{"id":218,"date":"2015-10-06T20:59:04","date_gmt":"2015-10-06T18:59:04","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=218"},"modified":"2026-01-24T01:51:08","modified_gmt":"2026-01-24T00:51:08","slug":"die-bremer-stadtmusikanten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-bremer-stadtmusikanten\/","title":{"rendered":"Die Bremer Stadtmusikanten"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Die Bremer Stadtmusikanten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gebr. Grimm<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Es hatte ein Mann einen Esel, der schon lange Jahre die S\u00e4cke unverdrossen zur M\u00fchle getragen hatte, dessen Kr\u00e4fte aber nun zu Ende gingen, so dass er zur Arbeit immer untauglicher wurde. Da dachte der Herr daran, ihn aus dem Futter zu schaffen; aber der Esel merkte, dass kein guter Wind wehte, lief fort und machte sich auf den Weg nach Bremen; dort, meinte er, k\u00f6nnte er ja Stadt Musikant werden.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Als er ein Weilchen fortgegangen war, fand er einen Jagdhund auf dem Wege liegen, der jappte wie einer, der sich m\u00fcde gelaufen hat. &#8222;Nun, was jappst du so, Packan?&#8220; fragte der Esel. &#8222;Ach&#8220;, sagte der Hund, &#8222;weil ich alt bin und jeden Tag schw\u00e4cher werde, auch auf der Jagd nicht mehr fortkann, hat mich mein Herr wollen totschlagen, da hab&#8216; ich Rei\u00dfaus genommen; aber womit soll ich nun mein Brot verdienen?&#8220; &#8211; &#8222;Wei\u00dft du was&#8220;, sprach der Esel, &#8222;ich gehe nach Bremen und werde dort Stadtmusikant, geh&#8216; mit und lass&#8216; dich auch bei der Musik annehmen. ich spiele die Laute, und du schl\u00e4gst die Pauke. Der Hund war&#8217;s zufrieden, und sie gingen weiter.<\/span><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Die Bremer Stadtmusikanten von den Br\u00fcdern Grimm (M\u00e4rchen zum Einschlafen | H\u00f6rbuch)\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/NFOWFbSaBFU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Es dauerte nicht lange, so sa\u00df eine Katze am Weg und machte ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter. &#8222;Nun, was ist dir in die Quere gekommen, alter Bartputzer?&#8220; fragte der Esel. &#8211; &#8222;Wer kann da lustig sein, wenn&#8217;s einem an den Kragen geht?&#8220; antwortete die Katze. &#8222;Weil ich nun zu Jahren komme, meine Z\u00e4hne stumpf werden und ich lieber hinter dem Ofen sitze und spinne, als nach M\u00e4usen herumjage, hat mich meine Frau ers\u00e4ufen wollen; ich habe mich zwar noch fortgemacht aber nun ist guter Rat teuer; wo soll ich hin?&#8220; &#8211; &#8222;Geh&#8216; mit uns nach Bremen; du verstehst dich doch auf die Nachtmusik, da kannst du ein Stadtmusikant werden&#8220; Die Katze hielt das f\u00fcr gut und ging mit.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Darauf kamen die drei Landesfl\u00fcchtigen an einem Hofe vorbei, da sa\u00df auf dem Tor der Haushahn und schrie aus Leibeskr\u00e4ften &#8222;Du schreist einem durch Mark und Bein&#8220;, sprach der Esel, &#8222;was hast du vor?&#8220; &#8211; &#8222;Da hab&#8216; ich gut Wetter prophezeit&#8220;, sprach der Hahn, &#8222;weil Unserer Lieben Frauen Tag ist, wo sie dem Christkindlein die Hemdchen gewaschen hat und sie trocknen will; aber weil morgen zum Sonntag G\u00e4ste kommen, so hat die Hausfrau doch kein Erbarmen und hat der K\u00f6chin gesagt, sie wollte mich morgen in der Suppe essen, und da soll ich mir heute abend den Kopf abschneiden lassen. Nun schrei&#8216; ich aus vollem Halse, solang ich noch kann.&#8220; &#8222;Ei, was, du Rotkopf&#8220;, sagte der Esel, &#8222;zieh&#8216; lieber mit uns fort, wir gehen nach Bremen, etwas Besseres als den Tod findest du \u00fcberall; du hast eine gute Stimme, und wenn wir zusammen musizieren, so muss es eine Art haben.&#8220; Der Hahn lie\u00df sich den Vorschlag gefallen, und sie gingen alle viere zusammen fort.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Sie konnten aber die Stadt Bremen in einem Tag nicht erreichen und kamen abends in einen Wald, wo sie \u00fcbernachten wollten. Der Esel und der Hund legten sich unter einen gro\u00dfen Baum, die Katze und der Hahn machten sich in die \u00c4ste, der Hahn aber flog bis in die Spitze, wo es am sichersten f\u00fcr ihn war. Ehe er einschlief, sah er sich noch einmal nach allen vier Winden um; da deuchte ihn, er s\u00e4he in der Ferne ein F\u00fcnkchen brennen, und rief seinen Gesellen zu, es m\u00fcsste nicht gar weit ein Haus sein, denn es scheine ein Licht. Sprach der Esel:<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">&#8222;So m\u00fcssen wir uns aufmachen und noch hingehen, denn hier ist die Herberge schlecht.&#8220; Der Hund meinte, ein paar Knochen und etwas Fleisch dran t\u00e4ten ihm auch gut. Also machten sie sich auf den Weg nach der Gegend, wo das Licht war, und sahen es bald heller schimmern, und es ward immer gr\u00f6\u00dfer, bis sie vor ein hell erleuchtetes R\u00e4uberhaus kamen. Der Esel, als der gr\u00f6\u00dfte, n\u00e4herte sich dem Fenster und schaute hinein. &#8222;Was siehst du, Grauschimmel?&#8216; fragte der Hahn. &#8211; &#8222;Was ich sehe?&#8220; antwortete der Esel; ,,einen gedeckten Tisch mit sch\u00f6nem Essen und Trinken, und R\u00e4uber sitzen daran und lassen sich&#8217;s wohl sein.&#8220; &#8211; &#8222;Das w\u00e4re was f\u00fcr uns&#8220;, sprach der Hahn. &#8222;Ja, ja, ach, w\u00e4ren wir da!&#8220; sagte der Esel. Da ratschlagten die Tiere, wie sie es anfangen m\u00fcssten, um die R\u00e4uber hinauszujagen, und fanden endlich ein Mittel. Der Esel musste sich mit den Vorderf\u00fc\u00dfen auf das Fenster stellen, der Hund auf des Esels R\u00fccken springen, die Katze auf den Hund klettern, und endlich flog der Hahn hinauf und setzte sich der Katze auf den Kopf. Wie das geschehen war, fingen sie auf ein Zeichen insgesamt an, ihre Musik zu machen: der Esel schrie, der Hund bellte, die Katze miaute, und der Hahn kr\u00e4hte; dann st\u00fcrzten sie durch das Fenster in die Stube hinein, dass die Scheiben klirrten. Die R\u00e4uber fuhren bei dem entsetzlichen Geschrei in die H\u00f6he, meinten nicht anders, als ein Gespenst k\u00e4me herein, und flohen in gr\u00f6\u00dfter Furcht in den Wald hinaus. Nun setzten sich die vier Gesellen an den Tisch, nahmen mit dem vorlieb, was \u00fcbrig geblieben war, und a\u00dfen, als wenn sie vier Wochen hungern sollten. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Wie die vier Spielleute fertig waren, l\u00f6schten sie das Licht aus und suchten sich eine Schlafst\u00e4tte, jeder nach seiner Natur und Bequemlichkeit. Der Esel legte sich auf den Mist, der Hund hinter die T\u00fcr, die Katze auf den Herd bei der warmen Asche, und der Hahn setzte sich auf den Hahnenbalken; und weil sie m\u00fcde waren von ihrem langen Weg, schliefen sie auch bald ein. Als Mitternacht vorbei war und die R\u00e4uber von weitem sahen, dass kein Licht mehr im Haus brannte, auch alles ruhig schien, sprach der Hauptmann: ,,Wir h\u00e4tten uns doch nicht sollen ins Bockshorn jagen lassen&#8220;, und hie\u00df einen hingehen und das Haus untersuchen. Der Abgeschickte fand alles still, ging in die K\u00fcche, ein Licht anzuz\u00fcnden, und weil er die gl\u00fchenden, feurigen Augen der Katze f\u00fcr lebendige Kohlen ansah, hielt er ein Schwefelh\u00f6lzchen daran, dass es Feuer fangen sollte. Aber die Katze verstand keinen Spa\u00df, sprang ihm ins Gesicht, spie und kratzte. Da erschrak er gewaltig, lief und wollte zur Hintert\u00fcr hinaus, aber der Hund, der da lag, sprang auf und biss ihn ins Bein; und als er \u00fcber den Hof an dem Miste vorbeirannte, gab ihm der Esel noch einen t\u00fcchtigen Schlag mit dem Hinterfu\u00df; der Hahn aber, der vom L\u00e4rmen aus dem Schlaf geweckt und munter geworden war, rief vom Balken herab &#8222;kikeriki&#8220; Da lief der R\u00e4uber, was er konnte, zu seinem Hauptmann zur\u00fcck und sprach: &#8222;Ach in dem Hause Sitzt eine greuliche Hexe, die hat mich angehaucht und mir mit ihren langen Fingern das Gesicht zerkratzt. Und vor der T\u00fcr steht ein Mann mit einem Messer, der hat mich ins Bein gestochen, und auf dem Hofe liegt ein schwarzes Unget\u00fcm, das hat mit einer Holzkeule auf mich losgeschlagen; und oben auf dem Dache, da sitzt der Richter, der rief: bringt mir den Schelm her! Da machte ich, dass ich fortkam.&#8220; Von nun an getrauten sich die R\u00e4uber nicht weiter in das Haus; den vier Bremer Stadtmusikanten gefiel&#8217;s aber so wohl darin, dass sie nicht wieder heraus wollten. Und der das zuletzt erz\u00e4hlt hat, dem ist der Mund noch warm<\/span><span style=\"font-family: Verdana;\">.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":4289,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[87,85],"tags":[],"class_list":["post-218","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gebr-grimm","category-maerchen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/218","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=218"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/218\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4290,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/218\/revisions\/4290"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4289"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=218"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=218"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=218"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}