{"id":301,"date":"2015-10-06T23:47:50","date_gmt":"2015-10-06T21:47:50","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=301"},"modified":"2026-01-24T02:26:59","modified_gmt":"2026-01-24T01:26:59","slug":"das-dukaten-angele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/das-dukaten-angele\/","title":{"rendered":"Das Dukaten-Angele"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Es waren einmal drei Schwestern, die auf dem Land lebten, von denen war die eine, Namens Hannele, (Hannchen) sehr geschickt, die zweite Schwester aber war unklug und die dritte war noch ein ganz kleines Kind. Die kluge Schwester war in die Schule gegangen, und hatte mancherlei gelernt, die unkluge war zwar auch in die Schule gegangen, hatte aber nichts gelernt, und es war ihr nichts einzutrichtern gewesen. Daher nahm die kluge, da die Eltern nicht mehr lebten, sich des kleinen Hauswesens an, kochte und wusch, und die unkluge musste ihr Dienste leisten, aufwaschen, scheuern, Holz spalten, G\u00e4nge tun, das Kind tragen und in allem Aschenbr\u00f6del sein, aber ohne Aussicht, eine Prinzessin zu werden.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Eines Tages schickte die kluge Schwester die unkluge nach der nahen Stadt, und gab ihr Geld mit, um Brot zu kaufen. Nun war in der Stadt just Jahrmarkt, und die unkluge Maid hatte noch nie einen Jahrmarkt besucht, wandelte daher mit offenem Munde und gaffenden Augen zwischen allen den Buden voll jahrmarktsherrlichkeiten umher, und da kam sie an einen Stand, der war eitel voll und \u00fcbervoll von Puppen und P\u00fcppchen und Dockenk\u00f6pfen und B\u00e4lgen, immer eine Puppe sch\u00f6ner wie die andere, ach da h\u00e4tte das M\u00e4gdlein gar zu gern ein Paar, oder wenigstens nur eins von den P\u00fcppchen gehabt, und da rief die Verk\u00e4uferin ganz freundlich.- &#8222;Nun, mein liebes, sch\u00f6nes Kind! Kommen Sie n\u00e4her! Nehmen Sie sich ein P\u00fcppchen! Suchen Sie sich das sch\u00f6nste heraus !&#8220; &#8211;<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Das hei\u00df ich eine gute Frau !&#8220; dachte die Unkluge, dass sie mir eins zu nehmen erlaubt, und nahm sich gar ein sch\u00f6nes D\u00f6ckchen, dankte und wollte davon gehen, aber da hielt die Verk\u00e4uferin sie am Rocke fest und rief: &#8222;Na ! Was ist denn das? Das w\u00e4re mir So haben wir nicht gewettet, mein sauberes Jungferchen! Man bezahlt auch, wenn man kauft, oder ist Sie etwa eine Wei\u00dfk\u00e4uferin, die findet, wo niemand was verloren hat. Geld heraus! oder ich rufe die Polizei !&#8220; &#8211;<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">\u00dcber diese harte Rede erschrak das unkluge M\u00e4dchen mehr, als es jemals in seinem ganzen Leben erschrocken war, und gab vor Schreck alles Geld hin, f\u00fcr welches sie doch Brot kaufen sollte, und die Dockenverk\u00e4uferin nahm das Geld und schrie: &#8222;He ! Der Bettel langt noch lange nicht ! &#8220; und riss dem armen Mammele &#8211; so wurde die Unkluge aus Spott gerufen, weil sie klein und untersetzt von Wuchs war, und einem alten Mamachen \u00e4hnlich sah &#8211; die sch\u00f6ne Puppe aus der Hand und gab ihm eine andere, weit geringere, die alt, und nur ein bisschen wieder frisch aufgeputzt war, und schrie:&#8220; Nachdem das Geld, nachdem die Ware ! Nachdem der Mann, nachdem br\u00e4t man die Wurst! Lauf kleiner Balg! Mach dass du fortkommst! Sei froh, dass du f\u00fcr deine paar lumpigen Heller noch so eine sch\u00f6ne Docke gekriegt hast !&#8220;<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Trotz dieser \u00fcbeln Behandlung von seiten der Marktfrau, war das arme kleine Mammele doch froh, dass es ein D\u00f6ckchen hatte, herzte es und k\u00fcsste es, und nannte es &#8222;Angele&#8220;, das ist Engelchen, und&#8220; mein Kindchen, mein Kindchen! &#8220; Aber ach, wie das Mammele heim kam vom Jahrmarkt, und statt Brotes eine Docke brachte, da wurde das Hannele sehr b\u00f6se und schlug das arme Mammele, dass es bitterlich weinen musste, und redete den ganzen Rest des Tages kein Wort mehr mit ihm. Doch behielt das Mammele zu seinem Trost sein Angele, und h\u00e4tschelte es, und nahm es mit zu Bette, legte es neben sich, und schlief bald tief und fest ein, denn es war m\u00fcde vom Wege, m\u00fcde von Schl\u00e4gen, und matt vom Hunger, denn das Hannele hatte ihm auch noch zur Strafe nichts zu essen gegeben. Neben Mammeles Bette stand das kleine Bettchen der j\u00fcngsten Schwester, welche Annele (Annchen) hie\u00df, und an der Wand gegen\u00fcber stand Hanneles Bette.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Mitten in der Nacht nun &#8211; es war heller Mondschein, erwachte die kluge Schwester von einer seltsamen Stimme, die dr\u00fcben aus dem Bette ihrer Schwester kam, und lautete: &#8222;Mamma gacka! Mamma gacka!&#8220; und Hannele merkte, dass diese Stimme von der kleinen Puppe kommen m\u00fcsse, denn ihre Schwestern hatte andere Stimmen. Da nun die unkluge Schwester fest schlief und nichts h\u00f6rte, so rief zu dem kleinen Kinde hin\u00fcber das Hannele: &#8222;Annele! Weck einmal das Mammele! Das Angele will eine Gackele (Eichen) legen !&#8220;<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Auf diesen Zuruf ermunterte sich das kleine Annele und weckte das Mammele, und das stieg auf, und nahm sein Angele, und setzte es auf ein Tassenk\u00f6pfchen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Da tat es gleich einen klingenden Klang in dem Tassenk\u00f6pfchen, und wie das Mammele das Angele wieder davon herunter hob, so hatte letzteres ein goldenes Gackele gelegt, das einen Dukaten so \u00e4hnlich sah, wie ein Ei dem andern.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Da war gro\u00dfe Freude bei den Schwestern; die kluge wurde wieder ganz gut mit der unklugen, und sie k\u00fcssten und herzten gemeinschaftlich das gute Angele, und h\u00fcllten es in seidene L\u00e4ppchen, und f\u00fcr den Dukaten kauften sie Brot und Kuchen, Zucker und Kaffee und allerhand sch\u00f6ne Sachen. Und was die sch\u00f6nste Sache war, das war die: dass in jeder Nacht das Annele &#8222;Mamma gacka!&#8220; rief, und jede Nacht ein goldenes Gackele legte. Da kaufte die kluge Schwester nach und nach h\u00fcbsche Kleider, und lie\u00df das H\u00e4uschen, darin sie mit ihren Geschwistern wohnte, neu decken, und von au\u00dfen neu anstreichen, und inwendig lie\u00df sie die Stube tapezieren, und kaufte auch H\u00fchner, G\u00e4nse, Enten und Tauben auf den Hof, und schaffte eine Ziege an, sp\u00e4ter auch eine Kuh und f\u00fcr das Annele ein Kinderw\u00e4gelchen, in dem fuhr das Mammele das Annele spazieren, und das Annele hatte das Mammele auf dem Scho\u00dfe, und nebenher lief ein junges L\u00e4mmchen, welches Lammele gerufen wurde, und am Halse an einem roten B\u00e4ndchen ein klingendes Schellchen trug. Da wunderten sich die Nachbarsleute, dass die Schwestern es so gut hatten, und sich immer besser beraten, und jene konnten nicht begreifen, woher und wovon? Denn obschon die kluge Schwester sehr flei\u00dfig war, so wussten jene doch, dass der redliche Flei\u00df nicht hilft zu schnellem Reichtum.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Nun hatten die Schwestern ein Ehepaar zu nahen Nachbarn, das war selbst reich, aber gerade dieses Paar beneidete die Schwestern am allermeisten, und Mann und Frau redeten miteinander \u00fcber sie: &#8222;Wenn wir nur in aller Welt w\u00fcssten, woher dr\u00fcben das Hannele und das Mammele mit ihrem Annele so gar reich werden? Wo sie nur das Geld hernehmen? Es muss nicht mit rechten Dingen zugehen!&#8220; &#8211;<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Warte, mein lieber Mann! &#8220; sagte die Frau: &#8222;ich will das bald erfahren und herausbekommen; ich will das dumme Mammele fragen, die sagt mir in ihrer Einfalt ganz sicher alles.&#8220; &#8211;<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Als nun bald darauf einmal das Mammele sein Annele mit dem Angele spazieren fuhr, und das Lammele klingelnd neben her lief, da trat ihnen die Nachbarsfrau in den Weg, und sagte: &#8222;Ei sch\u00f6nen guten Tag, liebes Mammelchen! Wie geht es denn mitsammen? Was macht denn mein gutes Hannelchen? Das ist gewiss recht flei\u00dfig zu Hause! Ach das liebe, brave M\u00e4dchen! Und das herzallerliebste Annelchen da! Ach das Zuckerkind! Ei &#8211; und was es f\u00fcr ein sch\u00f6nes P\u00fcppchen da auf dem Scho\u00dfe hat! Und das sch\u00f6ne Lammele! Wie das springt! Und das goldige Schellchen, wie das klingt! Und das saubere W\u00e4gelchen, so sch\u00f6n buntig gemalt! Ja da sieht man&#8217;s recht, was das Sprichwort sagt:<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Sch\u00f6ne Leute haben sch\u00f6ne Sachen ! 0 ihr herzigen Goldkinder, ihr !&#8220;<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Mit diesem scheinbar so freundlichen und liebreichen Geschw\u00e4tze bet\u00f6rte die Nachbarsfrau das Mammele, und sagte: &#8222;Ja wohl, Frau Nachbarin, es geht uns ganz leidlich, wir sind zufrieden.&#8220;<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Freut uns gar zu sehr, mich und meinen Mann, mein liebwertes Mammele l&#8220; schmeichelte die Frau. &#8222;Ihr seid aber auch gar gut, zu gut, zu brav, und verdient, dass es euch gut geht, denn das Sprichwort sagt: Was der Mensch ist, widerf\u00e4hrt ihm. Wer&#8217;s nur auch so gut haben k\u00f6nnte, wie ihr! Aber das Sprichwort sagt: Den Seinen gibt&#8217;s liebe Gott im Schlafe! &#8211;<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Freilich, Frau Nachbarin&#8220;, antwortete darauf das unkluge Mammele. &#8222;jede Nacht gibt es uns der liebe Gott! Jede Nacht einen goldenen Dukaten.&#8220; &#8211;<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Ei du meine liebe G\u00fcte! Ei Herr Jehchenl Ei wo denn, du goldiges Herzenskind, du gar braves, liebes, gescheites Mammele du?&#8220; &#8211; rief und schmeichelte die listige Nachbarin.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Das Angele tut&#8217;s, was da das Annele auf dem Scho\u00df hat!&#8220; plauderte das unkluge Mammele aus. &#8222;jede Nacht einmal ruft es Mamma gacka!&#8216; und da setz ich&#8217;s auf Tassenk\u00f6pfchen, und da f\u00e4llt der Dukaten hinein.&#8220;<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;&#8217;s ist die M\u00f6glichkeit!&#8220; &#8211; schrie die Nachbarin au\u00dfer sich, und griff hin, und wollte das P\u00fcppchen an sich rei\u00dfen aber das Annele hielt es mit beiden H\u00e4nden fest, und erhob ein Geschrei als st\u00e4k es am Spie\u00dfe und strampelte sehr mit den F\u00fc\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Na, kleiner Narr, behalte nur deine Docke! Ich werde sie dir nicht nehmen! Ich brauche keine!&#8220; sagte beg\u00fctigend die Nachbarsfrau und lie\u00df ab.&#8220; Wenn man den kleinen Kindern den Willen tut, so greinen sie nicht, sagt das Sprichwort. Passt auch auf gro\u00dfe Kinder! Nun Adjes, auf Wiedersehen, gutes Mammele! Gr\u00fc\u00dfe, sch\u00f6n das liebe Hannele und bleib fein gesund mit dem Annele und dem Lammele&#8220; (du dummes Hammele, du Schaf !) &#8211; setzte sie noch in Gedanken hinzu, und eilte freudig zu ihrem Manne, und verabredete mit diesem einen Plan, wie sie durch Trug und T\u00e4uschung um Aufnahme f\u00fcr eine Nacht in dem H\u00e4uschen der Schwestern bitten, und den Schwestern das gute, nutzbare P\u00fcppchen, das Dukaten-Angele, entf\u00fchren wolle.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Als es Nacht geworden war und Zeit, schlafen zu gehen, vernahmen die Kinder dr\u00fcben im Nachbarhause einen gr\u00e4ulichen L\u00e4rm. Es klitschte und klatschte, es schnitzte und patschte dr\u00fcben, dass alles krachte und platzte, und man h\u00f6rte die Frau kl\u00e4glich heulen und den Mann greulich fluchen und schelten, es war aber alles nur List und Verstellung, und endlich fuhr dr\u00fcben die Haust\u00fcr auf, und die Frau fuhr heraus mit fliegenden Haaren, ringenden H\u00e4nden, nur halb bekleidet, und geradewegs hin\u00fcber zu den Schwestern, in einem fort schreiend: &#8222;Ach, dass&#8217;s Gott erbarm! Ach der b\u00f6se Mann! Ach ach ach ! Ei ei ei! Ach ach ach! Ei ei ei! &#8220; und wollte sich gar nicht zufrieden geben. Endlich brachte sie unter erheuchelten Tr\u00e4nen und vielem Schluchzen die L\u00fcge vor, dass ihr schlimmer Mann sie gottesj\u00e4mmerlich gepr\u00fcgelt und aus dem Hause geworfen habe, und um keinen Preis ginge sie wieder hin\u00fcber, und die Schwestern m\u00f6chten doch um Gottes willen sie nur eine einzige Nacht bei sich behalten, weil es schon Nacht sei; morgen in aller Fr\u00fche wolle sie dann weiter fort, in ihr Heimatdorf, zu ihren Leuten.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Die gutm\u00fctigen Schwestern hatten Mitleid mit dem falschen Weibe, und bereiteten ihm in ihrer eigenen Schlafkammer ein Lager, denn das kleine H\u00e4uschen bot keine Gaststube und Gastkammern dar. Als nun alle sich zur Ruhe gelegt hatten, nahm die Nachbarin aus dem Bettchen des schlafenden Mammele das Dukaten-Angele, \u00f6ffnete das Fenster, stieg hinaus, sprang in das G\u00e4rtchen vor dem Hause, zertrat der Schwestern sch\u00f6nste Blumen, und eilte hin\u00fcber nach ihrem Hause, wo ihr Mann sie an der offenen T\u00fcre empfing, und beide hatten eine Hexenfreude, und wollten sich miteinander scheckig lachen, dass der Raub so gut gelungen war.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Und da sagte gleich darauf, als beide in der Stube waren, das Angele: &#8222;Mamma gacka! Mamma gacka!&#8220; das freute die Frau von Herzen, sie nahm gleich statt eines Tassenk\u00f6pfchens die Suppensch\u00fcssel, stellte diese dem Angele unter und sagte: &#8222;Mach&#8217;s gut; mach&#8217;s nicht so einzelnl Mach gleich einen Haufen, denn das Sprichwort sagt: Vorrat ist Herr &#8211; und viel hilft viel !&#8220; Und das Angele tat auf dieses Zureden sein m\u00f6glichstes, in der Sch\u00fcssel aber tat es keinen klingenden Klang, sondern einen tritschenden Tratsch, und wie der Mann die Bescherung sah, so glaubte er, seine Frau habe ihn vor einen Narren, wurde jetzt im Ernst so b\u00f6se, als er kurz zuvor sich gestellt hatte, nahm die Suppensch\u00fcssel samt der Puppe und warf beide durch&#8217;s Fenster hinaus auf den Mist, hernach aber nahm er einen Stecken, und pr\u00fcgelte seine Frau nun ernstlich windelweich, da schrie sie nun auch im Ernste Zeter mordio! &#8222;Ach ach ach! Ei ei ei! Ach du liebes Ei!&#8220; und der Mann schrie: &#8222;Ich will dich beeiern, dass du die kr\u00e4nk kriegen sollst! Schmeckst du was? Schmeckst du wie diese faulen Eier stinken? Das Sprichwort sagt: viel hilft viel! Wart, ich will dir helfeni&#8220; und schlug drauf und drein auf sie los, bis sie kaum noch piepsen konnte.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Am andern Morgen merkten die Schwestern, dass das Angele fort war, und hatte in dieser Nacht nicht auf das Tassenk\u00f6pfchen begehrt, und waren dar\u00fcber sehr betr\u00fcbt.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Unterdessen lag die Docke, das Angele, auf dem Mist, und die Suppensch\u00fcssel lag \u00fcber ihr, und nur ein St\u00fcckchen Lappen von ihren bunten R\u00f6ckchen guckte unter dem Rande heraus; da kam ein Lumpensammler vorbei, der sah das L\u00e4ppchen, stie\u00df mit seinen Stock die Sch\u00fcssel zur Seite, und freute sich, dass er eine Puppe fand; gedachte gleich, dieselbe seinem kleinen M\u00e4dchen mitzubringen, hob sie auf, und da sie, zufolge der Umst\u00e4nde, nicht sauber war, so ging er an den n\u00e4chsten Brunnen, und wusch das Angele gar sch\u00f6n rein. Indem so kam von ohngef\u00e4hr das Mammele an den Brunnen, nach seiner Gewohnheit Wasser zu holen, die sah ihre Puppe in des fremden Mannes Hand und rief voller Freude: &#8222;Ei mein Angele! Wo bist du denn gewesen?&#8220; Und die Puppe rief gleich: &#8222;Mamma gacka! Mamma gacka!&#8220; und tat einen Schneller und h\u00fcpfte somit dem Manne aus der Hand, und dem Mammele an den Hals und schl\u00fcpfte ihm unters Halstuch, und hatte sehr notwendig, und legte geschwind ein Gackele, das wieder einem Dukaten so \u00e4hnlich sah, wie ein Ei dem andern. Diesen Dukaten nahm das Mammele und schenkte ihn dem Lumpensammler und sagte: &#8222;Lieber Mann, dieses P\u00fcppchen, mag Er es gefunden haben, wo Er will, geh\u00f6rt mir. Hier hat Er aber zum Finderlohn ein sch\u00f6nes Trinkgeld, einen Dukaten, weil Er mein Angele gefunden und so sch\u00f6n sauber gewaschen hat!&#8220; &#8211; und sprang eilend nach Hause und zeigte es voller Freude den Schwestern und herzte und k\u00fcsste das Angele und die \u00e4ltere Schwester, wie die j\u00fcngere, das Hannele und das Annele, freuten sich, dass das Mammele das Angele zum zweiten Male in das Haus brachte, und hatten eine gro\u00dfe Herrlichkeit, h\u00fcpften vor Freude, wobei auch das Lammele mit h\u00fcpfte, kochten einen doppeltgemoppelten Kaffee und buken Waffelkuchen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Und das Angele behielt seine Tugend bei, und legte fortw\u00e4hrend jede Nacht sein gelbes Eichen mit einem klingenden Klang in das Tassenk\u00f6pfchen. Davon wurden die Schwestern sehr reich, aber sie blieben gar gut und eintr\u00e4chtig beisammen, erzogen das Annele und lie\u00dfen es was Ordentliches lernen, denn das begibt sich gar wunderselten, dass kleine M\u00e4dchen, die nichts gelernt haben, und unklug sind, wie das Mammele war, ein Dukaten-Angele finden, denn das Sprichwort sagt: da hat sich was zu angeln.<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana; font-size: small;\">Dieses M\u00e4rchen wurde mir von Petra Kopf [<a href=\"mailto:petrakopf@web.de\">[petrakopf@web.de<\/a> ] zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[85,133],"tags":[],"class_list":["post-301","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-maerchen","category-maerchen-weltweit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/301","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=301"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/301\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":302,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/301\/revisions\/302"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=301"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=301"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=301"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}