{"id":186,"date":"2015-10-06T20:13:54","date_gmt":"2015-10-06T18:13:54","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=186"},"modified":"2026-01-24T01:32:16","modified_gmt":"2026-01-24T00:32:16","slug":"blancaflor-oder-die-tochter-des-teufels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/blancaflor-oder-die-tochter-des-teufels\/","title":{"rendered":"Blancaflor oder die Tochter des Teufels"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Blancaflor oder die Tochter des Teufels<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Andalusisches Volksm\u00e4rchen<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Es waren einmal ein K\u00f6nig und eine K\u00f6nigin, die nach ihrer Heirat lange ohne Nachkommenschaft blieben. Die K\u00f6nigin ging jeden Tag hin und her und bat Gott, ihr doch einen Sohn zu schenken, bis sie sich nach zwanzig Jahren dann schlie\u00dflich an den Teufel wandte. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Der K\u00f6nig ging alle Tage zur Jagd in den Wald, aber so viele Tiere ganz allein zu jagen, machte ihm keinen Spa\u00df. Also sagte er zu seiner Frau:&#8220; Den ersten Sohn, den wir bekommen, verspreche ich dem Teufel.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Endlich schenkte ihnen Gott einen so sch\u00f6nen Sohn, wie es keinen zweiten auf der Welt gab. Er war auch so stark, dass er schon mit drei Jahren mehr Tiere auf der Jagd erlegte als sein Vater. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Er war aber auch ein gro\u00dfer Spieler und gewann gegen alle Welt. Eines Tages begegnete er einem Reiter, das war der Teufel. Der schlug ihm vor, mit ihm zu spielen, und der Teufel lie\u00df ihn alles Geld gewinnen. Sie trafen sich wieder am folgenden Tag, und diesmal gewann der Teufel und&#8216; zwar alles Geld, das der K\u00f6nigssohn besa\u00df. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Darauf fragte er ihn, ob er vielleicht nun seine Seele einsetzen wolle, und der K\u00f6nigssohn stimmte zu. Sie spielten, und der Teufel gewann die Seele. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Der Teufel sprach zu dem jungen, wenn er seine Seele wiederhaben wolle, so m\u00f6ge er auf sein Schloss kommen und dort drei Arbeiten verrichten, die er ihm auftragen werde. Zu dieser Zeit war der K\u00f6nigssohn zwanzig Jahre alt, und er sagte zu seinem Vater: <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Vater, gib mir ein Pferd und etwas Mundvorrat. Ich will ausreiten.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Der Vater gab ihm das beste Pferd, das er im Stall hatte. Die Mutter bereitete ihm etwas zu essen, h\u00f6rte aber nicht auf zu weinen. Und als der Sohn sie fragte, warum sie denn st\u00e4ndig weine, erz\u00e4hlte sie ihm, dass sie einst Gott um einen Sohn gebeten habe, der aber habe ihren Wunsch nicht erf\u00fcllt, da habe sie sich schlie\u00dflich an den Teufel gewandt, deshalb habe dieser nun Gewalt \u00fcber ihn. Der Sohn sagte ihr, sie solle sich keine Sorgen machen und ritt fort. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Unterwegs begegnete er einer armen alten Frau, die bat ihn um ein St\u00fcckchen Brot. Der junge gab ihr alles, was er bei sich trug. Da fragte sie ihn: &#8222;Wohin gehst du?&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Ich gehe zum Schloss des Teufels.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Dann gute Verrichtung&#8220;, sprach die Alte. &#8222;Ich will dir etwas sagen: Nahe dem Schloss kommst du an einen Fluss. Dort baden jeden Tag drei Tauben. Das sind die T\u00f6chter des Teufels. Wenn du den Fluss erreichst, werden sie gerade wieder baden. Nimm die Kleider der Kleinsten fort. Sie hei\u00dft Blancaflor. Gib sie ihr nicht wieder, ehe sie nicht dreimal darum gebeten und dir Hilfe bei allem, was du brauchst, versprochen hat.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Und wie komme ich an diesen Fluss?&#8220; fragte der Prinz. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Im n\u00e4chsten Dorf lebt die Herrin der V\u00f6gel. Sie ist die Schwester der Sonne und des Mondes. Frage sie nach dem Weg.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Der Prinz ging weiter und kam schlie\u00dflich an das Haus der V\u00f6gel. Er klopfte an die T\u00fcr, da kam eine Hexe heraus, die sprach: &#8222;Wer hat dich denn hierher geschickt?&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Ich suche das Schloss des Teufels und bin zu Euch gekommen, damit Ihr mir sagt, wo es liegt.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Ha, das wei\u00df ich auch nicht. Aber einer meiner V\u00f6gel, die in allen Teilen der Welt herumkommen, wird es wohl wissen. Heute abend, nachdem die Sonne untergegangen ist, kommen sie, und wir werden sie fragen. Aber verkriech dich dort in die Ecke, damit dich nicht mein Bruder, der Sonnenball, mit seinen Strahlen versengt, und auch meine Schwester, die Mondfrau, dich nicht entdeckt.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Da kam der Sonnenball und schrie: &#8222;Ich rieche Menschenfleisch! Und wenn du mir den Menschen nicht gibst, werde ich dich t\u00f6ten.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Darauf erwiderte die Hexe: &#8222;Ach, spiel dich nicht so auf. Das ist nur ein armer Bursche, der zum Schloss des Teufels will. Er wartet hier auf die V\u00f6gel, um sie zu befragen.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Danach kam die Mondfrau herein und auch sie sagte: &#8222;Ich rieche Menschenfleisch. Wenn du den Kerl nicht herausr\u00fcckst, werde ich dich t\u00f6ten.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Ach, lass doch, das ist ein armer Bursche, der zum Schloss des Teufels will. Er wartet hier nur auf die V\u00f6gel, um sie zu fragen, wo es liegt.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Nun, endlich kamen auch die V\u00f6gel aus allen Teilen der Welt, aber keiner hatte je etwas von einem Schloss des Teufels geh\u00f6rt. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Da sagte die Hexe: &#8222;Jetzt bleibt nur noch der lahme Adler. Er ist immer der letzte.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Endlich kam er. Sie befragte ihn, und er antwortete: &#8222;ja, ich glaube, ich wei\u00df, wo es liegt, n\u00e4mlich auf der anderen Seite des Meeres.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;K\u00f6nntest du den Jungen dorthin bringen?&#8220; fragte die Hexe den Adler. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Es ist wirklich sehr weit&#8220;, erwiderte der Vogel,&#8220;und ich brauche viel Futter, wenn ich das Meer \u00fcberqueren soll. Zumindest ein ganzes Pferd muss vorhanden sein, und davon muss mir immer wieder ein St\u00fcck in den Schnabel gestopft werden, wenn ich es verlange.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Der Prinz sagte, dann werde er sein Pferd t\u00f6ten und es unterwegs an den Adler verf\u00fcttern. Also t\u00f6tete er das Tier und stieg auf den R\u00fccken des Adlers. Der Vogel aber erhob sich in die L\u00fcfte. Nach einiger Zeit sagte der Adler: &#8222;Prinz, ich will Fleisch!&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Der Prinz gab ihm ein St\u00fcck von dem Pferd. Aber es dauerte nicht lange, da hatte der Adler alles Fleisch verzehrt, und immer noch hatten sie das Meer nicht ganz \u00fcberquert. &#8222;ja&#8220;, sprach der Vogel, &#8222;wenn das so ist, muss ich dich jetzt leider abwerfen.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Nein, warte&#8220;, rief der Prinz, &#8222;in diesem Fall werde ich mir ein St\u00fcck von meinem eigenen Fleisch abschneiden, und es dir geben.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Der Adler hatte Mitleid. Er sagte: &#8222;Nein, das sollst du nicht. Ich werde mich anstrengen und dich nahe an den Fluss bringen, an dem das Schloss liegt.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Und so geschah es. Als der Prinz dort ankam, traf er tats\u00e4chlich die drei T\u00f6chter des Teufels beim Baden an, und er nahm die Kleider der j\u00fcngsten weg und versteckte sie. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Die beiden \u00c4ltesten kamen aus dem Wasser, kleideten sich an und flogen als Tauben davon. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Die j\u00fcngste, die die Sch\u00f6nste von allen war, n\u00e4herte sich dem jungen und bat ihn, ihre Kleider herauszugeben: Er aber sprach: &#8222;Du kannst deine Kleider haben, aber dann musst du mich heiraten.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Gut&#8220;, antwortete Blancaflor, denn so hie\u00df sie tats\u00e4chlich, &#8222;ich wusste schon, dass du kommen w\u00fcrdest. Nimm diesen Ring hier.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Der Prinz gab ihr ihre Kleider wieder. Sie nahm sie, und augenblicklich verwandelte sie sich in eine Taube. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Steige auf meinen R\u00fccken&#8220;, forderte sie den Prinzen auf. &#8222;Wir wollen zu meinem Schloss fliegen.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Als sie dort ankamen, trat der Teufel heraus und stellte dem Prinzen die erste Aufgabe: &#8222;Morgen&#8220;, sprach er, &#8222;gehst du zu jenem Bergabhang dort. Du m\u00e4hst, drischst und mahlst den Weizen und bringst mir das daraus gebackene Brot.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Der junge nahm sich die Sense und machte sich auf den Weg ins Gebirge. Als er dort ankam, sah er nichts als lauter Steine. Da begann er zu weinen. Er weinte, und als er sich die Tr\u00e4nen abwischen wollte, ber\u00fchrte er mit dem Ring seine Augen. Da stand pl\u00f6tzlich Blancaflor vor ihm. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Was ist mit dir?&#8220; fragte sie ihn. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Ach nichts&#8220;, sagte er und erz\u00e4hlte ihr, was ihr Vater von ihm verlangt hatte. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Leg deinen Kopf in meinen Scho\u00df und schlafe.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Als der junge aufwachte, war das Brot schon fertig. Er brachte es dem Teufel und der sagte: <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Sehr gut. Aber h\u00e4tte dir Blancaflor nicht geholfen, du w\u00e4rest ein armer Teufel wie ich. Heute sollst du auf jenem Feld dort hinten einen Weinberg pflanzen und am Nachmittag mir schon die Trauben bringen.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Wieder ging alles so wie beim ersten Mal. Der Prinz weinte. Blancaflor erschien. Sie hie\u00df den Prinzen sich schlafen legen, und als er aufwachte, stand da schon der Korb voller Trauben, den trug er zum Teufel und der sprach: &#8222;Sehr gut, aber h\u00e4tte dir Blancaflor nicht geholfen, w\u00e4rest du ein armer Teufel wie ich. Die Hauptsache steht dir noch bevor. Einst spazierte eine Tortenb\u00e4ckerin durch die Stra\u00dfe von Gibraltar. Sie lie\u00df einen Ring ins Meer fallen. Ich will, dass du ihn suchst und ihn mir bringst.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Abermals war Blancaflor zur Stelle, und als sie geh\u00f6rt hatte, was ihr Vater von dem Prinzen verlangte, sagte sie: &#8222;Nun, diesmal musst du mich mit diesem Messer t\u00f6ten und mein Blut in dieser Flasche auffangen. Nicht ein Tropfen darf verloren gehen. Danach wirf mich ins Meer und spiele in einem fort Gitarre.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Aber ich kann dich doch nicht t\u00f6ten&#8220;, rief der junge. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Sie aber sagte, doch, genau das m\u00fcsse er tun. Der junge tat alles so, wie sie es ihm aufgetragen. Es fiel aber doch ein Tropfen ihres Blutes auf den Boden. Er spielte auf der Gitarre und nach einer Weile stieg das M\u00e4dchen mit dem Ring im Mund aus dem Wasser, und sie war nun noch sch\u00f6ner als je zuvor. Es fehlte nur ein St\u00fcckchen von ihrem Finger, eben weil der Prinz einen Tropfen Blut verloren hatte. Der Prinz gab den Ring dem Teufel und dieser sagte wieder: <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;ja, wenn dir Blancaflor nicht geholfen h\u00e4tte, w\u00e4rest du so ein armer Teufel wie ich es bin. Gut &#8230; Ihr d\u00fcrft heiraten. Aber es wird keine Hochzeit geben, und ihr d\u00fcrft nicht zusammen schlafen. Und sobald es Nacht wird, musst du, ohne die M\u00e4dchen zu sehen, herausfinden, welche von ihnen Blancaflor ist. Wenn dir das nicht gelingt, t\u00f6te ich dich, obwohl du all die anderen Aufgaben schon erledigt hast.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Als es Nacht geworden war, sperrte der Teufel seine T\u00f6chter in ein Zimmer, und die T\u00fcr blieb nur einen Spalt offen stehen, die M\u00e4dchen aber lie\u00dfen durch den Spalt ihre Finger sehen, und nun sollte der Prinz, die Richtige herausfinden. Bei Blancaflor fehlte an dem einen Finger ein kleines St\u00fcckchen. Daran erkannte der Prinz sie. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Er wollte, obwohl der Teufel es verboten hatte, nun mit ihr zu Bett gehen, aber Blancaflor sprach: &#8222;Wenn mein Vater merkt, dass wir miteinander schlafen, wird er uns t\u00f6ten. Es bleibt uns nichts anderes \u00fcbrig, als zu fliehen. Geh in den Stall. Dort wirst du zwei Pferde finden. Das eine ist kr\u00e4ftig und h\u00fcbsch. Es hei\u00dft &gt;Winde&lt;. Das andere ist d\u00fcrr und h\u00e4sslich. Es hei\u00dft &gt;Gedanke&lt;. Du musst das zweite der beiden Pferde nehmen, dazu auch noch einen rostigen Degen, der im Schrank neben einem anderen, neuen und gl\u00e4nzenden, liegt.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Der Prinz aber meinte, als er in den Stall kam, es sei doch wohl besser, das dicke Pferd und den neuen Degen zu nehmen, und das tat er denn auch. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Blancaflor hatte auf das Bett ein paar Tropfen Wein fallen lassen und in ein Glas etwas Speichel getan. Das eine oder das andere antwortete jedes Mal, wenn der Teufel von der anderen Seite der T\u00fcr her etwas fragte. Aber langsam trockneten sie ein, und so wurden die Stimmen immer schw\u00e4cher, bis der Teufel meinte, das Paar sei eingeschlafen. Da ging er hinein, um sie zu t\u00f6ten und entdeckte, dass sie nicht mehr da waren.. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Dieses Pferd ist der Wind. Du hast das falsche Pferd genommen&#8220;, rief Blancaflor, als sie sich mit dem Prinzen traf. &#8222;Fort, nur fort, oder wir sind verloren!&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Als der Teufel nun merkte, dass sie entkommen waren, fing er das Pferd, das &gt;Gedanke&lt; hie\u00df, und setzte ihnen nach. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Als er sie eingeholt hatte, verwandelte er sich in ein Raubtier, um sie aufzufressen. Der junge sah ihn kommen. Da sprach er zu Blancaflor. &#8222;Da kommt ein wildes Tier. Das will uns fressen!&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Da zog sie ein Haar aus dem Schwanz des Pferdes. Aus dem einen Haar aber wurde ein ganzes Gestr\u00fcpp von Haaren, und der Teufel brauchte eine ganze Zeit, um da hindurchzukommen. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Als er sie abermals fast eingeholt hatte, sagte Blancaflor &#8222;Nimm dieses Taschenmesser und wirf es hinter dich.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Der Prinz tat, wie ihm gehei\u00dfen, und aus dem Messer wurde ein ganzer Wald von Messern und wieder wurde der Teufel aufgehalten, und wie er sich durch den Messerwald m\u00fchte, holte er sich viele schmerzhafte Wunden. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Danach holte er sie wieder ein, und diesmal gab das M\u00e4dchen dem Prinzen eine Prise Salz und hie\u00df ihn, diese hinter sich zu werfen. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Das Salz verwandelte sich in einen Salzberg. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Als der Teufel sich hindurchm\u00fchte, brannte das Salz in den Wunden, die er sich durch die Messerklingen geholt hatte, und er stie\u00df einen Schrei aus, dass das ganze Land erzitterte. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Danach verwandelte sich das Pferd in eine Einsiedelei, Blancaflor in einen Spiegel, der Prinz in einen Einsiedler. Als der Teufel nun herankam, fragte er, ob der Einsiedler ein junges Paar auf einem Pferd gesehen habe. Der Eremit antwortete: &#8222;Klingelzug, Klingelzug. Es ruft die Glocke zur Messe. Wenn Ihr vielleicht eintreten wollt!&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Er h\u00f6rte nicht auf, diesen Satz zu rufen, bis der Teufel m\u00fcde wurde und umkehrte. Als er auf sein Schloss zur\u00fcckkam und er von seinen Abenteuern erz\u00e4hlte, sprach die Teufelin zu ihm: <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Du Dummkopf. Der Spiegel und der Einsiedler: das waren doch gewiss die beiden.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Und der Teufel sprach:&#8220;M\u00f6ge Gott es so einrichten, dass der Prinz unsere Tochter vergisst.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Der Prinz aber und die Tochter des Teufels setzten ihre Reise zum Schloss des K\u00f6nigs fort. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Als sie zum Dorf kamen, das in der N\u00e4he des Schlosses seiner Eltern lag, lie\u00df der junge das M\u00e4dchen an einem Brunnen zur\u00fcck und hie\u00df es dort auf ihn warten. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;H\u00fcte dich davor, irgend jemanden zu umarmen. Denn wenn du das tust, wirst du mich verlieren&#8220;, sprach sie zu ihm. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Der Prinz kam auf das Schloss. Seine Eltern kamen ihm entgegen, und er sprach zu ihnen: &#8222;Dass keiner mich umarmt. Lasst eine Kutsche bereitmachen, damit ich meine Frau heimholen kann.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Da kam die alte Gro\u00dfmutter herbei, und da sie sich so sehr freute, fiel sie dem jungen um den Hals. Sogleich verga\u00df er Blancaflor. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Blancaflor wurde es m\u00fcde zu warten. Sie konnte sich schon vorstellen, was da geschehen war. Sie verwandelte sich in eine Taube und begann, um das Schloss herumzufliegen. Dabei gurrte sie:&#8220;Arme, die ich bin. Auf dem Feld und ganz allein!&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Und die K\u00f6nigin sprach zu ihrem Sohn: &#8222;Hast du nicht gesagt, du brauchtest eine Kutsche, um deine Frau heimzuholen?&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Welche Frau denn?&#8220;, antwortete der Prinz, &#8222;ich bin doch gar nicht verheiratet.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Nach einiger Zeit suchte sich der Prinz eine andere Verlobte und traf Vorbereitungen f\u00fcr seine Hochzeit. Blancaflor h\u00f6rte davon, denn sie hatte sich inzwischen als Magd auf dem Schloss verdingt. Nun war es zu dieser Zeit \u00fcblich, dass derjenige, der heiratete, dem Gesinde etwas schenkte. Da fragte der Prinz die Magd, die Blancaflor war: &#8222;Und was f\u00fcr ein Geschenk w\u00fcnschst du dir?&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Einen Stein der Schmerzen und ein Messer der Liebe&#8220;, antwortete sie. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Der Prinz unternahm eine Reise, um diese Geschenke zu beschaffen, aber nirgends konnte er einen Stein der Schmerzen oder ein Messer der Liebe auftreiben. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Endlich traf er einen alten Mann, der in Wirklichkeit der Teufel war, und der sprach zu ihm: &#8222;Von mir kannst du bekommen, was immer du brauchst.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Ich brauche aber einen Stein der Schmerzen und ein Messer der Liebe.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Kein Problem&#8220;, sagte der Alte und verkaufte ihm die beiden Dinge. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Der Prinz kehrte auf das Schloss zur\u00fcck. Er gab allen ihre Geschenke, aber da er sich wunderte, warum die Magd gerade diese beiden Dinge hatte haben wollen, nahm er sich vor, bei ihr besonders aufzupassen, was sie damit machen werde. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Blancaflor nahm die Geschenke und legte sie auf den Tisch. Dann sprach sie zu dem Stein: <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Stein der Schmerzen, war ich es, die am Berghang den Weizen gem\u00e4ht, ihn gemahlen und das Brot daraus gebacken hat, damit der Prinz es zu meinem Vater tragen konnte?&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Und der Stein antwortete: &#8222;ja, freilich bist du das gewesen.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Da d\u00e4mmerte dem Prinzen etwas. Aber die Tochter des Teufels sprach weiter: <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">&#8222;Stein der Schmerzen: Bin ich es nicht gewesen, die das Feld mit Weinst\u00f6cken bepflanzt und die Trauben gepfl\u00fcckt hat, damit der Prinz sie zu meinem Vater bringen konnte?&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Und der Stein antwortete: &#8222;ja, freilich hast du das getan.&#8220; jetzt fiel dem Prinzen alles wieder ein. <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Da sagte Blancaflor: &#8222;Messer der Liebe, was verdiene ich?&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Und das Messer sprach: &#8222;Dass du dir den Tod gibst, Blancaflor!&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Als sie nun das Messer nahm und sich umbringen wollte, trat der Prinz rasch hinzu, nahm ihr das Messer fort und sprach: &#8222;Verzeih mir, Blancaflor. Verzeih mir, dass ich, der ich dein Ehemann bin, dich vergessen habe.&#8220; <\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">Und dann sagte er allen, dass Blancaflor seine Frau sei.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[178,85,133],"tags":[],"class_list":["post-186","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-andalusisches-volksmaerchen","category-maerchen","category-maerchen-weltweit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/186","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=186"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/186\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4286,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/186\/revisions\/4286"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=186"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=186"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=186"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}