{"id":104,"date":"2015-10-06T02:15:42","date_gmt":"2015-10-06T00:15:42","guid":{"rendered":"http:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/?p=104"},"modified":"2026-01-16T18:22:51","modified_gmt":"2026-01-16T17:22:51","slug":"die-alte-im-wald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/die-alte-im-wald\/","title":{"rendered":"Die Alte im Wald"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><br><strong>Die Alte im Wald<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gebr. Grimm<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">Es fuhr einmal ein armes Dienstm\u00e4dchen mit seiner Herrschaft durch einen gro\u00dfen Wald, und als sie mitten darin waren, kamen R\u00e4uber aus dem Dickicht hervor und ermordeten, wen sie fanden. Da kamen alle miteinander um bis auf das M\u00e4dchen, das war in der Angst aus dem Wagen gesprungen und hatte sich hinter einem Baum verborgen. Wie die R\u00e4uber mit ihrer Beute fort warten, trat es herbei und sah das gro\u00dfe Ungl\u00fcck. Da fing es an, bittertterlich zu weinen und sagte:<\/span><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Die Alte im Walde: M\u00e4rchen von den Br\u00fcdern Grimm (H\u00f6rbuch zum Einschlafen)\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/yhMk2n532AM?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">&#8222;Was soll ich armes M\u00e4dchen nun anfangen, ich wei\u00df mich nicht aus dem Walde herauszufinden; keine Menschenseele vvohnt darin, so muss ich gewiss verhungern!&#8220; Es ging herum, suchte einen Weg, konnte aber keinen finden. Als es Abend war, setzte es sich unter einen Baum, befahl sich Gott und wollte da sitzen bleiben und nicht weggehen, m\u00f6chte geschehen, was immer wollte. Als es aber eine Weile dagesessen hatte, kam ein wei\u00dfes T\u00e4ubchen zu ihm geflogen und hatte ein kleines goldenes Schl\u00fcsselchen im Schnabel. Das Schl\u00fcsselchen Iegte es ihm in die Hand und sprach: &#8222;Siehst du dort den gro\u00dfen Baum? Daran ist ein kleines Schloss, das schlie\u00df&#8216; mit dem Schl\u00fcsselchen auf, so wirst du Speise genug finden und keinen Hunger mehr leiden.&#8220; Da ging es zu dem Baum und schloss ihn auf und fand Milch in einem kleinen Sch\u00fcsselchen und Wei\u00dfbrot zum Einbrocken dabei, dass es sich satt essen konnte. Als es satt war, sprach es: &#8222;Jetzt ist es um die Zeit, wo die H\u00fchner daheim auffliegen, ich bin so m\u00fcde, k\u00f6nnt&#8216; ich mich doch auch in mein Bett legen.&#8220; Da kam das T\u00e4ubchen wieder geflogen und brachte ein anderes goldenes Schl\u00fcsselchen im Schnabel und sagte: &#8220; Schlie\u00df&#8216; dort den Baum auf, so wirst du ein Bett finden.&#8220; Da schloss es auf und fand ein sch\u00f6nes, weiches Bettchen; da betete es zum lieben Gott, er m\u00f6ge es beh\u00fcten in der Nadit, legte sich und schlief ein. Am Morgen kam das T\u00e4ubchen zum drittenmal, brachte wieder ein Schl\u00fcsselchen und sprach: &#8222;Schlie\u00df&#8216; dort den Baum auf, da wirst du Kleider finden&#8220;, und wie es aufschloss, fand es Kleider mit Gold und Edelsteinen besetzt, so herrlich, wie sie keine K\u00f6nigstochter hat. Also lebte es da eine Zeitlang, und das T\u00e4ubchen kam alle Tage und sorgte f\u00fcr alles, was es bedurfte, und das war ein stilles gutes Leben.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">Einmal aber kam das T\u00e4ubchen und sprach: &#8222;Willst du mir etwas zuliebe tun?&#8220; &#8211; &#8222;Von Herzen gern&#8220;, sagte das M\u00e4dchen. Da sprach das T\u00e4ubchen: &#8222;Ich will dich zu einem kleinen H\u00e4uschen f\u00fchren, da geh hinein, mittendrin am Herd wird eine alte Frau sitzen und ,Guten Tag&#8216; sagen. Aber gib ihr beileibe keine Antwort, sie mag anfangen was sie will, sondern geh&#8216; zu ihrer rechten Hand Weiter; da ist eine T\u00fcr, die mach&#8216; auf, so wirst du in eine Stube kommen, wo eine Menge von Ringen allerlei Art auf dem Tische liegt; darunter sind pr\u00e4chtige mit glitzernden Steinen, die lass&#8216; aber liegen und suche einen schlichten heraus, der auch darunter sein muss, und bring ihn zu mir her, so geschwind du kannst.&#8220; Das M\u00e4dchen ging zu dem H\u00e4uschen und trat zu der T\u00fcr ein. Da sa\u00df eine Alte, die machte gro\u00dfe Augen, wie sie es erblickte, und sprach: &#8222;Guten Tag, mein Kind!&#8220; Es gab ihr aber keine Antwort und ging auf die T\u00fcr zu. &#8222;Wo hinaus?&#8220; rief sie und fasste es beim Rock und wollte es festhalten &#8222;Das ist mein Haus, da darf niemand herein, wenn ich&#8217;s nicht haben will.&#8220; Aber das M\u00e4dchen schwieg still, machte sich von ihr los und ging gerade in die Stube hinein. Da lag nun auf dem Tisch eine \u00fcbergro\u00dfe Menge von Ringen, die glitzerten und glimmerten ihm vor den Augen; es warf sie herum und suchte nach dem schIichten, konnte ihn aber nicht finden. Wie es so suchte, sah es die Alte, wie sie daherschlich und einen Vogelk\u00e4fig in der Hand hatte und damit fort wol!te. Da ging es auf sie zu und nahm ihr den K\u00e4fig aus der Hand, und wie es ihn aufhob und hineinsah, sa\u00df ein Vogel darin, der hatte den schlichten Ring im Schnabel. Da nahm es den Ring und lief ganz froh damit zum Hause hinaus und dachte, das wei\u00dfe T\u00e4ubchen w\u00fcrde kommen und den Ring holen, aber es kam nicht. Da lehnte es sich an einen Baum und wollte auf das T\u00e4ubchen warten, und wie es so stand, da war es, als w\u00fcrde der Baum weich und biegsam und senkte seine Zweige herab. Und auf einmal schlangen sich die Zweige um es herum, und waren zwei Arme, und wie es sich umsah, war der Baum ein sch\u00f6ner Mann, der es umfasste und herzlich k\u00fcsste und sagte: &#8222;Du hast mich erl\u00f6st und aus der Gewalt der Alten befreit, die eine b\u00f6se Hexe ist. Sie hatte mich in einen Baum verwandelt, und alle Tage ein paar Stunden war ich eine wei\u00dfe Taube, und solange sie den Ring besa\u00df, konnte ich meine menschliche Gestalt nicht wieder erhalten.&#8220; Da waren auch seine Bedienten und Pferde von dem Zauber frei, der sie auch in B\u00e4ume verwandelt hatte, und standen neben ihm.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">Nun fuhren sie fort in sein Reich, denn er war eines K\u00f6nigs Sohn, und sie heirateten sich und lebten gl\u00fccklich.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es fuhr einmal ein armes Dienstm\u00e4dchen mit seiner Herrschaft durch einen gro\u00dfen Wald, und als sie mitten darin waren, kamen R\u00e4uber aus dem Dickicht hervor und ermordeten, wen sie fanden<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3888,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[87,85],"tags":[],"class_list":["post-104","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gebr-grimm","category-maerchen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/104","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=104"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/104\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3891,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/104\/revisions\/3891"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3888"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=104"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=104"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/internet-maerchen.de\/mobile\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=104"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}