{"id":1340,"date":"2021-05-11T21:58:22","date_gmt":"2021-05-11T19:58:22","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=1340"},"modified":"2026-01-13T18:41:49","modified_gmt":"2026-01-13T17:41:49","slug":"die-sieben-raben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-sieben-raben\/","title":{"rendered":"Die sieben Raben"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Die sieben Raben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Mann hatte sieben S\u00f6hne und immer noch kein T\u00f6chterchen, so sehr er sich&#8217;s auch w\u00fcnschte; endlich gab ihm seine Frau wieder Hoffnung zu einem Kinde, und wie es zur Welt kam, war&#8217;s auch ein M\u00e4dchen. Die Freude war gro\u00df, aber das Kind war schm\u00e4chtig und klein und sollte wegen seiner Schwachheit die Nottaufe haben. Der Vater schickte einen der Knaben eilends zur Quelle, Taufwasser zu holen, die anderen sechs liefen mit, und weil jeder der erste beim Sch\u00f6pfen sein wollte, so fiel ihnen der Krug in den Brunnen. Da standen sie, und wussten nicht, was Sie tun sollten, und keiner getraute sich heim. Als sie immer nicht zur\u00fcckkamen, ward der Vater ungeduldig und sprach: &#8222;Gewiss haben sie&#8217;s wieder \u00fcber ein Spiel vergessen, die gottlosen Jungen.&#8220; Es ward ihm angst, das M\u00e4dchen m\u00fcsste ungetauft verscheiden, und im \u00c4rger rief er: &#8222;Ich wollte, dass die Jungen alle zu Raben w\u00fcrden.&#8220; Kaum war das Wort ausgeredet, so h\u00f6rte er ein Geschwirr \u00fcber seinem Haupte in der Luft, blickte in die H\u00f6he und sah sieben kohlschwarze Raben auf und davon fliegen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Die sch\u00f6nsten M\u00e4rchen der Gebr\u00fcder Grimm: langes H\u00f6rbuch zum Einschlafen (deutsch)\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/hzsdbZTh_wU?start=10574&#038;feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Eltern konnten die Verw\u00fcnschung nicht mehr zur\u00fccknehmen, und so traurig sie \u00fcber den Verlust ihrer sieben S\u00f6hne waren, tr\u00f6steten sie sich doch einigerma\u00dfen durch ihr liebes T\u00f6chterchen, das bald zu Kr\u00e4ften kam und mit jedem Tage sch\u00f6ner ward. Es wusste lange Zeit nicht einmal, dass es Geschwister gehabt hatte, denn die Eltern h\u00fcteten sich, ihrer zu erw\u00e4hnen, bis es eines Tages die Leute von sich von ungef\u00e4hr sprechen h\u00f6rte, das M\u00e4dchen w\u00e4re wohl sch\u00f6n, aber doch eigentlich schuld an dem Ungl\u00fcck seiner sieben Br\u00fcder. Da ward es ganz betr\u00fcbt, ging zu Vater und Mutter und fragte, ob es denn Br\u00fcder gehabt h\u00e4tte und wo sie hingeraten w\u00e4ren? Nun durften die Eltern das Geheimnis nicht l\u00e4nger verschweigen, sagten jedoch, es sei so des Himmels Verh\u00e4ngnis und seine Geburt nur der unschuldige Anlass gewesen. Allein das M\u00e4dchen machte sich t\u00e4glich ein Gewissen daraus und glaubte, es m\u00fcsste seine Geschwister wieder erl\u00f6sen. Es hatte nicht Ruhe und Rast, bis es sich heimlich aufmachte und in die weite Welt ging, seine Br\u00fcder irgendwo aufzusp\u00fcren und zu befreien, es m\u00f6chte kosten, was es wolle. Es nahm nichts mit als ein Ringlein von seinen Eltern zum Andenken, einen Laib Brot f\u00fcr den Hunger, ein Kr\u00fcglein Wasser f\u00fcr den Durst und ein St\u00fchlchen f\u00fcr die M\u00fcdigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun ging es immer zu, weit, weit, bis an der Welt Ende. Da kam es zur Sonne, aber die war zu hei\u00df und f\u00fcrchterlich und fra\u00df die kleinen Kinder. Eilig lief es weg und lief hin zu dem Mond, aber der war zu kalt und auch grausig und b\u00f6s, und als er das Kind merkte, sprach er: &#8222;Ich rieche Menschenfleisch.&#8220; Da machte es sich geschwind fort und kam zu den Sternen, die waren ihm freundlich und gut, und jeder sa\u00df auf seinem besonderen St\u00fchlchen. Der Morgenstern aber stand auf, gab ihm ein Hinkelbeinchen und sprach: &#8222;Wenn du das Beinchen nicht hast, kannst du den Glasberg nicht aufschlie\u00dfen, und in dem Glasberg, da sind deine Br\u00fcder.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Das M\u00e4dchen nahm das Beinchen, wickelte es wohl in ein T\u00fcchlein und ging wieder fort, so lange bis es an den Glasberg kam. Das Tor war verschlossen, und es wollte das Beinchen hervorholen; aber wie es das T\u00fcchlein aufmachte, so war es leer, und es hatte das Geschenk der guten Sterne verloren. Was sollte es nun anfangen? Seine Br\u00fcder wollte es erretten und hatte keinen Schl\u00fcssel zum Glasberg. Das gute Schwesterchen nahm ein Messer, schnitt sich ein kleines Fingerchen ab, steckte es in das Tor und schloss gl\u00fccklich auf. Als es eingegangen war, kam ihm ein Zwerglein entgegen, das sprach: &#8222;Mein Kind, was suchst du?&#8220; -&#8222;Ich suche meine Br\u00fcder, die sieben Raben&#8220;, antwortete es. Der Zwerg sprach: &#8222;Die Herren Raben sind nicht zu Haus, aber willst du hier so lang warten, bis sie kommen, so tritt ein.&#8220; Darauf trug das Zwerglein die Speise der Raben herein auf sieben Tellerchen und in sieben Becherchen, und von jedem Tellerchen a\u00df das Schwesterchen ein Br\u00f6ckchen und aus jedem Becherchen trank es ein Schl\u00fcckchen; in das letzte Becherchen aber lie\u00df es das Ringlein fallen, das es mitgenommen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf einmal h\u00f6rte es in der Luft ein Geschwirr und ein Geweh, da sprach das Zwerglein: &#8222;Jetzt kommen die Herren Raben heimgeflogen.&#8220; Da kamen sie, wollten essen und trinken und suchten ihre Tellerchen und Becherchen. Da sprach einer nach dem anderen: &#8222;Wer hat von meinem Tellerchen gegessen? Wer hat aus meinem Becherchen getrunken? Das ist eines Menschen Mund gewesen.&#8220; Und wie der siebente auf den Grund des Bechers kam, rollte ihm das Ringlein entgegen. Da sah er es an und erkannte, dass es ein Ring von Vater und Mutter war und sprach: &#8222;Gott gebe, unser Schwesterlein w\u00e4re da, so w\u00e4ren wir erl\u00f6st.&#8220; Wie das M\u00e4dchen, das hinter der T\u00fcre stand und lauschte, den Wunsch h\u00f6rte, so trat es hervor, und da bekamen alle die Raben ihre menschliche Gestalt wieder. Und sie herzten und k\u00fcssten einander und zogen fr\u00f6hlich heim.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Mann hat sieben S\u00f6hne, w\u00fcnscht sich aber eine Tochter. Als diese geboren wird, ist sie schwach und soll schnell getauft werden. Die Br\u00fcder holen Wasser, verlieren aber den Krug im Brunnen und kehren nicht zur\u00fcck. Aus \u00c4rger verflucht der Vater die Jungen, worauf sie sich in Raben verwandeln.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3608,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[87,85],"tags":[],"class_list":["post-1340","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gebr-grimm","category-maerchen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1340","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1340"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1340\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3635,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1340\/revisions\/3635"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3608"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1340"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1340"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1340"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}