{"id":210,"date":"2015-10-06T20:50:03","date_gmt":"2015-10-06T18:50:03","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=210"},"modified":"2026-01-24T01:43:23","modified_gmt":"2026-01-24T00:43:23","slug":"hans-und-die-bohnenranke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/hans-und-die-bohnenranke\/","title":{"rendered":"Hans und die Bohnenranke"},"content":{"rendered":"<p>Englisches M\u00e4rchen<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p align=\"justify\">Es war einmal eine arme Witwe, die hatte einen Sohn, der Hans hie\u00df, und eine Kuh, die sie Milchwei\u00df nannten. Und sie hatten nichts als die Milch der Kuh, um ihr Leben zu fristen. Jeden Morgen trugen sie die Milch zum Markt und verkauften sie. Aber eines Tages gab Milchwei\u00df keine Milch mehr, und nun wussten sie nicht, was sie tun sollten.<br \/>\n&#8222;Was sollen wir nur anfangen, was sollen wir nur anfangen?&#8220; klagte die Witwe.<br \/>\n&#8222;Sei guten Mutes, Mutter, ich werde fortziehen und Arbeit suchen&#8220;. sagte Hans.<\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Das hast du ja schon einmal versucht&#8220;, sagte die Mutter, &#8222;aber niemand hat dich nehmen wollen. Wir m\u00fcssen Milchwei\u00df verkaufen und mit dem Geld ein Gesch\u00e4ft anfangen oder sonst etwas.&#8220;<br \/>\n&#8222;Gut, Mutter&#8220;, sagte Hans, &#8222;heute ist Markttag, da werde ich Milchwei\u00df gut verkaufen k\u00f6nnen. Dann wollen wir sehen, was sich machen l\u00e4sst.&#8220; Und Hans band die Kuh an einen Strick und ging fort mit ihr.<br \/>\nAuf dem Weg zum Markt begegnete ihm ein seltsam anmutendes altes M\u00e4nnlein, das sagte zu ihm: &#8222;Guten Morgen, Hans!&#8220;<br \/>\n&#8222;Auch einen sch\u00f6nen guten Morgen&#8220;, sagte Hans und wunderte sich, wieso das M\u00e4nnlein seinen Namen kannte.<br \/>\n&#8222;Nun, Hans, wohin des Wegs?&#8220; fragte das M\u00e4nnlein.<br \/>\n&#8222;Auf den Markt, die Kuh verkaufen.&#8220;<br \/>\n&#8222;Du schaust mir gar nicht danach aus, als ob du K\u00fche verkaufen k\u00f6nntest&#8220;, sagte das M\u00e4nnlein. &#8222;Ich glaube, du wei\u00dft nicht einmal, wie viele Bohnen f\u00fcnf ergeben.&#8220;<br \/>\n&#8222;Zwei in deiner Hand und eine in deinem Mund&#8220;, sagte Hans hurtig.<br \/>\n&#8222;Richtig&#8220;, sagte das M\u00e4nnlein, &#8222;und da hast du auch schon die Bohnen.&#8220; Und darauf <i>zog <\/i>es aus seiner Tasche eine Handvoll seltsam aussehender Bohnen.<br \/>\n&#8222;Weil du so schlau bist&#8220;, sagte es, &#8222;so hab ich nichts dagegen, mit dir einen Handel zu machen. Gib mir die Kuh, ich geb dir die Bohnen.&#8220;<br \/>\n&#8222;Das m\u00f6chte dir so passen&#8220;, sagte Hans.<br \/>\n&#8222;Ah, du wei\u00dft nicht, was f\u00fcr Bohnen das sind, sagte der Mann. &#8222;Wenn du sie am Abend einpflanzt, so sind sie am Morgen bis zum Himmel hinauf gewachsen.&#8220;<br \/>\n&#8222;Ist das wahr, was du da sagst?&#8220; fragt Hans.<br \/>\n&#8222;Ja, es ist wahr, und wenn es nicht so ist, so kannst du deine Kuh zur\u00fcck haben.&#8220;<br \/>\n&#8222;Gut&#8220;, sagt Hans und gibt ihm den Strick mit der Kuh und steckt die Bohnen in die Tasche.<br \/>\nHans geht nun heimw\u00e4rts, und weil er noch nicht weit gewesen ist, kommt er gerade nach Haus, bevor es dunkel wird.<br \/>\n&#8222;Bist du schon zur\u00fcck?&#8220; sagt die Mutter &#8222;Ich, sehe, nicht mehr. Wie viel hast du f\u00fcr sie bekommen?&#8220;<br \/>\n&#8222;Das wirst du nie erraten, Mutter !&#8220; sagt Hans. &#8222;Nun, nun, so arg wird&#8217;s nicht sein, mein guter Bub F\u00fcnfzehn? Nein, zwanzig, das ist doch nicht m\u00f6glich !<br \/>\n&#8222;Ich hab&#8217;s dir ja gesagt, du wirst es nie erraten. Was sagst du zu diesen Bohnen? Das sind Zauberbohnen ! Pflanz sie ein \u00fcber Nacht und&#8230;&#8220; <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Was!&#8220; ruft da die Mutter, &#8222;bist du so ein Tollpatsch, so ein Dummian, so ein Narr und hast unsre Milchwei\u00df f\u00fcr so ein paar lumpige Bohnen eingetauscht? Da, schau her, zum Fenster schmei\u00df ich sie hinaus, deine teuren Bohnenl Und mit dir, marsch ins Bett Keinen L\u00f6ffel Suppe und keinen Bissen Brot sollst du heute mehr bekommen.&#8220; <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Traurig stieg Hans in sein Dachk\u00e4mmerlein. Es tat ihm leid, dass seine Muffer so b\u00f6se war und er nun hungrig zu Bett gehen musste. Endlich schlief er ein. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Als Hans am n\u00e4chsten Morgen erwachte, da schaute es in seiner Kammer ganz sonderbar aus. Die Sonne schien hell in eine Ecke, alles andre aber war dunkel und schattig. Hans h\u00fcpfte aus dem Bett und lief zum Fenster. Und was glaubt ihr, was <i>er <\/i>da sah? Ja, die Bohnen, die seine Mutter zum Fenster hinausgeworfen hatte, waren aufgegangen und zu einer gro\u00dfen Ranke emporgeschossen, die immer h\u00f6her und h\u00f6her gewachsen war, bis zum Himmel hinauf. Das M\u00e4nnlein hatte also die Wahrheit gesprochen. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Der Bohnenstrauch rankte sich ganz nahe am Fenster von Hans vorbei. Er brauchte blo\u00df das Fenster zu \u00f6ffnen und einen kleinen Schritt auf die Bohnenranke zu machen, die wie eine gro\u00dfe Leiter zum Himmel ragte. Hans kletterte also, er kletterte, kletterte, kletterte und kletterte, bis er endlich am Himmel anlangte. Und als er hineinging, da war eine lange und breite Stra\u00dfe, die f\u00fchrte kerzengerade fort. Hans wanderte die Stra\u00dfe, und er wanderte, wanderte und wanderte, bis er zu einem gro\u00dfen, gro\u00dfen Haus kam, an dessen T\u00fcrschwelle eine gro\u00dfe, gro\u00dfe Frau stand. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Guten Morgen, gute Frau&#8220;, sagt Hans, so h\u00f6flich er kann. &#8222;W\u00fcrdet Ihr so g\u00fctig sein und mir etwas zum Fr\u00fchst\u00fcck geben?&#8220; Denn er hatte noch nichts gegessen und, wie ihr wisst, auch kein Abendbrot bekommen, und er war hungrig wie ein Wolf. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Ein Fr\u00fchst\u00fcck willst du&#8220; sagt die gro\u00dfe, gro\u00dfe Frau. &#8222;Das Fr\u00fchst\u00fcck, das wirst du selber gleich sein, wenn du dich nicht schleunigst auf und davon machst. Mein Mann ist ein Riese, und er hat nichts lieber als ger\u00f6stetes Bubenfleisch auf Brot. Gleich wird er hier sein.&#8220;<br \/>\n&#8222;O bitte, gute Frau, gebt mir etwas zu essen. Ich habe seit gestern fr\u00fch nichts gehabt, und es ist mir schon einerlei, ob ich ger\u00f6stet werde oder ob ich Hungers sterben soll.&#8220;<br \/>\nNun, die Frau des Riesen war nicht halb so schlecht, wie es schien. Sie f\u00fchrte Hans in die K\u00fcche und gab ihm eine gro\u00dfe Scheibe Brot und K\u00e4se und einen Krug Milch. Hans hatte aber noch nicht aufgegessen, als schon- top! Tap! Tap! &#8211; das ganze Haus zu dr\u00f6hnen begann von dem L\u00e4rm, den der Riese bei seinem Kommen machte.<br \/>\n&#8222;Um Himmels willen, mein Mann kommt!&#8220; rief die Frau des Riesen. &#8222;Was soll ich nur machen? Schnell, komm und spring da hinein!&#8220; Und wie ein B\u00fcndel schob sie Hans in den Ofen, gerade bevor der Riese hereinkam.<br \/>\nEs war ein gro\u00dfer Riese, das k\u00f6nnt ihr mir glauben. An seinem G\u00fcrtel hatte er drei K\u00e4lber an den Beinen festgebunden. Er band sie los, warf sie auf den Tisch und sagte: &#8222;Da, Weib, r\u00f6st mir die paar zum Fr\u00fchst\u00fcck! Ah! Was riecht da so fein? Ich rieche, rieche Menschenfleisch!&#8220;<br \/>\n&#8222;Unsinn, mein Lieberl&#8220; sagte die Frau, &#8222;du tr\u00e4umst wohl. Oder mag sein, du riechst die \u00dcberreste von dem kleinen Jungen, der dir gestern zum Fr\u00fchst\u00fcck so geschmeckt hat. Da, geh und wasch dich und mach dich sauber! Und wenn du zur\u00fcckkommst, wird das Fr\u00fchst\u00fcck fertig sein.<br \/>\nDa ging der Riese hinaus, und Hans wollte gleich aus dem Ofen springen und fortlaufen, aber die Frau sagte zu ihm: &#8222;Warte, bis er eingeschlafen ist! Er macht Immer ein Nickerchen nach den Fr\u00fchst\u00fcck.&#8220;<br \/>\nNun, der Riese verzehrte sein Fr\u00fchst\u00fcck, und hernach geht er zu einer gro\u00dfen Kiste, nimmt ein paar Beute! Gold heraus, setzt sich nieder und z\u00e4hlt und z\u00e4hlt, bis endlich sein Kopf zu nicken beginnt. Und dann f\u00e4ngt er an zu schnarchen, dass das ganze Haus wackelt.<br \/>\nDa kroch Hans auf den Zehenspitzen aus dem Ofen heraus, und als er beim Riesen vorbeiging, nahm er einen Beute Gold unter seinen Arm und rannte, so schnell ihn nur seine F\u00fc\u00dfe trugen, bis er zur Bohnenranke kam. Er warf den Beutel Gold hinunter, der, versteht sich, in Mutters Garten fiel, und dann kletterte er abw\u00e4rts ,immer abw\u00e4rts, bis er wieder bei seinem Fenster anlangte. Er erz\u00e4hlte alles seiner Mutter, zeigte ihr das Gold im Beutel und sagte: &#8222;Nun, Mutter, hab&#8216; ich nicht recht gehabt mit den Bohnen? Es sind wirklich Zauberbohnen.&#8220; <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Nun lebten sie eine sch\u00f6ne Zeitlang von dem Gold im Beutel. Aber einmal nahm das auch ein Ende, und Hans beschloss, noch einmal sein Gl\u00fcck mit der Bohnenranke zu versuchen. Eines sch\u00f6nen Morgens stand er zeitig auf und kletterte die Bohnenranke hinauf. Und er kletterte, kletterte, kletterte und kletterte, bis er wieder zu der Stra\u00dfe kam und zu dem gro\u00dfen, gro\u00dfen Haus. in dem er gewesen war. Und richtig, da stand auch wieder die gro\u00dfe, gro\u00dfe Frau auf der T\u00fcrschwelle. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Guten Morgen, gute Frau&#8220;, sagte Hans, so k\u00fchn er nur konnte, &#8222;w\u00fcrdet Ihr so g\u00fctig sein und mir etwas zum Essen geben?&#8220; <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Geschwind lauf fort!&#8220; sagte die gro\u00dfe, gro\u00dfe Frau, &#8222;oder mein Mann wird kommen und dich zum Fr\u00fchst\u00fcck aufessen. Aber bist du nicht der Bengel, der schon einmal da war? Wei\u00dft du auch, dass am selben Tag meinem Mann ein Goldbeute gefehlt hat?&#8220; <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Sonderbar, wirklich sonderbar&#8220;, sagte Hans. &#8222;ich glaube, ich k\u00f6nnte Euch dar\u00fcber etwas erz\u00e4hlen, aber ich bin so hungrig, dass ich nicht reden kann, bevor ich nicht gegessen habe.&#8220; <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Nun, die gro\u00dfe, gro\u00dfe Frau war so neugierig, dass sie den Buben ins Haus hineinlie\u00df und ihm etwas zu essen gab. Kaum aber hatte er mit dem Essen begonnen, als sie &#8211; tap! tap! tap! &#8211; die Schritte des Riesen h\u00f6rten. Und die Frau versteckte Hans wieder in dem Ofen. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Nun war alles wieder so wie das erste Mal. Der Riese kam herein, sagte: &#8222;Ich rieche, rieche Menschenfleisch!&#8220; und bekam drei ger\u00f6stete Ochsen zum Fr\u00fchst\u00fcck. Dann sagte er: &#8222;Frau, bring mir die Henne, die die goldenen Eier legt.&#8220; Da brachte die Frau die Henne, und der Riese sagte: &#8222;Leg!&#8220;&#8218; und die Henne legte ein Ei, das war ganz aus Gold. Und dann begann der Riese einzunicken und zu schnarchen, dass das ganze Haus wackelte. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Da kroch Hans auf den Zehenspitzen aus dem Ofen, packte die Henne und rannte, so schnell ihn seine Beine trugen. Aber auf einmal gackerte die Henne, und der Riese wachte auf, und gerade als Hans zum Haus hinauslief, h\u00f6rte er ihn rufen: &#8222;Weib, Weib, was hast du mit meiner Henne gemacht?&#8220; <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Und die Frau sagte: &#8222;Warum, mein Lieber?&#8220; <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Das war alles, was Hans noch h\u00f6rte, denn er eilte fort zur Bohnenranke und kletterte so schnell hinunter, als ob zehn Teufel hinter ihm her w\u00e4ren. Als er heimkam, zeigte er seiner Mutter die Wunderhenne und sagte: &#8222;Leg!&#8220; Und die Henne legte ein goldenes Ei, sooft er es sagte. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Aber Hans war noch immer nicht zufrieden, und nicht lange, so beschloss er, wieder sein Gl\u00fcck mit der Bohnenranke zu versuchen Eines sch\u00f6nen Morgens stand er zeitig auf, ging zur Bohnenranke, und er kletterte, kletterte, kletterte und kletterte, bis er ganz oben war und wieder zu der Stra\u00dfe kam. Diesmal aber war er kl\u00fcger und ging nicht geradewegs in das Haus des Riesen. Er versteckte sich in der N\u00e4he hinter einem Busch und wartete, bis die Frau des Riesen herauskam und mit einem K\u00fcbel zum Brunnen ging. Da schl\u00fcpfte Hans ins Haus und kroch in einen gro\u00dfen Kupferkessel. Bald darauf h\u00f6rte er, genauso wie fr\u00fcher tap! tap! tap! -, und der Riese und seine Frau kamen herein. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;ich rieche, rieche Menschenfleisch&#8220;, rief der Riese. Und seine Frau sagte: &#8222;Dann ist es gewiss der kleine Bengel, der das Gold und die Henne gestohlen hat Bestimmt hat er sich im Ofen versteckt.&#8220; Und beide st\u00fcrzten zum Ofen, aber zum Gl\u00fcck war Hans nicht dort. Und die Frau des Riesen sagte: &#8222;Du mit deinem &gt;Ich rieche, rieche Menschen Fleisch!&lt; Gewiss riechst du noch etwas von dem Jungen, den ich dir gestern zum Fr\u00fchst\u00fcck ger\u00f6stet habe. Nach so vielen Jahren k\u00f6nntest du doch endlich einmal den Unterschied zwischen lebendigen und ger\u00f6steten Buben kennen !&#8220; <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">So setzte sich der Riese wieder zum Fr\u00fchst\u00fcck hin, aber alle Augenblicke murmelte er: &#8222;Ich h\u00e4tte geschworen&#8230;&#8220; Und erstand auf und suchte in der Speisekammer, in den Schr\u00e4nken, \u00fcberall. Zum Gl\u00fcck aber dachte er nicht an den Kupferkessel. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Als er mit dem Fr\u00fchst\u00fcck fertig war, rief er: &#8222;Weib, bring mir die goldene Harfe!&#8220; Da brachte ihm die Frau die Harfe, und er stellte sie vor sich hin auf den Tisch. Dann sagte er: &#8222;Sing!&#8220; Und die goldene Harfe fing an, wunderbar zu singen. Und sie sang und sang, bis der Riese fest eingeschlafen war und zu schnarchen anhub, dass das ganze Haus zitterte. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Da hob Hans den Deckel des Kupferkessels auf, ganz vorsichtig, schl\u00fcpfte hinaus wie eine Maus und kroch auf H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen zum Tisch hin, packte die goldene Harfe und eilte zur T\u00fcr. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Aber da rief die Harfe ganz laut: &#8222;Meister! Meister!&#8220; Und der Riese erwachte gerade noch rechtzeitig, um Hans mit der Harfe aus dem Haus laufen zu sehen. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Hans lief, so schnell er konnte, der Riese ihm nach, und der h\u00e4tte ihn auch bald eingeholt, aber Hans lief kreuz und quer, um den Riesen zu t\u00e4uschen. Als er zu der Bohnenranke kam, war der Riese nur noch zehn Schritte hinter ihm. Pl\u00f6tzlich aber verschwand Hans, und als der Riese ans Ende der Stra\u00dfe kam, sah er ihn die Bohnenranke hinunterklettern. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Nun, der Riese wollte sich einer solchen Leiter nicht anvertrauen, so stand er und wartete. Dadurch bekam Hans einen gr\u00f6\u00dferen Vorsprung. Aber in diesem Augenblick rief die Harfe wieder: &#8222;Meister! Meister!&#8220; <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Da schwang sich der Riese auf die Bohnenranke, die unter seinem Gewicht gewaltig schaukelte. Immer tiefer kletterte Hans, er kletterte, kletterte und kletterte, und hinter ihm der Riese. Schon war Hans ganz nahe seinem Haus, da rief er: &#8222;Mutten Mutter Bring mir eine Axt! Bring mir eine Axt!&#8220; <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Und seine Mutter st\u00fcrzte heraus mit einer Axt in der Hand. Aber als sie zu der Bohnenranke kam, blieb sie stocksteif stehen vor Schreck, denn sie sah gerade den Riesen mit seinen Beinen durch die Wolkendecke kommen. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Hans aber war mit einem Satz unten, ergriff die Axt, und mit einem Hieb spaltete er die Bohnenranke bis zur H\u00e4lfte. Der Riese sp\u00fcrte, wie die Bohnenranke schwankte und bebte, und er hielt inne, um nachzusehen, was los w\u00e4re. Da schlug Hans zum zweiten Mal zu und hieb die Bohnenranke entzwei. Sie wankte und knickte zusammen, der Riese aber st\u00fcrzte kopf\u00fcber hinunter und brach sich das Genick, und die Bohnenranke st\u00fcrzte \u00fcber ihn und begrub ihn. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">Dann zeigte Hans seiner Mutter die goldene Harfe. Und von dem Gesang der Harfe und von den goldenen Eiern, die sie verkauften, wurden Hans und seine Mutter sehr reich. Hans heiratete eine sch\u00f6ne Prinzessin, und sie lebten gl\u00fccklich bis an ihr Ende.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Englisches M\u00e4rchen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[85,175,133],"tags":[],"class_list":["post-210","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-maerchen","category-maerchen-aus-england","category-maerchen-weltweit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/210","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=210"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/210\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":211,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/210\/revisions\/211"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=210"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=210"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=210"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}