{"id":182,"date":"2015-10-06T20:09:37","date_gmt":"2015-10-06T18:09:37","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=182"},"modified":"2025-12-27T22:01:47","modified_gmt":"2025-12-27T21:01:47","slug":"die-bienenkoenigin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-bienenkoenigin\/","title":{"rendered":"Die Bienenk\u00f6nigin"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>Gebr. Grimm<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Zwei K\u00f6nigss\u00f6hne gingen einmal auf Abenteuer und gerieten in ein wildes, w\u00fcstes Leben, so dass sie gar nicht wieder nach Hause kamen. Der j\u00fcngste, welcher der Dummling hie\u00df, machte sich auf und suchte seine Br\u00fcder: aber wie er sie endlich fand, verspotteten sie ihn, dass er mit seiner Einfalt sich durch die Welt schlagen wollte, und sie zwei k\u00f6nnten nicht durchkommen und w\u00e4ren doch viel kl\u00fcger. Sie zogen alle drei miteinander fort und kamen an einen Ameisenhaufen. Die zwei \u00e4ltesten wollten ihn aufw\u00fchlen und sehen, wie die kleinen Ameisen in der Angst herumkr\u00f6chen und ihre Eier forttr\u00fcgen, aber der Dummling sagte: &#8222;Lasst die Tiere in Frieden, ich leid&#8217;s nicht, dass ihr sie st\u00f6rt.&#8220; Da gingen sie weiter und kamen an einen See, auf dem schwammen viele viele Enten. Die zwei Br\u00fcder wollten ein paar fangen und braten, aber der Dummling lie\u00df es nicht zu und sprach: &#8222;Lasst die Tiere in Frieden, ich leid&#8217;s nicht, dass ihr sie t\u00f6tet.&#8220; Endlich kamen sie an ein Bienennest, darin war so viel Honig, dass er am Stamm herunterlief. Die zwei wollten Feuer unter den Baum legen und die Bienen ersticken, damit sie den Honig wegnehmen k\u00f6nnten. Der Dummling hielt sie aber wieder ab und sprach: &#8222;Lasst die Tiere in Frieden, ich leid&#8217;s nicht, dass ihr sie verbrennt.&#8220; Endlich kamen die drei Br\u00fcder in ein Schloss, wo in den St\u00e4llen lauter steinerne Pferde standen, auch war kein Mensch zu sehen, und sie gingen durch alle S\u00e4le, bis sie vor eine T\u00fcr ganz am Ende kamen, davor hingen drei Schl\u00f6sser; es war aber mitten in der T\u00fcre ein L\u00e4dlein, dadurch konnte man in die Stube sehen. Da sahen sie ein graues M\u00e4nnchen, das an einem Tisch sa\u00df. Sie riefen es an, einmal, zweimal, aber es h\u00f6rte nicht: endlich riefen sie zum dritten mal, da stand es auf, \u00f6ffnete die Schl\u00f6sser und kam heraus. Es sprach aber kein Wort, sondern f\u00fchrte sie zu einem reichbesetzten Tisch; und als sie gegessen und getrunken hatten, brachte es einen jeglichen in sein eigenes Schlafgemach. <\/span><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Die Bienenk\u00f6nigin: M\u00e4rchen von den Gebr\u00fcdern Grimm (H\u00f6rbuch zum Einschlafen)\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/0IsDRKypjxE?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Am andern Morgen kam das graue M\u00e4nnchen zu dem \u00e4ltesten, winkte und leitete ihn zu einer steinernen Tafel, darauf standen drei Aufgaben geschrieben, wodurch das Schloss erl\u00f6st werden k\u00f6nnte. Die erste war: in dem Wald unter dem Moos lagen die Perlen der K\u00f6nigstochter, tausend an der Zahl, die mussten aufgesucht werden, und wenn vor Sonnenuntergang noch eine einzige fehlte, so ward der, der gesucht hatte, zu Stein. Der \u00e4lteste ging hin und suchte den ganzen Tag, als aber der Tag zu Ende war, hatte er erst hundert gefunden; es geschah, wie auf der Tafel stand, er ward in Stein verwandelt. Am folgenden Tag unter nahm der zweite Bruder das Abenteuer: es ging ihm aber nicht viel besser als dem \u00e4ltesten, er fand nicht mehr als zweihundert Perlen und ward zu Stein. Endlich kam auch an den Dummling die Reihe, der suchte im Moos, es war aber so schwer, die Perlen zu finden, und ging so langsam. Da setzte er sich auf einen Stein und weinte. Und wie er so sa\u00df, kam der Ameisenk\u00f6nig, dem er einmal das Leben erhalten hatte, mit f\u00fcnftausend Ameisen, und es w\u00e4hrte gar nicht lange, so hatten die kleinen Tiere die Perlen miteinander gefunden und auf einen Haufen getragen. Die zweite Aufgabe aber war, den Schl\u00fcssel zu der Schlafkammer der K\u00f6nigstochter aus der See zu holen. Wie der Dummling zur See kam, schwammen die Enten, die er einmal gerettet hatte, heran, tauchten unter und holten den Schl\u00fcssel aus der Tiefe. Die dritte Aufgabe aber war die schwerste, aus den drei schlafenden T\u00f6chtern des K\u00f6nigs sollte die j\u00fcngste und die liebste herausgesucht werden. Sie glichen sich aber vollkommen und waren durch nichts verschieden, als dass sie, bevor sie eingeschlafen waren, verschiedene S\u00fc\u00dfigkeiten gegessen hatten, die \u00e4lteste ein St\u00fcck Zucker, die zweite ein wenig Sirup, die j\u00fcngste einen L\u00f6ffel voll Honig. Da kam die Bienenk\u00f6nigin von den Bienen, die der Dummling vor dem Feuer gesch\u00fctzt hatte, und versuchte den Mund von allen dreien; zuletzt blieb sie auf dem Mund sitzen, der Honig gegessen hatte, und so erkannte der K\u00f6nigssohn die rechte. Da war der Zauber vorbei, alles war aus dem Schlafe erl\u00f6st, und wer von Stein war, erhielt seine menschliche Gestalt wieder. Und der Dummling verm\u00e4hlte sich mit der j\u00fcngsten und liebsten und ward K\u00f6nig nach ihres Vaters Tod; seine zwei Br\u00fcder aber erhielten die beiden andern Schwestern.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[87,85],"tags":[],"class_list":["post-182","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gebr-grimm","category-maerchen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/182","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=182"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/182\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1265,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/182\/revisions\/1265"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=182"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=182"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=182"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}