{"id":2069,"date":"2023-04-09T14:46:25","date_gmt":"2023-04-09T12:46:25","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=2069"},"modified":"2026-01-11T23:09:00","modified_gmt":"2026-01-11T22:09:00","slug":"die-nibelungensage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-nibelungensage\/","title":{"rendered":"Die Nibelungensage"},"content":{"rendered":"\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Die Nibelungensage<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a>Wie Siegfried zu Mime kam und den Drachen erschlug<\/a><\/h3>\n\n\n\n<p>Auf seiner Burg zu Xanten am Niederrhein herrschte schon lange Jahre machtvoll und vom Gl\u00fcck beg\u00fcnstigt das stolze K\u00f6nigsgeschlecht der W\u00e4lsungen, das seine Herkunft direkt von Wotan ableitete, dem h\u00f6chsten Gott.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch K\u00f6nig Siegmund und seine Gattin Sieglinde hatten ihre Herrschaft mit Glanz gef\u00fchrt. Da kam Unheil \u00fcber ihr Haus. Siegmund fiel im Kampf gegen pl\u00f6tzlich hereinbrechende Feinde, die Xanten erst\u00fcrmten. Sieglinde fl\u00fcchtete in einen tiefen Wald, wo sie noch einem holden Knaben das Leben schenkte, aber selbst vom Tod hinweggerafft wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Dem armen Knaben, der verlassen und vor Hunger schreiend hilflos am Boden lag, n\u00e4herte sich bald eine Hirschkuh. Sie fasste ihn mit dem Maul und trug ihn zu ihrem Lager, wo schon zwei junge Tiere der s\u00e4ugenden Mutter harnen, wahrscheinlich hatte der Lenker des Schicksals der G\u00f6tter und Menschen, der hohe Wotan selbst, die Hirschkuh gesandt &#8211; denn offenbar hatte er dem letzten des edlen Geschlechts der W\u00e4lsungen ein<\/p>\n\n\n\n<p>zwar kurzes aber umso ruhmvolleres Leben bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zw\u00f6lf Monate lebte so der Knabe, von der Hirschkuh ges\u00e4ugt, und gedieh schnell zu ungew\u00f6hnlicher Sch\u00f6nheit, Kraft und St\u00e4rke.<br>Fern von der Lagerstatt des Tieres hatte ein weltber\u00fchmter Schmied, Mime gehei\u00dfen seine vielbesuchte Werkstatt. Hier lebte er mit seinem Weibe und vielen Gesellen, aber zu seinem gro\u00dfen Leidwesen ohne Kinder.<br>Als Mime nun einst tief in den Wald gedrungen war, um B\u00e4ume zu suchen. die er f\u00fcr seine Schmiede f\u00e4llen lassen wollte, trat ihm pl\u00f6tzlich aus dem Geb\u00fcsch ein junger nackter Knabe entgegen; dem eine Hirschkuh folgte, die ihm zutraulich Gesicht und H\u00e4nde leckte, Der Knabe konnte kein Wort reden. Mime aber war voller Freude \u00fcber das so unerwartet gewonnene Kind, <em>Er <\/em>nahm es mit in sein Haus und nannte es Siegfried.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter des Schmiedes und seiner Frau sorgender Pflege wuchs der Knabe zu einem kr\u00e4ftigen Jungen heran, und als er zw\u00f6lf Jahre alt geworden war, bezwang er alle Gesellen Mimes und lie\u00df sie, wenn sie ihn neckten, nicht selten seine Kraft f\u00fchlen. Jede, auch die kleinste Unbill vergalt er durch harte Schl\u00e4ge, und so war es kein Wunder, dass sie sich seiner zu entledigen, zugleich aber auch sich an ihm zu r\u00e4chen suchten.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Siegfrieds Pflegevater z\u00fcrnte. \u201eWenn du mir meine Gesellen wund schl\u00e4gst, kannst du dich selbst an die Arbeit machen!\u201c<br>\u201eGern&#8220;, sprach Siegfried, gebt mir nur Werkzeug und Eisen, so will ich wohl schmieden.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Als er nun zum ersten Mal am Amboss stand, schlug er so gewaltig auf das Eisen, dass dieses zersplittert umhersprang und der Amboss tief in die Erde einfuhr. Mit gro\u00dfem Entsetzen blickten alle auf das, was Jung-Siegfried getan, und auch Mime begann, sich vor ihm zu f\u00fcrchten. Hinterlistig, wie er war, sann er darauf, wie er sich seiner Entledigen k\u00f6nne. Er hatte einen Bruder, Fafner mit Namen, der seines schlimmen Charakters und \u00fcbler Taten wegen in einen furchtbaren Lindwurm verwandelt worden war und nun in einer finsteren Felsschlucht hauste. Zu ihm ging Mime und versprach, dass er ihm den Knaben schicken wolle. Schon freute sich der Lindwurm.<\/p>\n\n\n\n<p>Arglos nahm Siegfried, den Jahren nach noch ein Knabe, an Gr\u00f6\u00dfe und Leibeskraft aber ein \u00e4u\u00dferst stattlicher J\u00fcngling, zudem von liebreizender Gestalt, den Auftrag des Pflegevaters an, zu einem weit entfernt wohnenden K\u00f6hler zu gehen und diesem zu helfen, Kohlen f\u00fcr den n\u00e4chsten Wintervorrat zu brennen. Mime beschrieb ihm genau den Weg, den er zu nehmen habe; dieser aber sollte den jungen Helden so schweren Gefahren entgegenf\u00fchren, dass der Schmied seinen sicheren Untergang erwartete.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Nacht, bevor er sich daran machte, den Auftrag des Meisters auszuf\u00fchren, z\u00fcndete Siegfried in der Schmiede ein so gewaltiges Feuer an, dass Mime und seine Gesellen in Furcht gerieten, die ganze Schmiede werde in Flammen aufgehen. Unbek\u00fcmmert aber schmiedete sich Siegfried von dem besten St\u00fcck Eisen, das er auffinden konnte, ein scharfes Schwert; es sollte ihn auf seiner Wanderung begleiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Singend zog Siegfried am n\u00e4chsten Morgen durch den Wald dahin. Mime und seine Gesellen h\u00f6rten ihn jubilieren. \u201eDer kehrt nie wieder&#8220;, sprach der Schmied spottend.<\/p>\n\n\n\n<p>Frohen Herzens war der junge Held im strahlenden Sonnenschein eine weite Strecke gewandert; nun wollte er rasten und sich an Speis und Trank laben. Reichlich Mundvorrat und Wein f\u00fcr neun Tage hatte ihm Mime mitgegeben, aber Siegfrieds Hunger und Durst waren so gewaltig, dass er nicht innehielt, bevor nicht der letzte Rest des Mitgebrachten verzehrt war.<\/p>\n\n\n\n<p>So gest\u00e4rkt zog Siegfried weiter des Weges, den ihm Mime gewiesen hatte und der ihn, wie der B\u00f6se hoffte, in den sicheren Tod leiten sollte. F\u00fchrte er doch unmittelbar zu einer tiefen Bergschlucht, auf deren Grund sich eine Unzahl giftiger Schlangen w\u00e4lzte, ihre Leiber zu Knoten ineinandergeschlungen.<br>Ahnungslos hatte sich Siegfried der Schlucht gen\u00e4hert. Nun sah er, wie sich ihm das Gew\u00fcrm z\u00fcngelnd entgegenstreckte. Furchtlos trat er heran, und manchen Kopf hieb sein scharfes Schwert ab. Doch w\u00e4re es endlose Arbeit gewesen, sie alle zu t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wartet, ich will es euch warm machen&#8220;, rief ihnen der J\u00fcngling entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Er stieg zur H\u00f6he hinauf, riss Baum um Baum mit den Wurzeln aus und warf sie hinab auf das Gew\u00fcrm, bis die ganze Schlucht zum Rand hin mit Geh\u00f6lz gef\u00fcllt war, das die Schlangenbrut bedeckte.<\/p>\n\n\n\n<p>Fern im Walde hatte er Rauch aufsteigen sehen; dort musste der K\u00f6hler wohnen; zu dem. ihn Mime gesandt. Nach einigem Umherirren fand Siegfried die einsame H\u00fctte und erbat sich vom K\u00f6hler einen brennenden Ast.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesem eilte er zur Schlangengrube und setzte das aufget\u00fcrmte Holz in Brand.<\/p>\n\n\n\n<p>Als das Feuer brausend in den Schlund fuhr und sich verbreitete, regte es sich in der Schlucht und die Schlangen suchten den Ausgang aus Tod und Verderben, aber die furchtbare Glut hatte bald alles Leben in dem Abgrund get\u00f6tet.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Siegfried forschend die enge Ausgangsstelle der Schlucht erreichte, wehte ihm ein starker, wunderkr\u00e4ftiger Geruch entgegen, und er sah einen klaren Strom rinnenden Schlangenfetts hell hervorschimmern. Neugierig tauchte er einen Finger in den Sud, und augenblicklich war dieser mit einer festen Hornschicht \u00fcberzogen, die auch ein scharfes Schwert nicht zu ritzen vermochte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn ich in diesem Fett bade&#8220;, dachte der junge Held, werde ich am ganzen Leib unverwundbar!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Schnell setzte er den Gedanken in die Tat um, nackt w\u00e4lzte er sich in dem gerinnenden Fett, und sein ganzer K\u00f6rper wurde mit einer undurchdringbaren Hornhaut \u00fcberzogen. Nur zwischen den Schultern hatte sich ein Lindenblatt festgelegt, und da hier das Fett die Haut nicht ber\u00fchren konnte, blieb diese Stelle verwundbar; und tats\u00e4chlich sollte ihm hier t\u00fcckischer Verrat fr\u00fch die Todeswunde schlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum K\u00f6hler zur\u00fcckgekehrt der \u00fcber die Nachricht von der Vernichtung der Natterbrut in lauten Jubel ausbrach, bat Siegfried diesen, ihm den Weg zum Lindwurm zu weisen. \u201eDorthin habe ich noch niemanden geschickt&#8220;,<\/p>\n\n\n\n<p>lehnte der K\u00f6hler ab, \u201edas hie\u00dfe, dich in den sicheren Tod zu senden.&#8220; Als Siegfried aber seine Bitte mehrfach wiederholte, gab der K\u00f6hler schlie\u00dflich nach.<\/p>\n\n\n\n<p>So zog denn der Held den Weisungen des K\u00f6hlers folgend zwischen zwei immer engen zusammentretenden Felsw\u00e4nden dahin und erreichte schlie\u00dflich den Ort, wo der furchtbare Lindwurm hauste.<\/p>\n\n\n\n<p>Als es den Herankommenden erblickte, erhob sich das furchtbare Unget\u00fcm.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Doppelzunge z\u00fcngelte, der Rachen hauchte hei\u00df. Der Schuppenschweif umringelte den W\u00e4lsungsohn im Kreis.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch Siegfried griff mutig zu seinem guten Schwert, und neun Schl\u00e4ge raubten dem gr\u00e4sslichen Unget\u00fcm bald die letzte Lebenskraft.<\/p>\n\n\n\n<p>Der mit dem Tod ringende Lindwurm stie\u00df ein so furchtbares Gebr\u00fcll aus, dass es weithin die Luft erf\u00fcllte. Doch ein letzter Hieb trennte ihm das Haupt vom Rumpf, das Siegfried als Siegeszeichen mit auf seinen weiteren Weg nahm.<\/p>\n\n\n\n<p>Ais Eckhart, der von Mimes Gesellen, der mit Siegfried am h\u00e4ufigsten Streit gehabt hatte, ihn mit dem furchtbaren Drachenhaupt sorglos des Weges daher ziehen sah, lief er eilig ins Haus und warnte den Meister und seine Gesellen. Die Gesellen fl\u00fcchteten schnell in den nahen Wald. Mime aber, der mit geheimem Grauen den, wie er geglaubt hatte, in den sicheren Tod gesandten J\u00fcngling gesund und wohlbehalten vor sich stehen sah, ging seinem Pflegesohn entgegen und heuchelte Freude \u00fcber seine R\u00fcckkehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch Siegfried lie\u00df sich nicht noch einmal t\u00e4uschen. \u201eIhr habt \u00fcbel an mir gehandelt, und ich will nicht l\u00e4nger bei euch bleiben.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Das h\u00f6rte Mime nicht ungern.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn du ziehen willst, kann ich dich nicht aufhalten. Aber ich will dir zum Abschied starke Wehr und Waffen geben. Ein Ross freilich kann ich dir nicht schenken, aber ich will dir sagen, wie du zum Isenstein gelangst, wo K\u00f6nigin Brunhilde in gro\u00dfer Kraft und Sch\u00f6nheit die Herrschaft f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort wirst du Grane finden, den herrlichsten aller Hengste.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Siegfried war es zufrieden, und er erhielt vom Schmied herrliche Waffen, Helm, Schild und einen goldenen Panzer. Als ihm dann Mime den Weg gewiesen hatte, zog der Held frohgemut der Burg Brunhildes entgegen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a>Wie Siegfried den Hengst Grane gewann<\/a><\/h3>\n\n\n\n<p>Staunend schaute der Held auf den Prachtbau, den ein gro\u00dfes Eisentor verschloss. Kein Pf\u00f6rtner erschien, es zu \u00f6ffnen. Da schaffte sich Siegfried selbst freie Bahn, indem er mit gewaltigem Fu\u00dftritt die eisernen Riegel<\/p>\n\n\n\n<p>sprengte, sodass das Tor aufsprang und er den Burghof betreten konnte. Durch den L\u00e4rm aufgeschreckt, eilten sieben W\u00e4chter herbei, um den Eindringling zu strafen, er aber erschlug sie einen nach dem anderen. Und als nun einige Ritter hinzukamen, die das Get\u00f6se des Kampfes aufmerksam gemacht hatte, stand der junge Held auch ihnen in kr\u00e4ftiger Abwehr gegen\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Zwischenzeit hatte man Brunhilde von dem, was geschehen war, berichtet. \u201eIch glaube&#8220;, sprach sie, die geheimen Wissens kundig war, \u201eSiegfried ist gekommen, Siegmunds Sohn. Und w\u00fcrde er mir zu den sieben Knechten noch sieben Ritter erschlagen, ich hie\u00dfe ihn doch willkommen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Dann ging sie zum Burghof und befahl, mit dem Kampfe innezuhalten. \u201eWer ist es, der in meine Burg gekommen?&#8220;, fragte sie.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ich hei\u00dfe Siegfried.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd wer sind deine Eltern?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas wei\u00df ich nicht, ich wuchs auf bei Mime, dem Schmied, und habe meine Eltern nie gesehen. Nicht einmal ihre Namen wei\u00df ich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDa kann ich dir Kunde geben\u201c, sprach Brunhilde. \u201eSei hochwillkommen, Siegfried, du K\u00f6nigskind, Siegmunds und Sieglindes Sohn. Wohin ist deine Fahrt gerichtet?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHierher, du herrliche Maid, zu deiner Burg. Du sollst ein herrliches Ross besitzen, Grane gehei\u00dfen. Willst du mir den Hengst gew\u00e4hren, ich nehme ihn gern.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu sollst ihn haben, wenn du willst. Sei willkommen, als lieber Gast.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00f6hlich nahm Siegfried die dargebotene Hand, und sie gingen zum Saal, wo man ihn vorz\u00fcglich bewirtete.<\/p>\n\n\n\n<p>Die K\u00f6nigin hatte Leute hinausgeschickt, die das Ross einfangen sollten. Aber sie bem\u00fchten sich vergebens und kehrten abends unverrichteter Dinge heim.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tage zog Siegfried mit zw\u00f6lf M\u00e4nnern aus, die sich ebenfalls vergeblich anstrengten, das edle Tier einzufangen. Schlie\u00dflich lie\u00df sich Siegfried den Zaum reichen und trat auf den Hengst zu, der ihm zutraulich entgegenlief. Er legte dem Tier den Zaum um und schwang sich leicht auf seinen R\u00fccken. Dann ritt er zur Burg zur\u00fcck, dankte Brunhilde und verabschiedete sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Ungern entlie\u00df ihn die K\u00f6nigin und bat ihn, bald wieder bei ihr einzukehren. Als er ging, schien er nicht zu ahnen, wie sehr er Brunhildes Zuneigung gewonnen hatte. Unter allen M\u00e4nnern dieser Welt h\u00e4tte sie keinen anderen als ihn zum Gatten gew\u00e4hlt. Mit einem tiefen Seufzer sah sie ihn ziehen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a>Wie Siegfried der Nibelungen Reich und Schatz gewann<\/a><\/h3>\n\n\n\n<p>Wohlgemut schaute Siegfried fortan von seinem hohen Ross herab, w\u00e4hrend er weiter und weiter zog, von Ort zu Ort, von Land zu Land. Endlich kam er in das Gebiet der Nibelungen, hoch im Norden gelegen zu einem reichen und m\u00e4chtigen Zwergenvolke, dass in weitem Umkreis auch manchen tapferen Recken seiner Herrschaft unterworfen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Unermesslich gro\u00df war der Schatz von Gold und edlem Gestein, den der K\u00f6nig des Zwergenvolkes, der alte Nibelung, aus den Bergen hatte sammeln und in einer m\u00e4chtigen H\u00f6hle aufh\u00e4ufen lassen. Er war gestorben, und Land und Sch\u00e4tze besa\u00dfen jetzt seine S\u00f6hne und Erben, die K\u00f6nige Schilbung und Nibelung, Doch auf dem roten Gold schien ein Fluch zu ruhen, denn keinem seiner Besitzer brachte es Segen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Schilbung und Nibelung hatten keine Freude daran; die beiden Br\u00fcder haderten unabl\u00e4ssig um den Besitz des Schatzes, jeder h\u00e4tten ihn gern ganz gehabt und keiner g\u00f6nnte ihn dem anderen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich beschlossen sie doch, ihn zu teilen. Sie lie\u00dfen das Gold und die Kleinodien aus der H\u00f6hle hervortragen und die ungeheure Masse in Haufen lagern. Aber wie sehr sie sich nun auch um die Teilung m\u00fchten, immer blieben sie unzufrieden; denn jeder meinte, dass doch der Teil des Bruders gr\u00f6\u00dfer sei als sein eigener, und keiner war da, der als Schiedsrichter h\u00e4tte auftreten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Siegfried durch den Wald herangeritten kam, standen die K\u00f6nige gerade wieder einmal miteinander hadernd vor ihrem Besitz. \u201eH\u00f6rt&#8220;, sprach da ein alter, kundiger Zwerg zu den K\u00f6nigen, \u201edort kommt Siegfried, der starke Held vom Niederrhein, bittet ihn, den Schatz zu teilen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorschlag gefiel den K\u00f6nigsbr\u00fcdern. Sie hie\u00dfen den Helden willkommen und baten ihn, sich der M\u00fche der Teilung zu unterziehen. Als Lohn f\u00fcr seine Arbeit gaben sie ihm im Voraus das Schwert Balmung, das einst ihr Vater, der alte Nibelung, kr\u00e4ftig geschwungen hatte; ein besseres Schwert, so hie\u00df es, sei auf der ganzen Erde wohl nicht zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Siegfried dankte f\u00fcr die herrliche Gabe und machte sich sogleich an das schwere Gesch\u00e4ft, den ungeheuren Schatz zu teilen. Und die Aufgabe gelang ihm so gut, dass auch die neidischen Br\u00fcder sahen, es sei kein Teil gr\u00f6\u00dfer als der andere. Aber gerade das kr\u00e4nkte beide, denn jeder hoffte in der Stille den gr\u00f6\u00dferen Teil zu erlangen. So murrten sie und verlangten eine neue Teilung. Entschieden wies Siegfried diese Forderung zur\u00fcck \u201eIhr habt euch meinem Urteil unterworfen ich habe die Teilung nach bestem Wissen vorgenommen, und ihr m\u00fcsst euch nun meinem Spruch f\u00fcgen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Schildung und Nibelung griffen gleichzeitig nach kleinen silbernen H\u00f6rnern, die beide mit sich trugen, und bliesen hinein.<\/p>\n\n\n\n<p>Zw\u00f6lf furchtbare Riesen kamen auf den Hornruf herbei und drangen mit langen Eisenstangen auf Siegfried ein. Doch nach kurzem Kampf lagen sie alle erschlagen auf dem Boden. Siegfried ergriff ein grimmiger Zorn \u00fcber das verr\u00e4terische Handeln der K\u00f6nige. Zweimal zuckte der Balmung und beider K\u00f6pfe rollten zur Erde.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Siegfried siegreich dastand, erging es ihm seltsam. Kein Feind schien nahe, und doch f\u00fchlte er Schlag auf Schlag auf sich niederprasseln. H\u00e4tte ihn nicht die Hornhaut gesch\u00fctzt, so w\u00e4ren daraus wohl Todeswunden geworden. Er begriff, dass da irgendein Zauber im Spiel sei, gegen den auch das sch\u00e4rfste Schwert nicht helfen w\u00fcrde. So lie\u00df er den Balmung fallen und griff mit beiden H\u00e4nden in die Richtung, aus der die Schl\u00e4ge kamen. Und siehe da, als er so zufasste, hielt er pl\u00f6tzlich ein dickes Gewebe, wie eine Kappe mit daranh\u00e4ngendem Schleier, in den H\u00e4nden. Es war eine Tarnkappe, die ihren Tr\u00e4ger unsichtbar machte. Und nun, seiner Wunderwaffe beraubt, stand auch der sichtbar vor ihm, der ihn so heimlich angegriffen hatte. Es war der graub\u00e4rtige, starke Zwerg Alberich. Siegfried ergriff ihn an seinem langen Bart und schleuderte ihn mit solcher Kraft gegen eine Felswand, dass ihm die Glieder krachten, \u201eSchone mich, edler Held&#8220;, flehte der Zwerg, ,,und ich will dir in alle Zukunft treu zu Diensten sein.&#8220; Und gern gew\u00e4hrte Siegfried Alberichs Bitte und nahm ihn In seinen Dienst.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu hast nun den Nibelungenschatz gewonnen,<\/p>\n\n\n\n<p>und das ganze Land ist zu deinen Diensten\u201c, sprach Alberich; \u201cnur ein Kampf steht dir noch bevor. In einer H\u00f6hle, hier ganz in der N\u00e4he, wohnt der furchtbare Riese Kuperan; er wird dir die Herrschaft niemals g\u00f6nnen, wenn du ihn nicht bezwingst.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eZeige mir seine Wohnung\u201c, rief Siegfried eilig, \u201edamit ich den Kampf sogleich bestehen kann.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Willig geleitete ihn der Zwerg zur Felsenwohnung des Riesen. \u201eKomm heraus, Kuperan\u201c, rief der junge Held, als er die H\u00f6hle<\/p>\n\n\n\n<p>erreicht hatte; \u201ekomm heraus und huldige deinem Herrn.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum war der Ruf erschollen, da st\u00fcrzte Kuperan hervor und f\u00fchrte mit seiner m\u00e4chtigen Keule einen so furchtbaren Schlag auf<\/p>\n\n\n\n<p>Siegfried, dass diesem das Blut aus Nase und Ohren drang.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu elender Wicht\u201c, rief der Riese h\u00f6hnend, \u201ebald sollst du dein Leben verloren haben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Aber die Wunde, die ihm Balmung nun schlug, lie\u00df ihn schnell die ungeahnte St\u00e4rke seines jungen Gegners erkennen, Heulend<\/p>\n\n\n\n<p>warf er die Keule weg und floh in seine H\u00f6hle, Dort verband er seine Wunde und h\u00fcllte sich in einen goldenen Panzer, der in Drachenblut geh\u00e4rtet war. Ein fester Stahlhelm, ein gewaltiges Schwert und ein ungeheurer Schild gaben ihm, so glaubte er, sicheren Schutz gegen jeden Angriff. Dann drang er abermals auf Siegfried ein. \u201eMit dem Tod sollst du es b\u00fc\u00dfen, dass du mich verwundet hast.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Gewaltig schlugen sie aufeinander los, aber der Wucht des scharfen Balmung konnte des Riesen R\u00fcstung nicht standhalten. Bald blutete er aus sechzehn Wunden, Da verzagte<\/p>\n\n\n\n<p>Kuperan. \u201eWenn du mich leben lasst, edler Held&#8220;, rief er dem\u00fctig . .,.so \u00fcbergebe ich dir R\u00fcstung und Waffen und mache mich selber dir zu eigen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn du mir Treue gelobst, will ich das wohl tun&#8220;, erkl\u00e4rte Siegfried bereitwillig.<\/p>\n\n\n\n<p>Da schwor ihm Kuperan einen Eid, dass er ihm sein Leben lang in Treue dienen wolle, und der mitleidige Sieger zerriss sein seidenes Untergewand und verband ihm die Wunden. Dann gingen sie alle drei zu dem Berg, wo der Nibelungenschatz lag.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Kuperan lohnte dem jungen Helden sein Vertrauen nicht. Als der Riese den Schatz sah, kam \u00fcber ihn die Begierde, ihn lieber f\u00fcr sich allein zu behalten, und hinterlistig f\u00fchrte er von hinten einen so starken Schlag auf seinen arglosen Bezwinger, dass dieser wie tot zur Erde sank. Und h\u00e4tte nicht Alberich, der Zwerg, schnell die Tarnkappe \u00fcber den Bet\u00e4ubten geworfen und ihn so unsichtbar gemacht, so h\u00e4tte sein junges Heldenleben wohl hier schon geendet. Nun aber suchte Kuperan, gr\u00e4sslich fluchend, \u00fcberall vergebens nach Siegfried. Er vermutete, dass entweder der Teufel ihn davongetragen oder ein Gott ihn in Schutz genommen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst nach geraumer Zeit kam Siegfried wieder zu sich und dankte dem Zwerg f\u00fcr seine Hilfe. \u201eNimm die Tarnkappe und entferne dich eilig, ehe der Riese dich wiedersieht&#8220;, riet Alberich. \u201eWie immer es mir ergeht&#8220;, entgegnete Siegfried, \u201eniemand soll je sagen k\u00f6nnen, dass ich vor ihm geflohen bin.<\/p>\n\n\n\n<p>Er ergriff sein Schwert und eilte ungest\u00fcm auf den Riesen zu. Als dieser den vergeblich Gesuchten so unerwartet auf sich zukommen sah, wurde er von solchem Schreck erfasst, dass er seine Waffen von sich warf und sich auf und davon machte.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nicht einmal ein wilder Panter im Sprung ist so schnell, wie Siegfried ihm nun nachjagte. Auf dem Gipfel eines steilen Felsens hatte er ihn endlich eingeholt. Hier warf auch er sein Schwert fort und rang mit dem Riesen, den er von dem Felsen hinabwarf; beim Sturz in den Abgrund kam Kuperan zu Tode.<\/p>\n\n\n\n<p>Fortan war nun das ganze Nibelungenreich Siegfried unbestritten zu eigen; alle schworen ihm Treue, und nachdem er alles geordnet, lie\u00df er den treuen Alberich als Verwalter von Schatz und Land zur\u00fcck. Er nahm nur die Tarnkappe und zw\u00f6lf der edelsten Ritter mit sich als Begleiter auf seinen k\u00fcnftigen Heldenfahrten.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a>Siegfried\u2019s Tod bei Worms<\/a><\/h3>\n\n\n\n<p>Nach langen Jahren und unz\u00e4hligen Heldentaten begab sich Siegfried auch einmal wieder an den Niederrhein und h\u00f6rte hier viel von der sch\u00f6nen Kriemhild, der Schwester des Burgundenk\u00f6nigs Gunther zu Worms. Da fasste er den Entschluss, Kriemhild als Gemahlin zu gewinnen, und mit prunkvoller Begleitung ritt er nach Worms, wohin ihm sein Ruhm l\u00e4ngst schon vorausgeeilt war. Freundlich aufgenommen von K\u00f6nig Gunther und den Seinen, unter denen Gunthers Br\u00fcder Gern\u00f6t und Giselher sowie ihr Oheim, der gewaltige, finstere Hagen besonders hervorragten, zeigte sich Siegfried bald als aller Meister an Kraft und Gewandtheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch hatte das Ger\u00fccht von der Sch\u00f6nheit der Burgundentochter nicht gelogen, und bald war offensichtlich, dass der gewaltige Recke mit dem Goldhaar und den leuchtenden Sonnenaugen auch der sch\u00f6nen Kriemhild nicht gleichg\u00fcltig blieb. Dennoch wagte er noch nicht, um ihre Hand zu werben. Erst wollte er sich ihren Bruder, den K\u00f6nig Gunther, durch Dankbarkeit verpflichten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gelegenheit dazu fand sich. Fahrende S\u00e4nger wussten viel zu berichten von einer nordischen Heldenjungfrau namens Brunhilde von Isenland, die allen M\u00e4nnern an Kraft und Geschicklichkeit in der F\u00fchrung der Waffen \u00fcberlegen sei und die deshalb nicht gewillt sei, eines Mannes Weib zu werden, es sei denn, dass er sie im Wettkampf besiege. Wer dabei aber scheitere, m\u00fcsse sterben, was schon so manchem Verwegenen Recken geschehen sei.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nig Gunther versp\u00fcrte alsbald das Verlangen, sein Leben f\u00fcr den Gewinn dieser Heldenjungfrau aufs Spiel zu setzen. Alle rieten davon ab selbst der grimmige Hagen glaubte, das Wagnis sei nur Erfolg versprechend, wenn Siegfried seine Hilfe dazu leihe. Dieser war gleich bereit dazu, doch stellte er die Bedingung, dass ihm Gunther nach gl\u00fccklich vollbrachter Fahrt seine Schwester Kriemhild zur Frau g\u00e4be. Mit Freude willigte Gunther ein, und so wurde die Fahrt nach lsenland beschlossen, an der auf Siegfrieds Rat hin nur vier Recken, K\u00f6nig Gunther, Siegfried, Hagen und dessen Bruder Dankwart teilnehmen sollten.ausger\u00fcstet fuhren die vier Helden auf einem guten Schiff den Rhein hinunter und \u00fcber die See und gelangten nach zw\u00f6lft\u00e4giger gl\u00fccklicher Fahrt nach Isenland.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Brunhildes Anblick musste selbst Hagen bekennen, dass die schwarzlockige k\u00f6nigliche Jungfrau wohl jeden Einsatz wert <em>sei.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Fremden wurden von Brunhilde nicht besonders freundlich empfangen. Denn als sie den \u00fcber alle stolz hervorragenden Siegfried zuerst begr\u00fc\u00dfte, wurde sie von diesem entt\u00e4uscht, dass nicht ihm, der nur Lehnsmann sei, sondern K\u00f6nig Gunther der erste Gru\u00df geb\u00fchre. Dieser sei gekommen, um mit ihr um ihren Besitz zu k\u00e4mpfen. Stolz und ver\u00e4chtlich glitt Brunhildes dunkles Auge \u00fcber den K\u00f6nig hin, und als nun vier M\u00e4nner den Schild herbeitrugen, drei andere einen m\u00e4chtigen Speer und gar ihrer zw\u00f6lf einen ungeheuren Stein, die als Waffen dienen sollten, sank Gunther der Mut. Doch Siegfried tr\u00f6stete ihn, machte sich mithilfe der Tarnkappe unsichtbar, und w\u00e4hrend vor den Augen aller Anwesenden K\u00f6nig Gunther den Speer st\u00e4rker warf, den Stein weiter schleuderte und weiter dar\u00fcber hinsprang als Brunhilde) war es in Wirklichkeit Siegfried mit seiner Kraft, der die h\u00fcnenhafte Jungfrau \u00fcberwand. Kriemhild am Hof von Burgund machten, die beiden K\u00f6niginnen \u00fcber die Vorz\u00fcge ihrer M\u00e4nner und \u00fcber die Frage, welcher von ihnen beiden der Vortritt geb\u00fchre, in Streit gerieten. Der Streit artete in einen bitterb\u00f6sen Zank aus, in dem Brunhilde ihre Gegnerin als das Weib eines Lehnsmannes bezeichnete und die also ihr als K\u00f6nigin Ehrfurcht schuldig sei. Au\u00dfer sich vor Zorn \u00fcber diese Zur\u00fccksetzung sprudelte Kriemhild unbedacht das Geheimnis heraus, das \u00fcber der Niederlage der h\u00fcnenhaften Nordl\u00e4nderin schwebte. Zum Beweis dessen hielt sie Brunhilde einen Ring und einen G\u00fcrtel vor Augen, die Siegfried ihr damals im Kampf entrissenen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese unerh\u00f6rte \u00f6ffentliche Beschimpfung der Ehre Brunhildes emp\u00f6rte auch K\u00f6nig Gunther, und er forderte Siegfried zur Rechenschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings wusste sich dieser insofern zu wehren, als er sagte, er habe Kriemhild in vertrauter Stunde nur erz\u00e4hlt, dass er Gunther bei seiner Werbung um Brunhilde geholfen habe. Nun m\u00fcsse er sich seiner Gattin sch\u00e4men. K\u00f6nig Gunther und alle andern gaben sich mit dieser Aussage zufrieden und befanden den Helden f\u00fcr v\u00f6llig schuldlos. Nicht so aber Brunhilde, denn Ring und G\u00fcrtel best\u00e4tigten, den l\u00e4ngst in ihr erwachten Verdacht, und sie durchschaute nun den Betrug, den Gunther und Siegfried an ihr ver\u00fcbt hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Finstere Rachepl\u00e4ne erf\u00fcllten jetzt das Herz der in ihrer Ehre aufs Tiefste verletzten Brunhilde, und in dem grimmigen Hagen, der ebenfalls von dem Betrug \u00fcberzeug war, da er zwar von einer Beihilfe Siegfrieds in dem Kamp mit Brunhilde nichts gesehen hatte, die Kraft der Tarnkappe aber wohl kannte, fand sie einen Bundesgenossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schmach, die Brunhilde von Siegfried angetan worden war, konnte nur mit Blut abgewaschen werden: Siegfried musste sterben..<\/p>\n\n\n\n<p>Unabl\u00e4ssig intrigierte Hagen beim K\u00f6nig, lockte den charakterschwachen, goldl\u00fcsternen Gunther auch mit dem Nibelungenschatz, der dann in seine Schatzkammer flie\u00dfen m\u00fcsste, und da er selbst die grausige Tat vollbringen wollte, brachte er Gunther endlich dahin, dass er zustimmte und der Tod Siegfrieds beschlossen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Der verruchte Plan wurde ins Werk gesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Falsche Boten mussten einen bevorstehenden Krieg gegen die Sachsenk\u00f6nige melden, und nun wurde zum Schrecken der Frauen ger\u00fcstet. Besonders sorgenvoll war Kriemhild, denn eine b\u00f6se Ahnung sagte ihr, dass sie den geliebten Mann bald verlieren w\u00fcrde. Als der arglistige Hagen sich erbot, in dem Kampf ein wachsames Auge auf Siegfried zu haben, war sie daher sehr erleichtert, Und Hagen wusste die Arglose sogar dahin zu bringen, dass sie ihm die einzige Stelle verriet, wo Siegfried verwundbar war; sie versprach sogar, diese Stelle auf seinem Gewand mit einem Kreuzchen zu bezeichnen,<\/p>\n\n\n\n<p>Schon war man zum Abmarsch bereit, da kamen wieder falsche Boten und brachten die Friedensbotschaft. Waffen und R\u00fcstzeug wurden nun in die R\u00fcstkammern zur\u00fcckgebracht und die Jagdger\u00e4te hervorgeholt, denn nun sollte wenigstens eine gro\u00dfe Jagd im Odenwald die Recken entsch\u00e4digen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfe Vorr\u00e4te wurden in den Wald hinausgeschafft, aber auf Hagens geheime Anordnung der Wein zu Hause gelassen. Gro\u00df war die Jagdbeute, und auch hier musste Siegfried wieder der Preis des erfolgreichsten J\u00e4gers zuerkannt werden. Da der Wein fehlte, musste der Durst mit Wasser gel\u00f6scht werden. Hagen wusste eine klare Quelle und dahin sollten nun alle ziehen, Gunther, Siegfried und Hagen voran. Im Wettlauf erreichten die drei Recken die Quelle, und nachdem Gunther zuerst getrunken, b\u00fcckte sich Siegfried zum Wasser nieder. Da trat Hagen, der zuvor<br>Siegfrieds abgelegte Waffen heimlich entfernt hatte, bis auf den Schild, der zu des Helden F\u00fc\u00dfen lag, hinter ihn, erblickte das Kreuzchen auf dem Gewand und warf mit kraftvoller Hand den Speer in des Helden R\u00fccken, dass ein Blutstrom hoch aufschoss. Wohl ergriff der todwunde Mann &#8217;seinen Schild und &#8217;schlug Hagen damit nieder, aber der Schild entfiel der schon kraftlosen Hand und sterbend sank Siegfried zur Erde. Den Tag der Rache an dem Burgundenhaus prophezeiend, das in Blut versinken w\u00fcrde, da seine F\u00fcrsten die Ehre vergessen und die Treue gebrochen h\u00e4tten, verschied der Held.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00df war die Trauer um ihn, uns\u00e4glich der Schmerz Kriemhilds. Dass Brunhilde die Tat angestiftet und Hagen den Mord vollbracht hatte, war jedem klar. Der finstere Hagen leugnete es auch gar nicht, sondern r\u00fchmte sich dessen noch.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem der tiefste Schmerz \u00fcberwunden war, vers\u00f6hnte sich Kriemhild zwar mit ihrem Bruder Gunther, dachte aber Tag und Nacht nur daran, wie sie Siegfrieds Tod r\u00e4chen k\u00f6nnte. Sie blieb in Worms, um Siegfrieds Grab nahe zu sein, und lie\u00df auch den Nibelungenschatz dahin bringen, aus dem sie mit vollen H\u00e4nden reiche Gaben spendete und sich damit einen gro\u00dfen Anhang gewann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nibelungensage Wie Siegfried zu Mime kam und den Drachen erschlug Auf seiner Burg zu Xanten am Niederrhein herrschte schon lange Jahre machtvoll und vom Gl\u00fcck beg\u00fcnstigt das stolze K\u00f6nigsgeschlecht der W\u00e4lsungen, das seine Herkunft direkt von Wotan ableitete, dem h\u00f6chsten Gott. Auch K\u00f6nig Siegmund und seine Gattin Sieglinde hatten ihre Herrschaft mit Glanz gef\u00fchrt. 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