{"id":307,"date":"2015-10-06T23:53:53","date_gmt":"2015-10-06T21:53:53","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=307"},"modified":"2026-01-14T02:14:40","modified_gmt":"2026-01-14T01:14:40","slug":"die-geschichte-vom-ebenholzpferd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-geschichte-vom-ebenholzpferd\/","title":{"rendered":"Die Geschichte vom Ebenholzpferd"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Die Geschichte vom Ebenholzpferd<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">aus 1001 Nacht<\/p>\n\n\n\n<p>In alten Zeiten und l\u00e4ngst verschollenen Vergangenheiten lebte ein reicher und m\u00e4chtiger K\u00f6nig unter den K\u00f6nigen von Persien, Sabur mit Namen, und er war seinem Besitz und seiner Herrschaft nach der reichste aller K\u00f6nige, und alle \u00fcbertraf er an Verstand und Weisheit. Er war edelm\u00fctig und wohlt\u00e4tig; er hatte eine offene Hand und gab denen, die ihn aufsuchten, und er wies die nicht zur\u00fcck, die ihre Zuflucht zu ihm nahmen. Er tr\u00f6stete alle, die da gebrochenen Herzens waren, und er behandelte ehrenvoll die, so zu ihm flohen. Ferner liebte er die Armen, und er war gastfreundlich gegen Fremde und lie\u00df den Unterdr\u00fcckten Gerechtigkeit widerfahren gegen die Bedr\u00fccker. Er hatte drei T\u00f6chter, vollen Monden gleich in leuchtendem Licht, oder G\u00e4rten, bes\u00e4t mit Bl\u00fcten dicht, und einen Sohn, als w\u00e4re er der volle Mond; und es war seine Sitte, im Jahre zwei Feste zu feiern, das des Nau-Ros oder des neuen Jahres, und das des Mihrgan oder der Herbsttag- und Nachtgleiche; und bei beiden Festen tat er seine Schl\u00f6sser auf und spendete Geld, und lie\u00df Sicherheit und Freiheit verk\u00fcnden, und bef\u00f6rderte seine K\u00e4mmerlinge und Vizek\u00f6nige.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das Volk seines Reiches str\u00f6mte zu ihm hinein und begr\u00fc\u00dfte ihn und w\u00fcnschte ihm Gl\u00fcck zu dem heiligen Tage, indem es ihm Geschenke und Sklaven und Eunuchen brachte. Nun liebte er die Wissenschaft und die Kunde von der Messung der Erde, und als er an einem Festtag auf seinem Throne sa\u00df, traten ein bei ihm drei weise M\u00e4nner, kundige K\u00fcnstler und Meister in allerlei Wissen und Erfindungen, bewandert darin, seltsame und seltene Dinge zu machen, wie sie den Verstand verwirren, und erfahren auch in der Wissenschaft verborgener Wahrheiten, unvergleichlich in der Kenntnis der Geheimnisse und der verschwiegensten K\u00fcnste. Und sie waren aus drei verschiedenen L\u00e4ndern von dreierlei Sprachen, der erste ein Hindi oder Indier, der zweite ein Roumi oder Grieche, und der dritte ein Farsi oder Perser. Der Indier trat vor, warf sich vor dem K\u00f6nig nieder, w\u00fcnschte ihm Gl\u00fcck zu dem Fest und legte ein Geschenk vor ihn hin, das seiner W\u00fcrde entsprach; es war aber ein Mann ganz aus Gold, besetzt mit kostbaren Steinen und Juwelen, und in der Hand hielt er eine goldene Trompete. Als Sabur das sah, fragte er: &gt;O Weiser, welches ist die Kraft dieser Figur?&lt; Versetzte der Indier: &gt;O mein Herr, wenn du diese Figur aufstellst am Tor deiner Stadt, so wird sie ein W\u00e4chter sein; denn wenn ein Feind sich naht, so wird sie die Fanfare blasen, und ein Schlag wird ihn treffen, so dass er tot zu Boden f\u00e4llt.&lt; Der K\u00f6nig staunte sehr und rief: &gt;Bei Allah, o Weiser, wenn dieses dein Wort wahr ist, so will ich dir alles gew\u00e4hren, was du w\u00fcnschest und begehrst.&lt; Da trat der Grieche vor, warf sich vor dem K\u00f6nig nieder und reichte ihm ein silbernes Becken, in dessen Mitte sich ein goldener Pfau befand, den vierundzwanzig K\u00fccken aus gleichem Metall umgaben. Sabur sah sie an, wandte sich zu dem Griechen und fragte: &gt;O Weiser, welches ist die Kraft dieses Pfaus?&lt; &gt;O mein Herr,&lt; erwiderte er, &gt;sooft eine Stunde des Tages oder der Nacht verstreicht, pickt er eins seiner Jungen, schreit und klappt mit den Fl\u00fcgeln, bis die vierundzwanzig Stunden vollendet sind; und wenn der Monat zu Ende geht, so wird er den Schnabel auftun, und du wirst den jungen Mond darin erblicken.&lt; Und der K\u00f6nig sprach: &gt;Wenn du die Wahrheit sprichst, so will ich dir geben, was du w\u00fcnschest und begehrst.&lt; Da trat der Perser vor, warf sich vor dem K\u00f6nig nieder und schenkte ihm ein Pferd aus schw\u00e4rzestem Ebenholz, eingelegt mit Gold und Juwelen und angeschirrt mit einem Sattel, mit Z\u00fcgeln und B\u00fcgeln, wie sie K\u00f6nigen geb\u00fchren; und als Sabur es sah, da staunte er in h\u00f6chstem Staunen, und er war geblendet durch die Sch\u00f6nheit seiner Formen und durch die Reinheit seiner Gestalt. Fragte er: &gt;Welches ist der Nutzen dieses h\u00f6lzernen Pferdes, und welches ist seine Kraft und welches das Geheimnis seiner Bewegung?&lt; Versetzte der Perser: &gt;O mein Herr, die Kraft dieses Pferdes besteht darin, dass es jeden, der es besteigt, tragen wird, wohin er will, und es wird mitsamt dem Reiter durch die L\u00fcfte fliegen und eines Jahres Reise an einem einzigen Tage zur\u00fccklegen.&lt; Der K\u00f6nig staunte und war fast best\u00fcrzt ob dieser drei Wunder, die sich so nah an einem einzigen Tage folgten, und er wandte sich zu dem Weisen und sprach zu ihm: &gt;Bei Allah, dem Allm\u00e4chtigen, und unserem Herrn, dem Wohlt\u00e4ter, der alle Wesen schuf und sie versorgt mit Speise und Trank, wenn deine Rede wahrhaft ist und wenn sich die Kraft deines Werkes zeigt, so will ich wahrlich dir geben, was immer du begehrst, und ich will dir zu allem verhelfen, was du w\u00fcnschest und hoffst.&lt; Und er bewirtete die Weisen drei Tage lang, um ihre Geschenke zu pr\u00fcfen; und dann brachten sie die Figuren vor ihn, und ein jeder nahm das Werk, das er geschaffen hatte, und zeigte ihm das Geheimnis seiner Bewegung. Der Bl\u00e4ser blies die Trompete, der Pfau pickte die K\u00fccken, und der persische Weise bestieg das Ebenholzpferd, und es erhob sich mit ihm hoch in die Luft und senkte sich wieder herab. Als K\u00f6nig Sabur all das sah, war er voll Staunen und Verwunderung, und ihm war, als m\u00fcsse er fliegen vor Freuden, und er sprach zu den drei Weisen: &gt;Jetzt bin ich \u00fcberzeugt von der Wahrheit eurer Worte, und es geb\u00fchrt sich, dass ich mein Versprechen halte. Sagt also, was ihr wollt, und ich will es euch geben.&lt; Nun hatte der Ruf der drei K\u00f6nigst\u00f6chter die Weisen erreicht, und sie erwiderten: &gt;Wenn der K\u00f6nig mit uns zufrieden ist und unsere Gaben annimmt und uns erlaubt, ihm eine Bitte vorzulegen, so flehen wir ihn an, uns seine drei T\u00f6chter zu Weibern zu geben, auf dass wir seine Eidame werden; denn der K\u00f6nige Stetigkeit duldet keinen Widerspruch.&lt; Sprach der K\u00f6nig: &gt;Ich gew\u00e4hre euch, was ihr w\u00fcnschet und begehrt&lt;; und er befahl, alsbald den Kasi zu rufen, damit er einen jeden der Weisen je einer seiner T\u00f6chter verm\u00e4hle. Nun traf es sich, dass die Prinzessinnen hinter einem Vorhang standen und zusahen; und als sie das h\u00f6rten, da betrachtete die j\u00fcngste Prinzessin sich ihren k\u00fcnftigen Gatten, und siehe, er war ein alter Mann von hundert Jahren mit grauen Haaren, mit gebeugter Stirn und r\u00e4udigen Brauen, mit Schlitzohren und gef\u00e4rbtem Lippen- und Backenbart, mit roten Glotzaugen und bleichen, hohlen Wangen, mit einer schlaffen Nase, die da einer Eierpflanze glich, und einem Gesicht gleich der Sch\u00fcrze eines Schuhflickers, mit vorspringenden Z\u00e4hnen und Lippen, gleich den Nieren des Kamels, so locker hingen sie herab; kurz, er war ein Schrecken, ein Grauen, ein Ungeheuer, denn er war von allem Volk seiner Zeit der H\u00e4sslichste und der Scheu\u00dflichste seiner Tage; mehrere seiner Backenz\u00e4hne waren ihm ausgeschlagen, und seine Augenz\u00e4hne glichen den St\u00f6\u00dfern der Dschann, die die H\u00fchner in den H\u00fchnerh\u00e4usern schrecken. Das M\u00e4dchen aber war die Sch\u00f6nste und Anmutigste ihrer Zeit, zierlicher als die Gazelle, so zart sie auch sein mochte, weicher als der leiseste West und strahlender als der Mond in seiner F\u00fclle; kurz, sie war sch\u00f6ner und weit lieblicher als all ihre Schwestern. Und als sie ihren Freier erblickte, da ging sie in ihre Kammer und streute sich Staub auf das Haupt, zerriss sich die Kleider, begann sich das Gesicht zu schlagen und zu weinen und zu klagen. Nun war ihr Bruder, der Prinz, gehei\u00dfen Kamar al-Akmar, der Mond der Monde, eben von einer Reise heimgekehrt; und als er sie weinen und schreien h\u00f6rte, trat er zu ihr ein, denn er liebte sie mit herzlicher Liebe, mehr als seine andern Schwestern, und fragte sie: &gt;Was ficht dich an? Was ist dir widerfahren? Sag es mir und verbirg mir nichts.&lt; Sie aber schlug sich die Brust und erwiderte: &gt;O mein Bruder und mein Teurer, ich habe nichts zu verbergen. Wenn der Palast deinem Vater zu eng wird, so will ich hinausziehn; und wenn er einen verworfenen Entschluss gefasst hat, so will ich mich von ihm trennen, auch wenn er nicht bereit ist, f\u00fcr mich zu sorgen; dann wird mein Herr mich speisen.&lt; Sprach er: &gt;Sag mir, was all das bedeutet, und was dir die Brust eng und den Geist tr\u00fcb gemacht hat.&lt; &gt;O mein Bruder und mein Teurer,&lt; erwiderte sie, &gt;wisse, mein Vater hat mich einem boshaften Magier zum Weibe versprochen, der ihm ein Pferd aus schwarzem Holz zum Geschenk gemacht und ihn mit seiner Kunst und Zauberei bet\u00f6rt hat; ich aber will ihn nicht, und um seinetwillen wollte ich, ich w\u00e4re nie in diese Welt gekommen!&lt; Ihr Bruder beruhigte und tr\u00f6stete sie, ging zu seinem Vater und sprach: &gt;Wer ist dieser Hexenmeister, dem du meine j\u00fcngste Schwester zum Weibe geben willst, und welches ist das Geschenk, das er dir brachte, so dass du meine Schwester mit ihrem Kummer erschl\u00e4gst? Es ist nicht recht, dass es also geschehe.&lt; Nun stand der Perser daneben, und als er des Prinzen Worte vernahm, da war er beleidigt und von Wut erf\u00fcllt; und der K\u00f6nig sprach: &gt;O mein Sohn, wenn du dies Ross erblicktest, so w\u00fcrde dir der Verstand wirr werden und du w\u00e4rest best\u00fcrzt vor Staunen.&lt; Und er befahl den Sklaven, das Pferd zu bringen, und sie taten es; und als der Prinz es sah, gefiel es ihm. Und da er ein vollendeter Reiter war, so sa\u00df er alsbald auf und stie\u00df ihm die Flanken mit dem schaufelf\u00f6rmigen Eisenschuh; aber es r\u00fchrte sich nicht, und der K\u00f6nig sprach zu dem Weisen: &gt;Geh, zeig ihm seine Bewegung, damit auch er dir ans Ziel deiner W\u00fcnsche verhelfe!&lt; Nun trug der Perser dem Prinzen einen Groll nach, weil dieser nicht wollte, dass er seine Schwester erhielte. Und er zeigte ihm die Feder des Aufstiegs auf der rechten Seite des Pferdes, und indem er zu ihm sprach: &gt;Die drehe,&lt; verlie\u00df er ihn. Da drehte der Prinz die Feder, und siehe, das Ross erhob sich alsbald mit ihm hoch in den \u00c4ther, als w\u00e4re es ein Vogel, und es lie\u00df nicht ab, immer h\u00f6her zu steigen, bis es dem Auge der Menschen entschwand, so dass der K\u00f6nig in Sorge geriet und ratlos wurde und zu dem Perser sprach: &gt;O Weiser, sieh zu, wie du ihn wieder herunterbringst.&lt; Der aber versetzte: &gt;O mein Herr, ich kann nichts dabei tun, und nimmer wirst du ihn vor dem Auferstehungstage wiedererblicken, denn in seiner Unwissenheit und in seinem Stolze fragte er mich nicht nach dem Abstiegswirbel, und ich verga\u00df, ihn dar\u00fcber aufzukl\u00e4ren.&lt; Als nun der K\u00f6nig das h\u00f6rte, da ergrimmte er in argem Grimm; und er befahl, den Zauberer zu gei\u00dfeln und in den Kerker zu werfen, w\u00e4hrend er sich selber die Krone vom Haupte stie\u00df und sich Gesicht und Brust schlug. Ferner schloss er die T\u00fcren seines Palastes und \u00fcberlie\u00df sich dem Weinen und Klagen, er mitsamt seinem Weibe und seinen T\u00f6chtern und allem Volke der Stadt; und so ward ihre Freude zum Leide, und ihren friedlichen Schlummer st\u00f6rten Tr\u00fcbsal und Kummer. So viel von ihnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Prinz aber stieg derweilen auf dem Rosse immer h\u00f6her empor, bis er sich der Sonne n\u00e4herte und sich verloren gab und den Tod am Himmel erblickte; und er war ratlos und bereute, dass er das Ross bestiegen hatte, und sprach bei sich selber: &gt;Wahrlich, dies war eine List des Weisen, der mich um meiner j\u00fcngsten Schwester willen vernichten wollte; aber es gibt keine Majest\u00e4t, und es gibt keine Macht au\u00dfer bei Allah, dem Glorreichen, Gro\u00dfen! Ich bin rettungslos verloren; aber ich m\u00f6chte wissen, machte nicht der, der die Aufstiegsfeder erfand, auch eine Abstiegsfeder?&lt; Nun war er ein Mann von Verstand und Wissen und Klugheit, und er begann also alle Teile des Pferdes abzutasten, aber er fand nichts als eine Schraube, die einem Hahnenkopf glich, auf der rechten Schulter, und eine gleiche auf der linken. Sprach er bei sich selber: &gt;Ich sehe kein Zeichen au\u00dfer diesen Kn\u00f6pfen.&lt; Und er drehte die Feder auf der rechten Seite, worauf das Ross mit erh\u00f6hter Geschwindigkeit himmelw\u00e4rts flog. Da lie\u00df er sie los, und als er die linke Schulter betrachtete und dort die zweite Feder fand, wand er sie auf, und alsbald verlangsamte sich die Aufw\u00e4rtsbewegung des Rosses, und schlie\u00dflich h\u00f6rte sie auf, und langsam begann das Tier sich zu senken zur Fl\u00e4che der Erde. Der Reiter aber wurde noch vorsichtiger und \u00e4ngstlicher auf sein Leben bedacht. Und als er das sah und den Nutzen des Pferdes erkannte, da f\u00fcllte sich sein Herz mit Freude und Fr\u00f6hlichkeit, und er dankte dem allm\u00e4chtigen Allah, dieweil er geruht hatte, ihn vor dem Verderben zu bewahren. Und er begann, des Pferdes Kopf zu wenden, wohin er nur wollte, und er lie\u00df es nach Gefallen steigen oder sinken, bis er seine Bewegung v\u00f6llig beherrschte. Den ganzen Tag lang senkte er sich, denn des Rosses Aufflug hatte ihn weit von der Erde fortgetragen; und w\u00e4hrend er niederstieg, unterhielt er sich damit, die verschiedenen St\u00e4dte und L\u00e4nder zu betrachten, \u00fcber die er dahinflog und die er nicht kannte, denn er hatte sie sein Leben lang noch nicht gesehen. Und unter anderen ersp\u00e4hte er eine Stadt, die in sch\u00f6nster Ordnung mitten in einem gr\u00fcnen und lachenden Lande errichtet war, reich an B\u00e4umen und B\u00e4chen, w\u00e4hrend Gazellen zierlich schritten \u00fcber die Fl\u00e4chen; und er begann zu sinnen und sprach bei sich selber: &gt;W\u00fcsste ich nur den Namen dieser Stadt und den des Landes, darin sie liegt.&lt; Und er begann sie zu umkreisen und von rechts und links zu betrachten; eben aber begann auch der Tag sich zu neigen, und die Sonne senkte sich zum Untergang. Sprach er in seiner Seele: &gt;Wahrlich, ich finde keinen sch\u00f6neren Ort als diese Stadt zum \u00dcbernachten. Hier will ich einkehren, und fr\u00fch am Morgen will ich mich wieder aufmachen zu den Meinen und in mein K\u00f6nigreich; dann will ich meinem Vater und meiner Sippe berichten, was geschehen ist, und ihn bekannt machen mit dem, was meine Augen gesehen haben.&lt; Und er schickte sich an, nach einer Stelle zu suchen, wo er sich mit seinem Pferde in Sicherheit verbergen k\u00f6nnte und wo niemand ihn ersp\u00e4hen w\u00fcrde; und siehe, da erblickte er inmitten der Stadt einen Palast, der sich hoch in die obere Luft erhob, umgeben von einer gro\u00dfen Mauer mit ragenden Zinnen und Scharten; und er war bewacht von vierzig schwarzen Sklaven, die gekleidet waren in vollst\u00e4ndige R\u00fcstung und bewaffnet mit Speeren und Schwertern, Pfeilen und Bogen. Sprach er: &gt;Das ist ein trefflicher Ort.&lt; Und er drehte die Abstiegsfeder, und das Ross senkte sich mit ihm, gleich einem m\u00fcden Vogel, und es landete sanft auf der Dachterrasse des Schlosses. Da sa\u00df der Prinz ab, und mit dem Rufe: &gt;Alhamdolillah!&lt; &#8211; Preis sei Allah! &#8211; begann er rings um das Pferd herumzugehen und es sich anzusehen, indem er sprach: &gt;Bei Allah, der, so dich schuf, war ein kundiger K\u00fcnstler, und wenn der Allm\u00e4chtige das Ziel meines Lebens hinausschiebt und mich meinem Lande und den Meinen in Sicherheit zur\u00fcckgibt und mich wiedervereinigt mit meinem Vater, so will ich ihm wahrlich viel G\u00fcte erweisen und ihm mit \u00e4u\u00dferster Wohltat wohltun.&lt; Inzwischen war nun die Nacht hereingebrochen, und er blieb auf dem Dache sitzen, bis er gewiss war, dass alle Leute des Palastes schliefen; und Hunger und Durst bedr\u00e4ngten ihn sehr, denn er hatte weder Speise noch Trank gekostet, seit er aufgebrochen war von seinem Vater. Sprach er bei sich selber: &gt;Wahrlich, einem solchen Palast kann es nicht an Speisen fehlen&lt;; und er lie\u00df das Pferd oben und stieg hinab, um sich etwas zu suchen, was er essen k\u00f6nnte. Und er kam zu einer Treppe, und als er sie bis zur untersten Stufe hinabgestiegen war, stand er auf einem Hof, der mit wei\u00dfem Marmor und Alabaster gepflastert war und im Mondesschein leuchtete. Er staunte ob dieses Baus und ob seiner Sch\u00f6nheit, aber er vernahm keinen gesprochenen Laut, noch auch sah er eine lebende Seele, und in rastloser \u00dcberraschung stand er da, indem er nach rechts und nach links blickte und nicht wusste, wohin er sich wenden sollte. Sprach er bei sich selber: &gt;Ich kann nichts Besseres tun als dorthin zur\u00fcckkehren, wo ich das Pferd gelassen habe, und bei ihm die Nacht verbringen; sobald der Tag dann d\u00e4mmert, will ich aufsitzen und davonreiten.&lt; W\u00e4hrend er aber noch im Gespr\u00e4ch mit sich selber dastand, ersp\u00e4hte er ein Licht im Palast, und als er darauf zuging, sah er, dass es von einer Kerze ausging, die vor einer T\u00fcr des Harims stand, und zwar zu H\u00e4upten eines schlafenden Eunuchen, der da war wie einer der Ifriten Salomos oder wie einer vom Stamme der Dschann: l\u00e4nger als ein Mastbaum und breiter als eine Bank. Er lag vor der T\u00fcr, und der Knauf seines Schwertes glitzerte im Licht der Kerze, und zu seinen H\u00e4upten hing von einer granitenen S\u00e4ule ein lederner Beutel herab. Als der Prinz das sah, da war er entsetzt und sprach: &gt;Ich flehe Allah, den H\u00f6chsten, um Hilfe an! O mein Heiliger, wie du mich schon einmal vor dem Verderben bewahrt hast, so verleihe mir die Kraft, mich auch aus dem Abenteuer dieses Palastes zu retten!&lt; Mit diesen Worten streckte er die Hand aus nach dem Beutel, nahm ihn, trug ihn beiseite, \u00f6ffnete ihn und fand darin die besten Speisen. Er a\u00df sich satt und erfrischte sich und trank Wasser, hing den Vorratsbeutel wieder an seine Stelle, zog des Eunuchen Schwert aus der Scheide und nahm es an sich, w\u00e4hrend der Sklave weiterschlief, ohne zu ahnen, von wannen ihm sein Schicksal kommen w\u00fcrde. Dann ging der Prinz tiefer in den Palast hinein, und er machte nicht eher Halt, als bis er zu einer zweiten T\u00fcr kam, vor der ein Vorhang hing; den hob er, und siehe, als er eintrat, erblickte er ein Lager aus wei\u00dfestem Elfenbein, eingelegt mit Perlen und Hyazinthen und Juwelen, und vier Sklavinnen schliefen ringsherum. Er trat herzu, um zu sehen, wer auf dem Lager l\u00e4ge, und er fand eine junge Herrin im Schlafe, eingeh\u00fcllt wie in ein Hemd in ihr Haar, dem vollen Monde gleich, wenn er aufgeht \u00fcber dem \u00f6stlichen Weltenrand; ihre Stirn war bl\u00fctenwei\u00df, ihr Scheitel leuchtete, und ihre Wangen glichen blutroten Anemonen mit zierlichen Malen darauf. Er war best\u00fcrzt, als er sie daliegen sah in ihrer Sch\u00f6nheit und Lieblichkeit, ihrem Ebenma\u00df und ihrer Anmut, und er dachte des Todes nicht mehr. Zitternd in jedem Nerv also trat er zu ihr, schaudernd vor Lust, und er k\u00fcsste sie auf die rechte Wange. Sogleich erwachte sie, und als sie die Augen aufschlug, sah sie den Prinzen zu ihren H\u00e4upten stehen und sprach zu ihm: &gt;Wer bist du und woher kamest du?&lt; Sprach er: &gt;Ich bin dein Sklave und der, der dich liebt.&lt; Fragte sie: &gt;Und wer hat dich hierhergebracht?&lt; Und er erwiderte: &gt;Mein Herr und mein Stern.&lt; Sprach Schams al-Nahar1 (denn also hie\u00df sie): &gt;Vielleicht bist du der, der mich gestern von meinem Vater zum Weibe begehrte, und er wies dich ab, indem er vorgab, du seiest scheu\u00dflich von Angesicht? Bei Allah, mein Vater log in seinen Hals hinein, als er das sprach, denn du bist nicht anders als sch\u00f6n.&lt; Nun hatte der K\u00f6nig von Hind sie zum Weibe begehrt, ihr Vater aber hatte ihn abgewiesen, weil er h\u00e4sslich war und ungeschlacht, und sie hielt den Prinzen f\u00fcr ihn. Und als sie also seine Sch\u00f6nheit und Anmut erblickte, denn wahrlich, er war wie der strahlende Mond, da fasste die Vielg\u00f6tterei die Liebe ihr Herz, als w\u00e4re sie ein flammendes Feuer; und sie begannen zu plaudern und sich zu unterhalten. Pl\u00f6tzlich aber erwachten ihre Kammerfrauen, und als sie den Prinzen bei ihrer Herrin erblickten, fragten sie: &gt;O meine Herrin, wer ist dieser bei dir?&lt; Sprach sie: &gt;Ich wei\u00df es nicht; er sa\u00df neben mir, als ich erwachte; vielleicht ist es der, der mich von meinem Vater zum Weibe begehrte.&lt; Sprachen sie: &gt;O meine Herrin, bei Allah, dem Allvater, dieser ist nicht der, der dich zum Weibe begehrte, denn der ist scheu\u00dflich, und dieser ist sch\u00f6n und von hohem Stande. Wahrlich, jener taugt nicht einmal zu seinem Diener.&lt; Und die Sklavinnen gingen hinaus zu dem Eunuchen, und da sie ihn schlafend fanden, so weckten sie ihn, und er fuhr erschreckt empor. Sprachen sie: &gt;Wie kommt es, dass du im Palast die Wache hast, und dass doch M\u00e4nner eindringen bei uns, indes wir schlafen?&lt; Als nun der Schwarze das h\u00f6rte, da sprang er eilig auf und griff nach dem Schwerte, doch er fand es nicht; und Furcht und Zittern ergriffen ihn. Verwirrt trat er ein zu seiner Herrin, und da er den Prinzen im Geplauder mit ihr erblickte, sprach er zu ihm: &gt;O mein Herr, bist du ein Mensch oder ein Dschinni?&lt; Versetzte der Prinz: &gt;Weh dir, unseligster der Sklaven! Wie wagst du die S\u00f6hne der Chosroes mit einem der ungl\u00e4ubigen Teufel zu vergleichen?&lt; Und er war wie ein rasender L\u00f6we. Er griff zum Schwert und sprach zu dem Sklaven: &gt;Ich bin des K\u00f6nigs Schwiegersohn, er hat mich seiner Tochter verm\u00e4hlt und mir befohlen, zu ihr zu gehen.&lt; Und als der Eunuch diese Worte vernahm, versetzte er: &gt;O mein Herr, wenn du wirklich, wie du es sagst, von Menschenart bist, so geb\u00fchrt sie keinem als dir, und du bist ihrer w\u00fcrdiger als irgendein anderer.&lt; Und der Eunuch lief laut schreiend zum K\u00f6nig, indem er sich das Gewand zerriss und sich Staub aufs Haupt streute; und als der K\u00f6nig seinen Schrei vernahm, sprach er zu ihm: &gt;Was ist dir widerfahren? Sprich schnell und fasse dich kurz, denn du hast mir das Herz erschreckt.&lt; Versetzte der Eunuch: &gt;O K\u00f6nig, komm deiner Tochter zu Hilfe; denn ein Teufel von den Dschann hat sich ihrer in Gestalt eines K\u00f6nigssohnes bem\u00e4chtigt; auf und wider ihn!&lt; Als der K\u00f6nig das h\u00f6rte, wollte er ihn t\u00f6ten und sprach: &gt;Wie konntest du unwachsam sein bei meiner Tochter und diesen Satan zu ihr lassen?&lt; Und er begab sich in den Palast der Prinzessin, wo er ihre Kammerfrauen fand, die seiner harrten, und sie fragte: &gt;Was ist meiner Tochter widerfahren?&lt; &gt;O K\u00f6nig,&lt; erwiderten sie, &gt;uns \u00fcberfiel der Schlaf, und als wir erwachten, fanden wir einen J\u00fcngling, der bei ihr sa\u00df und mit ihr plauderte, als w\u00e4re er der volle Mond; nie sahen wir einen sch\u00f6ner als ihn. Wir fragten ihn aus, und er erkl\u00e4rte, du habest ihm deine Tochter zum Weibe gegeben. Mehr wissen wir nicht, noch auch wissen wir, ob er ein Mensch ist oder ein Dschinni; aber sittsam ist er und wohlerzogen, und er tut nichts Unziemliches und nichts, was zur Schande f\u00fchrt.&lt; Als nun der K\u00f6nig diese Worte h\u00f6rte, da k\u00fchlte sein Grimm sich ab, und langsam hob er den Vorhang, und als er hineinsah, sah er im Geplauder mit seiner Tochter einen der herrlichsten Prinzen sitzen, mit einem Gesicht gleich dem vollen Mond, so leuchtete es. Bei diesem Anblick konnte er sich aus Eifersucht auf die Ehre seiner Tochter nicht mehr halten; und indem er den Vorhang beiseite zog, st\u00fcrzte er mit dem gezogenen Schwert, einem w\u00fctenden Ghul gleich, hinein. Als nun der Prinz ihn sah, fragte er die Prinzessin: &gt;Ist dies dein Vater?&lt; Und sie erwiderte: &gt;Ja.&lt; Da sprang er auf die F\u00fc\u00dfe und schrie den K\u00f6nig mit so furchtbarem Schrei an, dass dieser ratlos dastand. Und der J\u00fcngling w\u00e4re mit dem Schwerte \u00fcber ihn hergefallen, doch als der K\u00f6nig sah, dass der Prinz gewaltiger war als er, stie\u00df er sein Schwert in die Scheide und blieb stehen, bis der J\u00fcngling zu ihm kam; und er sprach ihn in h\u00f6flicher Rede an und fragte: &gt;O J\u00fcngling, bist du ein Mensch oder ein Dschinni?&lt; Sprach der Prinz: &gt;Achtete ich nicht dein Recht als das meines Gastfreunds und die Ehre deiner Tochter? Wie also wagst du mich den Teufeln zu vergleichen, mich, der ich ein Prinz bin aus dem k\u00f6niglichen Blut der Chosroes, die dich, wollten sie dir dein K\u00f6nigreich nehmen, einem Erdbeben gleich heraussch\u00fctteln k\u00f6nnten aus deiner Glorie und deiner Herrschaft, also, dass sie dich alles Besitzes beraubten?&lt; Als nun der K\u00f6nig diese Worte h\u00f6rte, da war er verwirrt vor Scheu und leiblicher Furcht und erwiderte: &gt;Wenn du wirklich, wie du vorgibst, zu den S\u00f6hnen der K\u00f6nige geh\u00f6rst, wie kommt es da, dass du eindringst in meinen Palast ohne meine Erlaubnis, und dass du meine Ehre befleckst, indem du zu meiner Tochter schleichst, und vorgibst, du seiest ihr Gatte und ich h\u00e4tte sie dir zum Weibe gegeben, ich, der ich K\u00f6nige und K\u00f6nigss\u00f6hne erschlug, weil sie sie von mir zur Ehe erbaten? Und wer soll dich jetzt vor meiner Macht und Majest\u00e4t erretten, wenn ich nach meinen Sklaven und Dienern rufe und ihnen befehle, dich aufs schimpflichste zu erschlagen, und sie dich auf der Stelle t\u00f6ten? Wer soll dich befreien aus meiner Hand?&lt; Als der Prinz diese Rede des K\u00f6nigs h\u00f6rte, erwiderte er: &gt;Wahrlich, ich staune deiner und der K\u00fcrze und Dunkelheit deines Verstandes! Sag, kannst du deiner Tochter einen sch\u00f6neren Gatten w\u00fcnschen als mich, und hast du je einen gesehen, beherzter und besser geeignet zum Sultan oder glorreicher in Rang und Herrschgewalt, als ich es bin?&lt; Versetzte der K\u00f6nig: &gt;Nein, bei Allah! Aber ich wollte, o J\u00fcngling, du h\u00e4ttest nach der Sitte der K\u00f6nige gehandelt und sie vor Zeugen von mir zum Weibe verlangt, damit ich dich ihr h\u00e4tte \u00f6ffentlich verm\u00e4hlen k\u00f6nnen; jetzt aber hast du mich, selbst wenn ich sie dir heimlich verm\u00e4hlen wollte, in ihrer Person entehrt.&lt; Versetzte der Prinz: &gt;Du sprichst die Wahrheit, o K\u00f6nig, aber wenn du deine Sklaven und deine Krieger rufst, wie du es wolltest, und wenn sie \u00fcber mich herfallen und mich erschlagen, wie du es sagtest, so w\u00fcrdest du nur die eigene Schande \u00f6ffentlich machen, und das Volk w\u00e4re geteilt in den Glauben und Unglauben an dich. Deshalb, o K\u00f6nig, scheint mir, wirst du gut daran tun, dich von diesem Gedanken einem andern zuzuwenden, den ich dir raten will.&lt; Sprach der K\u00f6nig: &gt;Lass mich h\u00f6ren, was du zu sagen hast.&lt; Und der Prinz fuhr fort: &gt;Was ich dir vorschlage ist dies: entweder tritt mir im Einzelkampf entgegen, und wer seinen Gegner erschl\u00e4gt, der soll als der w\u00fcrdigere gelten, der den gr\u00f6\u00dferen Anspruch an das K\u00f6nigreich hat; oder aber lass mich heute Nacht, und wenn der Morgen d\u00e4mmert, so ziehe mit deinen Reitern, und deinen Kriegern zu Fu\u00df und deinen Dienern wider mich aus, doch nenne mir zuvor ihre Zahl.&lt; Sprach der K\u00f6nig: &gt;Es sind ihrer vierzigtausend Reiter au\u00dfer meinen Sklaven und deren Sklaven, die ihnen an Zahl gleich sind.&lt; Sprach der Prinz: &gt;Wenn der Tag anbricht, stelle sie auf wider mich und sprich zu ihnen: &gt;Dieser Mann freit um die Hand meiner Tochter unter der Bedingung, dass er allein wider euch alle k\u00e4mpft, denn er behauptet, er w\u00fcrde euch alle \u00fcberwinden und in die Flucht schlagen, und ihr verm\u00f6chtet nichts wider ihn auszurichten.&lt; Dann lass mich mit ihnen k\u00e4mpfen; und wenn sie mich erschlagen, so ist dein Geheimnis nur umso sicherer bewahrt, und deine Ehre bleibt unangetastet; und wenn ich sie \u00fcberwinde und ihre R\u00fccken sehe, so sollte ein K\u00f6nig meinesgleichen ausersehen zu seinem Eidam.&lt; Dieser Meinung schloss der K\u00f6nig sich an, und trotz seines Schreckens ob der K\u00fchnheit der Rede und trotz seiner Best\u00fcrzung ob der Anma\u00dfung des Prinzen, der seinem ganzen Heere, wie er es geschildert hatte, im Kampf entgegentreten wollte, hie\u00df er seinen Vorschlag gut, da er im Herzen \u00fcberzeugt war, dass er umkommen w\u00fcrde in dem Get\u00fcmmel, so dass er dann ihn und die Furcht vor der Schmach los w\u00fcrde. Er rief also den Eunuchen und befahl ihm, unverz\u00fcglich und unverweilt zu seinem Vezier zu gehen und ihm die Botschaft zu bringen, dass er sein ganzes Heer versammeln sollte, damit alle ihre R\u00fcstung und ihre Waffen anlegten und ihre Rosse bestiegen. Diesen Befehl des K\u00f6nigs brachte der Eunuch dem Vezier, und der berief alsbald die Hauptleute des Heeres und die Herren des Reiches und hie\u00df sie die R\u00fcstung der Schlacht anlegen, aufsitzen und in Kampfordnung ausziehen. Der K\u00f6nig aber sa\u00df derweilen lange bei dem Prinzen und plauderte mit ihm, denn er freute sich seiner weisen Rede und seines Verstandes und seiner trefflichen Erziehung. Und als der Tag anbrach, kehrte er zur\u00fcck in seinen Palast, setzte sich auf den Thron und befahl seinen Recken, aufzusitzen und einen der besten Renner des K\u00f6nigs zu satteln, mit herrlichem Sattel, Geschirr und Z\u00fcgel, und ihn dem Prinzen zu bringen. Aber der J\u00fcngling sprach: &gt;O K\u00f6nig, ich will nicht eher zu Pferde steigen, als bis ich die Truppen zu Gesicht bekomme und Musterung halte.&lt; &gt;Es sei, wie du willst,&lt; versetzte der K\u00f6nig. Und die beiden begaben sich auf das Kampffeld, wo die Truppen aufgestellt waren, und der junge Prinz sah sie an und merkte sich ihre gro\u00dfe Zahl; dann rief der K\u00f6nig ihnen zu und sprach: &gt;He, ihr Mannen alle, zu mir ist ein J\u00fcngling gekommen, der meine Tochter zum Weibe verlangt, und wahrlich, nimmer erblickte ich einen, herrlicher als ihn, nein, auch keinen, der beherzter w\u00e4re oder gewaltigeren Arms; denn er behauptet, er w\u00fcrde euch \u00fcberwinden und allein euch in die Flucht schlagen, und w\u00e4ret ihr auch hunderttausend an Zahl, so w\u00fcrdet ihr doch f\u00fcr ihn nur wenige sein. Aber wenn er ansprengt wider euch, so empfangt ihn mit der Spitze des Speers und der Schneide des Schwertes; denn wahrlich, er hat ein gewaltig Werk unternommen.&lt; Und er wandte sich zu dem Prinzen: &gt;Auf, o mein Sohn, und tu das Deine an ihnen!&lt; Versetzte der Prinz: &gt;O K\u00f6nig, du handelst nicht gerecht an mir; wie soll ich gegen sie angehen, da ich doch zu Fu\u00df bin, sie aber beritten?&lt; Gab der K\u00f6nig zur\u00fcck: &gt;Ich hie\u00df dich aufsitzen, und du verweigertest es; jetzt w\u00e4hle, welches meiner Rosse du willst.&lt; Sprach er: &gt;Keins deiner Rosse gef\u00e4llt mir, und kein anderes will ich reiten als das, darauf ich kam.&lt; Fragte der K\u00f6nig: &gt;Und wo steht es?&lt; &gt;Hoch oben auf deinem Palaste.&lt; &gt;In welchem Teile meines Palastes?&lt; &gt;Auf dem Dache.&lt; Als nun der K\u00f6nig diese Worte vernahm, da rief er: &gt;Weh dir! Dies ist das erste Zeichen des Wahnsinns, das du gibst. Wie kann das Pferd auf dem Dache sein? Aber wir werden gleich sehen, ob du die Wahrheit sprichst oder l\u00fcgst.&lt; Und er wandte sich zu einem seiner W\u00fcrdentr\u00e4ger und sprach zu ihm: &gt;Geh in meinen Palast und bringe mir, was du auf dem Dache findest.&lt; Und alles Volk staunte ob der Worte des jungen Prinzen, und sie sprachen untereinander: &gt;Wie kann ein Pferd die Stufen vom Dach herunterkommen? Wahrlich, dies ist etwas, dessen gleichen wir nimmer vernahmen.&lt; Inzwischen kam nun der Bote des K\u00f6nigs in den Palast, und als er zum Dach hinaufstieg, fand er das Ross, das dort stand, und nimmer hatte er ein sch\u00f6neres gesehen; doch als er n\u00e4her trat und es pr\u00fcfend betrachtete, da erkannte er, dass es aus Ebenholz und Elfenbein bestand. Nun begleiteten den W\u00fcrdentr\u00e4ger andere hohe K\u00e4mmerlinge, die es sich auch ansahen, und sie lachten untereinander und sprachen: &gt;Sprach der J\u00fcngling von dieses Pferdes gleichen? Wir k\u00f6nnen nicht anders denken, als dass er im Wahnsinn redet; doch werden wir bald die Wahrheit erkennen. Vielleicht h\u00e4ngt ein gewaltiges Geheimnis daran, und er ist ein Mann von hohem Stande.&lt; Und sie hoben das Ross auf, trugen es zum K\u00f6nig und setzten es vor ihm nieder, und all die Untertanen dr\u00e4ngten sich herbei und staunten ob der Sch\u00f6nheit seines Wuchses und ob des Reichtums an Z\u00fcgel und Sattel. Auch der K\u00f6nig bewunderte es und staunte in h\u00f6chstem Staunen; und er fragte den Prinzen: &gt;O J\u00fcngling, ist dies dein Ross?&lt; Versetzte er: &gt;Ja, o K\u00f6nig, dies ist mein Ross, und bald sollst du sehen, welches Wunder es dir zeigt.&lt; Sprach der K\u00f6nig: &gt;So nimm und besteige es.&lt; Und der Prinz erwiderte: &gt;Ich will nicht eher aufsitzen, als bis die Truppen sich weit zur\u00fcckgezogen haben.&lt; Da befahl der K\u00f6nig ihnen, sich um Bogenschussweite zur\u00fcckzuziehen von dem Pferd, und der J\u00fcngling sprach: &gt;O K\u00f6nig, sieh, ich will jetzt mein Ross besteigen und ansprengen wider dein Heer und es nach rechts und links verjagen und ihre Herzen auseinander spalten.&lt; Sprach der K\u00f6nig: &gt;Tu, wie du willst; und schone ihr Leben nicht, denn sie werden deines nicht schonen.&lt; Und der Prinz sa\u00df auf, w\u00e4hrend sich die Krieger in Reihen vor ihn stellten und einer zum andern sprach: &gt;Wenn der Prinz zwischen die Reihen ger\u00e4t, so wollen wir ihn auf die Spitzen der Speere nehmen und auf die Schneiden der Schwerter.&lt; Sprach ein anderer: &gt;Bei Allah, all dies ist ein Unheil; weshalb sollen wir einen J\u00fcngling von so sch\u00f6nem Gesicht und von so anmutiger Gestalt erschlagen?&lt; Und ein dritter f\u00fcgte hinzu: &gt;Ihr werdet schwere Arbeit haben, seiner Herr zu werden; denn der J\u00fcngling tat dies nur, weil er seine eigene Tapferkeit und seine \u00fcberragenden Kr\u00e4fte kannte.&lt; Da nun der Prinz inzwischen im Sattel sa\u00df, so drehte er die Aufstiegsfeder, w\u00e4hrend aller Augen sich m\u00fchten, zu sehen, was er beginnen w\u00fcrde. Und das Ross begann sich zu heben und zu wiegen, und hin und her zu schwanken und die seltsamsten Bewegungen auszuf\u00fchren, die je ein Ross gemacht hatte, bis sein Bauch sich f\u00fcllte mit Luft und es zu fliegen begann und sich hoch in die L\u00fcfte hob mitsamt seinem Reiter. Als nun der K\u00f6nig das sah, rief er seinen Leuten zu und sprach: &gt;Weh euch! Fangt ihn, fangt ihn, eh er euch entgeht!&lt; Doch seine Veziere und Vizek\u00f6nige erwiderten: &gt;O K\u00f6nig, kann ein Mensch den fliegenden Vogel einholen? Dieser ist wahrlich nichts anderes als ein gewaltiger Magier oder ein Marid von den Dschann oder ein Teufel, und Allah errette dich vor ihm. Preise den Allm\u00e4chtigen, der dich und deine ganze Schar vor ihm bewahrte.&lt; Und als der K\u00f6nig des Prinzen Beginnen gesehen hatte, kehrte er zur\u00fcck in seinen Palast, ging zu seiner Tochter und machte sie bekannt mit dem, was geschehen war auf dem Kampffeld. Sie war in schwerem Kummer um den Prinzen und klagte ob ihrer Trennung von ihm; und sie erkrankte an schwerer Krankheit und legte sich auf ihr Kissen. Und als ihr Vater sie also erblickte, da dr\u00fcckte er sie an die Brust, k\u00fcsste sie zwischen den Augen und sprach zu ihr: &gt;O meine Tochter, preise den allm\u00e4chtigen Allah und danke ihm, dass er uns befreite von diesem listigen Zauberer, diesem Schurken, diesem gemeinen Menschen, diesem Dieb, der nur daran dachte, dich zu verf\u00fchren.&lt; Und er wiederholte ihr die Geschichte des Prinzen und erz\u00e4hlte ihr, wie er am Himmel verschwunden war; und er schalt auf ihn und fluchte ihm, denn er wusste nicht, wie sehr seine Tochter ihn liebte. Sie aber achtete seiner Worte nicht und weinte und klagte nur umso mehr und sprach bei sich selber: &gt;Bei Allah, ich will keine Speise essen noch einen Becher leeren, bevor mich nicht Allah wieder mit ihm vereinigt!&lt; Ihr Vater war in schwerer Not, und er trauerte sehr ob ihres Zustandes; aber soviel er auch tat, um sie zu beruhigen, ihre Liebessehnsucht wuchs nur umso mehr. So viel von dem K\u00f6nig und der Prinzessin Schams al-Nahar.<\/p>\n\n\n\n<p>Prinz Kamar al-Akmar aber wandte des Rosses Kopf, als er sich hoch in die Luft erhoben hatte, seiner Heimat zu, und w\u00e4hrend er allein war, sann er nach \u00fcber die Sch\u00f6nheit der Prinzessin und \u00fcber ihre Lieblichkeit. Nun hatte er die Leute des K\u00f6nigs nach dem Namen der Stadt und dem des K\u00f6nigs und seiner Tochter gefragt; und man hatte ihm gesagt, es sei die Stadt Sana. Und er ritt mit aller Eile dahin, bis er sich der Hauptstadt seines Vaters n\u00e4herte, und indem er in der Luft einen Kreis um die Stadt beschrieb, lie\u00df er sich nieder auf dem Dache des K\u00f6nigspalastes, wo er sein Ross stehen lie\u00df, w\u00e4hrend er hinabstieg und die Schwelle mit Asche bestreut sah; er dachte also, einer der Seinen sei gestorben. Und als er wie immer eintrat, sah er seinen Vater und seine Mutter und seine Schwestern in schwarzer Trauerkleidung, und aller Angesichter waren bleich, und hager war ihr Leib. Doch als sein Vater ihn sah und sich \u00fcberzeugte, dass er sein Sohn war, da stie\u00df er einen lauten Schrei aus und fiel ohnm\u00e4chtig nieder; und als er nach einer Weile wieder zu sich kam, warf er sich auf ihn, umarmte ihn, dr\u00fcckte ihn an die Brust und freute sich seiner in h\u00f6chster Freude und Lust. Das h\u00f6rten seine Mutter und seine Schwestern, und sie kamen herbei, und als sie den Prinzen sahen, warfen sie sich auf ihn, k\u00fcssten ihn und weinten, denn sie freuten sich in h\u00f6chster Freude. Dann fragten sie ihn aus, und er erz\u00e4hlte ihnen von Anfang bis zu Ende alles, was geschehen war, und sein Vater sprach zu ihm: &gt;Preis sei Allah f\u00fcr deine Rettung, K\u00fchle meiner Augen und Kern meines Herzens!&lt; Und der K\u00f6nig befahl, ein Fest zu feiern, und die frohe Botschaft lief durch die ganze Stadt. Man schlug die Trommeln und Zimbeln, streifte ab das Gewand der Trauer, zog sich das bunte Kleid der Freude an und schm\u00fcckte Stra\u00dfen und M\u00e4rkte. Alles Volk wetteiferte miteinander, wer dem K\u00f6nig als erster Gl\u00fcck w\u00fcnschen w\u00fcrde, und der K\u00f6nig verk\u00fcndete eine allgemeine Vergebung, und er \u00f6ffnete die Kerker und lie\u00df alle hinaus, die gefangen waren. Ferner lie\u00df er Bankette richten f\u00fcr das Volk, und sieben Tage und sieben N\u00e4chte lang war alle Kreatur froh und heiter bei Speise und Trank; und er selber sa\u00df auf mit seinem Sohne und ritt hinaus, damit das Volk ihn sehe und sich freute. Nach einer Weile aber fragte der Prinz nach dem, der das Ross verfertigt hatte, indem er sprach: &gt;O mein Vater, was hat das Schicksal mit ihm begonnen?&lt; Versetzte der K\u00f6nig: &gt;Nimmer segne Allah ihn oder die Stunde, in der ich ihn erblickte! Denn er war der Anlass deiner Trennung von uns, o mein Sohn, und seit dem Tage deines Verschwindens liegt er im Kerker.&lt; Und der K\u00f6nig befahl, ihn freizulassen, schickte nach ihm und kleidete ihn ein in ein Gewand der Genugtuung und behandelte ihn mit der h\u00f6chsten Gunst und Freigebigkeit, nur dass er ihm seine Tochter nicht zum Weibe geben wollte. Darob ergrimmte der Weise in wildem Grimm, und er bereute, was er getan hatte, da er jetzt wusste, dass der Prinz das Geheimnis des Bosses und die Art seiner Bewegung begriffen hatte. Ferner sprach der K\u00f6nig zu seinem Sohne: &gt;Ich denke, du wirst gut daran tun, dich dem Ross hinfort nicht mehr zu n\u00e4hern, und vor allem, es von heute ab nie wieder zu besteigen; denn du kennst seine Eigenschaften nicht und bist vielleicht im Irrtum.&lt; Nun hatte der Prinz seinem Vater erz\u00e4hlt von seinem Abenteuer mit dem K\u00f6nig von Sana und seiner Tochter, und Sabur sprach: &gt;H\u00e4tte der K\u00f6nig dich t\u00f6ten wollen, er h\u00e4tte es getan, doch deine Stunde war noch nicht gekommen.&lt; Und als die Freudenfeier zu Ende war, kehrte das Volk in seine H\u00e4user und der K\u00f6nig und sein Sohn in den Palast zur\u00fcck, wo sie sich setzten und a\u00dfen und tranken und sich vergn\u00fcgten. Nun hatte der K\u00f6nig eine sch\u00f6ne Sklavin, die geschickt die Laute zu spielen verstand; und sie nahm sie und begann die Saiten zu r\u00fchren, und sie sang vor dem K\u00f6nig und seinem Sohn von der Trennung der Liebenden. Und als der Prinz ihre Verse vernahm, da flammten die Feuer der Sehnsucht in seinem Herzen auf, und Schmerz und Leidenschaft bedr\u00e4ngten ihn. Kummer und Gram drangen ein auf ihn, und sein Innerstes verlangte aus Liebe nach der Tochter des K\u00f6nigs von Sana. Und er erhob sich alsbald und verlie\u00df, ohne dass sein Vater es merkte, den Palast, ging zu dem Pferde, sa\u00df auf und drehte den Aufstiegswirbel, so dass es einem Vogel gleich hoch in die Luft entflog und sich aufschwang zu den h\u00f6chsten Regionen des Himmels. Am fr\u00fchen Morgen aber vermisste sein Vater ihn, und in gro\u00dfer Sorge stieg er auf die Zinnen des Palastes und sah, wie sein Sohn am Firmament dahinflog; schwer fasste ihn der Kummer, und er bereute in arger Reue, dass er das Pferd nicht weggenommen und verborgen hatte; und er sprach bei sich selber: &gt;Bei Allah, wenn nur mein Sohn zu mir zur\u00fcckkehrt, so will ich das Ross vernichten, damit mein Herz beruhigt ist \u00fcber ihn.&lt; Und er begann zu weinen und zu klagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Prinz aber lie\u00df derweilen nicht ab, dahinzufliegen durch die Luft, bis er die Stadt Sana erreichte und sich wie zuvor auf das Dach herablie\u00df. Heimlich schlich er hinab, und da er den Eunuchen wie immer schlafend fand, so hob er den Vorhang und trat langsam ein, bis er zu der T\u00fcr des Gemaches der Prinzessin kam und stillstand, um zu lauschen; und siehe, er h\u00f6rte, wie sie reichliche Tr\u00e4nen vergoss und Verse sprach, w\u00e4hrend ihre Frauen rings um sie schliefen. Und als sie ihr Weinen und Klagen vernahmen, sprachen sie: &gt;O unsere Herrin, weshalb willst du trauern um einen, der nicht um dich trauert?&lt; Sprach sie: &gt;O ihr Unverst\u00e4ndigen, ist der, um den ich traure, von denen, die da vergessen oder vergessen werden?&lt; Und sie begann von neuem zu weinen und zu klagen, bis der Schlaf sie \u00fcberfiel. Dem Prinzen aber schmolz das Herz; er trat also ein, und da er sie schlafen sah, so ber\u00fchrte er sie mit der Hand; und als sie die Augen aufschlug, sah sie ihn neben sich stehen. Sprach er: &gt;Wozu all dies Weinen und Trauern?&lt; Und da sie ihn erkannte, warf sie sich auf ihn, fasste ihn um den Nacken, k\u00fcsste ihn und sprach: &gt;Um deinetwillen und ob der Trennung von dir.&lt; Sprach er: &gt;O meine Herrin, ich war trostlos durch dich die ganze Zeit hindurch.&lt; Sie aber erwiderte: &gt;Du hattest mich trostlos gemacht, und w\u00e4rest du noch l\u00e4nger ausgeblieben, so w\u00e4re ich wahrlich gestorben.&lt; Versetzte er: &gt;O meine Herrin, was denkst du von mir und deinem Vater und von der Art, wie er mich behandelte? W\u00e4re nicht meine Liebe zu dir, du Versuchung und Verlockung der drei Welten, ich h\u00e4tte ihn gewisslich erschlagen und ihn zu einer Warnung gemacht f\u00fcr alle, die es sahen; doch wie ich dich liebe, so liebe ich um deinetwillen ihn.&lt; Sprach sie: &gt;Wie konntest du mich verlassen? Kann mir das Leben nach dir noch s\u00fc\u00df sein?&lt; Versetzte er: &gt;Lass gen\u00fcgen, was geschehen ist; mich hungert jetzt und mich d\u00fcrstet.&lt; Da befahl sie ihren M\u00e4dchen, Speise und Trank zu bereiten; und sie sa\u00dfen beisammen und a\u00dfen und tranken und unterhielten sich, bis die Nacht nahezu verstrichen war; und als der Tag anbrach, stand er auf, um Abschied von ihr zu nehmen und aufzubrechen, bevor der Eunuch erwachen w\u00fcrde. Fragte Schams al-Nahar: &gt;Wohin gehst du?&lt; Und er erwiderte: &gt;Zum Hause meines Vaters, und ich gelobe dir, dass ich einmal in jeder Woche kommen will.&lt; Sie aber weinte und sprach: &gt;Ich beschw\u00f6re dich bei dem allm\u00e4chtigen Allah, nimm mich mit, wohin du dich wendest, und lass mich nicht von neuem den bitteren K\u00fcrbis der Trennung kosten.&lt; Sprach er: &gt;Willst du wirklich mit mir gehen?&lt; Und sie erwiderte: &gt;Ja.&lt; &gt;Dann,&lt; sprach er, &gt;steh auf, damit wir von hinnen kommen.&lt; Und sie erhob sich alsbald, trat zu einer Kiste und schm\u00fcckte sich mit dem reichsten und teuersten ihres Schmucks an Gold und kostbaren Juwelen, und sie ging hinaus, ohne dass ihre Sklavinnen etwas merkten. Hoch auf das Dach f\u00fchrte er sie empor, und indem er das Ebenholzpferd bestieg, nahm er sie hinter sich auf den R\u00fccken des Tieres, wo er sie mit starken Stricken an sich selber festband. Dann drehte er den Aufstiegswirbel an der Schulter, und das Pferd erhob sich hoch in die Luft. Als aber ihre Sklavinnen das sahen, da schrien sie laut und meldeten es ihrem Vater und ihrer Mutter, die in heller Hast das Dach bestiegen und das magische Ross mit dem Prinzen und der Prinzessin davonfliegen sahen. Das st\u00fcrzte den K\u00f6nig in immer wachsende Sorge, und er schrie auf und rief: &gt;O K\u00f6nigssohn, ich beschw\u00f6re dich bei Allah, habe Erbarmen mit mir und meinem Weibe und beraube uns nicht unserer Tochter!&lt; Der Prinz gab keine Antwort; doch da er bei sich selber dachte, das M\u00e4dchen bereue vielleicht, Vater und Mutter verlassen zu haben, so fragte er sie: &gt;O Entz\u00fccken der Zeit, sag mir, willst du, dass ich dich deinem Vater und deiner Mutter wiederbringe?&lt; Versetzte sie: &gt;Bei Allah, o mein Herr, solches ist nicht mein Wunsch; mein einziger Wunsch ist der, bei dir zu sein, wo immer du bist; denn die Liebe zu dir lenkt mich von allem andern ab, selbst von meinem Vater und meiner Mutter.&lt; Als er diese Worte vernahm, da freute sich der Prinz in hoher Freude, und er lie\u00df das Ross sanft mit ihr dahinfliegen und kreisen, um sie nicht zu erschrecken, und nicht eher hielten sie inne im Flug, als bis sie eine gr\u00fcne Weide zu Gesicht bekamen, durch die ein Quell rinnenden Wassers lief. Hier landeten sie und a\u00dfen und tranken; dann sa\u00df der Prinz wieder auf, nahm sie wieder hinter sich und band sie fest, aus Besorgnis um ihre Sicherheit; und sie ritten weiter, bis sie seines Vaters Hauptstadt zu Gesicht bekamen. Freude erf\u00fcllte den Prinzen, und er gedachte, seiner Geliebten den Sitz seiner Herrschaft zu zeigen und seines Vaters Macht und W\u00fcrde, damit sie erkenne, dass sie gr\u00f6\u00dfer w\u00e4re als die ihres Vaters. Er setzte sie also in einem der G\u00e4rten seines Vaters nieder, vor den Toren der Stadt, wo sein Vater sich zu ergehen pflegte. Und er f\u00fchrte sie in ein gew\u00f6lbtes Sommerhaus, das dort f\u00fcr den K\u00f6nig errichtet war, indem er das Ebenholzross an der T\u00fcre stehen lie\u00df und dem M\u00e4dchen auftrug, es zu bewachen, und sprach: &gt;Setze dich hierher, bis mein Bote zu dir kommt, denn ich gehe jetzt zu meinem Vater, um einen Palast f\u00fcr dich zu r\u00fcsten und dir meine K\u00f6nigsmacht zu zeigen.&lt; Sie war entz\u00fcckt, als sie diese Worte h\u00f6rte, und sprach: &gt;Tu, wie du willst&lt;; denn sie verstand sie dahin, dass sie die Stadt nur mit der ihr geb\u00fchrenden Ehre und Weihe betreten sollte, wie es sich schickte f\u00fcr ihren Rang. Und der Prinz verlie\u00df sie und begab sich in den Palast des K\u00f6nigs, seines Vaters, der sich seiner R\u00fcckkehr freute und ihm entgegenging und ihn willkommen hie\u00df. Sprach der Prinz zu ihm: &gt;Wisse, ich habe die K\u00f6nigstochter mitgebracht, von der ich dir sprach, und ich habe sie vor der Stadt in dem und dem Garten gelassen und komme, um dir zu sagen, dass du den Prunkzug fertigmachst, um ihr entgegenzuziehen und ihr deine k\u00f6nigliche W\u00fcrde und deine Truppen und Wachen zu zeigen.&lt; Versetzte der K\u00f6nig: &gt;Mit Freude und Lust.&lt; Und er befahl alsbald, die Stadt mit dem sch\u00f6nsten Zierrat zu schm\u00fccken. Dann sa\u00df er auf und ritt mit allem Prunk und in aller Majest\u00e4t hinaus, er mit seinem Heere, seinen W\u00fcrdentr\u00e4gern und seinem Hause, mit Trommeln und Kesseltrommeln, Pfeifen und Klarinen, und sonst noch allerlei Instrumenten; und der Prinz nahm aus seinen Schatzkammern Juwelen und Schmuck, und was sonst K\u00f6nige sammeln, hervor, und er r\u00fcstete ein seltenes Schauspiel des Reichtums und Glanzes; ferner machte er f\u00fcr die Prinzessin eine \u00fcberdachte S\u00e4nfte aus gr\u00fcnen, gelben und roten Brokaten bereit, in die er indische und griechische und abessinische Sklavinnen setzte. Und er ritt der S\u00e4nfte und ihren Insassinnen voraus zu dem Pavillon, wo er sie niedergesetzt hatte; dort suchte er nach ihr, doch fand er weder Prinzessin noch Ross. Als er das sah, da schlug er sich das Gesicht und zerriss sich das Kleid, und er begann, im Garten umherzugehen, als habe er den Verstand verloren; und schlie\u00dflich kam er wieder zu sich und sprach: &gt;Wie h\u00e4tte sie das Geheimnis dieses Pferdes entdecken k\u00f6nnen, da ich ihr nichts davon sagte? Vielleicht hat der persische Weise, der das Ross erfand, sie entdeckt und gestohlen, um sich an meinem Vater f\u00fcr seine Behandlung zu r\u00e4chen.&lt; Da suchte er die W\u00e4chter des Gartens auf und fragte sie, ob sie gesehen h\u00e4tten, dass irgendjemand den Garten betreten habe; und er sprach: &gt;Ist irgendjemand hier eingetreten? Sagt mir die Wahrheit, und die ganze Wahrheit, oder ich werde euch den Kopf abschlagen.&lt; Diese seine Drohungen erschreckten sie, doch sie erwiderten mit einer Stimme: &gt;Wir sahen niemanden eintreten au\u00dfer dem persischen Weisen, der Heilkr\u00e4uter suchte.&lt; Jetzt war der Prinz \u00fcberzeugt, dass wirklich dieser die Jungfrau fortgenommen hatte, und er war verwirrt und ratlos ob seiner Not; und er sch\u00e4mte sich vor dem Volk, wandte sich zu seinem Vater, erz\u00e4hlte ihm, was geschehen war, und sprach zu ihm: &gt;Nimm die Truppen und f\u00fchre sie in die Stadt zur\u00fcck. Ich aber will nicht eher heimkehren, als bis ich all dies aufgekl\u00e4rt habe.&lt; Als nun der K\u00f6nig das h\u00f6rte, da weinte er und schlug sich die Brust und sprach: &gt;O mein Sohn, beruhige dich, beherrsche deinen Gram, komm mit uns nach Hause und halte Ausschau, welche K\u00f6nigstochter du m\u00f6chtest, damit ich sie dir verm\u00e4hle.&lt; Doch der Prinz achtete seiner Worte nicht, nahm Abschied und brach auf, w\u00e4hrend der K\u00f6nig zur\u00fcckkehrte in die Stadt und ihre Freude verwandelt war zu argem Leide.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun war, wie das Schicksal seinen Spruch gef\u00e4llt hatte, als der Prinz die Prinzessin im Garten verlie\u00df, um den Einzug zu ordnen, der Perser auf der Suche nach einigen Kr\u00e4utern in den Garten getreten, und als er den s\u00fc\u00dfen Duft des Moschus und anderer Wohlger\u00fcche roch, die der Prinzessin entstr\u00f6mten und alles durchzogen, da war er ihnen gefolgt, bis er den Pavillon erreichte, an dessen T\u00fcr er das Ross stehen sah, das er mit eigenen H\u00e4nden geschaffen hatte. Und sein Herz war erf\u00fcllt von Freude und Frohlocken, denn oft hatte er seinen Verlust betrauert, seit es aus seiner Hand verschwunden war; er trat zu ihm hin und betrachtete es genau, und da er es in jedem Teile pr\u00fcfte, fand er es ganz und heil; und er wollte aufsitzen, um davonzureiten, als er sich besann und sprach: &gt;Ich muss zuvor nachsehen, was der Prinz mitgebracht und hier bei dem Pferde gelassen hat.&lt; Er trat also ein in den Pavillon, und als er die Prinzessin dort sitzen sah, als w\u00e4re sie der Sonne heller Schein an einem Himmel von Wolken rein, da erkannte er sie auf den ersten Blick als eine hochgeborene Herrin, und er zweifelte nicht daran, dass der Prinz sie auf dem Pferde mitgebracht und im Garten gelassen hatte, w\u00e4hrend er selber in die Stadt gezogen war, um ihren Einzug in die Stadt in allem Prunk zu r\u00fcsten. Da trat er zu ihr und k\u00fcsste den Boden zwischen seinen H\u00e4nden, so dass sie die Augen aufhob; und da sie ihn scheu\u00dflich von Angesicht fand und Gestalt, so fragte sie: &gt;Wer bist du?&lt; Versetzte er: &gt;O meine Herrin, ich bin ein Bote, gesandt von Prinzen, der mir befahl, dich in einen andern Lustgarten zu bringen, n\u00e4her der Stadt, dieweil meine Herrin, die K\u00f6nigin, nicht so weit gehen kann und es doch ungern s\u00e4he, wenn eine andere ihr bei dir zuvork\u00e4me.&lt; Sprach sie: &gt;Wo ist der Prinz?&lt; Und der Perser: &gt;Er ist in der Stadt bei seinem Vater, und er wird alsbald in allem Prunk zu dir kommen.&lt; Sprach sie: &gt;O du, sag an, konnte er keinen H\u00fcbscheren finden, ihn mir zu senden?&lt; Des lachte der Weise laut und sprach: &gt;Ja, wahrlich, er hat keinen Mamelucken, der so h\u00e4sslich w\u00e4re wie ich; aber, o meine Herrin, lass dich nicht t\u00e4uschen durch die H\u00e4sslichkeit meines Gesichts und die Scheu\u00dflichkeit meiner Gestalt. H\u00e4ttest du so viel Nutzen von mir gehabt wie der Prinz, wahrlich, du w\u00fcrdest mich preisen. Er w\u00e4hlte mich in seiner eifers\u00fcchtigen Liebe zu dir eben um meiner Ungeschlachtheit und meiner Ekelheit willen zum Boten; sonst hat er ungez\u00e4hlte Mamelucken und Negersklaven und Diener, deren jeder sch\u00f6ner ist als der andere.&lt; Als sie das h\u00f6rte, leuchtete es ihrem Verstande ein, und sie glaubte ihm; sie stand also auf, und indem sie ihre Hand in seine legte, sprach sie: &gt;O mein Vater, was hast du mir zum Reiten mitgebracht?&lt; Versetzte er: &gt;Du sollst das Ross reiten, auf dem du kamst&lt;; und sie erwiderte: &gt;Ich kann es allein nicht reiten.&lt; Da l\u00e4chelte er, denn er wusste nun, dass er ihrer Herr w\u00e4re, und er sprach: &gt;Ich selbst will mit dir reiten.&lt; Er sa\u00df auf, nahm sie hinter sich und band sie mit festen Stricken an sich, w\u00e4hrend sie nicht wusste, was er mit ihr wollte. Dann drehte er die Aufstiegsfeder, und der Bauch des Rosses f\u00fcllte sich mit Wind, und es schwankte hin und her wie eine Woge des Meeres, und es hob sich mit ihnen hoch in die Luft empor, und es lie\u00df in seinem Fluge nicht nach, bis die Stadt au\u00dfer Sicht war. Als nun Schams al-Nahar das sah, da fragte sie: &gt;He du, was wird aus dem, was du mir sagtest \u00fcber meinen Prinzen, indem du mich glauben machtest, er habe dich geschickt?&lt; Versetzte der Perser: &gt;Allah verfluche den Prinzen! Er ist ein gemeiner Geizhals und Schurke.&lt; Rief sie: &gt;Weh dir! Wie wagst du, dem Befehl deines Herrn zuwiderzuhandeln?&lt; Versetzte der Perser: &gt;Er ist nicht mein Herr; wei\u00dft du, wer ich bin?&lt; Und sie erwiderte: &gt;Ich wei\u00df nichts von dir, als was du mir sagtest.&lt; Sprach er: &gt;Was ich dir sagte, war meine List wider dich und den Sohn des K\u00f6nigs. Lange habe ich den Verlust des Rosses beklagt, auf dem wir sitzen; denn ich habe es erbaut und mich zu seinem Herrn gemacht. Jetzt aber habe ich es fest in der Gewalt, und dich dazu, und ich will ihm das Herz verbrennen, wie er meines verbrannt hat. Nie soll er das Pferd zur\u00fcckerhalten, nein, niemals; also sei der Sorge bar und halte das Auge k\u00fchl und klar, denn ich kann dir mehr von Nutzen sein als er; und ich bin ebenso gro\u00dfm\u00fctig, wie ich reich bin; meine Diener und Sklaven sollen dir als ihrer Herrin gehorchen; ich will dich in die feinsten Gew\u00e4nder kleiden, und ein jeder deiner W\u00fcnsche soll erf\u00fcllt werden.&lt; Als sie das h\u00f6rte, da schlug sie sich das Gesicht, schrie auf und sprach: &gt;Ah, wehe! Ich habe meinen Geliebten nicht gewonnen und meinen Vater und meine Mutter verloren!&lt; Und sie weinte bittere Tr\u00e4nen ob dessen, was ihr widerfahren war, w\u00e4hrend der Weise mit ihr dahinflog, bis er zum Lande der Griechen kam und auf einer gr\u00fcnenden Wiese landete, die reich war an B\u00e4chen und B\u00e4umen. Nun lag diese Wiese bei einer Stadt, die ein K\u00f6nig von gro\u00dfer Macht beherrschte, und es traf sich, dass er an eben diesem Tage ausritt zur Jagd und um sich zu unterhalten. Als nun der K\u00f6nig bei der Wiese vor\u00fcberkam, sah er den Perser dort stehen und neben ihm das Ross und das M\u00e4dchen; und ehe der Weise sich dessen versah, fielen des K\u00f6nigs Sklaven \u00fcber ihn her und schleppten ihn und die Prinzessin und das Ross vor ihren Gebieter, und da er die Scheu\u00dflichkeit des Mannes sah und seine Ekelheit, und die Sch\u00f6nheit des M\u00e4dchens und ihre Lieblichkeit, da sprach er: &gt;O meine Herrin, wie ist dieser Alte mit dir verwandt?&lt; Der Perser beeilte sich, erwiderte und sprach: &gt;Sie ist mein Weib und die Tochter meines Vatersbruders.&lt; Sie aber strafte ihn auf der Stelle L\u00fcgen und sagte: &gt;O K\u00f6nig, bei Allah, ich kenne ihn nicht, noch auch ist er mein Gatte; nein, er ist ein b\u00f6ser Magier, der mich mit Gewalt und Trug gestohlen hat.&lt; Da befahl der K\u00f6nig, den Perser zu gei\u00dfeln, und sie schlugen ihn, bis er fast tot war; und der K\u00f6nig befahl, ihn in die Stadt zu tragen und in den Kerker zu werfen; und indem er ihm das M\u00e4dchen und das Ebenholzpferd nahm (obgleich er weder seine Kr\u00e4fte noch das Geheimnis seiner Bewegung kannte), brachte er die Jungfrau in seinen Serail und stellte das Ross unter seine Sch\u00e4tze. So nun erging es dem Weisen und der Prinzessin.<\/p>\n\n\n\n<p>Prinz Kamar al-Akmar aber kleidete sich in Reisekleider, nahm, was er brauchte an Geld, und brach auf, indem er in traurigster Verfassung suchte nach ihrer Spur; und er reiste von Land zu Land und von Stadt zu Stadt, indem er forschte nach der Prinzessin und fragte nach dem Ebenholzpferde; und alle, die ihn h\u00f6rten, verwunderten sich \u00fcber ihn und fanden seine Reden irre. Lange zog er in dieser Weise dahin; doch trotz alles Suchens und Forschens konnte er keine Kunde von ihr erhalten. Zuletzt kam er in die Stadt ihres Vaters, Sana, und als er hier nach ihr fragte, erfuhr er nichts, und ihr Vater trauerte um ihren Verlust. Da kehrte er zur\u00fcck und machte sich auf nach dem Lande der Griechen, indem er immer auf dem Wege nach den beiden fragte, bis er, wie es der Zufall wollte, in einem Khan abstieg, in dem er eine Schar von Kaufleuten im Gespr\u00e4che sitzen sah. Zu diesen setzte er sich, und er h\u00f6rte den einen sagen: &gt;O meine Freunde, ich habe ein Wunder der Wunder erlebt.&lt; Fragten sie: &gt;Und das w\u00e4re?&lt; Und er versetzte: &gt;Ich besuchte den und den Distrikt in der und der Stadt (und er nannte die Stadt, darin die Prinzessin war), und ich h\u00f6rte die Leute von einem seltsamen Ereignis schw\u00e4tzen, das letzthin vorgefallen war. Ihr K\u00f6nig n\u00e4mlich war eines Tages mit einem Gefolge seiner H\u00f6flinge und der Herren seines Reiches ausgezogen zu Jagd und Ritt; und als er die Stadt verlie\u00df, da kam er zu einer gr\u00fcnen Wiese, auf der sie einen alten Mann erblickten und eine Frau, die dicht neben einem Pferde aus Ebenholz sa\u00df. Der Mann war scheu\u00dflich von Angesicht und ekel von Gestalt, die Frau aber war ein Wunder der Sch\u00f6nheit und Lieblichkeit, der Zierlichkeit und vollendeten Anmut; und das h\u00f6lzerne Ross war ein Wunder, und nimmer erblickte ein Auge je ein herrlicheres oder eins von gr\u00f6\u00dferer Anmut.&lt; Fragten die andern: &gt;Und was tat der K\u00f6nig damit?&lt; Und der Kaufmann versetzte: &gt;Den Mann ergriff der K\u00f6nig, und er fragte ihn aus nach dem M\u00e4dchen, und er gab vor, sie sei sein Weib und die Tochter seines Vaterbruders; sie aber strafte ihn L\u00fcgen und erkl\u00e4rte, er sei ein Zauberer und ein Schurke. Da nahm der K\u00f6nig sie dem Alten und befahl, ihn zu schlagen und in den Kerker zu werfen. Was aber aus dem Ebenholzpferde wurde, das wei\u00df ich nicht.&lt; Als nun der Prinz diese Worte vernahm, da trat er dicht zu dem Kaufmann und begann ihn vorsichtig und h\u00f6flich auszufragen nach dem Namen der Stadt und ihres K\u00f6nigs; und als er beides wusste, verbrachte er die Nacht voller Freude. Und sowie der Tag d\u00e4mmerte, brach er auf und wanderte ununterbrochen, bis er jene Stadt erreichte; doch als er eintreten wollte, legten die Torw\u00e4chter Hand an ihn, um ihn vor den K\u00f6nig zu f\u00fchren, damit der ihn nach seinem Stande fragte und nach der Kunst, in der er bewandert w\u00e4re, sowie nach der Ursache seiner Reise hierher &#8211; denn so war es Brauch und Sitte bei ihrem Herrscher. Nun war es, als er in die Stadt einzog, die Zeit des Nachtmahls, und darum war es unm\u00f6glich, jetzt zum K\u00f6nig zu gehen oder sich mit ihm \u00fcber den Fremden zu beraten. Die Wachen f\u00fchrten ihn also in den Kerker, wo sie ihn f\u00fcr die Nacht in den Block zu legen gedachten; doch als die Kerkermeister seine Sch\u00f6nheit und Lieblichkeit sahen, brachten sie es nicht \u00fcbers Herz, ihn gefangen zu setzen, sondern lie\u00dfen ihn vor den Mauern neben sich sitzen. Und als ihnen Speise gebracht wurde, a\u00df er mit ihnen, bis er ges\u00e4ttigt war; und als sie gegessen hatten, wandten sie sich dem Prinzen zu und fragten: &gt;Aus welchem Lande bist du?&lt; Versetzte er: &gt;Ich komme aus Fars, dem Lande der Chosroes.&lt; Als sie nun das h\u00f6rten, da lachten sie, und einer von ihnen sprach: &gt;O Chosroer, ich habe die Gespr\u00e4che der Menschen geh\u00f6rt und ihre Geschichten, und ich habe Einblick gehabt in ihre Verh\u00e4ltnisse, nie aber sah oder h\u00f6rte ich einen \u00e4rgeren L\u00fcgner als den Chosroer, der bei uns im Kerker ist.&lt; Sprach ein anderer: &gt;Und nimmer sah ich Scheu\u00dflicheres als sein Gesicht oder Gr\u00e4ulicheres als seine Z\u00fcge.&lt; Fragte der Prinz: &gt;Was ist euch aufgefallen von seinen L\u00fcgen?&lt; Und sie erwiderten: &gt;Er behauptet, einer der Weisen zu sein! Nun traf ihn der K\u00f6nig, als er zur Jagd ausritt, und bei ihm fand er ein herrliches Weib und ein Ross aus schw\u00e4rzestem Ebenholz, nimmer sah ich ein sch\u00f6neres. Das M\u00e4dchen ist jetzt bei dem K\u00f6nig, der in sie verliebt ist und sie sich gern verm\u00e4hlen m\u00f6chte; sie aber ist irre, und w\u00e4re dieser Mann ein Arzt, wie er es vorgibt, so h\u00e4tte er sie geheilt, denn der K\u00f6nig tut sein \u00e4u\u00dferstes, um eine Abhilfe zu entdecken f\u00fcr ihre Not und ein Mittel gegen ihre Krankheit; und das ganze vergangene Jahr hindurch hat er um ihretwillen auf \u00c4rzte und Astrologen Sch\u00e4tze verschwendet; aber keinem will es gelingen, sie zu heilen. Das Ross steht im k\u00f6niglichen Schatzhaus, und der h\u00e4ssliche Alte ist hier bei uns im Gef\u00e4ngnis. Sooft die Nacht hereinbricht, weint er und klagt und will uns nicht schlafen lassen.&lt; Der Prinz aber ersann sofort eine List, durch die er zum Ziele gelangen k\u00f6nnte; und als die W\u00e4chter schlafen wollten, da f\u00fchrten sie ihn in den Kerker hinein und verschlossen die T\u00fcr. Er h\u00f6rte also den Perser weinen und in seiner eigenen Sprache klagen und sprechen: &gt;Ach und Wehe \u00fcber meine S\u00fcnde; denn ich s\u00fcndigte wider mich und den K\u00f6nigssohn in dem, was ich an dem M\u00e4dchen tat; denn ich lie\u00df sie weder, noch erreichte ich mein Ziel an ihr! All das kommt von meinem Mangel an Verstand, dieweil ich f\u00fcr mich selber suchte, was ich nicht verdiente, und was sich nicht ziemte f\u00fcr meinesgleichen; denn wer immer sucht, was ihm nicht zukommt, der st\u00fcrzt in einen Sturz wie meinen Sturz.&lt; Als nun der K\u00f6nigssohn diese Worte vernahm, da sprach er ihn auf Persisch an und sagte: &gt;Wie lange soll dies Weinen und Klagen dauern? Sag, meinst du, was dir widerfuhr, sei noch nie einem andern widerfahren?&lt; Und als der Perser ihn h\u00f6rte, da schloss er Freundschaft mit ihm und begann, ihm seine Not und sein Ungl\u00fcck zu klagen. Doch als der Morgen d\u00e4mmerte, nahmen die W\u00e4chter den Prinzen und f\u00fchrten ihn vor ihren K\u00f6nig, indem sie ihm meldeten, dass der J\u00fcngling in vergangener Nacht eingezogen sei in die Stadt, zu einer Zeit, da die Vorf\u00fchrung nicht mehr m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Sprach der K\u00f6nig zum Prinzen: &gt;Woher kommst du, und welches ist dein Name und Gewerbe, und weshalb bist du hierhergereist?&lt; Und der Prinz erwiderte: &gt;Mein Name lautet auf Persisch Hardschah; ich komme aus dem Lande Fars, und ich geh\u00f6re zu den M\u00e4nnern der Kunst, und insbesondere der Heilkunst, die die Kranken heilt und die, so da besessen sind von den Dschann. Deshalb ziehe ich umher in allen Landen und St\u00e4dten, denn ich suche Nutzen zu erwerben, indem ich Wissen zu meinem Wissen f\u00fcge, und sooft ich einen Kranken sehe, so heile ich ihn, und solches ist mein Gewerbe.&lt; Als nun der K\u00f6nig das h\u00f6rte, da freute er sich in h\u00f6chster Freude und sprach: &gt;O trefflicher Weiser, du kamst wahrlich zu einer Zeit, da wir dich brauchen.&lt; Und er machte ihn bekannt mit dem Fall der Prinzessin und f\u00fcgte hinzu: &gt;Wenn du sie heilst und errettest aus ihrem Wahnsinn, so sollst du von mir erhalten, was immer du begehrst.&lt; Versetzte der Prinz: &gt;Allah begnade und erhalte den K\u00f6nig! Schildere mir, was du von ihrem Wahnsinn gesehen hast, und sage mir, seit wann der Anfall sie ergriffen hat; erz\u00e4hle mir auch, wie du zu dem Rosse kamst und zu ihr und dem Weisen.&lt; Der K\u00f6nig erz\u00e4hlte ihm alles von Anfang bis zu Ende und f\u00fcgte hinzu: &gt;Der Weise ist im Kerker.&lt; Sprach der Prinz: &gt;O gl\u00fccklicher K\u00f6nig, und was hast du mit dem Ross getan?&lt; Sprach der K\u00f6nig: &gt;O J\u00fcngling, es steht noch bei mir, aufgestellt in einer meiner Schatzkammern.&lt; Und der Prinz sprach bei sich selber: &gt;Das Beste, was ich tun kann, ist, dass ich mir erst das Pferd ansehe und mich \u00fcber seinen Zustand vergewissere. Ist es heil und ganz, so ist alles gut, und es endet gut; wenn aber sein Mechanismus zerst\u00f6rt ist, so muss ich einen anderen Weg entdecken, meine Geliebte zu befreien.&lt; Und er wandte sich zu dem K\u00f6nig und sprach: &gt;O K\u00f6nig, ich muss mir das Pferd ansehen; vielleicht finde ich in ihm, was mir hilft bei der Heilung des M\u00e4dchens.&lt; &gt;Von ganzem Herzen,&lt; erwiderte der K\u00f6nig, nahm ihn bei der Hand und f\u00fchrte ihn in den Raum, darin sich das Ross befand. Der Prinz umschritt es, pr\u00fcfte seinen Zustand und fand es unversehrt; des freute er sich sehr und sprach zu dem K\u00f6nig: &gt;Allah errette und erh\u00f6he den K\u00f6nig! Gern ginge ich jetzt zu dem M\u00e4dchen, um zu sehen, wie es mit ihr steht; denn ich hoffe zu Allah, sie vermittelst des Rosses durch meine heilende Hand zu heilen.&lt; Und er befahl ihnen, achtzuhaben auf das Pferd, und der K\u00f6nig f\u00fchrte ihn in das Gemach der Prinzessin, wo der Liebende sie die H\u00e4nde ringen sah, w\u00e4hrend sie sich wand und den Kopf wider den Boden stie\u00df und wie immer ihre Kleider in Fetzen zerriss; aber sie war von keinem Dschinni besessen, und sie tat dies nur, damit ihr niemand nahe. Als nun der Prinz sie also erblickte, sprach er zu ihr: &gt;Nichts Arges soll dir widerfahren, o Entz\u00fccken der drei Welten&lt;, und er beruhigte sie und sprach ihr gut zu, bis es ihm gelang, ihr zuzufl\u00fcstern: &gt;Ich bin Kamar al-Akmar&lt;; da stie\u00df sie einen lauten Schrei aus, und ohnm\u00e4chtig fiel sie nieder vor dem \u00dcberma\u00df der Freude; der K\u00f6nig aber hielt das f\u00fcr Fallsucht, geweckt durch ihre Furcht vor ihm und durch den pl\u00f6tzlichen Schreck. Da legte der Prinz den Mund an ihr Ohr und sprach: &gt;O Schams al-Nahar, o Versuchung des Weltalls, hab acht auf dein Leben und meines, und sei geduldig und ausharrend; denn diese unsere Lage erfordert Langmut und geschickte Leitung, damit wir uns befreien k\u00f6nnen von diesem tyrannischen K\u00f6nig. Zun\u00e4chst nun will ich hinausgehen zu ihm und ihm sagen, du seiest besessen von einem Dschinni, und daher komme dein Wahnsinn. Doch ich will mich anheischig machen, dich zu heilen und dir den b\u00f6sen Geist auszutreiben, wenn er sofort deine Fesseln l\u00f6sen wolle. Wenn er also zu dir kommt, so sprich ruhige Worte zu ihm, damit er denke, ich h\u00e4tte dich geheilt, so wird alles geschehen, wie wir es w\u00fcnschen.&lt; Sprach sie: &gt;H\u00f6ren und Gehorsam&lt;; und freudig und frohlockend ging er hinaus zu dem K\u00f6nig und sprach zu ihm: &gt;O erhabener K\u00f6nig, ich habe durch dein Gl\u00fcck ihre Krankheit und das Heilmittel entdeckt, und ich habe sie f\u00fcr dich geheilt. Geh also hinein zu ihr und sprich ihr sanft zu, und behandele sie freundlich, und versprich ihr, was ihr gefallen mag; dann wird dir alles zuteilwerden, was du dir w\u00fcnschest.&lt; Und der K\u00f6nig ging hinein, und als sie ihn erblickte, da stand sie auf, k\u00fcsste vor ihm den Boden, hie\u00df ihn willkommen und sprach: &gt;Ich bewundere es, dass du heute deine Sklavin zu besuchen kommst.&lt; Er aber war vor Freuden zu fliegen bereit, und er befahl den Kammerfrauen und Eunuchen, ihr aufzuwarten, sie ins Hammam zu f\u00fchren und Kleider und Schmuck f\u00fcr sie bereitzumachen. Sie traten ein und begr\u00fc\u00dften sie, und sie gab ihre Gr\u00fc\u00dfe in sch\u00f6nster Rede zur\u00fcck und in freundlichster Weise; und sie kleideten sie in k\u00f6nigliche Gew\u00e4nder, hingen ihr ein Halsband aus Juwelen um den Hals, f\u00fchrten sie ins Bad und bedienten sie dort. Dann f\u00fchrten sie sie wieder heraus, als w\u00e4re sie der volle Mond; und als sie vor den K\u00f6nig trat, da gr\u00fc\u00dfte sie ihn und k\u00fcsste vor ihm den Boden; des freute er sich in h\u00f6chster Freude, und er sprach zu dem Prinzen: &gt;O Weiser, o Weisheitsfreund, all dies kommt von deinem Segen. Allah mehre uns die Wohltat deines heilenden Atems!&lt; Versetzte der Prinz: &gt;O K\u00f6nig, um ihre Heilung vollkommen zu machen, musst du mit all deinen Truppen und Wachen hinausziehen zu der Stelle, wo du sie fandest, nicht zu vergessen das Tier aus schwarzem Holz, das bei ihr war; denn in ihm sitzt ein Teufel, und wenn ich ihn nicht austreibe, so wird er zu Anfang eines jeden Monats zu ihr zur\u00fcckkehren und sie heimsuchen.&lt; &gt;Mit Liebe und Freude,&lt; erwiderte der K\u00f6nig, &gt;o du F\u00fcrst unter den Weisen und du Gelehrtester unter allen, die das Licht des Tages sehen!&lt; Und er brachte das Ebenholzpferd auf die Wiese und ritt mit all seinen Truppen und mit der Prinzessin dorthin, wenig ahnend von der Absicht des Prinzen. Als sie nun alle ankamen an der bestimmten Stelle, befahl der Prinz, der immer noch als Arzt gekleidet war, die Prinzessin und das Ross soweit wie m\u00f6glich vom K\u00f6nig und seinen Truppen entfernt aufzustellen, und sprach zu ihm: &gt;Mit deiner Erlaubnis und auf deinen Befehl will ich jetzt beginnen mit den R\u00e4ucherungen und Beschw\u00f6rungen, und ich will den Feind der Menschheit hier gefangen setzen, damit er nie wieder zu ihr zur\u00fcckkehre. Dann werde ich dies h\u00f6lzerne Pferd besteigen, das aus Ebenholz zu sein scheint, und ich werde das M\u00e4dchen hinter mich nehmen; und dann wird es erbeben und hin und her schwanken und vorr\u00fccken, bis es zu dir kommt und alles zu Ende ist; so kannst du mit ihr beginnen, was du willst.&lt; Als der K\u00f6nig seine Worte h\u00f6rte, freute er sich in h\u00f6chster Freude; und der Prinz bestieg das Ross, nahm die Prinzessin hinter sich und band sie, w\u00e4hrend ihn der K\u00f6nig wie die Truppen beobachteten, an sich selber fest. Dann drehte er die Aufstiegsfeder, und das Ross flog auf und erhob sich hoch mit ihm in die Luft, bis sie einem jeden Auge entschwanden. Den halben Tag lang harrte der K\u00f6nig und wartete ihrer R\u00fcckkehr; sie aber kamen nicht wieder. Und als er daran verzweifelte, kehrte er in schwerer Reue ob dessen, was er getan hatte, und in schmerzendem Gram um den Verlust des M\u00e4dchens mit seinen Truppen in die Stadt zur\u00fcck. Dort schickte er nach dem Perser, der im Kerker lag, und sprach zu ihm: &gt;O du Verr\u00e4ter, o du Schurke, weshalb verschwiegst du mir das Geheimnis des Ebenholzpferdes? Jetzt ist ein Schelm zu mir gekommen und hat es mir entf\u00fchrt, zusammen mit einer Sklavin, deren Schmuck einen Schatz Geldes wert war; und nimmer werde ich einen oder etwas von ihnen wiedersehen.&lt; Da erz\u00e4hlte der Perser ihm von Anfang bis zu Ende seine ganze Vergangenheit, und den K\u00f6nig ergriff ein Wutanfall, der ihm fast das Leben endete. Eine Weile schloss er sich in seinem Palaste ein und trauerte und klagte; doch zuletzt kamen seine Veziere zu ihm und schickten sich an, ihn zu tr\u00f6sten, indem sie sprachen: &gt;Wahrlich, der, der das M\u00e4dchen nahm, ist ein Zauberer, und Preis sei Allah, der dich befreite von seiner List und Hexenkunst!&lt; Und sie lie\u00dfen nicht ab von ihm, bis er \u00fcber ihren Verlust getr\u00f6stet war.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Prinz aber setzte derweilen den Ritt zu seines Vaters Hauptstadt in Freude und Frohlocken fort, und er machte nicht eher Halt, als bis er auf seinem eigenen Palaste landete, wo er die Prinzessin in Sicherheit brachte; dann ging er zu seinem Vater und seiner Mutter, gr\u00fc\u00dfte sie und machte sie bekannt mit ihrer Ankunft, und sie waren getr\u00f6stet und von Freude erf\u00fcllt. Und er breitete gro\u00dfe Bankette f\u00fcr das Volk der Stadt, und einen vollen Monat lang feierten sie Feste; und als diese Zeit verstrichen war, ging er hinein zu der Prinzessin, und sie hatten in h\u00f6chster Freude ihre Freude aneinander. Sein Vater aber brach das Ebenholzross in St\u00fccke, und er vernichtete seine Flugmaschine; ferner sandte der Prinz ein Schreiben an den Vater der Prinzessin, darin er ihm alles meldete, was ihr widerfahren war, und er tat ihm kund, dass sie ihm jetzt in allem Wohlergehen und Gl\u00fcck verm\u00e4hlt w\u00e4re; und er schickte ihm das Schreiben zugleich mit kostbaren Geschenken und wunderbaren Seltenheiten durch einen Boten. Und als der Bote ankam in der Stadt Sana und dem K\u00f6nig das Schreiben und die Geschenke \u00fcbergab, da las dieser die Botschaft, und er freute sich sehr, nahm die Geschenke an und belohnte den \u00dcberbringer reich. Ferner schickte er seinem Eidam durch ebendenselben Boten gleichfalls reiche Geschenke, und der kehrte zu seinem Herrn zur\u00fcck und machte ihn bekannt mit dem, was geschehen war, so dass er sich aufs h\u00f6chste freute. Und hinfort schrieb der Prinz seinem Schwiegervater jedes Jahr einen Brief, und er schickte ihm Geschenke, bis im Laufe der Zeit sein Vater Sabur verstarb und er an seine Stelle trat; und er herrschte gerecht \u00fcber seine Untertanen und blieb ihnen gut und rechtschaffen gesonnen, so dass das Land, das ihm untertan war, samt all seinen Bewohnern ihm treue Dienste tat; und Kamar al-Akmar und sein Weib Schams al-Nahar lebten im Genuss aller Zufriedenheit und Freude des Lebens, bis zu ihnen kam der Vernichter der Wonnen und der Trenner aller Gemeinschaft, der Pl\u00fcnderer der Pal\u00e4ste, der Sammler f\u00fcr die Toten\u00e4cker und der F\u00fcller der Gr\u00e4ber. Jetzt aber, Ruhm sei dem Lebenden, der da nimmer stirbt, und in dessen Hand die Herrschaft \u00fcber die Welten liegt, \u00fcber die sichtbare wie die unsichtbare!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00f6nig Sabur und seine Familie:<br \/>\nK\u00f6nig Sabur von Persien ist reich, weise und gerecht. Er hat drei T\u00f6chter und einen Sohn, Kamar al-Akmar.<br \/>\nDie drei Weisen und ihre Geschenke:<br \/>\nDrei Weise aus Indien, Griechenland und Persien bringen dem K\u00f6nig au\u00dfergew\u00f6hnliche Geschenke: eine goldene W\u00e4chterfigur, einen mechanischen Pfau und ein magisches Ebenholzpferd.<br \/>\nDas Ebenholzpferd:<br \/>\nDas Pferd kann seinen Reiter \u00fcberall hinfliegen und eine Jahresreise an einem Tag zur\u00fccklegen. Der persische Weise erh\u00e4lt als Belohnung die j\u00fcngste K\u00f6nigstochter zur Frau.<br \/>\nDie Flucht des Prinzen:<br \/>\nKamar al-Akmar, der Sohn des K\u00f6nigs, besteigt das Ebenholzpferd und wird durch eine List des persischen Weisen in die L\u00fcfte geschickt. Er entdeckt die Mechanik des Pferdes und landet in einer fremden Stadt.<br \/>\nBegegnung mit Schams al-Nahar:<br \/>\nDer Prinz trifft im Palast der fremden Stadt auf die Prinzessin Schams al-Nahar. Sie verlieben sich ineinander.<br \/>\nKonflikt mit dem K\u00f6nig von Sana:<br \/>\nDer Prinz muss sich dem K\u00f6nig von Sana beweisen und flieht schlie\u00dflich mit dem Ebenholzpferd. Die Prinzessin bleibt zur\u00fcck und erkrankt vor Kummer.<br \/>\nWiedervereinigung und erneute Trennung:<br \/>\nKamar al-Akmar kehrt zur\u00fcck, holt die Prinzessin, doch der persische Weise entf\u00fchrt sie und das Pferd erneut. Die Prinzessin wird vom K\u00f6nig der Griechen gefangen genommen, der Weise landet im Kerker.<br \/>\nSuche und Rettung:<br \/>\nDer Prinz sucht lange nach der Prinzessin, gibt sich als Arzt aus, heilt sie und gewinnt das Ebenholzpferd zur\u00fcck. Gemeinsam fliehen sie.<br \/>\nHappy End:<br \/>\nDer Prinz und die Prinzessin kehren in seine Heimat zur\u00fcck, feiern ihre Hochzeit und leben gl\u00fccklich. 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