{"id":251,"date":"2015-10-06T21:27:45","date_gmt":"2015-10-06T19:27:45","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=251"},"modified":"2026-01-24T02:04:02","modified_gmt":"2026-01-24T01:04:02","slug":"der-derwisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/der-derwisch\/","title":{"rendered":"Der Derwisch"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Es war einmal ein Derwisch, der weissagte aus Zauberb\u00fcchern und reiste in der ganzen Welt umher. So kam er nun an einen Ort in das Haus einer Witwe und blieb au\u00dferhalb desselben und sagte zu ihr, wenn sie Brot habe, m\u00f6ge sie ihm zu essen geben. Er hatte aber gar kein Brot n\u00f6tig, sondern wollte sehen, ob sie arm oder reich sei. Die Witwe sagte zu ihm: \u00bbMein Derwisch, ich bin arm, ich habe kein Brot, ich habe nichts und bin traurig, dass auch mein Kind hungert und ich nichts habe, um ihm zu essen zu geben. \u00ab Da nahm der Derwisch Brot aus seinem Rucksack und gab auch dem Knaben und der Witwe, und sie a\u00dfen. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Als der Derwisch das Brot gegessen hatte, sagt er zu der Witwe: \u00bbWillst du mir deinen Knaben geben, dass ich ihn in den Wissenschaften unterrichte?\u00ab Sagt zu ihm die Witwe: \u00bbIch gebe ihn dir, nimm ihn!\u00ab Der Derwisch nahm den Knaben und ging auf einen Berg. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Er lie\u00df den Knaben Holz sammeln, um ein Feuer anzuz\u00fcnden, und wirft R\u00e4ucherwerk ins Feuer und r\u00e4ucherte und las auch in seinem Buche. Wie er sein Buch las, \u00f6ffnete sich in einem Felsen eine Pforte, und der Derwisch sagt zu dem Knaben: \u00bbTritt ein und f\u00fcrchte dich nicht: es ist dort ein Schrank, den sollst du \u00f6ffnen; darin ist eine kleine Laterne, die sollst du mir bringen. Du wirst dort wunderbare Dinge sehen, beachte sie aber nicht, weil sonst die Stunde vor\u00fcbergeht und dann die Pforte sich schlie\u00dft und du dann nicht mehr herauskannst. L\u00e4nger als eine Stunde darfst du nicht bleiben.\u00ab <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Als der Knabe in den Felsen eingetreten war, kam er in eine H\u00f6hle hinab, die dort war. Er sah wunderbare Dinge, M\u00e4dchen, die spielten und allerlei andere herrliche Dinge zeigten. jener sah den Spielen zu und verga\u00df, was der Derwisch ihm gesagt hatte, er solle nicht l\u00e4nger als eine Stunde bleiben; und die Pforte schloss sich. Der Knabe ging und nahm die `Laterne und geht zu der Pforte und findet sie geschlossen und er kehrte in die H\u00f6hle zur\u00fcck, um eine Stelle zu finden, wo er durchk\u00f6nnte. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Als er in die H\u00f6hle zur\u00fcckgekehrt war, sah er ein Pferd, das fra\u00df Knochen, und eine,. Hund, der fra\u00df Stroh. Da lief der Knabe und nimmt die Knochen und setzt sie dem Hund vor und das Stroh dem Pferd. (In jener Zeit sprachen die vierf\u00fc\u00dfigen Tiere noch.) Sagt zu ihm das Pferd und der Hund: \u00bbWas suchst du hier?\u00ab Er sagt zu ihnen: \u00bbEin Derwisch hat die Pforte ge\u00f6ffnet und mich hineingeschickt und dann sie geschlossen und ist davongegangen.\u00ab Sagt zu ihm das Pferd und der Hund: \u00bbDieser Derwisch ist es, der uns tyrannisiert und dem Pferd Knochen gab und dem Hund Stroh und uns nicht die uns gewohnte Nahrung gab. Wegen des Dienstes, den du uns geleistet hast, wollen wir dich f\u00fchren; f\u00fcrchte dich nicht! Was hat er gesagt, dass du von hier holen sollst?\u00ab Er sagt: \u00bbEine Laterne.\u00ab &#8211; \u00bbHast du die Laterne geholt?\u00ab &#8211; \u00bbIch habe sie geholt.\u00ab &#8211; \u00bbWohlan also, da wo die M\u00e4dchen sind und spielen und tanzen, sage zu ihnen, sie m\u00f6chten dir eine Kerze anz\u00fcnden, und bringe sie zu uns hierher!\u00ab <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Der Knabe ging und sagte es den M\u00e4dchen, und sie gaben ihm eine angez\u00fcndete Kerze, und er brachte sie dem Pferd und dem Hund. Das Pferd z\u00fcndet die Laterne an, und es erscheint ein L\u00f6we. Der L\u00f6we sagt: \u00bbWas willst du, Gebieter?&#8220; &#8211; \u00bbIch will von hier weg.\u00ab &#8211; \u00bbNimm das Brett aus dem Schrank heraus, und wenn du es zu dir genommen hast, wirst du mit einmal eine Stelle zum Hinabsteigen in den Fluss finden. Du musst das Brett auf das Wasser des Flusses legen und dich auf das Brett setzen, und es wird dich in eine w\u00fcste Gegend bringen.\u00ab <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Kehren wir jetzt zu dem Pferd und dem Hund zur\u00fcck! Sagt das Pferd zu dem Knaben: \u00bbNimm ein Haar aus meinem Schwanz und mache es zu deinem Amulett, das du bei dir tr\u00e4gst, so dass es niemand wei\u00df, und wenn du irgend etwas n\u00f6tig hast, wirf es ins Feuer, und sogleich werde ich vor dir stehen, dir zu helfen.\u00ab Auch der Hund sagt zu ihm: \u00bbSchneide auch mir etwas ab, um es zum Amulett zu machen, und wenn ich dir n\u00f6tig bin, so brauchst du nur ein Haar im Feuer zu verbrennen, und ich werde vor dir stehen.\u00ab <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Gehen wir nun zu dem Knaben, der das Brett trug und in den Fluss hinabstieg. Er z\u00fcndet die Laterne an, und der L\u00f6we kommt herbei er fragt: \u00bbGebieter, was willst du?,&lt; &#8211; \u00bbHier ist Nacht, der Fluss ist gro\u00df; was soll aus mir werden?\u00ab &#8211; \u00bbLege das Brett ins Wasser und setze dich darauf, so wird es dich in eine w\u00fcste Gegend bringen.\u00ab Der Knabe tut das also und stieg in einer w\u00fcsten Gegend aus, und da er allein war, begann er sich zu \u00e4ngstigen. Da z\u00fcndet er Feuer an und verbrennt das Haar des Pferdes, und das Pferd erscheint sogleich und sagt zu ihm: \u00bbWas willst du, Gebieter?\u00ab &#8211; \u00bbBringe mich zu meiner Mutter!\u00ab &#8211; \u00bbRufe auch den Hund, weil er uns n\u00f6tig ist!\u00ab Und er verbrennt ein Haar des Hundes, und es erscheint mit einmal auch der Hund. \u00bbWas willst du, Gebieter?\u00ab &#8211; \u00bbBringe mich mit dem Pferd in das Haus meiner Mutter!\u00ab &#8211; \u00bbEh, gehen wir!\u00ab <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Auf ihrem Wege begegneten sie wilden Tieren, die den Knaben fressen wollten, und der Hund st\u00fcrzte sich auf sie und w\u00fcrgte sie, und das Pferd auch und schlug gegen sie aus. Sie kamen zu seiner Mutter. Da sprach das Pferd mitsamt dem Hund zu dem Knaben: \u00bbGehen wir an unsern Ort, wo wir leben, denn du brauchst uns nicht mehr.\u00ab <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Da fragt die Mutter den Knaben: \u00bbWas ist mit dir geworden in der langen Zeit, die dich der Derwisch suchte? Ich sagte ihm, dass du nicht gekommen seist, aber er war w\u00fctend.\u00ab &#8211; \u00bbIch werde dir den Derwisch zurichten &#8230; \u00ab Er z\u00fcndet die Laterne an, es erscheint der L\u00f6we und sagt zu ihm: \u00bbWas willst du, Gebieter?\u00ab &#8211; \u00bbIch will reichlich Geld, denn ich will suchen, die K\u00f6nigstochter zu heiraten. \u00ab Sagt zu ihm der L\u00f6we: \u00bbEs wird dir gelingen, sie zu bekommen, aber du wirst in gro\u00dfe Gefahren geraten, aber da du das Pferd und den Hund zu Freunden hast, so werden sie dich vielfach unterst\u00fctzen, da sie den Derwisch zu ihrem Feind haben, weil er dem Pferde Knochen gab und dem Hunde Stroh. \u00ab Sagt zu ihm der Knabe: \u00bbDas Brett, das ich holte, lie\u00df ich im Fluss; geh und bringe es mir!\u00ab Sofort brachte es der L\u00f6we. Das Brett war von Gold und hatte oben Diamanten. Er l\u00f6schte die Laterne aus, und der L\u00f6we verschwand. Als der L\u00f6we verschwunden war, nahm der Knabe die Diamanten heraus und verkaufte sie. Er brachte dadurch Geld im \u00dcberfluss zusammen und nahm seine Mutter, und sie reisten nach Konstantinopel, um nicht den Derwisch zu treffen. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Auf dem Weg, den sie gingen, begegneten ihnen R\u00e4uber und nahmen ihm das Geld ab, aber die Laterne nahmen sie ihm nicht, weil sie ihren Wert nicht kannten. Als die R\u00e4uber abgezogen waren, z\u00fcndet, er die Laterne an, und mit einmal erscheint der L\u00f6we und sagt zu ihm: \u00bbWas willst du, Gebieter?\u00ab &#8211; \u00bbSiehst du nicht, was mir die R\u00e4uber getan haben, dass sie mir mein Geld genommen haben?\u00ab &#8211; \u00bbRufe das Pferd, damit deine Mutter reitet und ihr nach Konstantinopel kommt und dein Geld sich verdopple. Ihr werdet in der Stadt einen Derwisch aufsuchen; der hat ein Haus zu vermieten.\u00ab Als das Pferd gekommen war und seine Mutter sich darauf gesetzt,, hatte und sie nach Konstantinopel gekommen waren, wusste das Pferd das Haus des Derwischs und blieb au\u00dfen vor der T\u00fcr stehen; und seine Mutter stieg ab, und sie pochten mit dem T\u00fcrring an. Kommt der Derwisch heraus und sagt zu ihm: \u00bbWas suchst du hier, mit deiner Mutter?\u00ab Sagt der Knabe: \u00bbIch bin Kaufmann und gekommen, ein Haus zu mieten und mich hier niederzulassen und mein Gesch\u00e4ft zu besorgen.\u00ab (Dieser Derwisch war aber der Anf\u00fchrer der R\u00e4uber.) Sagt der Derwisch zu ihm: \u00bbZehn Pfund will ich monatlich f\u00fcr das Haus.\u00ab-\u00bbIch werde dir zehn Pfund monatlich geben.\u00ab Der Derwisch \u00fcbergab dem Knaben das Haus und ging weg. Der Knabe z\u00fcndet die Laterne an, und es kommt der L\u00f6we und sagt zu ihm: \u00bbGebieter, was willst du?\u00ab \u00bbDu sagtest mir, dass mir das, Geld, das mir die R\u00e4uber genommen haben, doppelt zur\u00fcckgegeben werden w\u00fcrde, und jetzt habe ich keine Pendara und wei\u00df nicht, was aus mir werden soll. \u00ab Sagt zu ihm der L\u00f6we: \u00bbEben hier in der Wohnung ist all dein Geld.\u00ab &#8211; \u00bbEh, aber ich wei\u00df nicht, wo es ist. zeige es mir! \u00ab Sie stiegen in den Keller hinab, und er zeigte ihm ungeheuer, &#8218; viel Geld, denn der L\u00f6we wusste, dass der Derwisch der Anf\u00fchrer der R\u00e4uber war; und sie nahmen alles Geld und vergruben es dort. Darauf sagt der L\u00f6we zu dem Knaben: \u00bbDer Hund wird dir hier&#8220;, n\u00fctzlich sein, schaffe ihn her, und das Pferd, und behalte sie bei dir und gib jedem das ihm gewohnte Futter!\u00ab Der Knabe verbrannte das Haar des Hundes und des Pferdes, und es erschienen auch die beiden. Sagt der L\u00f6we zu dem Knaben: An f\u00fcnfzehn Tagen wird der Derwisch kommen, um von dir die Miete einzufordern; du musst ihm dann sagen, er solle abends kommen, damit du es ihm gibst, denn am Tage passe es dir i nicht. Wenn er abends kommt, gibst du,. ihm seine Miete f\u00fcr f\u00fcnfzehn Tage die f\u00fcnf Pfund und wenn er des Nachts das Haus verl\u00e4sst, so musst du den Hund loslassen, dass er ihn verschlinge au\u00dferhalb des Hauses auf der Stra\u00dfe.\u00ab So sprach der L\u00f6we, so machte es der Knabe, und der Hund verschlang den Derwisch auf der Stra\u00dfe, und er starb. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Der Derwisch hatte Br\u00fcder und Schwestern, ganz arme, die litten Hunger, und der Derwisch hatte ihnen niemals geholfen. Und als sie ihren Bruder, den Derwisch, begraben hatten, verkauften sie das Haus, und der Knabe kaufte es f\u00fcr zweitausend Pfund. Da waren also des L\u00f6wen Worte erf\u00fcllt, da der Knabe reich geworden war und das Geld doppelt erlangt hatte, das ihm die R\u00e4uber genommen hatten. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Er war aber unbekannt in der Stadt und besuchte die gro\u00dfen Lokale, Kaffeeh\u00e4user, Konditoreien, Bierhallen und dergleichen und gab ungeheures Geld aus; und die Konstantinopler staunten \u00fcber den Reichtum des fremden Kaufmanns. Da war ein K\u00f6nig von Konstantinopel, der hatte eine einzige Tochter, und sein Minister hatte einen einzigen Sohn; und der Minister wollte, dass sein Sohn die K\u00f6nigstochter heirate. Auch der K\u00f6nig war damit einverstanden, dass er sie heirate. Aber da es damals so Sitte war und keine k\u00f6nigliche Heirat stattfand, ohne dass der k\u00f6nigliche Rat berufen wurde und dar\u00fcber beschloss, so konnte er sie ihm nicht geben, ohne dass der Rat Beschluss fasste. Der Rat beschloss, dass er sie nicht heiraten d\u00fcrfe, weil er Minister war und nicht von k\u00f6niglichem Blut abstammte. Dies h\u00f6rte nun damals der Kaufmann, und er beschloss, vom K\u00f6nig die K\u00f6nigstochter zur Frau zu verlangen. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Er z\u00fcndet die Laterne an, und siehe da, der L\u00f6we steht vor ihm und sagt zu ihm: \u00bbWas willst du, Gebieter?\u00ab &#8211; \u00bbIch will die K\u00f6nigstochter heiraten.\u00ab &#8211; \u00bbja, du wirst sie bekommen, aber du wirst viele Leiden erdulden; aber da du das Pferd und den Hund hast, so werden sie dir helfen. Verlange von mir, was du Willst, denn ich gehe wieder weg\u00ab, sagte der L\u00f6we zu ihm. \u00bbDu sollst mir neununddrei\u00dfig Sklavinnen bringen aus einer solchen Gegend, dass sie hier unbekannt sind, junge und sch\u00f6ne, und je sechs Anz\u00fcge f\u00fcr jede, die besser sein sollen als die der K\u00f6nigin; ferner sollst du mir noch zw\u00f6lf Anz\u00fcge bringen, die besser seien als die der K\u00f6nigin, und wie sie noch keine K\u00f6nigin in der Welt getragen hat; sechs Paar Fingerringe f\u00fcr meine Mutter mit Diamantsteinen daran, und f\u00fcr die Dienerinnen je ein paar Fingerringe von geringerem Wert als die meiner Mutter!\u00ab Der L\u00f6we brachte sofort alles, was der J\u00fcngling gesagt hatte. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Dieser betrieb sein Gesch\u00e4ft im gro\u00dfen und sandte Waren nach allen L\u00e4ndern. Als er ein Jahr lang in Konstantinopel gehandelt hatte, erstaunte die Stadt \u00fcber seinen Reichtum, und man zischelte, dass er von k\u00f6niglichem Blute sei. Eines Tages ritt er auf goldenem Sattel und kam zweimal am k\u00f6niglichen Palast vor\u00fcber; und es sah ihn der Rat der Zw\u00f6lf und die K\u00f6nigin mit der K\u00f6nigstochter und der K\u00f6nig. Da fragte der K\u00f6nig mit der K\u00f6nigin die Dodekada, die Zw\u00f6lfer: \u00bbWer ist dieser Mensch, der da vorbeikommt?\u00ab Sagt die Dodekada: \u00bbDas ist der Kaufmann, der hier ist und von dem man zischelt, dass er von k\u00f6niglichem Blute sei.&#8220; Der Kaufmann f\u00fchrte noch drei Reiter mit sich, den einen auf der einen Seite, den andern auf der andern Seite und den dritten voraus, und seine Kleider ergl\u00e4nzten. Da schreibt nun der K\u00f6nig offiziell an ihn, er m\u00f6ge in den Palast kommen, da er mit ihm sprechen wolle. Als der J\u00fcngling den Brief erhalten hatte, schreibt er in feierlicher Form wieder, er danke dem K\u00f6nig und werde in den Palast kommen, um ihn zu begr\u00fc\u00dfen. Dann macht er sich zurecht und nimmt wieder andere Reiter mit noch besseren Kleidern angetan mit sich, und das Pferd mit einem noch bessern Sattel und mit Diamantringen an den H\u00e4nden. Er ging also in den Palast, und der Rat der Zw\u00f6lf kam herunter und empfing ihn, und der J\u00fcngling steigt vom Pferde, und sie f\u00fchren ihn hinauf zum K\u00f6nig. Er begr\u00fc\u00dfte den K\u00f6nig und der K\u00f6nig ihn. Es fragte ihn der K\u00f6nig: ~&gt;Aus welchem Lande bist du, Herr?\u00ab &#8211; \u00bbIch bin aus dem Lande Amerika.\u00ab &#8211; \u00bbWas suchst du hier in Konstantinopel?\u00ab &#8211; \u00bbIch bin hierher als Kaufmann gekommen. \u00ab &#8211; \u00bbWirst du viele Jahre hier bleiben?\u00ab &#8211; \u00bbDas wird sich nach den Umst\u00e4nden richten.\u00ab &#8211; \u00bbBist du verheiratet?\u00ab &#8211; \u00bbNein, ich bin es nicht.\u00ab &#8211; \u00bbHast du eine Mutter?\u00ab &#8211; \u00bbIch habe eine Mutter; sie ist zu Hause.\u00ab \u00bbIst es m\u00f6glich, dass deine Mutter kommt, die K\u00f6nigin zu begr\u00fc\u00dfen?\u00ab &#8211; \u00bbJawohl, mein K\u00f6nig!\u00ab &#8211; \u00bbSchicke sie den Sonntag her!\u00ab Der J\u00fcngling stand auf, verabschiedete sich vom K\u00f6nig und der Dodekada und ging weg. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Der Dodekada samt dem K\u00f6nig und dem Ministerium schien die Sache sonderbar mit diesem reichen J\u00fcngling, und sie sagten, er sei nicht aus Amerika, sondern er sei aus irgendeinem andern Lande, und habe es ihnen verheimlicht. Der erste Rat sagt, der J\u00fcngling sei von k\u00f6niglichem Blut nach den Anzeichen, die er bemerkt habe, und sei gekommen, um den Kaufmann zu spielen, aber er lebe nicht von dem Gesch\u00e4ft. \u00bbAber lassen wir das jetzt, und am Sonntag, wenn e seine Mutter hierher schickt, werden wir erfahren, was er f\u00fcr ein Mensch ist.\u00ab Am Sonntag schickte er seine Mutter hin zu Pferde auf einem Ross mit goldenem Sattel sowie die neununddrei\u00dfig Sklavinnen, alle zu Pferde, und f\u00fcnfzig Reiter folgten ihnen. Als sie es vom Palast aus sahen, kam die K\u00f6nigin mit ihren Kammerfrauen herunter, und sie gingen ihnen entgegen und begr\u00fc\u00dften sie, und sie gingen oben in den Palast. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Lassen wir jetzt die Mutter des jungen Kaufmannes mit den Sklavinnen und mit der K\u00f6nigin und ihrer Dodekada und wenden wir uns zum K\u00f6nig mit seiner Dodekada und seinem Ministerium. Als sie die Mutter des Kaufmanns und die Sklavinnen gesehen hatten, der K\u00f6nig und sein Staatsrat und das Ministerium, erbebten sie und sagten: \u00bbWas sind das f\u00fcr Sachen?\u00ab Sagt der erste Rat: \u00bbIch sagte euch ja, dass er nicht aus Amerika ist, sondern er ist irgendein K\u00f6nigssohn und spielt den Kaufmann, denn er zeigt doch, mein K\u00f6nig, offen kundig, dass er von k\u00f6niglichem Blut ist, und mich erfasst der Gedanke, dass er von dir die K\u00f6nigstochter verlangen werde.\u00ab Da erboste sich der Minister, weil er wollte, dass sein Sohn sie bekomme. Lassen wir die jetzt sich so unterhalten und wenden wir uns zu de K\u00f6nigin! Die K\u00f6nigin sah die Kleider, die die Mutter des Fremden trug, dass sie besser als ihre eigenen waren, sowie auch ihre Sklavinnen; und sie geriet au\u00dfer sich. Dann nach einer kleinen Weile erhob sich die Mutter des J\u00fcnglings und verabschiedete sich mit ihren Sklavinnen aus dem Palast und ritt mit ihren Sklavinnen weg. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Nach einigen Tagen fragte der erste Rat den K\u00f6nig, wo der Palast des Kaufmanns Sei, dass er gehe, ihn zu begr\u00fc\u00dfen. Als er seinen Palast wusste, schrieb er ihm in feierlicher Form, er werde kommen, ihn zu begr\u00fc\u00dfen. Als der Kaufmann den Brief des ersten Rates empfangen hatte, schreibt er ihm: \u00bbKommet, mich zu begr\u00fc\u00dfen; Ihr werdet mich sehr ehren. \u00ab Der erste Rat ging also hin, und die Sklaven kamen herunter und empfingen ihn und brachten ihn hinauf. Der erste Rat begr\u00fc\u00dfte den Kaufmann und der Kaufmann den ersten Rat, und sie setzten sich und begannen sich zu unterhalten. Sagt der erste Rat zu ihm: \u00bbGro\u00dfm\u00e4chtigster, du bist kein Kaufmann, noch aus Amerika, sondern du bist von k\u00f6niglichem Blut. \u00ab &#8211; \u00bbWarum sagst du zu mir, Gro\u00dfm\u00e4chtigster, dass ich kein Kaufmann sei, noch aus Amerika, sondern von k\u00f6niglichem Blut sei?\u00ab &#8211; \u00bbDich \u00fcberf\u00fchren deine Reicht\u00fcmer, dass du K\u00f6nig bist. Verlange vom K\u00f6nig seine Tochter; er wird sie dir geben.\u00ab &#8211; \u00bbEh, gut, ich werbe um sie, aber ich glaube nicht, dass es gelingt. Wenn du mir also eine solche Sache vorschl\u00e4gst, so danke ich dir; schlage du nun selbst als erster Rat dies vor!\u00ab Der erste Rat erhob sich, nahm Abschied und ging in den Palast. Er erz\u00e4hlte dies dem K\u00f6nig, und der K\u00f6nig sagte zu ihm: \u00bbDa der Minister um sie f\u00fcr seinen Sohn geworben hat und ihr und die Dodekada euch nicht entschieden habt, so sollt ihr morgen kommen, euch zu beraten und zu entscheiden, wer sie bekommen soll.\u00ab <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Der J\u00fcngling \u00fcberlegt, was geschehen werde. Am andern Tage machte die Dodekada eine Sitzung in dem k\u00f6niglichen Palast, und sie er\u00f6rterten die Sache. Die meisten sagten, der Mann sei von k\u00f6niglichem Blut und mit der Absicht gekommen, die K\u00f6nigstochter zu heiraten, und er spiele den Kaufmann, um nicht zu zeigen, dass er ein K\u00f6nigssohn sei. Der erste Rat hatte sich mit dem Minister gezankt und wollte nicht, dass der Sohn des Ministers die K\u00f6nigstochter bekomme, aber die ganze Dodekada wollte es, dass er sie bekomme; auch der K\u00f6nig und die K\u00f6nigin wollten sie dem Sohne des Ministers geben. Da sagt der Minister zu ihnen: \u00bbWir wollen zu ihm sagen, dass wir ihm drei Aufgaben stellen, und wenn er die drei l\u00f6se, so solle er sie bekommen.\u00ab Sagen die andern: \u00bbWir wollen ihn rufen, dass er komme und wir sie ihm mitteilen.\u00ab <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Es kam also der Reiche, und sie sagten zu ihm: \u00bbDer Rat und die Dodekada haben beschlossen, dass du die K\u00f6nigstochter bekommen sollst, aber mit der Bedingung: wir werden eine Aufgabe stellen, und wenn du diese Aufgabe l\u00f6st, so wirst du die K\u00f6nigstochter bekommen.\u00ab &#8211; \u00bbEh! Sagt, was f\u00fcr eine Aufgabe es ist!&lt;~ &#8211; \u00bbDu sollst auf einen Wagen steigen und an der k\u00f6niglichen Pforte halten, und in dem Hofe sind vierzig lebendige Hasen. Diese werde ich also des Morgens herbeischaffen, sie z\u00e4hlen und dir in den Wagen hineingeben, dass du sie ins Freie bringst und weidest, und des Abends sollst du sie in den Wagen tun und uns alle vierzig zur\u00fcckbringen. Aber drei Tage lang sollst du sie des Morgens herausschaffen und des Abends uns alle vierzig zur\u00fcckbringen.\u00ab <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Der Minister mit der Dodekada ging hinunter und z\u00e4hlte ihm die vierzig zu, und er war in dem Wagen und nahm sie, um sie zu weiden. Als er heraus ins Freie gekommen war, lie\u00df er sie los, und die Hasen liefen hierhin und dorthin wie ungez\u00e4hmte. Er z\u00fcndete die Lampe an, und siehe, da stand der L\u00f6we vor ihm und sagte zu ihm: \u00bbWas willst du, Herr?\u00ab \u00ad \u00bbSiehst du nicht, in welche Gefahr ich geraten bin, dass ich auf Hasen aufpassen soll? Wo befinden sich die Hasen?\u00ab \u00ad \u00bbHabe ich dir nicht gesagt, dass du, um die K\u00f6nigstochter zu bekommen, in gro\u00dfe Gefahren geraten wirst? Nimm diese Fl\u00f6te und spiele darauf, und wo auch die Hasen sind, sie werden an den Wagen herankommen und weiden. \u00ab Der J\u00fcngling spielte die Fl\u00f6te, und die Hasen kamen an den Wagen heran und weideten. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Der K\u00f6nig mit der K\u00f6nigin schauten mit dem Fernrohr vom Palast aus hin und sahen die Hasen alle vierzig rings um den Wagen. Da sagt der Minister: \u00bbEr wird uns die K\u00f6nigstochter nehmen; aber ich werde eine List gebrauchen, mein K\u00f6nig, ich werde andere Kleider anziehen, dass ich unkenntlich werde und hingehen und einen Hasen von ihm kaufen, dass er nur neununddrei\u00dfig bringt, und dann verjagen wir ihn, und mein Sohn bekommt die K\u00f6nigstochter.\u00ab \u00ad \u00bbEh, mache es nun so! \u00ab Der Minister ging und zog andere Kleider an und machte sich unkenntlich. Er geht und trifft den J\u00fcngling im Wagen und sagt zu ihm: \u00bbSeid gegr\u00fc\u00dft, mein Sohn!\u00ab \u00ad \u00bbGleichfalls, Onkelchen!\u00ab (Der J\u00fcngling erkannte sofort, dass er der Minister war, tat aber so, als ob er ihn nicht kannte.) \u00bbWas willst du, Onkel?\u00ab \u00ad \u00bbAch, mein Kind, ich habe eine Tochter, die ist krank, und der Arzt sagte mir, ich solle einen lebenden Hasen suchen und ihn ihm bringen, dass er mir eine Arznei mache, und durch diese Arznei werde sie geheilt werden. \u00ab \u00ad \u00bbAber ich verkaufe keinen Hasen. \u00ab \u00ad \u00bbVerkauf e ihn mir und nimm, was du willst!\u00ab \u00ad \u00bbIch will kein Geld, aber wenn du willst, dass ich dir drei Ohrfeigen ins Gesicht versetze, so will ich dir den Hasen geben.\u00ab Der Minister \u00ad damit jener nicht die K\u00f6nigstochter bek\u00e4me \u00ad stellte sich hin, und der versetzte ihm drei t\u00fcchtige Ohrfeigen ins Gesicht, und er nahm den Hasen und ging in den Palast und sagt: \u00bbDa! Ich habe ihm den Hasen abgenommen; er wird am Abend nur noch neununddrei\u00dfig bringen.\u00ab Da z\u00fcndet der J\u00fcngling seine Laterne an, und der L\u00f6we erscheint und sagt zu ihm: \u00bbWas willst du, Gebieter?\u00ab \u00ad \u00bbSie haben mir den Hasen genommen, und ich werde die Wette verlieren. \u00ab \u00ad \u00bbEh, hast du zu deinem Vergn\u00fcgen den Hasen verloren? Siehe, da kommt der J\u00e4ger und tr\u00e4gt einen lebenden Hasen. Rufe ihn an und kaufe den Hasen und tue ihn unter die andern! \u00ab Er ruft den J\u00e4ger und sagt zu ihm: \u00bbTr\u00e4gst du einen lebenden Hasen?\u00ab \u00ad \u00bbAllerdings.\u00ab \u00ad \u00bbWie viel Piaster willst du?\u00ab \u00bbF\u00fcnf zehn. \u00ab \u00ad \u00bb Lasse ihn unter die andern Hasen! \u00ab Er gibt ihm die f\u00fcnfzehn Piaster, und der J\u00e4ger geht weg. Darauf bl\u00e4st der J\u00fcngling die Fl\u00f6te, und die Hasen springen in den Wagen, und er selbst steigt hinein und f\u00e4hrt nach dem Palast des K\u00f6nigs. Der erste Rat kommt herab mit dem K\u00f6nig und der ganzen Dodekada und dem Minister, und der J\u00fcngling sagt zu ihnen: \u00bb\u00f6ffnet das Tor und z\u00e4hlt die Hasen! \u00ab Sie \u00f6ffneten das Tor und z\u00e4hlten die Hasen, und es waren vierzig. Sagt der Minister: \u00bbEs sind nur neununddrei\u00dfig.\u00ab Der Reiche sagt: \u00bbEs sind alle vierzig\u00ab, und die ganze Dodekada sagt: \u00bbEs sind alle vierzig.\u00ab Der J\u00fcngling w\u00fcnschte gute Nacht und steigt in den Wagen und f\u00e4hrt nach Hause. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Sagt der K\u00f6nig zu dem Minister: \u00bbBist du nicht gegangen, den Hasen zu kaufen?\u00ab \u00ad \u00bbBei Gott, mein allergn\u00e4digster K\u00f6nig, ich habe ihn gekauft und habe ihn noch zu Hause.\u00ab Sagt der K\u00f6nig: \u00bbIch werde morgen gehen.\u00ab Sagt der Minister zu ihm: \u00bbGut, gehe!\u00ab Den andern Morgen geht der J\u00fcngling nach dem k\u00f6niglichen Palast, und sie \u00fcbergeben ihm wieder die vierzig Hasen, und er geht, sie zu weiden. Der K\u00f6nig verkleidet sich und geht und verlangt von dem Kauf Mann, dass er ihm einen Hasen verkaufe. Wie es dem Minister erging, so erging es dem K\u00f6nig (denn der J\u00fcngling erkannte, dass es der K\u00f6nig war); und so nahm er den Hasen und ging ab und kam in den Palast und sagt: \u00bbIch habe ihm den Hasen genommen.\u00ab Der J\u00fcngling spielt die Fl\u00f6te, und die Hasen versammeln sich bei dem Wagen, und w\u00e4hrend der Zeit kam der J\u00e4ger vorbei und trug einen lebenden Hasen, und er gibt ihm einen Taler und er l\u00e4sst den Hasen unter die andern. Mittlerweile wurde es Abend, und er tut die Hasen in den Wagen und bringt sie zum Palast. Und die Dodekada nebst dem K\u00f6nig, dem Minister und dem ersten Rat kommt herab, und sie z\u00e4hlen die Hasen und finden alle vierzig vor. Der K\u00f6nig sagt: \u00bbNeununddrei\u00dfig! \u00ab Sagt der erste Rat mit der Dodekada: \u00bbNein, es sind alle vierzig, mein K\u00f6nig. \u00ab Der Reiche fuhr wieder ab mit seinem Wagen und begibt sich nach Hause. Der K\u00f6nig sch\u00e4mt sich vor dem Minister und der Minister vor dem K\u00f6nig, weil sie wissen, wie es ihnen ergangen ist. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Sagt die K\u00f6nigin zu ihnen: \u00bbIch werde morgen gehen, den Hasen zu holen. \u00ab Sagt der K\u00f6nig zu ihr: \u00bbIch halte es f\u00fcr besser, K\u00f6nigin, dass du nicht gehst.\u00ab Am andern Morgen kam wieder der Reiche in den Palast, und sie z\u00e4hlten ihm die vierzig Hasen zu, und er nimmt sie und geht, sie zu weiden. Die K\u00f6nigin verkleidete sich und ging, den Hasen zu kaufen. Sie sagt zu ihm: \u00bbHerr, verkaufe mir einen Hasen; ich habe n\u00e4mlich Kinder, die sind krank, und die \u00c4rzte haben mir gesagt, ich solle einen lebenden Hasen holen, dass sie mir eine Arznei machen und sie geheilt werden. \u00ab &#8211; \u00bbDu bist arm, Tante, und hast nicht genug, einen Hasen zu kaufen.\u00ab &#8211; \u00bbEh, wie viel kann der Hase kosten?\u00ab &#8211; \u00bbDiese Hasen sind teuer, denn sie sind vom Schlo\u00df (er tut so, als ob er nicht w\u00fc\u00dfte, dass sie die K\u00f6nigin sei) und sind nicht zu verkaufen.\u00ab &#8211; \u00bbEh, gib mir einen Hasen und verlange von mir so viel Piaster du willst, und wenn ich sie dir nicht gebe, so magst du mir den Hasen nicht geben.\u00ab Sagt er zu ihr: \u00bbIch will kein Geld, sondern tritt her, dass ich dich k\u00fcsse! Dann will ich ihn dir geben.\u00ab Die K\u00f6nigin entschloss sich, damit der Sohn des Ministers ihre Tochter erhielte und nicht jener, sich k\u00fcssen zu lassen und nahm den Hasen und ging in den Palast. Als die K\u00f6nigin weggegangen war, kommt gerade zur Zeit der J\u00e4ger vorbei und tr\u00e4gt einen lebenden Hasen, und der J\u00fcngling gibt ihm zwei Taler, und er l\u00e4sst ihn unter die andern und geht ab. Der J\u00fcngling bl\u00e4st die Fl\u00f6te und die Hasen springen in den Wagen, und als es Abend war, steigt auch er in den Wagen und f\u00e4hrt zu dem Palast. Der K\u00f6nig und die K\u00f6nigin kamen mit der Dodekada, dem Minister und dem ersten Rat herab und z\u00e4hlen zum dritten- und letzten Mal die Hasen und finden sie wieder vollz\u00e4hlig vierzig. Sagt die K\u00f6nigin: \u00bbNeununddrei\u00dfig sind es.\u00ab Der erste Rat und die Dodekada aber sagen: \u00bbNein, es sind vollz\u00e4hlig vierzig. \u00ab Der Reiche hatte also gewonnen. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Sagen sie zu ihm: \u00bbDu sollst noch einen Palast in vier Monaten bauen, derart, um das ganze Heer des K\u00f6nigs darin unterzubringen, und du musst f\u00fcr sie Lebensmittel haben und noch weit mehr; gegen\u00fcber dem k\u00f6niglichen Palast soll er stehen und ihm gleichen!\u00ab &#8211; \u00bbAh t Gut, ich werde es machen.\u00ab Der J\u00fcngling ging fort und begibt sich in sein Konak und z\u00fcndet die Laterne an, und daraus hervor kommt der L\u00f6we und sagt zu ihm: \u00bbWas willst du, Gebieter?\u00ab &#8211; \u00bbEinen Palast, um das ganze Heer unterzubringen und darin die Lebensmittel f\u00fcr die Leute und noch mehr, und sein Gang soll so tief und breit sein, dass das Heer darin gehen und passieren kann, ohne von au\u00dfen gesehen zu werden!\u00ab &#8211; \u00bbGut, es soll geschehen!\u00ab <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">In vier Monaten war der Palast fertig und die Lebensmittel bereit im Palast, und er glich dem k\u00f6niglichen. Und der J\u00fcngling sagte zum K\u00f6nig: \u00bbDer Palast ist fertig und das Heer kann in ihn einziehen.\u00ab Das Heer kam und bezog ihn und war nicht darin zu sehen, und die H\u00e4lfte blieb noch leer, und es gab Lebensmittel f\u00fcr drei Monate. Folglich hatte der Reiche auch diese Aufgabe gel\u00f6st. Sie sagen zu ihm: \u00bbKomm morgen fr\u00fch, dann werden wir dir noch eine andere Aufgabe mitteilen, die dritte und letzte. \u00ab Er kam des Morgens, und sie sagen zu ihm: \u00bbDu sollst auf den Glockenturm steigen und drei S\u00e4cke hinauf tragen und mit L\u00fcgen f\u00fcllen und so die Aufgabe l\u00f6sen. Er stieg auf den Glockenturm und ruft so laut er konnte: \u00bbIch habe den Minister geohrfeigt!\u00ab Und unten das Volk, das da versammelt war, ruft: \u00bbL\u00fcgen, L\u00fcgen, L\u00fcgen!\u00ab Und er f\u00fcllt den einen Sack und bindet ihn t\u00fcchtig zu und wirft ihn herab. Sie sagen: \u00bbEiner!\u00ab \u00bbIch habe auch den K\u00f6nig geohrfeigt\u00ab, ruft er laut. Sagt das Volk unten: \u00bbL\u00fcgen, L\u00fcgen, L\u00fcgen!\u00ab Und er bindet ihn t\u00fcchtig zu an der \u00d6ffnung und wirft ihn herab; und sie sagen: \u00bbZwei!\u00ab &#8211; \u00bbIch habe auch die K\u00f6nigin gek\u00fcsst!\u00ab ruft er, so laut er konnte, und das Volk sagt von unten: \u00bbL\u00fcgen, L\u00fcgen, L\u00fcgen!\u00ab Und er f\u00fcllt den dritten Sack mit L\u00fcgen und bindet auch diesen t\u00fcchtig zu und wirft ihn herab, und er kommt herunter, und sie rufen: \u00bbDie Aufgabe ist gel\u00f6st, du sollst die K\u00f6nigstochter bekommen. \u00ab Und er nahm sie und sie lebten gl\u00fccklich, und wir noch gl\u00fccklicher.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[85,133],"tags":[],"class_list":["post-251","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-maerchen","category-maerchen-weltweit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/251","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=251"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/251\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":252,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/251\/revisions\/252"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=251"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=251"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=251"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}