{"id":1083,"date":"2019-08-14T16:21:07","date_gmt":"2019-08-14T14:21:07","guid":{"rendered":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=1083"},"modified":"2025-12-28T21:23:46","modified_gmt":"2025-12-28T20:23:46","slug":"rotkaeppchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/rotkaeppchen\/","title":{"rendered":"Rotk\u00e4ppchen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong> Gebr. Grimm<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Es war einmal eine kleine, s\u00fc\u00dfe Dirne, die hatte jedermann lieb, der sie nur ansah, am allerliebsten aber ihre Gro\u00dfmutter; die wusste gar nicht, was sie alles dem Kinde geben sollte. Einmal schenkte sie ihm ein K\u00e4ppchen von rotem Sammet, und weil ihm das sowohl stand und es nichts anderes mehr tragen wollte, hie\u00df es nur das Rotk\u00e4ppchen. Eines Tages sprach seine Mutter zu ihm: &#8222;Komm&#8216;, Rotk\u00e4ppchen&#8216;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Die sch\u00f6nsten M\u00e4rchen der Gebr\u00fcder Grimm: Rotk\u00e4ppchen (deutsches H\u00f6rbuch | Gutenachtgeschichte)\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ySQYyuyyql4?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>da hast du ein\nStuck Kuchen und eine Flasche Wein, ,bring&#8216; das der Gro\u00dfmutter hinaus; sie ist\nkrank und schwach und wird sich daran laben. Mach&#8216; dich auf, bevor es hei\u00df\nwird, und wenn du hinauskommst, so geh&#8216; h\u00fcbsch sittsam und lauf&#8216; nicht vom Wege\nab, sonst f\u00e4llst du und zerbrichst das Glas und die Gro\u00dfmutter hat nichts. Und\nwenn du in ihre Stube kommst, so vergiss nicht guten Morgen zu sagen, und guck\nnicht erst in allen Ecken hemm.&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/amzn.to\/2YVT6T2\"><\/a>&#8222;Ich will\nschon alles gut machen&#8220;, sagte Rotk\u00e4ppchen zur Mutter und gab ihr die Hand\ndarauf. Die Gro\u00dfmutter aber wohnte drau\u00dfen im Wald, eine halbe Stunde vom Dorf.\nWie nun Rotk\u00e4ppchen in den Wald kam, begegnete ihm der Wolf. Rotk\u00e4ppchen aber\nwusste nicht, was das f\u00fcr ein b\u00f6ses Tier war, und f\u00fcrchtete sich nicht vor\nihm.&#8220; Guten Tag, Rotk\u00e4ppchen&#8220;, sprach er. &#8211; &#8222;Sch\u00f6nen Dank,\nWolf.&#8220; &#8211; &#8222;Wo hinaus so fr\u00fch,&nbsp;&nbsp; Rotk\u00e4ppchen?&#8220; &#8211;\n&#8222;Zur Gro\u00dfmutter.&#8220; &#8211; &#8222;Was tr\u00e4gst du unter der Sch\u00fcrze?&#8220; &#8211; &#8222;Kuchen\nund Wein; gestern haben wir gebacken, da soll sich die kranke und schwache\nGro\u00dfmutter etwas zugutetun und sich damit st\u00e4rken.&#8220; &#8211; &#8222;Rotk\u00e4ppchen,\nwo wohnt deine Gro\u00dfmutter?&#8220; &#8211; &#8222;Noch eine gute Viertelstunde weiter im\nWalde, unter den drei gro\u00dfen Eichb\u00e4umen, da steht ihr Haus, unten sind die Nusshecken,\ndas wirst du ja wissen&#8220;, sagte Rotk\u00e4ppchen. Der Wolf dachte bei sich:\n&#8222;Das junge, zarte Ding, das ist ein fetter Bissen, der wird noch besser\nschmecken als die Alte; du musst es listig anfangen, damit du beide\nerschnappst.&#8220; Da ging er ein Weilchen neben Rotk\u00e4ppchen her, dann sprach\ner: &#8222;Rotk\u00e4ppchen, sieh&#8216; einmal die sch\u00f6nen Blumen, die rings umher stehen,\nwarum guckst du dich nicht um? lch glaube, du h\u00f6rst gar nicht, wie die V\u00f6glein\nso lieblich singen Du gehst ja f\u00fcr dich hin, als wenn du zur Schule gingst, und\nist so lustig hau\u00dfen in dem Wald.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Rotk\u00e4ppchen\nschlug die Augen auf, und als es sah, wie die Sonnenstrahlen durch die B\u00e4ume\nhin und her tanzten und alles voll sch\u00f6ner Blumen stand, dachte es: &#8222;Wenn\nich der Gro\u00dfmutter einen frischen Strau\u00df mitbringe, der wird ihr auch Freude\nmachen; es ist so fr\u00fch am Tag, dass ich doch zu rechter Zeit ankomme&#8220;,\nlief vom Wege ab in den Wald hinein und suchte Blumen. Und wenn es eine\ngebrochen hatte, meinte es, weiter hinaus st\u00fcnde eine sch\u00f6nere, und lief danach\nund geriet immer tiefer in den Wald hinein. Der Wolf aber ging geradewegs nach\ndem Haus der Gro\u00dfmutter und klopfte an die T\u00fcr. &#8222;Wer ist drau\u00dfen?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211;\n&#8222;Rotk\u00e4ppchen, das bringt Kuchen und Wein, mach&#8216; auf.&#8220; &#8211; &#8222;Dr\u00fcck&#8216;\nnur auf die Klinke&#8220;, rief die Gro\u00dfmutter, &#8222;ich bin zu schwach und\nkann nicht aufstehen.&#8220; Der Wolf dr\u00fcckte auf die Klinke, die T\u00fcr sprang\nauf, und er ging, ohne ein Wort zu sprechen, gerade zum Bett der Gro\u00dfmutter und\nverschluckte sie. Dann tat er ihre Kleider an, setzte ihre Haube auf, legte\nsich in ihr Bett und zog die Vorh\u00e4nge vor. <\/p>\n\n\n\n<p>Rotk\u00e4ppchen\naber war nach den Blumen herumgelaufen, und als es so viele zusammen hatte,\ndass es keine mehr tragen konnte, fiel ihm die Gro\u00dfmutter wieder ein, und es\nmachte sich auf den Weg zu ihr. Es wunderte sich, dass die T\u00fcr offen stand, und\nwie es in die Stube trat, kam es ihm so seltsam darin vor, dass es dachte:\n&#8222;Ei, du mein Gott, wie \u00e4ngstlich wird mir&#8217;s heute zumute, und bin sonst so\ngern bei der Gro\u00dfmutter!&#8220; Es rief: &#8222;Guten Morgen!&#8220; bekam aber\nkeine Antwort. Darauf ging es zum Bett und zog die Vorh\u00e4nge zur\u00fcck; da lag die\nGro\u00dfmutter und hatte die Haube tief ins Gesicht gesetzt und sah so wunderlich\naus. &#8222;Ei, Gro\u00dfmutter, was hast du f\u00fcr gro\u00dfe Ohren?&#8220; &#8211; &#8222;Dass ich\ndich besser h\u00f6ren kann!&#8220; &#8211; &#8222;Ei, Gro\u00dfmutter, was hast du f\u00fcr gro\u00dfe\nAugen?&#8220; &#8211; &#8222;Dass ich dich besser sehen kann!&#8220; &#8211; &#8222;Ei,\nGro\u00dfmutter, was hast du f\u00fcr gro\u00dfe H\u00e4nde?&#8220; -&#8222;Dass ich dich besser\npacken kann.&#8220; &#8211; &#8222;Aber, Gro\u00dfmutter, was hast du f\u00fcr ein entsetzlich\ngro\u00dfes Maul?&#8220; &#8211; &#8222;Dass ich dich besser fressen kann.&#8220; Kaum hatte\nder Wolf das gesagt, so tat er einen Satz aus dem Bette und verschlang das arme\nRotk\u00e4ppchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als der Wolf\nseine Gel\u00fcste gestillt hatte, legte er sich wieder ins Bett, schlief ein und\nfing an, \u00fcberlaut zu schnarchen. Der J\u00e4ger ging eben an dem Hause vorbei und\ndachte: &#8222;Wie die alte Frau schnarcht! Du musst doch sehen, ob ihr etwas\nfehlt.&#8220; Da trat er in die Stube, und wie er vor das Bett kam, sah er, dass\nder Wolf darin lag.&#8220; Finde ich dich hier, du alter S\u00fcnder;&#8220; sagte er,\n&#8222;ich habe dich lange gesucht.&#8220; Nun wollte er seine B\u00fcchse anlegen, da\nfiel ihm ein, der Wolf k\u00f6nnte die Gro\u00dfmutter gefressen haben, und sie w\u00e4re noch\nzu retten. Deshalb schoss er nicht, sondern nahm eine Schere, um dem\nschlafenden Wolf den Bauch aufzuschneiden. Wie er ein paar Schnitte getan\nhatte, da sah er das rote K\u00e4ppchen leuchten, und noch ein paar Schnitte, da\nsprang das M\u00e4dchen heraus und rief: &#8222;Ach, wie war ich erschrocken, wie\nwar&#8217;s so dunkel in dem Wolf seinem Leib!&#8220; Und dann kam die alte Gro\u00dfmutter\nauch noch lebendig heraus und konnte kaum atmen. Rotk\u00e4ppchen aber holte\ngeschwind gro\u00dfe Steine, damit f\u00fcllten sie dem Wolf den Leib, und wie er\naufwachte, wollte er fortspringen&#8216; aber die Steine waren so schwer, dass er\ngleich niedersank und sich totfiel.<\/p>\n\n\n\n<p>Da waren alle\ndrei vergn\u00fcgt. Der J\u00e4ger zog dem Wolf den Pelz ab und ging damit heim, die\nGro\u00dfmutter a\u00df den Kuchen und trank den Wein, den Rotk\u00e4ppchen gebracht hatte,\nund erholte sich wieder, Rotk\u00e4ppchen aber dachte:&#8220; Du willst dein Lebtag\nnicht wieder allein vom Wege ab in den Wald laufen, wenn dir&#8217;s die Mutter\nverboten hat.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gebr. Grimm Es war einmal eine kleine, s\u00fc\u00dfe Dirne, die hatte jedermann lieb, der sie nur ansah, am allerliebsten aber ihre Gro\u00dfmutter; die wusste gar nicht, was sie alles dem Kinde geben sollte. 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