{"id":1215,"date":"2021-01-13T18:03:44","date_gmt":"2021-01-13T17:03:44","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=1215"},"modified":"2025-12-27T22:25:04","modified_gmt":"2025-12-27T21:25:04","slug":"der-teufel-mit-den-drei-goldenen-haaren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/der-teufel-mit-den-drei-goldenen-haaren\/","title":{"rendered":"Der Teufel mit den drei goldenen Haaren"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Gebr. Grimm<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es war einmal eine arme Frau, die bekam ein S\u00f6hnlein, und weil es eine Gl\u00fcckshaut umhatte, als es zur Welt kam, so ward ihm geweissagt, es werde im vierzehnten Jahr die Tochter des K\u00f6nigs zur Frau haben. Es trug sich zu, dass der K\u00f6nig bald darauf ins Dorf kam, und niemand wusste, dass es der K\u00f6nig war, und als er die Leute fragte, was es Neues g\u00e4be, so antworteten sie: &#8222;Es ist in diesen Tagen ein Kind mit einer Gl\u00fcckshaut geboren. Was so einer unternimmt, das schl\u00e4gt ihm zum Gl\u00fcck aus. Es ist ihm auch vorausgesagt, in seinem vierzehnten Jahre solle er die Tochter des K\u00f6nigs zur Frau haben.&#8220; Der K\u00f6nig, der ein b\u00f6ses Herz hatte und \u00fcber die Weissagung sich \u00e4rgerte, ging zu den Eltern, tat ganz freundlich und sagte. &#8222;Ihr armen Leute, \u00fcberlasst mir euer Kind, ich will es versorgen.&#8220; Anfangs weigerten sie sich, da aber der fremde Mann schweres Gold daf\u00fcr bot, und sie dachten: &#8222;Es ist ein Gl\u00fcckskind, es muss doch zu seinem Besten ausschlagen&#8220;, so willigten sie endlich ein und gaben ihm das Kind.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Der Teufel mit den drei goldenen Haaren: M\u00e4rchen der Br\u00fcder Grimm (H\u00f6rbuch f\u00fcr Jung und Alt)\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ex6fSJb3yuU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Der K\u00f6nig legte es in eine Schachtel und ritt damit weiter, bis er zu einem tiefen Wasser kam; da warf er die Schachtel hinein und dachte: &#8222;Von dem unerwarteten Freier habe ich meiner Tochter geholfen.&#8220; Die Schachtel aber ging nicht unter, sondern schwamm wie ein Schiffchen, und es drang auch kein Tr\u00f6pfchen Wasser hinein. So schwamm sie bis zwei Meilen von des K\u00f6nigs Hauptstadt, wo eine M\u00fchle war, an dessen Wehr sie hingen blieb. Ein Mahlbursche, der gl\u00fccklicherweise da stand und sie bemerkte, zog sie mit einem Haken heran und meinte, gro\u00dfe Sch\u00e4tze zu finden; als er sie aber aufmachte, lag ein sch\u00f6ner Knabe darin, der ganz frisch und munter war. Er brachte ihn zu den M\u00fcllersleuten, und weil diese keine Kinder hatten, freuten sie sich und sprachen:<br>&#8222;Gott hat es uns beschert.&#8220; Sie pflegten den Findling wohl, und er wuchs in allen Tugenden heran.<br>Es trug sich zu, dass der K\u00f6nig einmal bei einem Gewitter in die M\u00fchle trat und die M\u00fcllersleute fragte, ob der gro\u00dfe Junge ihr Sohn w\u00e4re. &#8222;Nein&#8220;, antworteten sie, &#8222;es ist ein Findling, er ist vor vierzehn Jahren in einer Schachtel ans Wehr geschwommen, und der Mahlbursche hat ihn aus dem Wasser gezogen. Da merkte der K\u00f6nig, dass es niemand anders als das Gl\u00fcckskind war, das er ins Wasser geworfen hatte, und sprach: &#8222;Ihr guten Leute, k\u00f6nnte der Junge nicht einen Brief an die Frau K\u00f6nigin bringen, ich will ihm zwei Goldst\u00fccke zum Lohn geben?&#8220; &#8222;Wie der Herr K\u00f6nig gebietet&#8220;, antworteten die Leute und hie\u00dfen den Jungen, sich bereit halten. Da schrieb der K\u00f6nig einen Brief an die K\u00f6nigin, worin stand: &#8222;Sobald der Knabe mit diesem Schreiben angelangt ist, soll er get\u00f6tet und begraben werden, und alles soll geschehen sein, ehe ich zur\u00fcckkomme.&#8220;<br>Der Knabe machte sich mit diesem Brief auf den Weg, verirrte sich aber und kam abends in einen gro\u00dfen Wald. In der Dunkelheit sah er ein kleines Licht, ging darauf zu und gelangte zu einem H\u00e4uschen. Als er hineintrat, sa\u00df eine alte Frau beim Feuer ganz allein. Sie erschrak, als sie den Knaben erblickte und sprach:<br>&#8222;Wo kommst du her, und wo willst du hin?&#8220; &#8211; &#8222;Ich komme von der M\u00fchle&#8216;, antwortete er, &#8222;und will zur Frau K\u00f6nigin, der ich einen Brief bringen soll, weil ich mich aber in dem Walde verirrt habe, so wollte ich hier gerne \u00fcbernachten.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>&#8222;Du armer Junge&#8220;, sprach die Frau, &#8222;du bist in ein R\u00e4uberhaus geraten, und wenn sie heimkommen, so bringen sie dich um.&#8220; &#8211; &#8222;Mag kommen, wer will&#8220;, sagte der Junge, &#8222;ich f\u00fcrchte mich nicht: ich bin aber so m\u00fcde, dass ich nicht weiter kann&#8220;, streckte sich auf eine Bank und schlief ein. Bald hernach kamen die R\u00e4uber und fragten zornig, was da f\u00fcr ein fremder Knabe l\u00e4ge. &#8222;Ach&#8220;, sagte die Alte, &#8222;es ist ein unschuldiges Kind, es hat sich im Walde verirrt, und ich habe ihn aus Barmherzigkeit aufgenommen. Er soll einen Brief an die Frau K\u00f6nigin bringen.&#8220; Die R\u00e4uber erbrachen den Brief und lasen ihn, und es stand darin, dass der Knabe sogleich, wie er ank\u00e4me, sollte ums Leben gebracht werden. Da empfanden die hartherzigen R\u00e4uber Mitleid, und der Anf\u00fchrer zerriss den Brief und schrieb einen andern, und es stand darin, sowie der Knabe ank\u00e4me, sollte er sogleich mit der K\u00f6nigstochter verm\u00e4hlt werden. Sie lie\u00dfen ihn dann ruhig bis zum andern Morgen auf der Bank liegen, und als er aufgewacht war, gaben sie ihm den Brief und zeigten ihm den rechten Weg. Die K\u00f6nigin aber, als sie den Brief empfangen und gelesen hatte, tat, wie darin stand, hie\u00df ein pr\u00e4chtiges Hochzeitsfest anstellen, und die K\u00f6nigstochter ward mit dem Gl\u00fcckskind verm\u00e4hlt; und da der J\u00fcngling sch\u00f6n und freundlich war, so lebte sie vergn\u00fcgt und zufrieden mit ihm.<br>Nach einiger Zeit kam der K\u00f6nig wieder in sein Schloss und sah, dass die Weissagung erf\u00fcllt und das Gl\u00fcckskind mit seiner Tochter verm\u00e4hlt war. &#8222;Wie ist das zugegangen?&#8220; sprach er, &#8222;ich habe in meinem Brief einen ganz andern Befehl erteilt.&#8220; Da reichte ihm die K\u00f6nigin den Brief und sagte, er m\u00f6chte selbst sehen, was darin st\u00e4nde. Der K\u00f6nig las den Brief und merkte wohl, dass er mit einem andern war vertauscht worden. Er fragte den J\u00fcngling, wie es mit dem anvertrauten Briefe zugegangen w\u00e4re, warum er einen andern daf\u00fcr gebracht h\u00e4tte. &#8222;Ich wei\u00df von nichts&#8220;, antwortete er, &#8222;er muss mir in der Nacht vertauscht worden sein, als ich im Walde geschlafen habe.&#8220; Voll Zorn sprach der K\u00f6nig: &#8222;So leicht soll es dir nicht werden! Wer meine Tochter haben will, der muss mir aus der H\u00f6lle drei goldene Haare von dem Haupte des Teufels holen; bringst du mir, was ich verlange, so sollst du meine Tochter behalten.&#8220; Damit hoffte der K\u00f6nig, ihn auf immer los zu werden. Das Gl\u00fcckskind aber antwortete:<br>&#8222;Die goldenen Haare will ich wohl holen, ich f\u00fcrchte mich vor dem Teufel nicht.&#8220; Darauf nahm er Abschied und begann seine Wanderschaft.<br>Der Weg f\u00fchrte ihn zu einer gro\u00dfen Stadt, wo ihn der W\u00e4chter an dem Tore ausfragte, was f\u00fcr ein Gewerbe er verst\u00fcnde, und was er w\u00fcsste. &#8222;Ich wei\u00df alles&#8220;, antwortete das Gl\u00fcckskind. &#8222;So kannst du uns einen Gefallen tun&#8220;, sagte der W\u00e4chter, &#8222;wenn du uns sagst, warum unser Marktbrunnen, aus dem sonst Wein quoll&#8216; trocken geworden ist und nicht einmal mehr Wasser gibt.&#8220; &#8211; &#8222;Das sollt ihr erfahren&#8220;, antwortete er, &#8222;wartet nur, bis ich wiederkomme.&#8220; Da ging er weiter und kam vor eine andere Stadt; da fragte der Torw\u00e4chter wiederum, was f\u00fcr ein Gewerb&#8216; er verst\u00fcnde, und was er w\u00fcsste. &#8222;Ich wei\u00df alles&#8220;, antwortete er. &#8222;So kannst du uns einen Gefallen tun und uns sagen, warum ein Baum in unserer Stadt, der sonst \u00c4pfel trug, jetzt nicht einmal Bl\u00e4tter hervortreibt.&#8220; &#8211; &#8222;Das sollt ihr erfahren&#8220;, antwortete er, &#8222;wartet nur, bis ich wiederkomme.&#8220; Da ging er weiter und kam an ein gro\u00dfes Wasser, \u00fcber das er hin\u00fcber musste. Der F\u00e4hrmann fragte ihn, was er f\u00fcr ein Gewerbe verst\u00fcnde, und was er w\u00fcsste. &#8222;Ich wei\u00df alles&#8220;, antwortete er. &#8222;So kannst du mir einen Gefallen tun&#8220;, sprach der F\u00f6hrmann, &#8222;und mir sagen, warum ich immer hin und her fahren muss und niemals abgel\u00f6st werde&#8220;. &#8211; &#8222;Das sollst du erfahren&#8220;, antwortete er, &#8222;warte nur, bis ich wiederkomme.&#8220;<br>Als er \u00fcber das Wasser hin\u00fcber war, so fand er den Eingang zur H\u00f6lle. Es war schwarz und ru\u00dfig darin, und der Teufel war nicht zu Haus, aber seine Ellermutter sa\u00df da in einem breiten Sorgenstuhl. &#8222;Was willst du?&#8220; sprach sie zu ihm, sah aber gar nicht so b\u00f6se aus. &#8222;Ich wollte gerne drei goldene Haare von des Teufels Kopf&#8220;, antwortete er, &#8222;sonst kann ich meine Frau nicht behalten.&#8220;<\/li><li>&#8222;Das ist viel verlangt&#8220;, sagte sie, &#8222;wenn der Teufel heimkommt und findet dich, so geht dir&#8217;s an den Kragen; aber du dauerst mich, ich will sehen, ob ich dir helfen kann.&#8220; Sie verwandelte ihn in eine Ameise und sprach: &#8222;Kriech in meine Rockfalten&#8216; da bist du sicher.&#8220; &#8211; &#8222;Ja&#8220;, antwortete er, &#8222;das ist schon gut, aber drei Dinge m\u00f6cht ich gerne noch wissen: warum ein Brunnen, aus dem sonst Wein quoll&#8216; trocken geworden ist, jetzt nicht einmal mehr Wasser gibt. Warum ein Baum, der Sonst goldene \u00c4pfel trug, nicht einmal mehr Laub treibt, und warum ein F\u00e4hrmann immer her\u00fcber und hin\u00fcber fahren muss und nicht abgel\u00f6st wird.&#8220;<\/li><li>&#8222;Das sind schwere Fragen&#8220;, antwortete sie, &#8222;aber halte dich nur still und ruhig und hab acht, was der Teufel spricht, wenn ich ihm die drei goldenen Haare ausziehe.&#8220;<br>Als der Abend einbrach, kam der Teufel nach Haus. Kaum war er eingetreten, so merkte er, dass die Luft nicht rein war. &#8222;Ich rieche, rieche Menschenfleisch&#8220; sagte er, &#8222;es ist hier nicht richtig.&#8220; Dann guckte er in allen Ecken und suchte, konnte aber nichts finden. Die Ellermutter schalt ihn aus: &#8222;Eben ist erst gekehrt&#8220;, sprach sie, &#8222;und alles in Ordnung gebracht, nun wirfst du mir&#8217;s wieder untereinander; immer hast du Menschenfleisch in der Nase! Setze dich nieder und iss dein Abendbrot.&#8220; Als er gegessen und getrunken hatte, war er m\u00fcde, legte der Ellermutter seinen Kopf in den Scho\u00df und sagte, sie sollte ihn ein wenig lausen. Es dauerte nicht lange, so schlummerte er ein, blies und schnarchte, da fasste die Alte ein goldenes Haar, riss es aus und legte es neben sich. &#8222;Autsch!&#8220; schrie der Teufel, &#8222;was hast du vor?&#8220; &#8211; &#8222;Ich habe einen schweren Traum gehabt&#8220;, antwortete die Ellermutter, &#8222;da hab&#8216; ich dir in die Haare gefasst.&#8220; &#8211; &#8222;Was hat dir denn getr\u00e4umt?&#8220; fragte der Teufel. &#8222;Mir hat getr\u00e4umt, ein Marktbrunncn&#8216; aus dem sonst Wein quoll, sei versiegt, und es habe nicht einmal Wasser daraus quellen wollen, was ist wohl schuld daran?&#8220; &#8211; &#8222;He, wenn sie&#8217;s w\u00fcssten!&#8220; antwortete der Teufel, &#8222;es sitzt eine Kr\u00f6te unter einem Stein im Brunnen, wenn sie die t\u00f6ten, so wird der Wein schon wieder flie\u00dfen.&#8220; Die Ellermutter lauste ihn wieder, bis er einschlief und schnarchte, dass die Fenster zitterten. Da riss sie ihm das zweite Maar aus. &#8222;Hu! was machst du?&#8220; schrie der Teufel zornig. &#8222;Nimm&#8217;s nicht \u00fcbel&#8220;, antwortete sie, &#8222;ich habe es im Traum getan.&#8220; &#8211; &#8222;Was hat dir wieder getr\u00e4umt?&#8220; fragte er. &#8222;Mir hat getr\u00e4umt, in einem K\u00f6nigreiche stand&#8216; ein Obstbaum, der hatte sonst goldene \u00c4pfel getragen und wollte jetzt nicht einmal Laub treiben. Was war wohl die Ursache davon?&#8220; &#8211; &#8222;He, wenn sie&#8217;s w\u00fcssten!&#8220; antwortete der Teufel, &#8222;an der Wurzel nagt eine Maus, wenn sie die t\u00f6ten, so wird er schon wieder goldene \u00c4pfel tragen, nagt sie aber noch l\u00e4nger, so verdorrt der Baum g\u00e4nzlich. Aber lass mich mit deinen Tr\u00e4umen in Ruhe, wenn du mich noch einmal im Schlafe st\u00f6rst, so kriegst du eine Ohrfeige.&#8220; Die Ellermutter sprach ihm gut zu und lauste ihn wieder, bis er eingeschlafen war und schnarchte. Da fasste sie das dritte goldene Haar und riss es ihm aus. Der Teufel fuhr in die H\u00f6he, schrie und wollte \u00fcbel mit ihr wirtschaften, aber sie bes\u00e4nftigte ihn nochmals und sprach: &#8222;Wer kann f\u00fcr b\u00f6se Tr\u00e4ume!&#8220; &#8211; &#8222;Was hat dir denn getr\u00e4umt?&#8220; fragte er und war doch neugierig. &#8222;Mir hat von einem F\u00e4hrmann getr\u00e4umt, der sich beklagte, dass er immer hin und her fahren m\u00fcsste und nicht abgel\u00f6st w\u00fcrde. Was ist wohl schuld?&#8220; &#8211; &#8222;He&#8216; der Dummbart!&#8220; antwortete der Teufel, &#8222;wenn einer kommt und will \u00fcberfahren, so muss er ihm die Stange in die Hand geben; dann muss der andere \u00fcberfahren und er ist frei.&#8220; Da die Ellermutter ihm die drei goldenen Haare ausgerissen hatte, und die drei Fragen beantwortet waren, so lie\u00df sie den alten Drachen in Ruhe, und er schlief, bis der Tag anbrach.<br>Als der Teufel wieder fortgezogen war, holte die Alte die Ameise aus der Rockfalte und gab dem Gl\u00fcckskind die menschliche Gestalt zur\u00fcck. &#8222;Da hast du die drei goldenen Haare&#8220;, sprach sie, &#8222;was der Teufel zu deinen drei Fragen gesagt hat, wirst du wohl geh\u00f6rt haben.&#8220; &#8211; &#8222;Ja&#8220;, antwortete er, &#8222;ich habe es geh\u00f6rt und will&#8217;s wohl behalten.&#8220; &#8211; &#8222;So ist dir geholfen&#8220;, sagte sie, &#8222;und nun kannst du deiner Wege ziehen.&#8220; Er bedankte sich bei der Alten f\u00fcr die Hilfe in der Not, verlie\u00df die H\u00f6lle und war vergn\u00fcgt, dass ihm alles so wohl gegl\u00fcckt war. Als er zu dem F\u00e4hrmann kam, sollte er ihm die versprochene Antwort geben. &#8222;Fahr mich erst hin\u00fcber&#8220;, sprach das Gl\u00fcckskind, &#8222;so will ich dir sagen, wie du erl\u00f6st wirst&#8220;, und als er auf dem jenseitigen Ufer angelangt war, gab er ihm des Teufels Rat: &#8222;Wenn wieder einer kommt und will \u00fcbergefahren sein, so gib ihm nur die Stange in die Hand.&#8220; Er ging weiter und kam zu der Stadt, worin der unfruchtbare Baum stand, und wo der W\u00e4chter auch Antwort haben wollte. Da sagte er ihm, wie er vom Teufel geh\u00f6rt hatte: &#8222;T\u00f6tet die Maus, die an seiner Wurzel nagt, so wird er wieder goldene \u00c4pfel tragen.&#8220; Da dankte ihm der W\u00e4chter und gab ihm zur Belohnung zwei mit Gold beladene Esel, die mussten ihm nachfolgen. Zuletzt kam er zu der Stadt, deren Brunnen versiegt war. Da sprach er zu dem W\u00e4chter, wie der Teufel gesprochen hatte:&#8220; Es sitzt eine Kr\u00f6te im Brunnen unter einem Stein, die m\u00fcsst ihr aufsuchen und t\u00f6ten, so wird er wieder reichlich Wein geben.&#8220; Der W\u00e4chter dankte und gab ihm ebenfalls zwei mit Gold beladene Esel.<br>Endlich langte das Gl\u00fcckskind daheim bei seiner Frau an, die sich herzlich freute, als sie ihn wiedersah und h\u00f6rte, wie wohl ihm alles gelungen war. Dem K\u00f6nig brachte er, was er verlangt hatte, die drei goldenen Haare des Teufels, und als dieser die vier Esel mit dem Golde sah, ward er ganz vergn\u00fcgt und sprach:<br>&#8222;Nun sind alle Bedingungen erf\u00fcllt, und du kannst meine Tochter behalten. Aber, lieber Schwiegersohn, sage mir doch: woher ist das viele Gold? Das sind ja gewaltige Sch\u00e4tze!&#8220; &#8211; &#8222;Ich bin \u00fcber einen Fluss gefahren&#8220;, antwortete er, &#8222;und da habe ich es mitgenommen; es liegt dort statt des Sandes am Ufer.&#8220; &#8211; &#8222;Kann ich mir auch davon holen?&#8220; sprach der K\u00f6nig und war ganz begierig. &#8222;So viel Ihr nur wollt&#8220;, antwortete er, &#8222;es ist ein F\u00e4hrmann auf dem Fluss, von dem lasst Euch \u00fcberfahren, so k\u00f6nnt Ihr dr\u00fcben Eure S\u00e4cke f\u00fcllen.&#8220; Der habs\u00fcchtige K\u00f6nig machte sich in aller Eile auf den Weg, und als er zu dem Fluss kam, so winkte er dem F\u00e4hrmann, der sollte ihn \u00fcbersetzen. Der F\u00e4hrmann kam und hie\u00df ihn einsteigen, und als sie an das jenseitige Ufer kamen, gab er ihm die Ruderstange in die Hand und sprang davon. Der K\u00f6nig aber musste von nun an fahren zur Strafe f\u00fcr seine S\u00fcnden.<br>&#8222;F\u00e4hrt er wohl noch?&#8220; &#8211; &#8222;Was denn? Es wird ihm niemand die Stange abgenommen haben.&#8220;<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gebr. Grimm Es war einmal eine arme Frau, die bekam ein S\u00f6hnlein, und weil es eine Gl\u00fcckshaut umhatte, als es zur Welt kam, so ward ihm geweissagt, es werde im vierzehnten Jahr die Tochter des K\u00f6nigs zur Frau haben. 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