{"id":1207,"date":"2021-01-07T02:03:47","date_gmt":"2021-01-07T01:03:47","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=1207"},"modified":"2026-01-17T03:18:32","modified_gmt":"2026-01-17T02:18:32","slug":"die-werwoelfin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-werwoelfin\/","title":{"rendered":"Die Werw\u00f6lfin"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\">M\u00e4rchen aus Kroatien<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Es ist schon lange her, als die Menschen<br>noch an Werw\u00f6lfe glaubten,<br>aber es soll sie einstmals gegeben haben,<br>und deshalb m\u00f6chte ich euch<br>diese wahre Geschichte<br>von einer Werw\u00f6lfin erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Es lebte in dieser Gegend<br>ein Graf mit seiner h\u00fcbschen Tochter.<br>Diese verliebte sich in einen gemeinen Soldaten<br>und sagte ihrem Vater,<br>dass sie nur diesen und keinen anderen zum Manne nehmen wolle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Nat\u00fcrlich gefiel dies dem Grafen gar nicht,<br>denn das w\u00e4re f\u00fcr ihn eine gro\u00dfe<br>Schande gewesen, wenn sein T\u00f6chterchen<br>einen einfachen Soldaten geheiratet h\u00e4tte,<br>und so wollte er dies auf keinen Fall zulassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Deshalb lie\u00df er, nachdem er davon erfahren hatte,<br>seine Tochter zu sich kommen, und sprach:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">\u201eLiebes T\u00f6chterchen, ich habe erfahren,<br>dass du einen gemeinen Soldaten liebst<br>und nur diesen zum Manne nehmen m\u00f6chtest.<br>Das w\u00e4re f\u00fcr mich eine Schande,<br>und deshalb schlage ich dir den jungen Baron vor,<br>der bereits einmal um deine Hand angehalten hat.\u201c<br>\u201eDen stolzen Baron nehme ich nicht!\u201c,<br>bekam er zur Antwort.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">\u201eIch will meinen Soldaten oder keinen!\u201c<br>\u201eDann schlage ich dir den jungen Grafen vor,<br>der auch schon einmal um deine Hand angehalten hat\u201c,<br>sprach ihr Vater.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">\u201eDen eingebildeten Grafen nehme ich nicht!\u201c,<br>rief sein T\u00f6chterchen.<br>\u201eIch will meinen Soldaten und sonst keinen!<br>Eher w\u00fcrde ich mich zu Tode kr\u00e4nken<br>und mich darnach in eine Werw\u00f6lfin verwandeln,<br>als den Stolzling oder den Einbildling<br>zu heiraten!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Dies verdross ihren Vater derart,<br>dass er befahl, seine Tochter<br>so lange in ihre Kammer einzuschlie\u00dfen,<br>bis sie sich eines Besseren besonnen h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Jedoch diese besann sich nicht eines Besseren,<br>sondern starb vor Kummer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Ihr Geliebter verlie\u00df die Stadt,<br>um sich bei einem anderen Regimente anwerben zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Nachdem des Grafen T\u00f6chterlein gestorben war,<br>wurde ihr Leichnam in der Dorfkirche aufgebahrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">In der ersten Nacht hielt der verschm\u00e4hte Baron<br>an der Schwelle der Kirchent\u00fcre Wache.<br>Nachdem die Kirchturmuhr<br>eine Stunde vor Mitternacht geschlagen hatte,<br>erhob sich die verstorbene Jungfrau<br>aus ihrem Sarge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">\u201eWie hungrig ich bin\u201c,<br>schluchzte sie und suchte die ganze Kirche<br>nach etwas Essbarem ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Nachdem sie nichts gefunden hatte,<br>ging sie hinaus und sah den Baron auf Totenwache.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Sie st\u00fcrzte sich von hinten auf ihn<br>und fra\u00df ihn mit Haut und Haar.<br>Nur die Knochen blieben von ihm \u00fcbrig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Als die Kirchturmuhr Mitternacht schlug,<br>legte sie sich in den Sarg und war wieder tot.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Am n\u00e4chsten Morgen ging der Graf zur Kirche,<br>um nach dem Adeligen zu sehen,<br>aber er fand nur dessen Knochen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">\u201eMein Gott!\u201c,<br>rief er aus.<br>\u201eSo ist meine Tochter wirklich eine Werw\u00f6lfin geworden<br>und hat den Baron gefressen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">In der zweiten Nacht<br>hielt der verschm\u00e4hte Grafensohn<br>an der Schwelle der Kirchent\u00fcre Wache.<br>Nachdem die Kirchturmuhr<br>eine Stunde vor Mitternacht geschlagen hatte,<br>erhob sich die verstorbene Jungfrau<br>aus ihrem Sarge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">\u201eWie hungrig ich bin\u201c,<br>schluchzte sie und suchte die ganze Kirche<br>nach etwas Essbarem ab.<br><br>Nachdem sie nichts gefunden hatte,<br>ging sie hinaus und sah den Grafen auf Totenwache.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Sie st\u00fcrzte sich von hinten auf ihn<br>und fra\u00df ihn mit Haut und Haar.<br>Nur die Knochen blieben noch von ihm \u00fcbrig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Als die Kirchturmuhr Mitternacht schlug,<br>legte sich Werw\u00f6lfin wieder in den Sarg<br>und war wie tot.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Am n\u00e4chsten Morgen ging der Graf zur Kirche,<br>um nach dem Adeligen zu sehen,<br>aber er fand nur dessen Knochen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">\u201eMein Gott!\u201c,<br>rief er aus.<br>\u201eSo hat meine Tochter auch noch den Grafensohn gefressen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">So kann das nicht weitergehen!\u201c<br>Er lie\u00df aus der Nachbarstadt<br>den Soldaten holen,<br>den seine Tochter so gerne geheiratet h\u00e4tte,<br>denn er dachte sich:<br>\u201eWenn sie \u00fcberhaupt jemanden verschont,<br>dann ihn.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Der Soldat kam auch,<br>um in der dritten Nacht vor der Kirche<br>Totenwache zu halten.<br>Auf dem Wege dorthin sa\u00df am Wegesrande<br>ein alter Bettler,<br>der ihn um eine kleine Gabe bat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Alles, was er hatte,<br>schenkte der Soldat dem Alten,<br>denn wozu auch h\u00e4tte er all den Tand<br>am n\u00e4chsten Morgen noch gebrauchen k\u00f6nnen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Jedoch dieser Greis war Gott selbst.<br>Dank sei ihm und Ehr!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">\u201eIch wei\u00df, dass du dich f\u00fcrchtest,<br>als Dritter gefressen zu werden<br>und deshalb will ich dir helfen\u201c,<br>sprach der Alte zum Soldaten.<br>\u201eZ\u00e4hle deine Schritte vom Glockenturme<br>bis zur Kirchenschwelle ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Wenn die Turmuhr<br>eine Stunde vor Mitternacht geschlagen hat,<br>so entferne dich ebenso viele Schritte<br>von der Schwelle, aber blicke dich ja nicht um.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Der J\u00fcngling bedankte sich bei dem Bettler,<br>wie er meinte, und z\u00e4hlte seine Schritte vom Glockenturme<br>bis zur Kirchenschwelle ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Nachdem die Turmuhr<br>eine Stunde vor Mitternacht geschlagen hatte,<br>entfernte er sich so viele Schritte von der Schwelle,<br>wie er zuvor gez\u00e4hlt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Die verstorbene Jungfrau<br>hatte sich wiederum aus ihrem Sarge erhoben und weinte:<br>\u201eWie hungrig ich bin.\u201c<br>Darnach suchte sie die ganze Kirche<br>nach etwas Essbarem ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Nachdem sie nichts gefunden hatte,<br>ging sie hinaus und sah den Soldaten in der Ferne.<br>Sie eilte ihm nach,<br>jedoch da schlug die Turmuhr gerade Mitternacht.<br>Damit war der Spuk vorbei und die Jungfrau erl\u00f6st.<br>\u201eBist du zu mir gekommen, Liebster?\u201c,<br>frug sie und umarmte und k\u00fcsste ihn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">\u201eHat denn mein Vater gedacht,<br>dass ich dich auch auffressen w\u00fcrde?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Die erl\u00f6ste Werw\u00f6lfin<br>nahm ihren Herzallerliebsten bei der Hand,<br>und beide gingen in die Kirche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Am n\u00e4chsten Morgen begab sich der Graf<br>sofort nach Sonnenaufgang zur Kirche,<br>um nachzusehen, wo der Soldat sei.<br>Nachdem er keine Knochen vorfand,<br>schaute er durch ein kleines Fenster<br>in die Kirche hinein, und was erblickte er?<br>Er sah sein T\u00f6chterchen und den Soldaten,<br>Hand in Hand, sich herzlich unterhaltend.<br>Da ging er sofort in die Kirche hinein<br>und gab den beiden seinen v\u00e4terlichen Segen,<br>denn er war froh und zufrieden,<br>dass seine Tochter nun keine Werw\u00f6lfin mehr war,<br>sondern wieder am Leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">H\u00e4tte er schon zuvor so gedacht, dann w\u00e4re all das<br>nicht passiert, aber ich h\u00e4tte euch auch nicht<br>die Geschichte von der Werw\u00f6lfin erz\u00e4hlen k\u00f6nnen,<br>die sich angeblich wirklich so zugetragen hat.<br>Dank sei Gott, dem Herrn!<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Dieses M\u00e4rchen wurde mir von Klaus Streichert zur Verf\u00fcgung gestellt.<br>Das Copyright dieses M\u00e4rchens liegt beim Autor: <a href=\"mailto:maerchenklaus11@gmx.at\">maerchenklaus11@gmx.at<\/a><br>Das Kopieren in andere Webseiten oder Foren ist nur mit schriftlicher Erlaubnis von Klaus Streichert gestattet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00e4rchen aus Kroatien Es ist schon lange her, als die Menschennoch an Werw\u00f6lfe glaubten,aber es soll sie einstmals gegeben haben,und deshalb m\u00f6chte ich euchdiese wahre Geschichtevon einer Werw\u00f6lfin erz\u00e4hlen. 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