{"id":1332,"date":"2021-05-11T21:35:32","date_gmt":"2021-05-11T19:35:32","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=1332"},"modified":"2025-12-27T22:23:52","modified_gmt":"2025-12-27T21:23:52","slug":"das-lumpengesindel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/das-lumpengesindel\/","title":{"rendered":"Das Lumpengesindel"},"content":{"rendered":"\n<p>Geb. Grimm<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>H\u00e4hnchen sprach zum H\u00fchnchen: &#8222;Jetzt ist die Zeit, wo die N\u00fcsse reif werden, da wollen wir zusammen auf den Berg gehen und uns einmal recht satt essen, ehe sie das Eichhorn alle wegholt.&#8220; &#8222;Ja&#8220;, antwortete das H\u00fchnchen, &#8222;komm, wir wollen uns eine Lust miteinander machen.&#8220; Da gingen sie zusammen fort auf den Berg, und weil es ein heller Tag war, blieben sie bis zum Abend. Nun wei\u00df ich nicht, ob sie sich so dick gegessen hatten, oder ob sie \u00fcberm\u00fctig geworden waren,kurz, sie wollten nicht zu Fu\u00df nach Hause gehen, und das H\u00e4hnchen musste einen kleinen Wagen von Nussschalen bauen. Als er fertig war, setzte sich das H\u00fchnchen hinein und sagte zum H\u00e4hnchen: &#8222;Du kannst dich nur immer vorspannen.&#8220; &#8211; &#8222;Oh, du kommst mir recht&#8220;, sagte das H\u00e4hnchen, &#8222;lieber geh&#8216; ich zu Fu\u00df nach Hause, als dass ich mich vorspannen lasse; nein, so haben wir nicht gewettet. Kutscher will ich wohl sein und auf dem Bock sitzen, aber selbst ziehen, das tu, ich nicht.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Die sch\u00f6nsten M\u00e4rchen der Gebr\u00fcder Grimm: langes H\u00f6rbuch zum Einschlafen (deutsch)\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/hzsdbZTh_wU?start=4671&#038;feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Wie sie so stritten, schnatterte eine Ente daher: &#8222;Ihr Diebsvolk, wer hat euch gehei\u00dfen in meinen Nussberg gehen? Wartet, das soll euch schlecht bekommen!&#8220; Ging also mit aufgesperrtem Schnabel auf das H\u00e4hnchen los. Aber H\u00e4hnchen war auch nicht faul und stieg der Ente t\u00fcchtig zu Leib; endlich hackte es mit seinen Sporen so gewaltig auf sie los, dass sie um Gnade bat und sich gern zur Strafe vor den Wagen spannen lie\u00df. H\u00e4hnchen setzte sich nun auf den Bock und war Kutscher, und darauf ging es fort in einem Jagen: &#8222;Ente, lauf zu, was du kannst!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Als sie ein St\u00fcck Weges gefahren waren, begegneten sie zwei Fu\u00dfg\u00e4ngern, einer Stecknadel und einer N\u00e4hnadel. Die riefen: &#8222;Halt! Halt!&#8220; und sagten, es w\u00fcrde gleich stichdunkel werden, da k\u00f6nnten sie keinen Schritt weiter, auch w\u00e4re es so schmutzig auf der Stra\u00dfe, ob sie nicht ein wenig einsitzen k\u00f6nnten: sie w\u00e4ren auf der Schneiderherberge vor dem Tor gewesen und h\u00e4tten sich beim Bier versp\u00e4tet. Da es magere Leute waren, die nicht viel Platz einnahmen, lie\u00df H\u00e4hnchen beide einsteigen, doch mussten sie versprechen, ihm und seinem H\u00fchnchen nicht auf die F\u00fc\u00dfe zu treten. Sp\u00e4tabends kamen sie zu einem Wirtshaus, und weil sie die Nacht nicht weiterfahren wollten, die Ente auch nicht gut zu Fu\u00df war und von einer Seite auf die andere fiel, so kehrten sie ein. Der Wirt machte anfangs viel Einwendungen, sein Haus w\u00e4re schon voll, gedachte auch wohl, es m\u00f6chte keine vornehrne Herrschaft sein; endlich aber, da sie s\u00fc\u00dfe Reden f\u00fchrten, er sollte das Ei haben, das das H\u00fchnchen unterwegs gelegt hatte, auch die Ente behalten, die alle Tage eins legte, so sagte er endlich, sie m\u00f6chten die Nacht \u00fcber bleiben. Nun lie\u00dfen sie wieder frisch auftragen und lebten in Saus und Braus.<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fchmorgens, als es d\u00e4mmerte und noch alles schlief, weckte H\u00e4hnchen das H\u00fchnchen, holte das Ei, pickte es auf, und sie verzehrten es zusammen; die Schalen aber warfen sie auf den Feuerherd. Dann gingen sie zu der N\u00e4hnadel, die noch schlief, packten sie beim Kopfe und steckten sie in das Sesselkissen des Wirts, die Stecknadel aber in sein Handtuch; endlich flogen sie, mir nichts dir nichts, \u00fcber die Heide davon. Die Ente, die gern unter freiem Himmel schlief und im Hof geblieben war, h\u00f6rte sie fortschnurren, machte sich munter und fand einen Bach, auf dem sie hinabschwamm; und das ging geschwinder als vor dem Wagen. Ein paar Stunden sp\u00e4ter machte sich erst der Wirt aus den Federn, wusch sich und wollte sich am Handtuch abtrocknen, da fuhr ihm die Stecknadel \u00fcber das Gesicht und machte ihm einen roten Strich von einem Ohr zum andern; dann ging er in die K\u00fcche und wollte sich eine Pfeife anstecken, wie er aber an den Herd kam, sprangen ihm die Eierschalen in die Augen. &#8222;Heute morgen will mir alles an meinen Kopf&#8220;, sagte er und lie\u00df sich verdrie\u00dflich auf seinen Gro\u00dfvaterstuhl nieder; aber geschwind fuhr er wieder in die H\u00f6he und schrie: &#8222;Auweh!&#8220;, denn die N\u00e4hnadel hatte ihn noch schlimmer und nicht in den Kopf gestochen Nun war er vollends b\u00f6se und hatte Verdacht auf die G\u00e4ste, die so sp\u00e4t gestern abend gekommen waren; und wie er ging und sich nach ihnen umsah, waren sie fort. Da tat er einen Schwur, kein Lumpengesindel mehr in sein Haus zu nehmen, das viel verzehrt, nichts bezahlt und zum Dank noch obendrein Schabernack treibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geb. 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