine Schuld eingestehst. Schweren Frevel hast du ver\u00fcbt. Wo bliebe Zucht im Land, wenn solche Taten ungestraft am Hof des Kaisers sich vollziehen d\u00fcrften. Dein Leben ist dir geschenkt, aber ich sage mich von dir los und zugleich von Emma, der ungetreuen Tochter, die sich so schwer gegen mich vergangen hat. Ich sto\u00dfe euch beide aus, heute noch verlasset ihr den Hof; sei der Himmel euch gn\u00e4dig, in Aachen aber ist keine St\u00e4tte mehr f\u00fcr euch!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Rasch erhob sich Herr Eginhard von dem Estrich und wollte reden, der Kaiser aber winkte ihm mit der Hand, dass er alsbald gehe. Da ging der Arme schweigend von dannen, um als Verbannter hinauszuwandern in die weite Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Emma, der Tochter des Kaisers, den Spruch gemeldet war, sank sie auf die Knie und sprach: &#8220; Schwer straft mein gestrenger Vater, aber besser d\u00e4ucht es mir, versto\u00dfen hinwegzuziehen mit dem Herzgeliebten, als ohne Liebe auf dem Kaiserthrone zu Byzanz zu sitzen. Sie schritt in ihre Kammer, nahm den edelsteingeschm\u00fcckten Goldreif aus den Locken, zog ihr pr\u00e4chtiges, seidenes Gewand aus und legte daf\u00fcr ein einfaches Reisegewand an. Sie lie\u00df alles zur\u00fcck, was sie an die Heimat erinnerte, selbst die Schl\u00fcssel zu den Schreinen, welche ihre Gewande und Kostbarkeiten bargen, und schritt, mit dem Wanderstab in der Hand, ohne Abschied, wie es der Kaiser geboten hatte, hinaus aus den Toren der Burg.<\/p>\n\n\n\n<p>Eginhard war, wie er ging und stand, hinweggegangen und sa\u00df eben in tiefen Gedanken auf einem Stein an der Stra\u00dfe, als Emma des Weges kam und ihn mit weinenden Augen gr\u00fc\u00dfte. Er erhob sich, dr\u00fcckte ihr schweigend die Hand, und nun pilgerten die beide, in Leid versunken, neben einander den Pfad dahin, ohne zu sprechen. Zwei Tage und zwei N\u00e4chte gingen sie so ohne Speise und Trank, bis sie zum Odenwald kamen, wo Eginhards Bruder Abt in einem Kloster war. Dort sch\u00fcttete Eginhard dem Gottesmann das Herz aus und vermochte ihn, dass er sie als mann und Frau zusammengab.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war eine g\u00fcnstige F\u00fcgung, dass der alte F\u00f6rster, der die weitl\u00e4ufigen W\u00e4lder des Klosters unter sich gehabt hatte, vor kurzem gestorben war, und so konnte der Abt dem Verbannten diese Stelle als Amt und das einfache Waldhaus als Wohnung anbieten. Es war freilich kein Kaiserpalast, es war nicht viel mehr als eine H\u00fctte, aber es bot Raum f\u00fcr das junge liebende Paar, und als sie einzogen in ihr neues, bescheidenes Heim, knieten sie dankend nieder und beteten: &#8222;Vater du in dem Himmel, dein Wille geschehe, vergib uns unsre Schuld und gib uns deinen Segen.&#8220; Der Waldb\u00e4ume \u00c4ste rauschten im Abendwind, und die letzten Strahlen der Sonne vergoldeten die Tannenwipfel und die Gr\u00e4ser der Berghalde, von der eben friedsam und sorglos Rehe hinabzogen zu dem stillen Bach im Tal, der unsern des Waldhauses floss.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war unendlich still und friedlich hier und Emma schaute, an Eginhard gelehnt, unter den rauschenden Wipfeln hinaus in die gr\u00fcne Waldeinsamkeit, die nun ihre Heimat und ihre Welt sein sollte, und blickte darauf vertrauensvoll zu ihrem Ehgemahl empor, indem sie unter Tr\u00e4nen also sprach: &#8222;Nimmer will ich daran gedenken, dass ich versto\u00dfen bin vom Vaterhaus, solang ich dich habe, du mein Schutz und Hort, der mich nicht verlassen wird.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Er trocknete ihr die Tr\u00e4nen und k\u00fcsste sie sanft auf die Stirne. &#8222;Alles hat uns verlassen,&#8220; sprach er, &#8222;aber Gott der Herr ist bei uns, er wird mir Kraft geben, dir Vater und Gemahl zugleich zu sein.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>So begann sie ihr neues Hauswesen im Aufblick nach oben, und der Herr des Himmels segnete sie. Er beh\u00fctete das stille Waldhaus vor den Angriffen von R\u00e4ubern und wilden Tieren und schenkte den jungen Eheleuten Kraft und Geduld, unverdrossen in der Einsamkeit auszuharren. Eginhard war im Weidwerk wohl erfahren, er hatte seinen kaiserlichen Herrn gar oftmals auf der Jagd begleiten m\u00fcssen und kannte genau die Pirsch auf Rehe und Hirsche und auch die schwerere auf wilde Eber und W\u00f6lfe. Emma hatte darum an Wild nie Mangel, sie bereitete ihrem Ehgemahl, dem getreuen Wildpretspender, mit kundiger Hand das Mahl und bekleidete mit den Fellen der erlegten Tiere gar wohnlich die W\u00e4nde ihrer einfachen Gem\u00e4cher. Vom Kloster ward ihnen das n\u00f6tige Ger\u00e4te und Zeug zu Gewanden geliefert, so dass sie bez\u00fcglich ihres Leibes Notdurft und Nahrung wohl versorgt waren.<\/p>\n\n\n\n<p>So verging eine geraume Zeit und nach Aachen drang keinerlei M\u00e4re und Kunde von ihnen. Sie galten f\u00fcr verschollen und niemand fragte nach Emma und Eginhard, da Karl nie mehr von seiner Tochter sprach, die ihn so tief betr\u00fcbt hatte. Es mangelte ihm auch die Zeit, sich um seine h\u00e4uslichen Angelegenheiten zu bek\u00fcmmern, er musste eine gro\u00dfe Heerfahrt gegen die Ungl\u00e4ubigen in Hispanien vollbringen und war mehrere Jahre von Aachen abwesend.<\/p>\n\n\n\n<p>Sechs Winter waren so vergangen und der Lenz zum siebtenmale ins Land gekommen, Karl war von Hispanien zur\u00fcckgekehrt, er hatte die Heiden besiegt, aber viele seine besten Helden, darunter sein innig geliebter Neffe Roland, waren gefallen, und er selbst f\u00fchlte sich tief erm\u00fcdet und matt bis aufs Mark von den Bedr\u00e4ngnissen und Anstrengungen des Feldzuges.<\/p>\n\n\n\n<p>Da kam ihm urpl\u00f6tzlich das Heimweh nach seiner Tochter Emma, die ihn fr\u00fcher so liebevoll gepflegt und ihm seine Lieblingsgerichte so sorgf\u00e4ltig und wohlschmeckend bereitet hatte, wie es sonst niemand vermochte. Wo war sie wohl? Lebte sie noch und gedachte sie vielleicht auch noch ihres greisen Vaters, der sich so sehr nach ihr sehnte? Aber niemand vermochte ihm Kunde zu geben, denn der Abt des Klosters h\u00fctete sich wohl, es bekannt werden zu lassen, dass der F\u00f6rster im Waldhaus der in Ungnade gefallene Geheimschreiber und Schwiegersohn des Kaisers sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Da beschloss Karl, der sein Hoflager von Aachen nach Frankfurt verlegt hatte, eines Tages, in den W\u00e4ldern am Main, wo die Hirschjagd besonders ergiebig war, zu jagen, um sich zu zerstreuen und die tr\u00fcben Gedanken zu verscheuchen. Mit wenigen erlesenen J\u00e4gern, brach er, wie er dies oftmals zu tun pflegt, in einfaches Hirschgewand gekleidet, auf und lag dem edeln Weidwerk mit viel Eifer ob.<\/p>\n\n\n\n<p>Als er nun eines Morgens einem gro\u00dfen Hirsch nachjagte, kam er von seinem Gefolge ab und sah sich pl\u00f6tzlich allein in einem ihm unbekannten Waldgrund. Vergeblich blies er sein Horn, niemand antwortete.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00fcde lagerte sich da der alte Herr ins Moos darnieder und schlummerte, da sich immer noch kein Laut vernehmen lie\u00df, allm\u00e4hlich ein. Als er erwachte, sah er zwei Kn\u00e4blein vor sich stehen, die ihm, w\u00e4hrend er schlief, Helm und Gewaffen weggetragen hatten und nun schelmisch blickend vor ihm standen. &#8222;Hei! ihr kecken Fante,&#8220; rief der Kaiser lachend, &#8222;wollt ihr mir gleich Schwert und Speer wiederbringen?&#8220; \u2014 &#8222;Nein, das tun wir nicht,&#8220; erwiderten die Knaben, &#8222;du willst nur unsere Hirsche und Rehe damit tot machen, und das darf niemand als unser Vater.&#8220; \u2014 &#8222;Wer ist denn euer Vater? frug da der Kaiser. \u2014 &#8222;Dort droben wohnt er im Tann,&#8220; berichteten die Knaben und sprangen fl\u00fcchtigen Fu\u00dfes davon.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kaiser musste, wenn er sein Gewaffen wieder haben wollte, notgedrungen folgen und kam nach kurzer Frist zu einem Haus in der Waldlichtung, vor dem eine sch\u00f6ne, junge Frau sa\u00df und eben die Waffen, welche die Knaben gebracht hatten, verwundert betrachteten.<\/p>\n\n\n\n<p>Als sie den hohen, silberb\u00e4rtigen Greis gewahrte, ward sie wie Purpur so rot und wollte, das Gesicht mit den H\u00e4nden verbergend, ins Haus springen, aber es war zu sp\u00e4t, der Kaiser hatte sie schon erblickt und rief: &#8222;Was flieht Ihr vor mir, sch\u00f6ne F\u00f6rsterin, ich bin ein verirrter J\u00e4ger, der euch kein Leid tut, sondern der f\u00fcr etwas Trank und Speise herzlich dankbar w\u00e4re.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit gesenkten Augen sprang sie da zum Brunnquell und brachte ihm k\u00fchlen Trunk und eilte darauf ins Haus, um auf dem Herd ein Mahl f\u00fcr den hohen Gast, den sie wohl erkannt hatte, zu bereiten. Eginhard war zu einem fernliegenden Waldsee gegangen, um zu fischen, und kam vielleicht erst abends nach Haus, und sie war deshalb in bangen Zweifeln, was sie tun und wie sie sich gebaren sollte, denn dem Kaiser war, das hatte sie wohl bemerkt, nicht bewusst, wo er sich befand, und er hatte sie sicherlich in keiner Weise erkannt, da sie in den sieben Jahren eine stattliche Frau geworden war, die mit dem braunen Antlitz und der vollen Gestalt kaum noch an die lilienwei\u00dfe, schlanke Emma von ehemals erinnerte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Herz schlug ihr st\u00fcrmisch in der Brust in Furcht und in Freude, und sie wendete mit zitternden H\u00e4nden den Spei\u00df mit dem duftenden Rehbraten, den sie gerade so zubereitete, wie es ihr geliebter Vater dereinst von ihren H\u00e4nden gewohnt gewesen war. Gl\u00fccklicherweise kam ihr Mann jetzt nach Haus, er hatte Gl\u00fcck gehabt beim Fischfang und brachte k\u00f6stliche junge Hechte, die er ins Kloster liefern wollte, nun aber, da ihm Emma das wundersame Ereignis mitteilte, alsbald zur Mahlzeit bestimmte. Er war der Meinung, dass man alles Gott anheimstellen und es darauf ankommen lassen solle, ob sie der Kaiser beim Mahl erkenne oder nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Eginhard war infolge des best\u00e4ndigen Aufenthaltes in Wald und Heide sehniger und breiter geworden; lange Locken umrahmten seine sonnverbrannte Stirne und seine ger\u00f6teten vollen Wangen, und der Kaiser erkannte in dem stattlichen F\u00f6rster mit dem wetterharten Gesicht seinen ehemaligen, schlankgewachsenen Geheimschreiber nicht, als ihm Eginhard den Willkommensgru\u00df bot und ihn zu Tisch bat.<\/p>\n\n\n\n<p>Emma zerlegte das Wildpret kunstgerecht, wie sie es einst zu Aachen ge\u00fcbt hatte, und schnitt dem Kaiser sein gewohntes Lieblingsst\u00fcck, das sie ihm freundlich l\u00e4chelnd auf den Teller legte. Karl freute sich ausnehmend; hier war, wie dereinstens in sch\u00f6nerer Zeit daheim in Aachen, alles wie er es liebte, das Gedeck und das schmackhaft zubereitete Wild mit der trefflichen W\u00fcrze, die er seit Emmas Verlust nie mehr so wohlschmeckend bekommen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;O Emma!&#8220; fl\u00fcsterte er vor sich hin; eine Tr\u00e4ne rollte ihm in den silberwei\u00dfen Bart, und er schaute schweigend vor sich nieder, da er seine R\u00fchrung gerne verborgen h\u00e4tte. Jetzt konnte sich aber Emma nicht mehr halten. &#8222;Denket Ihr vergangener Tage, teurer Vater? frug sie und streckte ihm die Arme entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;O Emma, Emma, s\u00fc\u00dfes, teures Kind,&#8220; rief da freudig aufspringend der Kaiser, &#8222;bist du es denn selbst? Habe ich dich, nach der ich mich schon so lange sehne, in Wahrheit wieder gefunden? Gesegnet sei diese Stunde f\u00fcr alle Zeit! Wie lange schon habe ich dir die Fehle verziehen und dich gesucht und sehe nun hier, wo ich es nicht geahnt h\u00e4tte, dich wieder!&#8220; Er bot auch Eginhard die Hand , der sie ehrerbietig k\u00fcsste und dabei voll freudiger R\u00fchrung seinem kaiserlichen Herrn zu F\u00fc\u00dfen fiel. Karl hob ihn auf und wendete sich nun zu seinen beiden Enkels\u00f6hnen, die verwundert den hoheitvollen Gro\u00dfvater anstaunten.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ihr Schelme,&#8220; sprach er l\u00e4chelnd, &#8222;ihr habt heute gleich von Anbeginn an das Richtige getan, ihr habt mir die Waffen aus den H\u00e4nden genommen, auf das ich in Frieden einziehe unter diesem traulichen Dache, der seligen Statt, die gesegnet sein soll f\u00fcr jetzt und immerdar.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend er noch sprach, erschollen H\u00f6rnerkl\u00e4nge durch den Wald laut und immer lauter, und bald zeigten sich unter den B\u00e4umen Karls J\u00e4ger, die ihren Herrn mit Jubelruf begr\u00fc\u00dften, als sie ihn heil und gesund unter der Pforte des Waldhauses stehen sahen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Da schauet!&#8220; rief der Kaiser, als sie nahe gekommen waren, &#8222;was ich heute f\u00fcr einen guten Fang getan habe. Ich habe ein seltenes Wild aufgesp\u00fcrt, Emma, mein fl\u00fcchtiges Rehlein, das mir schon so manches Jahr entsprungen war.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Da neigten sich die J\u00e4ger alle tief und begr\u00fc\u00dften mit hohen Freuden die wiedergefundene Herrin, die in so einfachem Gewande und doch so k\u00f6niglich vor ihnen stand, und in gleicher Weise ihren alten Genossen Eginhard, den sie mit seinem braunen, lockenumwallten Antlitz kaum wieder erkannten.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Bescheidet unsere Wagen und S\u00e4umer hierher, &#8220; rief Karl den Seinen zu, &#8222;und schaffet Wein zur Stelle, hier gibt es nur Wasser, und heute mu\u00df ich Rheinwein haben, um meinen Freunden ein w\u00fcrdiges Gen\u00fcgen zu tun.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Bald war des Kaisers Wunsch erf\u00fcllt, und nun gab es fr\u00f6hliches Weidmannsgelag, und f\u00fcr alle hatte Emma genug, die es sich nicht nehmen lie\u00df, wiederum die Wirtin zu machen. Sie tafelten im Gr\u00fcnen, bis die Sonne niederging und die Nachtigallen in dem Waldtal sangen, und als der Mond heraufkam, ward den Jagdgesellen des Kaisers eine gute Lagerstatt in Laub und Moos bereitet, Karl selbst aber fand ein ruhsam Gemach im Waldhaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Am andern Morgen lie\u00df der Kaiser zum Aufbruch blasen. Da weinte Emma und sprach: &#8222;Willst du denn sobald wieder von uns scheiden, teurer Vater?&#8220; \u2014 &#8222;Ich scheide nicht von euch,&#8220; l\u00e4chelte da der Kaiser, &#8222;ihr ziehet mit mir nach Frankfurt und von dort nach meiner Pfalz zu Aachen, die mir jetzt aufs neue teuer ist, ich lasse euch nimmer von mir, solange ich lebe.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Freudentr\u00e4nen in den Augen vernahmen Emma und Eginhard diese Botschaft und r\u00fcsteten alsbald alles zur Fahrt, um gemeinsam mit dem Kaiser nach der alten Heimat zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n\n\n\n<p>Als sie nun, etwas hinter dem kaiserlichen Jagdzug zur\u00fcckbleibend, vom Walde zur Stra\u00dfe ritten, schaute Emma nochmals hin\u00fcber zu ihrem Waldhaus und gr\u00fc\u00dfte wehmutsvoll die rauschenden Wipfel der B\u00e4ume. &#8222;Leb&#8216; wohl, o du Wald, du wonniger Wald, in dir m\u00f6cht&#8216; ich dereinst begraben sein!&#8220; rief sie und winkte zum letzten Mal der traulichen St\u00e4tte ihres jungen Gl\u00fccks.<\/p>\n\n\n\n<p>Bald waren Frankfurt und Aachen erreicht, und das junge Paar musste in des Kaisers eigenem Palast Wohnung nehmen, da Karl seine Tochter so viel als m\u00f6glich um sich haben wollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch ihr Wunsch wurde wahr, Karl lie\u00df noch zu seinen Lebzeiten an der Stelle, wo er seine geliebte Tochter wiedergefunden hatte, ein Kloster im Wald errichten, der nach Emmas Ausruf &#8222;Oduwald&#8220; (Odenwald) genannt wurde. Emma wurde Patronin dieses Klosters und nach des Kaisers Absterben schenkte ihr Bruder, Ludwig der Fromme, durch eine besondere Urkunde ihr in dem Maingau die Gel\u00e4nde M\u00fchlenstadt und M\u00fchlenheim, in deren Marken das Kloster lag, das nach des Kaisers einstigem Ausruf &#8222;Seligenstadt&#8220; gehei\u00dfen ward.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einem langen gl\u00fccklichen und gesegneten Leben wurde sie dort bestattet und Eginhard lie\u00df sich bei seinem Hingang ihr zur Seite betten. \u2014 Heute noch zeigt man in der verwitterten Klosterkirche die St\u00e4tte, wo die beiden Liebenden begraben liegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier schlie\u00dft die Sage von Emma und Eginhard.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte spielt zur Zeit Karls des Gro\u00dfen. Eginhard ist ein gebildeter junger Schreiber und Vertrauter des Kaisers, der f\u00fcr seine F\u00e4higkeiten und seinen Flei\u00df am Hof gesch\u00e4tzt wird. Unter den Kindern Karls hebt sich besonders seine Tochter Emma hervor: klug, tugendhaft und sch\u00f6n. Zwischen Eginhard und Emma entwickelt sich eine heimliche, tiefe Zuneigung, die beide bewusst im Verborgenen halten, da ein Verh\u00e4ltnis zwischen einer Kaisertochter und einem Beamten inakzeptabel w\u00e4re.<br \/>\nAls Emma gegen den Willen ihres Vaters an einen m\u00e4chtigen ausl\u00e4ndischen Herrscher verheiratet werden soll, suchen beide Rat beim jeweils anderen und erkennen: sie geh\u00f6ren zusammen. In einer entscheidenden Nacht, als Eginhard Emma heimlich besucht, f\u00e4llt Schnee. Um keine Spuren zu hinterlassen, tr\u00e4gt Emma ihren Geliebten auf dem R\u00fccken \u00fcber den Hof, ein Akt der List und der St\u00e4rke. Ungl\u00fccklicherweise beobachtet Karl diesen ungew\u00f6hnlichen Vorgang und erkennt am n\u00e4chsten Tag, dass jemand heimlich seine Tochter besuchte.<br \/>\nKarl ist tief verletzt und beruft seinen Rat ein. Es folgt ein Konflikt zwischen Strafe und Vergebung, bis Eginhard die volle Verantwortung \u00fcbernimmt. Karl verbannt beide aus seinem Hof, sodass sie als Versto\u00dfene in die Welt hinausziehen m\u00fcssen. Sie heiraten schlie\u00dflich im Exil und finden nach harter Schule der Entbehrung in der Einsamkeit eines Waldes bei einem Kloster ein bescheidenes, aber friedliches Leben.<br \/>\nNach Jahren und vielen Pr\u00fcfungen begegnet Karl dem Paar zuf\u00e4llig bei einer Jagd, erkennt seine Tochter und ihren Mann nicht sofort, wird aber am gedeckten Tisch von Emmas Kochkunst und ihrem vertrauten Wesen ergriffen. Die Familienbande werden wiederhergestellt, alte Spannungen l\u00f6sen sich in Freude und Vers\u00f6hnung auf, und Karl l\u00e4dt sie zur\u00fcck an seinen Hof. Aus der Verbannung wird eine R\u00fcckkehr in die Gemeinschaft \u2013 ein klassischer Bogen von Transgression \u00fcber Strafe zu Vergebung.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3880,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[93,85],"tags":[],"class_list":["post-309","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-heinrich-proehle","category-maerchen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/309","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=309"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/309\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3881,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/309\/revisions\/3881"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3880"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=309"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=309"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=309"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}