Märchenletter 12/2012

Der Teufel will heiraten
Neuisländischen Volksmärchen

Ein junges Mädchen ist so fromm, dass sie beabsichtigt, sich nicht zu
verheiraten, um besser Gott dienen zu können. Da dies dem Teufel schlecht gefällt, verwandelt er sich in einen schönen jungen Mann und wirbt um die Liebe des Mädchens, denn auf diese Weise hofft er sicher Gewalt über sie zu bekommen.
Durch seine Künste bringt er es denn auch so weit, dass das Mädchen mit ihm getraut wird. Doch wie er sich ihr in der Hochzeitsnacht nähern will, ist sie in ihrer Frömmigkeit so rein, dass er es nicht wagen darf, sie zu berühren.

######## INFO ##################################

Märchen Mobile für’s Handy siehe http://m.internet-maerchen.de

Märchenletter bei Google+ siehe http://gplus.maerchenletter.de
Märchenletter bei Twitter siehe http://twitter.com/maerchenletter  .
Märchenletter bei Facebook siehe http://www.maerchenletter.de

################################################

Er lässt sich nun in der Nacht noch ein Bad machen und bleibt in diesem aus Furcht vor der reinen Braut bis zum Morgen sitzen. Am folgenden Tag schlendert er draußen herum und überlegt, was er nun anfangen soll. Da trifft er einen jungen Mann und bietet ihm an, an seiner Stelle die Frau zu heiraten. Zum Entgelt solle er ihm dann das älteste Kind geben, sowie es sieben Jahre alt sei. Der junge Mann ist mit dem Vorschlag einverstanden, und der Teufel verleiht ihm nun seine vorher angenommene Gestalt, so dass er nun an Stelle des Teufels mit der frommen Braut sich verheiratet. Ihre Ehe
wird mit einem einzigen Kinde, einem Knaben, gesegnet. Wie dieser nun fast sieben Jahre alt ist, wird der Vater von Tag zu Tag trübsinniger, bis er endlich seiner Frau alles gesteht.
Nach dem Kate seiner Frau bringt er nun den Knaben an dem festgesetzten Tage zu der Stelle, wo er zuerst mit dem Teufel den Kontrakt geschlossen hatte.
Hier zieht er einen Ring um ihn und besprengt ihn mit heiligem Blut. Bis zum Abend bleibt er bei seinem Kinde. Wie er es dann verlassen muss, schärft er ihm ein, erst dann aus dem geweihten Kreise zu gehen, wenn einer käme und ihm in Jesu Namen die Hand in den Kreis hinein reiche. Der Knabe sieht nun in der Nacht allerhand Trugbilder, die ihn verlocken wollen, zuerst Freunde, die ihm Leckerbissen bieten, dann die Eltern, die ihn erst bitten, dann ihm
drohen, ferner spielende Kinder und schließlich vielerlei Schreckgespenste.
Der Knabe bleibt jedoch standhaft, bis am andern Morgen seine Eltern zu ihm kommen und ihm in Jesu Namen die Hand entgegenstrecken. Der Teufel war nun auch hier um sein Opfer betrogen.

################################################
Nächster Märchenletter am 26.03.2012

This entry was posted in Märchenletter. Bookmark the permalink.

Comments are closed.