{"id":1240,"date":"2021-02-01T10:33:36","date_gmt":"2021-02-01T09:33:36","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=1240"},"modified":"2026-01-26T01:34:39","modified_gmt":"2026-01-26T00:34:39","slug":"der-arme-muellerbursch-und-das-kaetzchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/der-arme-muellerbursch-und-das-kaetzchen\/","title":{"rendered":"Der arme M\u00fcllerbursch und das K\u00e4tzchen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Gebr. Grimm<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>In einer M\u00fchle lebte ein alter M\u00fcller, der hatte weder Frau noch Kinder, und drei M\u00fcllerburschen dienten bei ihm. Wie sie nun etliche Jahre bei ihm gewesen waren, sagte er eines Tages zu ihnen: &#8222;Ich bin alt und will mich hinter den Ofen setzen; zieht aus, und wer mir das beste Pferd nach Hause bringt, dem will ich die M\u00fchle geben, und er soll mich daf\u00fcr bis an meinen Tod verpflegen.&#8220; Der dritte von den Burschen war aber der Kleinknecht, der ward von den andern f\u00fcr albern gehalten, dem g\u00f6nnten sie die M\u00fchle nicht; und er wollte sie hernach nicht einmal. Da zogen sie alle drei miteinander aus, und wie sie vor das Dorf kamen, sagten die zwei zu dem albernen Hans: &#8222;Du kannst nur hier bleiben, du kriegst dein Lebtag keinen Gaul.&#8220; Hans aber ging doch mit, und als es Nacht war, kamen sie an eine H\u00f6hle, da hinein legten sie sich schlafen. Die zwei Klugen warteten, bis Hans eingeschlafen war, dann standen sie auf, machten sich fort und lie\u00dfen H\u00e4nschen liegen, und meinten&#8217;s recht fein gemacht zu haben; ja, es wird euch doch nicht gut gehen! Wie nun die Sonne kam, und Hans aufwachte, lag er in einer tiefen H\u00f6hle; er guckte sich \u00fcberall um und rief: &#8222;Ach Gott, wo bin ich?&#8220; Da erhob er sich und krabbelte die H\u00f6hle hinauf, ging in den Wald und dachte.. &#8222;Ich bin hier ganz allein und verlassen, wie soll ich nun zu einem Pferde kommen?&#8220; Indem er so in Gedanken dahinging, begegnete ihm ein kleines, buntes K\u00e4tzchen, das sprach ganz freundlich: &#8222;Hans, wo willst du hin?&#8220; &#8211; &#8222;Ach, du kannst mir doch nicht helfen&#8220;, antwortete Hans. &#8211; &#8222;Was dein Begehren ist, wei\u00df ich wohl&#8220;, sprach das K\u00e4tzchen&#8216; &#8222;du willst einen h\u00fcbschen Gaul haben. Komm mit mir und sei sieben Jahre lang mein treuer Knecht, so will ich dir einen geben, sch\u00f6ner als du dein Lebtag einen gesehen hast.&#8220; &#8211; &#8222;Nun, das ist eine wunderliche Katze&#8220;, dachte Hans, &#8222;aber sehen will ich doch, ob das wahr ist, was sie sagt.&#8220; Da nahm sie ihn mit in ihr verw\u00fcnschtes Schl\u00f6sschen und hatte da lauter K\u00e4tzchen, die ihr dienten; die sprangen flink die Treppe auf und ab, waren lustig und guter Dinge. Abends, als sie sich zu Tisch setzten, mussten drei Musik machen; eins strich den Bass, das andere die Geige, das dritte setzte die Trompete an und blies die Backen auf, so sehr es nur konnte. Als sie gegessen hatten, wurde der Tisch weggetragen, und die Katze sagte: &#8222;Nun komm, Hans, und tanze mit mir.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Der arme M\u00fcllerbursch und das K\u00e4tzchen: M\u00e4rchen der Br\u00fcder Grimm (H\u00f6rbuch zum Einschlafen)\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/DwES-Iky1ec?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>&#8211; &#8222;Nein&#8220;, antwortete er, &#8222;mit einer Miesekatze tanze ich nicht, das habe ich noch niemals getan.&#8220; &#8211; &#8222;So bringt ihn ins Bett&#8220;, sagte sie zu den K\u00e4tzchen. Da leuchtete ihm eins in seine Schlafkammer, eins zog ihm die Schuhe aus, eins die Str\u00fcmpfe, und zuletzt blies eins das Licht aus. Am andern Morgen kamen sie wieder und halfen ihm aus dem Bett; eins zog ihm die Str\u00fcmpfe an, eins band ihm die Strumpfb\u00e4nder, eins holte die Schuhe, eins wusch ihn, und eins trocknete ihm mit dein Schwanz das Gesicht ab. &#8222;Das tut recht sanft&#8220;, sagte der Hans. Er musste aber auch der Katze dienen und alle Tage Holz klein machen; dazu kriegte er eine Axt von Silber, und die Keile und S\u00e4ge von Silber, und der Schl\u00e4ger war von Kupfer. Nun, da machte er&#8217;s klein, blieb da im Haus, hatte sein gutes Essen und Trinken, sah aber niemand als die bunte Katze und ihr Gesinde. Einmal sagte sie zu ihm: &#8222;Geh&#8216; hin und m\u00e4he meine Wiese und mache das Gras trocken&#8220;, und gab ihm von Silber eine Sense und von Gold einen Wetzstein, hie\u00df ihn aber auch alles wieder richtig abliefern. Da ging Hans hin und tat, was ihm gehei\u00dfen war; nach vollbrachter Arbeit trug er Sense, Wetzstein und Heu nach Haus und fragte, ob sie ihm noch nicht seinen Lohn geben wollte. &#8222;Nein&#8220;, sagte die Katze, &#8222;du sollst mir erst noch einerlei tun; da ist Bauholz von Silber, Zimmeraxt, Winkeleisen und was n\u00f6tig ist, alles von Silber, daraus baue mir erst ein kleines H\u00e4uschen.&#8220; Da baute Hans das H\u00e4uschen fertig und sagte, er h\u00e4tte nun alles getan und h\u00e4tte noch kein Pferd. Doch waren ihm die sieben Jahre herumgegangen wie ein halbes. Fragte die Katze, ob er ihre Pferde sehen wollte. &#8222;Ja&#8220;, sagte Hans. Da machte sie ihm das H\u00e4uschen auf, und wie sie die T\u00fcr so aufmacht, da stehen zw\u00f6lf Pferde, ach, die waren ganz stolz gewesen, die hatten gebl\u00e4nkt und gespiegelt, dass sich sein Herz im Leibe dar\u00fcber freute. Nun gab sie ihm zu essen und zu trinken und sprach: &#8222;Geh&#8216; heim, dein Pferd geb&#8216; ich dir nicht mit, in drei Tagen aber komm&#8216; ich und bringe dir&#8217;s nach.&#8220; Also machte sich Hans auf, und sie zeigte ihm den Weg zur M\u00fchle. Sie hatte ihm aber nicht einmal ein neues Kleid gegeben, sondern er musste sein altes, lumpiges Kittelchen behalten, das er mit gebracht hatte, und das ihm in den sieben Jahren \u00fcberall zu kurz geworden war. Wie er nun heimkam, waren die beiden andern M\u00fcllerburschen auch wieder da; jeder hatte zwar sein Pferd mitgebracht, aber des einen seins war blind, des an dern seins lahm. Sie fragten: &#8222;Hans, wo hast du dein Pferd?&#8220; &#8211; &#8222;In drei Tagen wird&#8217;s nachkommen&#8220;, antwortete er. Da lachten sie und sagten: &#8222;Ja, du Hans, wo willst du dein Pferd herkriegen, das wird was Rechtes sein!&#8220; Hans ging in die Stube, der M\u00fcller sagte aber, er sollte nicht an den Tisch kommen, er w\u00e4re so zerrissen und zerlumpt; man m\u00fcsste sich sch\u00e4men, wenn jemand hereink\u00e4me. Da gaben sie ihm ein bisschen Essen hinaus, und wie sie abends schlafen gingen, wollten ihm die zwei andern kein Bett geben, und er musste endlich ins G\u00e4nsest\u00e4llchen kriechen und sich auf ein wenig hartes Stroh legen. Am Morgen, wie er aufwacht, sind schon die drei Tage herum, und es kommt eine Kutsche mit sechs Pferden, ei, die gl\u00e4nzten, dass es sch\u00f6n war, und ein Bedienter, der brachte noch ein siebentes, das war f\u00fcr den armen M\u00fcllerbursch. Aus der Kutsche aber stieg eine pr\u00e4chtige K\u00f6nigstochter und ging in die M\u00fchle hinein, und die K\u00f6nigstochter war das kleine, bunte K\u00e4tzchen, dem der arme Hans sieben Jahre gedient hatte. Sie fragte den M\u00fcller, wo der Mahlbursch, der Kleinknecht w\u00e4re. Da sagte der M\u00fcller: &#8222;Den k\u00f6nnen wir nicht in die M\u00fchle nehmen, der ist so abgerissen und liegt im G\u00e4nsestall&#8220; Da sagte die K\u00f6nigstochter, sie sollten ihn gleich holen. Also holten sie ihn heraus, und er musste sein Kittelchen zusammenpacken, um sich zu bedecken. Da schnallte der Bediente pr\u00e4chtige Kleider aus und musste ihn waschen und anziehen, und wie er fertig war, konnte kein K\u00f6nig sch\u00f6ner aussehen. Danach verlangte die Jungfrau die Pferde zu sehen, die die andern Mahlburschen mitgebracht hatten, eins war blind, das andere lahm. Da lie\u00df sie den Bedienten das siebente Pferd bringen. Wie der M\u00fcller das sah, sprach er, so eins w\u00e4r&#8216; ihm noch nicht auf den Hof gekommen; &#8222;und das ist f\u00fcr den dritten Mahlbursch&#8220;, sagte sie. &#8222;Da muss er die M\u00fchle haben&#8220;, sagte der M\u00fcller; die K\u00f6nigstochter aber sprach, da w\u00e4re das Pferd, er sollte seine M\u00fchle auch behalten. Und sie nimmt ihren treuen Hans, setzt ihn in die Kutsche und f\u00e4hrt mit ihm fort. Sie fahren zuerst nach dem kleinen H\u00e4uschen, das er mit dem silbernen Werkzeug gebaut hat, da ist es ein gro\u00dfes Schloss, und alles darin ist von Silber und Gold; und da hat sie ihn geheiratet, und nun war er reich, so reich, dass er f\u00fcr sein Lebtag genug hatte. Darum soll keiner sagen, dass wer albern ist, deshalb nichts rechtes werden k\u00f6nne.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer M\u00fchle lebte ein alter M\u00fcller, der hatte weder Frau noch Kinder, und drei M\u00fcllerburschen dienten bei ihm. 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