{"id":135,"date":"2015-10-06T02:37:36","date_gmt":"2015-10-06T00:37:36","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=135"},"modified":"2025-12-15T20:15:53","modified_gmt":"2025-12-15T19:15:53","slug":"armut-und-demut-fuehren-zum-himmel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/armut-und-demut-fuehren-zum-himmel\/","title":{"rendered":"Armut und Demut f\u00fchren zum Himmel"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><strong><span style=\"font-family: Verdana;\"><span style=\"font-size: small;\">Gebr\u00fcder Grimm<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Es war einmal ein K\u00f6nigssohn, der ging hinaus in das Feld und war nachdenklich und traurig. Er sah den Himmel an, der war so sch\u00f6n rein und blau, da seufzte er und sprach &#8222;wie wohl muss einem erst da oben im Himmel sein!&#8220; Da erblickte er einen armen greisen Mann, der des Weges daherkam, redete ihn an und fragte &#8222;wie kann ich wohl in den Himmel kommen?&#8220;. Der Mann antwortete &#8222;durch Armut und Demut. Leg an meine zerrissenen Kleider, wandere sieben Jahre in der Welt und lerne ihr Elend kennen: nimm kein Geld, sondern wenn du hungerst, bitt mitleidige Herzen um ein St\u00fcckchen Brot, so wirst du dich dem Himmel n\u00e4hern&#8220;. Da zog der K\u00f6nigssohn seinen pr\u00e4chtigen Rock aus und hing daf\u00fcr das Bettlergewand um, ging hinaus in die weite Welt und duldete gro\u00df Elend. Er nahm nichts als ein wenig Essen, sprach nichts, sondern betete zu dem Herrn, dass er ihn einmal in seinen Himmel aufnehmen wollte. Als die sieben Jahre herum waren, da kam er wieder an seines Vaters Schloss, aber niemand erkannte ihn. Er sprach zu den Dienern &#8222;geht und sage meinen Eltern, dass ich wiedergekommen bin&#8220;. Aber die Diener glaubten es nicht, lachten und lie\u00dfen ihn stehen. Da sprach er &#8222;geht und sag\u2019s meinen Br\u00fcdern, dass sie herabkommen, ich m\u00f6chte sie so gerne wieder sehen&#8220;. Sie wollten auch nicht, bis endlich einer von ihnen hinging und es den K\u00f6nigskindern sagte, aber diese glaubten es nicht und bek\u00fcmmerten sich nicht darum. Da schrieb er einen Brief an seine Mutter und beschrieb ihr darin all sein Elend, aber er sagte nicht, dass er ihr Sohn w\u00e4re. Da lie\u00df ihm die K\u00f6nigin aus Mitleid einen Platz unter der Treppe anweisen und ihm t\u00e4glich durch zwei Diener Essen bringen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Verdana;\">Aber der eine war b\u00f6s und sprach &#8222;was soll dem Bettler das gute Essen!&#8220;, behielt&#8217;s f\u00fcr sich oder gab\u2019s den Hunden und brachte dem Schwachen, Abgezehrten nur Wasser; doch der andere war ehrlich und brachte ihm, was er f\u00fcr ihn bekam. Es war wenig, doch konnte er davon eine Zeitlang leben; dabei war er ganz geduldig, bis er immer schw\u00e4cher ward. Als aber seine Krankheit zunahm, da begehrte er das heilige Abendmahl zu empfangen. Wie es nun unter der halben Messe ist, fangen von selbst alle Glocken in der Stadt und in der Gegend an zu l\u00e4uten. Der Geistliche geht nach der Messe zu dem armen Mann unter der Treppe, so liegt er da tot, in der einen Hand eine Rose, in der anderen eine Lilie, und neben ihm ein Papier, darauf steht seine Geschichte auf geschrieben. Als er begraben war, wuchs auf der einen Seite des Grabes eine Rose, auf der anderen eine Lilie heraus.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gebr\u00fcder Grimm<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[87,85],"tags":[],"class_list":["post-135","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gebr-grimm","category-maerchen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/135","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=135"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/135\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1248,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/135\/revisions\/1248"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=135"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=135"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=135"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}