{"id":139,"date":"2015-10-06T11:05:21","date_gmt":"2015-10-06T09:05:21","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=139"},"modified":"2026-01-17T03:59:47","modified_gmt":"2026-01-17T02:59:47","slug":"der-aschenbroedel-sohn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/der-aschenbroedel-sohn\/","title":{"rendered":"Der Aschenbr\u00f6del-Sohn"},"content":{"rendered":"\n<p>M\u00e4rchen aus der T\u00fcrkei<br>\n<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><br><strong>Der Aschenbr\u00f6del-Sohn<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>M\u00e4rchen aus der T\u00fcrkei<\/p>\n\n\n\n<p>Wann es war, wann es nicht war, es war noch in jener Zeit, als Allah viele Diener hatte und die Menschen viel Leid hatten, damals hatte eine arme Frau drei S\u00f6hne und eine Tochter. Der j\u00fcngste Sohn war etwas bl\u00f6de, er lag den ganzen Tag \u00fcber in der Asche.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages gingen die beiden \u00c4lteren ackern und sagten ihrer Mutter, sie solle ihnen etwas kochen, die Schwester solle es ihnen hinaus auf&#8217;s Feld bringen. In der N\u00e4he dieses Feldes hatte sich der Dew mit den drei Gesichtern seine Wohnung aufgeschlagen und damit die Maid ihm ja nicht nahe komme, so erkl\u00e4rten sie ihr, welchen Weg sie gehen und wie sie ihm ausweichen solle.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Mutter kochte also das Mittagsmahl, die Maid ging damit hinaus auf&#8217;s Feld und wie und wie nicht, sie verirrte sich auf den Weg des Dew. Kaum machte sie einige Schritte, so stand schon die Frau des dreik\u00f6pfigen Dew vor ihr und fragte die zu Tode erschrockene Maid, wie sie in diese Gegend gelangt sei? Sie sprach ihr so lange zu, bis sie sie in ihr Haus hinein lockte, wo sie vor ihrem Gatten die Maid zu verbergen versprach.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort aber wartete sie schon der Dew mit den drei Gesichtern und als sie eintraten, sprach die Frau zur Maid, sie wolle schnell eine Speise bereiten. \u00bbIch werde den Teig kneten, du aber, meine Tochter, mach&#8216; indessen Feuer!\u00ab sagte sie. Doch kaum begann sie das Feuer anzufachen, als der Dew heranschlich, den Rachen aufsperrte und die Maid, so wie sie war, verschlang.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen warteten die Burschen auf das Mittagsessen, sie warteten und warteten, aber weder Maid, noch Mittagsessen. Es ward Nachmittag, es ward Abend, die beiden Br\u00fcder kehrten heim und als sie von ihrer Mutter h\u00f6rten, dass die Maid schon in der Fr\u00fche fortgegangen sei, ahnten sie, was mit ihr geschehen. Es konnte nicht anders sein als dass sich ihr Schwesterchen zum Dew verirrt habe und der \u00c4lteste besann sich nicht lange, sondern ging zum Dew.<\/p>\n\n\n\n<p>Hin und her schweifend, Tschibuk rauchend, Blumenduft riechend, Kaffee schl\u00fcrfend ging er zu einem Backofen am Wegesrand. Beim Ofen stand ein Greis und fragte den J\u00fcngling, wohin des Weges? Der Bursche erz\u00e4hlte ihm das Ungl\u00fcck seiner Schwester und dass er den Dew mit den drei Gesichtern aufsuchen wolle, um ihn zu t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDu wirst den Dew so lange nicht t\u00f6ten k\u00f6nnen,\u00ab versetzte der Mensch, \u00bbbis du dies Brot hier aus dem Backofen nicht verzehrt hast.\u00ab Da dachte sich der Bursche, dass dies ja keine so gro\u00dfe Sache sei, nahm die Brotlaibe aus dem Ofen heraus und kaum dass er hinein gebissen hatte, so lief er davon, Mann, Ofen und Brot zur\u00fccklassend.<\/p>\n\n\n\n<p>Er schritt vorw\u00e4rts und erblickte am Wege einen gro\u00dfen Kessel, der mit Wein angef\u00fcllt war. Ein Mann stand vor dem Kessel, dem er seine Angelegenheit mit dem Dew erz\u00e4hlte. \u00bbDu wirst mit dem Dew nichts ausrichten k\u00f6nnen,\u00ab sagte der Mann, \u00bbbevor du diesen Wein hier nicht austrinkst.\u00ab Der J\u00fcngling h\u00e4tte ihn ja getrunken, aber mit dem Rufe \u00bbWehe, mein Magen! wehe meine Ged\u00e4rme!\u00ab lief er so eilig von dannen, dass er nicht einmal stehen geblieben w\u00e4re, wenn er nicht zu zwei Br\u00fccken gelangt w\u00e4re. Die eine Br\u00fccke war aus Holz, die andere aus Eisen; jenseits derselben standen zwei Apfelb\u00e4ume, der eine hatte saure, der andere reife, s\u00fc\u00dfe \u00c4pfel.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Dew mit den drei Gesichtern wartete schon am Wege, welche Br\u00fccke sich der Bursche wohl w\u00e4hlen werde, die h\u00f6lzerne oder die eiserne; von welchen \u00c4pfeln er wohl essen werde, von den s\u00fc\u00dfen oder den sauren Die h\u00f6lzerne Br\u00fccke k\u00f6nnte brechen, er ging also \u00fcber die eiserne; die sauren \u00c4pfel waren ja unreif, der Bursche pfl\u00fcckte sich also von den s\u00fc\u00dfen Der Dew wusste nun genug; er schickte seine Frau dem Burschen entgegen, die denselben in&#8217;s Haus lockte und in kurzer Zeit befand er sich im Magen des Dew bei seiner Schwester.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit wir die Geschichte nicht in die L\u00e4nge ziehen, also auch der zweite Sohn zog aus, seine beiden Geschwister zu suchen. Er war auch nicht imstande vom Brote zu essen, auch ihm verursachte der Wein Magenschmerzen, auch er schritt \u00fcber die eiserne Br\u00fccke, a\u00df von den s\u00fc\u00dfen \u00c4pfeln und gelangte also auch in den Magen des Dew. Nun sehen wir nach dem J\u00fcngsten, nach dem Aschenbr\u00f6del-Sohn.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Mutter bemerkte, dass nun auch der Bl\u00f6de aus der Asche hervorkrieche und sie bat ihn, er m\u00f6ge sie doch nicht auf ihre alten Tage allein zur\u00fccklassen; wenn die anderen davongezogen seien, so bleibe wenigstens er bei ihr. Aber der Bursche wollte davon nichts h\u00f6ren. \u00bbNein!\u00ab rief der Aschenbr\u00f6del-Sohn, \u00bbbis ich meine Geschwister nicht herbeischaffe und den Dew nicht t\u00f6te, bis dahin habe ich keine Ruhe!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Nun erhob er sich aus seinem Winkel und wie er die Asche von sich absch\u00fcttelte, so entstand ein so gewaltiger Sturmwind, dass die Ackersleute heim liefen und ihre Pflugscharen auf dem Felde zur\u00fccklie\u00dfen Der Bursche hob alle Pflugeisen auf und trug sie zu einem Schmied, damit er ihm daraus eine Lanze verfertige, aber eine solche, dass wenn er dieselbe in die Luft werfe und sie ihm auf den Finger falle, ihr Eisen nicht zerbreche. Der Schmied verfertigte die Lanze, der Junge warf sie in die Luft hinauf und als sie auf seinen kleinen Finger zur\u00fcckfiel, zerbrach sie in lauter kleine St\u00fccke. Der Junge sch\u00fcttelte noch gewaltiger die Asche von sich ab, dass alle Feldarbeiter vor dem Sturmwinde heim eilten und er ihre Pflugscharen sammelnd, zum Schmieden tragen konnte. Auch die zweite Lanze wird fertig, aber auch diese zerbricht. Nun erzeugte der Bursche zum dritten Male einen so gewaltigen Sturm, dass in der ganzen Umgebung kein Pflugeisen \u00fcbrig blieb. Der Schmied verfertigte nun m\u00fchevoll die dritte Lanze, und als der J\u00fcngling seinen Finger ihr entgegenhielt, so zerbrach sie nicht. \u00bbNun, die geht an,\u00ab meinte der Junge und zog nun mit seiner Lanze in die Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Er ging nun so lange f\u00fcrbass, bis er den Backofen erreichte. Der Mann begr\u00fc\u00dfte ihn, fragte ihn nach seinem Wege und als er erfuhr, dass auch dieser den Dew zu t\u00f6ten auszog, so sagte er dem Jungen, dass er dies nur so tun k\u00f6nne, wenn er die Brote esse und den Wein aus jenem Kessel trinke. Der Aschenbr\u00f6del- Sohn machte sich also an&#8217;s Werk, a\u00df alle Brote auf, trank den Wein und als er nun f\u00fcrbass schritt, erblickte er die h\u00f6lzerne und die eiserne Br\u00fccke, dabei die beiden Apfelb\u00e4ume.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Dew lauerte schon auf ihn und sein Mut sank gewaltig, als er die Taten des Aschenbr\u00f6del-Sohnes sah. \u00dcber die eiserne Br\u00fccke kann ja jedes Menschenkind gehen, dachte sich der Junge und schritt \u00fcber die h\u00f6lzerne Br\u00fccke; von den s\u00fc\u00dfen \u00c4pfeln zu essen ist auch keine Kunst, &#8211; er a\u00df also von der sauren \u00bbNun,\u00ab rief der erschrockene Dew seiner Frau zu, \u00bbmit diesem kommen wir auf diese Weise zu gar nichts. Bereite meine Lanze vor, damit wir uns messen!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Aschenbr\u00f6del-Sohn hatte schon von weitem den Dew bemerkt, schritt schnurstracks auf ihn los und gr\u00fc\u00dfte ihn anst\u00e4ndig. \u00bbWenn du mich nicht gegr\u00fc\u00dft h\u00e4ttest,\u00ab sprach der Dew, \u00bbso h\u00e4tte ich dich sofort verschlungen.\u00ab &#8211; \u00bbUnd ich,\u00ab antwortete ihm der Junge, \u00bbh\u00e4tte dich mit einem einzigen Lanzenwurf get\u00f6tet, wenn du meinen Gru\u00df nicht erwidert h\u00e4ttest!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbNun, wenn du solche K\u00fchnheit besitzt,\u00ab meinte der Dew mit den drei Gesichtern, \u00bbalso her mit der Lanze!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Dew nahm nun seine Lanze in die Hand und warf sie mit voller Kraft nach dem Jungen, der sie mit seinem kleinen Finger auffing, wodurch sie in Splitter zerschellt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbNun bin ich an der Reihe,\u00ab sagte der Aschenbr\u00f6del-Sohn und warf seine Lanze ab, so dass die Seele des Dew ihm zur Nase heraus flog \u00bbNoch einmal, wenn du ein Bursche bist,\u00ab keuchte der Teufel, aber w\u00e4hrend der Junge ihm antwortete: \u00bbIch f\u00fcrwahr nimmer; meine Mutter hat mich auch nur einmal geboren!\u00ab so hauchte der Dew seinen Atem aus. Der Junge suchte nun die Dew-Frau auf, schickte sie ihrem Gatten nach und als er nun beide aufschlitzte, so sprangen seine drei Geschwister vor ihn hin. Er ging nun mit ihnen nach Hause.<\/p>\n\n\n\n<p>Die drei Geschwister hatten im Magen des Dew gro\u00dfen Durst gelitten und als sie nun einen verfallenen Brunnen erreichten, baten sie ihren Aschenbr\u00f6del-Bruder, sich etwas Wasser sch\u00f6pfen zu d\u00fcrfen. Die Burschen l\u00f6sten ihre G\u00fcrtel los, banden sie aneinander und lie\u00dfen so den \u00c4ltesten in den Brunnen hinab. Doch kaum war er bis zur H\u00e4lfte hinab gelangt, als er furchtbar zu br\u00fcllen begann: \u00bbWehe, zieht mich empor, ich verbrenne!\u00ab Sie zogen ihn sofort hinauf und versuchten es mit ihrem mittleren Bruder. Aber auch mit diesem kamen sie ebenso an.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbNun bin ich an der Reihe,\u00ab sprach dar Aschenbr\u00f6del-Sohn, \u00bbaber zieht mich ja nicht herauf, wie immer ich br\u00fcllen mag!\u00ab Sie lie\u00dfen also den J\u00fcngsten hinab, der nun auch zu schreien begann, aber sie achteten nicht darauf und er sank also so lange hinab, bis er den Grund des Brunnens erreichte. Dort erblickte er ein Zimmer, in welches er eintrat und drei so sch\u00f6ne Jungfrauen standen vor ihm, die dem Monde am vierzehnten glichen. Die Jungfrauen erschraken beim Anblick des Burschen und baten ihn weinend, er m\u00f6ge sich aus der H\u00f6hle des Dew entfernen, aber er wollte davon nichts wissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun wie immer wir die Geschichte verl\u00e4ngern, sie hat doch nur ein Ende. Er t\u00f6tete den Dew und befreite die drei Sultanst\u00f6chter, welche derselbe ihrem Vater vor sieben Jahren geraubt hatte. Die beiden \u00e4lteren gedachte er mit seinen Br\u00fcdern zu verheiraten, die j\u00fcngste aber wollte er sich zur Frau nehmen; er f\u00fcllte also seinen Krug mit Wasser an und f\u00fchrte dann die drei Jungfrauen zum Grunde des Brunnens hin.<\/p>\n\n\n\n<p>Er lie\u00df zuerst die \u00e4ltere hinaufziehen, gab sie seinem \u00e4ltesten Bruder; dann die mittlere, gab sie seinem mittleren Bruder; zuletzt kam die Reihe an die seinige. Die j\u00fcngste wollte durchaus, dass der Bursche vorher hinaufsteige und sie ihm dann nachfolge. \u00bbDeine Br\u00fcder werden dir z\u00fcrnen, weil du die sch\u00f6nste Maid behalten hast und werden dich aus Neid aus dem Brunnen nicht emporziehen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbAuch dann werde ich meinen Weg finden!\u00ab antwortete der Bursche, den seine Braut vergeblich zu \u00fcberreden versuchte. Da nahm denn das M\u00e4dchen eine Dose hervor und sprach zum Jungen: \u00bbWenn du in Gefahr ger\u00e4tst, so \u00f6ffne diese Dose. Ein Feuerstein befindet sich darin und wenn du ihn schl\u00e4gst, so wird ein Araber (Geist) erscheinen, der alle deine W\u00fcnsche erf\u00fcllt. Wenn deine Br\u00fcder dich hier im Brunnen zur\u00fccklassen sollten, so gehe vor den Palast des Dew und bleibe dort vor dem Wasserbecken stehen. Zwei Schafe kommen t\u00e4glich dahin, ein wei\u00dfes und ein schwarzes; wenn du dich an das Fell des wei\u00dfen anh\u00e4ltst, so gelangst du auf die Erde hinauf; wenn du dich aber an das schwarze klammerst, so wirft es dich auf den Grund der siebenten Erde.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Er lie\u00df nun die j\u00fcngste Maid hinaufziehen und kaum dass sie die Br\u00fcder erblickten, so erf\u00fcllte Neid ihr Herz. Sie z\u00fcrnen ihm, lassen ihn im Brunnen zur\u00fcck und gehen mit der Maid nach Hause.<\/p>\n\n\n\n<p>Was sollte nun der Bursche beginnen; er kehrte zum Palaste zur\u00fcck, blieb vor dem Wasserbecken stehen und wartete auf die beiden Schafe. Nach kurzer Zeit sprang ein wei\u00dfes und ein schwarzes Schaf herbei und der Junge packte statt des wei\u00dfen, das schwarze an und befand sich im Nu am Grund der siebenten Erde. Auch diese Gegend will ich durchstreifen, dachte er sich, und schritt also vorw\u00e4rts.<\/p>\n\n\n\n<p>Er ging lange oder kurze Zeit, er ging Tag und Nacht, er ging \u00fcber Berg und Tal, bis er nicht mehr imstande war weiter zu gehen, und bei einem gro\u00dfen Baum stehen blieb, damit er raste. Aber siehe da! was erblickt er vor sich. Eine gro\u00dfe Schlange kroch am Baume empor und h\u00e4tte die im Neste kreischenden jungen V\u00f6glein beinahe verschlungen, wenn der Aschenbr\u00f6del-Sohn es zugelassen h\u00e4tte. Er nahm seine Lanze rasch zur Hand und schnitt die Schlange entzwei. Dann streckte er sich unter dem Baume aus und da er m\u00fcde war und gro\u00dfe Hitze herrschte, so schlief er ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen kam die Mutter der V\u00f6glein, die K\u00f6nigin der Peri, die smaragdene Anka herbei und als sie den schlafenden Burschen erblickte, hielt sie ihn f\u00fcr ihren Feind, der allj\u00e4hrlich ihre Kinder t\u00f6te. Sie wollte ihm schon in St\u00fccke zerrei\u00dfen, aber die V\u00f6glein riefen, sie m\u00f6ge ihm kein Leid zuf\u00fcgen, denn er habe ja ihre Feindin, die Schlange get\u00f6tet. Jetzt erst bemerkte die Anka das entzwei gehauene Tier.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun verscheuchte sie vom Schlafenden die Fliegen, breitete ihre Fl\u00fcgel \u00fcber ihn aus, damit die Sonne ihn nicht bescheine und als er erwachte, bemerkte er die Vogelschwingen gleich einem Zelte \u00fcber sich ausgebreitet. Die Anka sagte ihm nun, dass sie ihm f\u00fcr seine Wohltat belohnen wolle, er solle sich also etwas w\u00fcnschen. \u00bbF\u00fchre mich auf die Oberfl\u00e4che der Erde zur\u00fcck,\u00ab sprach der Junge.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbIch trage dich hinauf,\u00ab versetzte der Smaragdvogel, wenn du vierzig Zentner Schaffleisch und vierzig F\u00e4sser Wasser hast. Du setzt dich damit auf meinen R\u00fccken und wenn ich \u00bbgik\u00ab sage, so f\u00fctterst du mich und wenn ich \u00bbgak\u00ab sage, \u00bbso gibst du mir zu trinken.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Dem Jungen fiel die Dose ein, er nahm also den Feuerstein hervor, schlug darauf und \u00bbWas befiehlst du, mein Sultan\u00ab sagend, erschien vor ihm der Araber mit den weltumfassenden Lippen. Vierzig Zentner Schaffleisch, vierzig F\u00e4sser Wasser verlangte der Bursche. In kurzer Zeit war das Fleisch und das Wasser auf dem R\u00fccken des Vogels, wohin sich der Junge auch hinaufsetzte, und wenn die Anka \u00bbgik\u00ab rief, so gab er ihr Fleisch, und wenn die Anka \u00bbgak\u00ab schrie, so gab er ihr Wasser. Sie flogen aus einer Schichte Erde in die andere und gelangten bald auf die Oberfl\u00e4che, wo der Junge vom Vogel herabstieg, der ihm sagte, dass er hier auf ihn warten solle, denn er w\u00fcrde bald zur\u00fcckkehren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Junge nahm die Dose hervor und befahl dem Araber, ihm Nachricht von den drei Schwestern zu bringen. Nach kurzer Zeit brachte der Araber die drei Schwestern, die sich gerade zur Hochzeit ger\u00fcstet hatten. Sie setzten sich nun alle auf den R\u00fccken des Vogels, beluden ihn mit Fleisch und Wasser und flogen ins Land der drei Maiden \u00bbGik\u00ab rief die Anka und sie gaben ihr Fleisch, \u00bbgak\u00ab schrie sie und erhielt Wasser; da sie aber vier Menschen waren, so nahm das Fleisch ein Ende. Der Junge ergriff nun das Schwert, schnitt ein St\u00fcck Fleisch aus seinem Schenkel ab und steckte es in den Schlund des Vogels. Die Anka bemerkte, dass dies Menschenfleisch sei; sie a\u00df es nicht, hielt es im Schnabel fest und als sie im Lande der drei Jungfrauen anlangten, sagte ihm der Vogel, dass er nun in Gottes Namen weiter ziehen k\u00f6nne.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Junge konnte aber keinen Schritt tun, so sehr schmerzte ihn das Bein. \u00bbGeh&#8216; du nur\u00ab, sprach er zum Vogel, \u00bbich will ein wenig rasten!\u00ab &#8211; \u00bbHe, du schlauer Kauz, he,\u00ab versetzte der Smaragdvogel und nahm aus seinem Schnabel das Fleischst\u00fcck hervor, presste es an seine Stelle zur\u00fcck und nun war das Bein gesund.<\/p>\n\n\n\n<p>Wahrlich die Stadt erstaunte, als sie die heimgekehrten Sultanst\u00f6chter erblickte. Der alte Padischah traute kaum seinen Augen. Er umarmte, k\u00fcsste sie, lie\u00df sich die Geschichte erz\u00e4hlen und gab sein Reich samt seinen drei T\u00f6chtern dem Aschenbr\u00f6del-Sohn hin.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Junge lie\u00df seine Mutter und seine Schwester zu sich holen und feierte seine Hochzeit. Seine Schwester bekam auch einen Gatten, den Sohn des Wezirs und vierzig Tage und vierzig N\u00e4chte lang dauerte die Hochzeit, die Gl\u00fcckseligkeit aber bis an ihr Lebensende.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wann es war, wann es nicht war, es war noch in jener Zeit, als Allah viele Diener hatte und die Menschen viel Leid hatten, damals hatte eine arme Frau drei S\u00f6hne und eine Tochter. 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