{"id":1230,"date":"2021-01-22T20:13:22","date_gmt":"2021-01-22T19:13:22","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=1230"},"modified":"2026-01-13T17:32:55","modified_gmt":"2026-01-13T16:32:55","slug":"der-alte-sultan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/der-alte-sultan\/","title":{"rendered":"Der alte Sultan"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Der alte Sultan<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gebr. Grimm<\/strong><br>Es hatte ein Bauer einen treuen Hund, der Sultan hie\u00df, der war alt geworden, so dass er nichts mehr fest packen konnte. Da stand der Bauer einmal mit seiner Frau im Hofe und sprach: \u201eden alten Sultan schie\u00df ich morgen tot, der ist zu nichts mehr nutz.\u201c Der Frau tat der Hund leid und sie antwortete: \u201eer hat uns so lange Jahre gedient, dass wir ihm wohl k\u00f6nnten das Gnadenbrot geben.\u201c \u201eEi was, sprach der Mann, du bist nicht recht gescheit, er hat keinen Zahn mehr im Maul und kein Dieb f\u00fcrchtet sich vor ihm; hat er uns gedient, so hat er sein gutes Fressen daf\u00fcr gekriegt, jetzt taugt er nichts mehr und da kann er abgehn.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Der alte Sultan: M\u00e4rchen der Br\u00fcder Grimm (H\u00f6rbuch zum Einschlafen f\u00fcr Erwachsene und Kinder)\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/PBvmQ-MiKb0?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Hund, der nicht weit davon lag, hatte alles mit angeh\u00f6rt, erschrak und war traurig, dass morgen sein letzter Tag seyn sollte. Nun hatte er einen guten Freund, das war der Wolf, zu dem ging er Abends hinaus in den Wald und erz\u00e4hlte, was ihm f\u00fcr ein Schicksal bevorstehe. \u201eMach dir keine Sorgen, sprach der Wolf, ich wei\u00df einen guten Rath. Morgen in aller fr\u00fch geht dein Herr mit seiner Frau ins Heu und sie nehmen ihr kleines Kind mit. Das legen sie bei der Arbeit hinter die Hecke in den Schatten, da leg dich daneben, gleich als wolltest du es bewachen. Dann will ich aus dem Wald kommen und das Kind rauben, du musst mir nachspringen mit allen Kr\u00e4ften, als wolltest du mirs wieder abjagen. Ich lass es fallen und du bringst es wieder, dann glauben sie, du h\u00e4ttest es gerettet und sind viel zu dankbar, dir etwas zu tun; im Gegenteil, du kommst in v\u00f6llige Gnade und es wird dir an nichts fehlen.\u201c<br>Der Anschlag gefiel dem Hund und wie er ausgedacht war, so wurde er auch ausgef\u00fchrt. Der Bauer schrie, wie er den Wolf mit seinem Kind durchs Feld laufen sah, als es aber der alte Sultan wieder zur\u00fcckbrachte, da war er froh, streichelte ihn und sprach: \u201edir soll nichts B\u00f6ses widerfahren, du sollst das Gnadenbrot haben, so lang du lebst.\u201c Dann sagte er zu seiner Frau: \u201egeh gleich heim und koch dem alten Sultan einen Weckbrei, den braucht er nicht zu bei\u00dfen und mein Kopfkissen schenk ich ihm auch zu seinem Lager.\u201c Von nun an hatte es der Sultan so gut, als er sichs nur w\u00fcnschen konnte. Der Wolf besuchte ihn und freute sich, dass es so wohl gelungen war. \u201eH\u00f6r Landsmann, sprach er, du wirst doch ein Aug zudr\u00fccken, wenn ich deinem Herrn ein fettes Schaf wegholen kann. Es wird einem heutzutage schwer, sich durchzuschlagen.\u201c \u201eNein, antwortete der Hund, meinem Herrn bin ich treu, das kann ich nicht zugeben.\u201c Der Wolf indessen meinte, das w\u00e4r kein Ernst und kam in der Nacht, den guten Bissen abzuholen; aber der treue Sultan hatte dem Herrn alles angezeigt, so dass dieser in der Scheuer aufpasste und dem Wolf garstig die Haare k\u00e4mmte. Der Wolf musste zwar ausrei\u00dfen, rief aber dem Hund noch zu: \u201edu schlechter Kerl, das soll dir nicht hingehen!\u201c<br>Am andern Morgen schickte der Wolf das Schwein und lie\u00df den Hund hinaus in den Wald fordern, da wollten sie ihre Sache ausmachen. Der Hund konnte niemand als eine dreibeinige Katze zu seinem Beistand bekommen; als sie nun zusammen hinaus gingen, humpelte die arme Katze daher und streckte dabei den Schwanz vor Schmerzen in die H\u00f6he. Der Wolf und sein Beistand waren schon an Ort und Stelle; aber als sie die Gegenpart daher kommen sahen, meinten sie, er f\u00fchre einen S\u00e4bel mit sich, weil sie den aufgerichteten Schwanz der Katze daf\u00fcr ansahen, und wenn diese so auf drei Beinen h\u00fcpfte, dachten sie nicht anders, als sie h\u00f6be jedes Mal einen Stein auf und wollte damit auf sie werfen. Da ward ihnen beiden angst und das wilde Schwein verkroch sich ins Laub und der Wolf sprang auf einen Baum. Der Hund und die Katze, als sie herangekommen waren, wunderten sich, dass niemand sich sehen lie\u00df. Das wilde Schwein aber hatte sich im Laub nicht ganz verstecken k\u00f6nnen, sondern die Ohren standen noch hervor. Als die Katze nun umher schaute und das Schwein mit den Ohren zwinste, meinte sie, es regte sich da eine Maus, sprang drauf los und bi\u00df herzhaft hinein. Da erhob sich das Schwein mit gro\u00dfem Geschrei, sprang fort und rief noch zur\u00fcck: \u201edort auf dem Baum, da sitzt der Schuldner.\u201c Der Hund und die Katze sahen hinauf und erblickten den Wolf, der musste sich sch\u00e4men, dass er sich so gef\u00fcrchtet hatte und von dem Hund den Frieden annehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der alte Sultan Gebr. GrimmEs hatte ein Bauer einen treuen Hund, der Sultan hie\u00df, der war alt geworden, so dass er nichts mehr fest packen konnte. 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