{"id":148,"date":"2015-10-06T11:13:58","date_gmt":"2015-10-06T09:13:58","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=148"},"modified":"2026-01-17T03:58:14","modified_gmt":"2026-01-17T02:58:14","slug":"baptist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/baptist\/","title":{"rendered":"Baptist"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Baptist<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Belgisches Volksm\u00e4rchen<\/strong><br>Es war einmal ein alter Mann, der war sehr arm. Ein kleines Huhn und ein gro\u00dfer Sack waren alles, was er besa\u00df. Er ging von einem Dorf zum andern und erbettelte sein Brot.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Abends kam er zu einem Haus und pochte an die T\u00fcr.<br>\n\u201eWer ist da?\u201c &#8211; \u201eBaptist.\u201c &#8211; \u201eUnd was will er?\u201c &#8211; \u201eEin Pl\u00e4tzchen zum \u00dcbernachten f\u00fcr sich und sein Huhn.\u201c &#8211; \u201eH\u00f6r zu, Baptist, f\u00fcr dich h\u00e4tten wir schon ein Pl\u00e4tzchen; aber H\u00fchnerhofhaben wir keinen, wir haben nur G\u00e4nse.\u201c- \u201eDas macht nichts, tut das Huhn nur zu den G\u00e4nsen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Am Morgen, als Baptist aufgestanden war, wollte er sein Huhn holen; aber die G\u00e4nse hatten das arme Tier zu Tode gebissen. \u201eSie haben mein Huhn get\u00f6tet\u201c, jammerte Baptist, \u201eund ich hatte nichts als dieses Huhn.\u201c &#8211; \u201eDa k\u00f6nnen wir nichts daf\u00fcr, das siehst du doch ein?\u201c &#8211; \u201eNat\u00fcrlich k\u00f6nnt ihr was daf\u00fcr. Ich geh zum Schulzen und verklage euch.\u201c &#8211; \u201eSei doch still, Baptist; da, nimm eine Gans, und lass dich nie wieder blicken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Baptist tat die Gans in seinen Sack und ging weiter. Am Abend kam er in ein anderes Dorf, er ging auf ein Haus zu und klopfte an die T\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eG\u00e4nse haben wir keine, aber du kannst ja deine Gans zu den Schweinen tun.\u201c<br>\nAm Morgen, als Baptist aufgestanden war, wollte er die Gans holen, aber die Schweine hatten sie get\u00f6tet und gefressen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSie haben meine Gans gefressen\u201c, jammerte Baptist, \u201eund ich hatte nichts als diese Gans.\u201c &#8211; \u201eDa k\u00f6nnen wir nichts daf\u00fcr, das siehst du doch ein?\u201c &#8211; \u201eNat\u00fcrlich k\u00f6nnt ihr was daf\u00fcr. Ich geh zum Schulzen und verklage euch.\u201c ~ \u201eSei doch still, Baptist; da, nimm eins von unsern Schweinen, und lass dich nie wieder blicken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Baptist war es zufrieden und zog mit seinem Schwein ab. Am Abend kam er in ein anderes Dorf.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSchweine haben wir nicht; aber vielleicht kannst du das Schwein in den Kuhstall tun.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Am Morgen, als Baptist aufgestanden war, wollte er sein Schwein holen, da hatten es die K\u00fche so maltr\u00e4tiert mit ihren H\u00f6rnern, dass es tot war.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSie haben mein Schwein get\u00f6tete. jammerte Baptist, \u201eund ich hatte nichts als dieses Schwein.\u201c &#8211; \u201eDa k\u00f6nnen wir nichts daf\u00fcr, das siehst du doch ein?\u201c &#8211; \u201eNat\u00fcrlich k\u00f6nnt ihr was daf\u00fcr. Ich gehe zum Schulzen und verklage euch.\u201c &#8211; \u201eSei doch still, Baptist; da, nimm eine von unseren K\u00fchen, und lass dich nie wieder blicken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Am Abend kam Baptist zum Haus eines Pferdeh\u00e4ndlers.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch habe keine Kuh, aber du k\u00f6nntest ja deine Kuh in den Pferdestall stellen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Am Morgen hatten die Pferde die Kuh so zugerichtet, dass sie tot war.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSie haben meine Kuh get\u00f6tet\u201c, jammerte Baptist, \u201eund ich hatte nichts als diese Kuh.\u201c &#8211; \u201eDa k\u00f6nnen wir nichts daf\u00fcr, das siehst du doch ein?\u201c &#8211; \u201eNat\u00fcrlich k\u00f6nnt ihr was daf\u00fcr. Ich gehe zum Schulzen und verklage euch.\u201c &#8211; \u201eSei doch still, Baptist; da, nimm ein Pferd, und lass dich nie wieder blicken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Baptist war zufrieden. Er legte seinen Sack auf den R\u00fccken des Pferdes, stieg auf und dachte: \u201eDa hab ich nun ein sch\u00f6nes Pferd, wenn ich es verkaufe, so kann ich von dem Gelde bequem leben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Am Abend kehrte er in einer Herberge ein und befahl, man solle sein Pferd in den Stall stellen und gut pflegen. Als aber die Magd das Pferd zum Brunnen f\u00fchrte, um es zu tr\u00e4nken, glitt das Pferd auf dem vereisten Boden aus &#8211; es war sehr kalt gewesen in der Nacht &#8211; und brach sich ein Bein. Baptist fing an zu jammern und zu schimpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDa k\u00f6nnen wir nichts daf\u00fcr, das siehst du doch ein?\u201c &#8211; \u201eNat\u00fcrlich k\u00f6nnt ihr was daf\u00fcr, eure Magd ist schuld daran. Ich gehe zum Schulzen und verklage euch.\u201c &#8211; \u201eSei still, Baptist; da, nimm die Magd als Ersatz f\u00fcr dein Pferd.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGut, ich nehme sie mit.\u201c Und er schob sie in seinen Sack und trug sie auf seinem R\u00fccken fort.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Abend kam er zu einem Haus.<br>\n\u201eWer ist da?\u201c &#8211; \u201eBaptist.\u201c &#8211; \u201eWas will er?\u201c &#8211; \u201eEin Pl\u00e4tzchen zum \u00dcbernachten f\u00fcr sich und seinen Sack.\u201c &#8211; \u201eH\u00f6r zu, Baptist, f\u00fcr dich h\u00e4tten wir schon ein Pl\u00e4tzchen; aber deinen Sack stell da hinter die T\u00fcr.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Baptist tat es, stieg die Treppe hinauf und legte sich schlafen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hausfrau hatte an diesem Abend Eierkuchen gebacken f\u00fcr ihre Kinder, und so fragte sie: \u201eWer hat seinen Eierkuchen noch nicht bekommen?\u201c -\u201cIch habe noch keinen, Madam\u201c, sagte eine Stimme hinter der T\u00fcr. Da wunderten sich die Leute, wer da gesprochen habe, und sie guckten hinter der T\u00fcr nach und merkten, dass die Stimme aus dem Sack kam. Sie banden ihn auf und lie\u00dfen die Magd heraus. Diese erz\u00e4hlte, wie sie in den Sack gekommen war. Da versteckten die Leute die Magd, legten Steine in den Sack und Grasb\u00fcschel und Erdklumpen und &#8211; Fr\u00f6sche und Ratten.<\/p>\n\n\n\n<p>Am andern Tag nahm Baptist seinen Sack wieder auf den R\u00fccken und ging weiter. Er murmelte vor sich hin: \u201eJetzt trag ich dich, aber bald wirst du mich tragen.\u201c Und gegen Mittag, als es ihm zu hei\u00df wurde, warf er den Sack auf den Boden und sagte: \u201eBis zur Stunde hab ich dich getragen, jetzt sollst du mich tragen, die Reihe ist an dir.\u201c Er band den Sack auf und all die Fr\u00f6sche und Ratten rannten auf und davon.<\/p>\n\n\n\n<p>Da hatte Baptist gar nichts mehr, und er musste allein weiterziehen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Morgen, als Baptist aufgestanden war, wollte er sein Huhn holen; aber die G\u00e4nse hatten das arme Tier zu Tode gebissen. \u201eSie haben mein Huhn get\u00f6tet\u201c, jammerte Baptist, \u201eund ich hatte nichts als dieses Huhn.\u201c &#8211; \u201eDa k\u00f6nnen wir nichts daf\u00fcr, das siehst du doch ein?\u201c &#8211; \u201eNat\u00fcrlich k\u00f6nnt ihr was daf\u00fcr. 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